Donnerstag, 30. Dezember 2010

Und schon wieder ein erstes Mal

Heute habe ich mein erstes richtiges Lächeln von Paul bekommen. In den letzten Tagen hatte ich schon mehrmals das Gefühl, dass er mich anlächelt. Aber diesmal war es eindeutig in Reaktion auf mich. Ich hab Quatsch gemacht, Grimassen geschnitten und Paul hat reagiert...mit einem Lächeln. Er hätte ja auch anders reagieren können. Deswegen ist die Freude groß!

Der lustige, freche, sehr männliche Paul

Lieber Paul,
der heutige Eintrag ist schon lange überfällig, denn du sollst ja wissen, warum du eigentlich Paul heißt und nicht Peter oder Alexander. Die Erklärung ist auch nicht weiter kompliziert. Ich fand den Namen Paul schon gut, da wusste ich noch gar nichts von dir und so dauerte es nicht lange, bis er seinen Weg auf den Vorschlagstisch fand. Warum er allerdings nicht wieder vom Tisch verschwand und sich durchsetzte, hat eine andere Ursache: Einerseits heißt dein Opa auch Paul, naja er heißt Pál, aber das ist nichts anderes als die ungarische Variante von Paul. Andererseits heißt der ehemalige Deutschlehrer deines Papas auch Paul und die Tatsache, dass dein Papa schon in der Schule so schön Deutsch gelernt hat, hat ja keinen unwesentlichen Anteil daran, dass wir uns kennen gelernt haben und die übrigen Zusammenhänge brauche ich vielleicht nicht mehr zu erläutern.
Den einen Paul, deinen Opa, hast du schon kennen gelernt. Der andere kommt dich bald besuchen. Man munkelt, er sei noch älter als dein Opa, aber niemand weiß das so genau. Jetzt wunderst du dich vielleicht, warum wir dir einen Namen geben, den lauter Männer fortgeschrittenen Alters tragen. Wundere dich nicht. Schau dir mal lieber an, wie dein Name so wirkt auf andere Menschen:
weit bekannt - ist vielleicht nicht so toll, wirst du finden. Aber das kann nicht schaden. Ich kann dir nur raten in diesem Fall: Mach deinem Namen alle Ehre!
gewöhnlich - sei nicht traurig, hier liegt sicher ein Umfragefehler vor. Darüber tröstet dich sicher hinweg, dass dein Name als
sehr männlich eingestuft wird. Na, was sagst du dazu?
Jungs mit dem Namen Paul sind außerdem lustig, frech (auweia), zuverlässig (toll!) und sehr intelligent. Na das hat die ärztin ja neulich schon festgestellt :-)
Deine Oma hatte zu deiner Namensanalyse neulich auch noch was hinzuzufügen: Demnach wirkt Paul "gutmütig, dabei schlummert in ihm ein Krieger. Niemand sollte ihn zu sehr reizen. Sehr wandelbar, braucht aber Zeit, Ruhe." (Quelle)
Na mal sehen, wie sehr man dich reizen darf. Wahrscheinlich ist die Frage eher, wie sehr du mich reizen darfst, mein schlummernder Krieger. Im Moment schlummerst du übrigens nicht soviel, sondern führst eher Kriege gegen die Milch im Bauch bzw. im Hals. Solange das deine einzigen Kriege sind, ist glaub ich alles in Ordnung.
Wenn es nach deinem zweiten Opa ginge, würdest du heute allerdings nicht Paul heißen, sondern Sándor. Wie er darauf kommt, das fragst du ihn am besten selbst.
Und weil du noch einen zweiten Namen hast, ist die Analyse hier noch nicht zu Ende. Fortsetzung folgt.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Das erste Mal

Gestern war mal wieder ein "erstes" Mal. Und ich weiß gar nicht, ob ich mich trauen darf zu schreiben, was dieses erste Mal war, denn das ist auch wieder so ein Thema, bei dem alle ganz genau "die Wahrheit" kennen.
Ich hab ja schon von Pauls großem Appetit geschrieben und wieviel er immer isst und auch, dass er sich manchmal überfrisst, weil er dazu neigt, gegen die Bauchschmerzen, die er manchmal hat, da ihm die Milch bis zum Ausgang steht, wieder an der Brust nuckeln zu wollen. Und wenn er dann da so rumnuckelt, dann stellt er nach einer Weile fest...."ach Gott, da kommt ja Milch, darauf hat ich ja jetzt gar keinen Bock, ich wollt doch nur noch bisschen nuckeln". Und dann spuckt er mir entweder die überschüssige Milch entgegen oder er meckert einfach rum und beruhigt sich nicht. Deshalb hab ich es gestern zum ungefähr fünften Mal mit einem Nuckel versucht. Und gestern hat er ihn nicht komisch angekuckt und mich mit den Augen gefragt, was er wohl mit dem Teil anfangen soll, sondern er hat einfach drauf los genuckelt, zwar nur 5 Minuten, aber immerhin hat er das Konzept verstanden.

Lieber Paul, ich hoffe du und ich, wir beide, werden in der Lage sein, einen intelligenten Umgang mit deinem Beruhigungssauger, wie man ihn in der Fachsprache nennt, zu pflegen, was soviel heißt, hier wird nur in Maßen genuckelt und wenn ich sage, jetzt ist aber Schluss mit der Nuckelei, dann machst du daraus kein Problem? Und natürlich darfst du auch weiterhin an deiner Faust rumlutschen, is ja auch viel besser als Silikon. Schön, dass wir das geklärt haben.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Die Zwiebel

Paul hat eine verstopfte Nase. Bei Neugeborenen nichts Ungewöhnliches. (Ich vergesse immer, dass er seit zwei Wochen nicht mehr als Neugeborenes gilt.) Zurück zur Nase. Jetzt wäre natürlich der Moment für den Nasensauger gekommen. Aber ich beherrsche mich. Im Moment scheint ihn das vermehrte Röcheln nicht so sehr zu stören und mich stört es nicht genug, um Geld auszugeben. Außerdem hab ich meine Bedenken zum Nasesaugen ja schon geäußert.
Die Suchmaschine hab ich allerdings schon mal um Tipps bemüht und den ersten haben wir auch schon beherzigt, sehr zum Missfallen meines Mannes:  
Die Zwiebel. Man nehme eine Zwiebel, hacke sie klein und stelle sie neben das Kinderbett. Das hat verschiedene Wirkungen. Die erste und wichtigste Wirkung in unserem Fall: Das Schlafzimmer stinkt nach Zwiebel. Zum Glück steht unser Kater nicht auf Zwiebeln, denn sonst könnte man die auch gar nicht so rumstehen lassen. Würde Entenschmalz bei verstopften Babynasen helfen, hätte ich hier ein Problem. Die zweite Wirkung: Die Nase wird tatsächlich frei. Und das Praktische ist, nicht nur die Babynase, auch die Erwachsenennase. Das Problem ist nur, Wirkung Nummer zwei ist nicht von Wirkung Nummer eins getrennt zu bekommen, weil es sich hier um eine Wirkungskette handelt. Ich stelle das mal dar:
gehackte Zwiebel >>Zwiebelgeruch>>freie Nase. Schritt zwei ist einfach nicht zu umgehen, deswegen weiß ich nicht, ob diese Strategie in unserem Zuhause noch einmal zur Anwendung kommen wird. Also Paul, mal sehen, wie sehr dich deine verstopfte Nase in Zukunft nervt, sicher nicht so sehr wie deine Eltern der Zwiebelgeruch im Schlafzimmer.

Lieblingsmomente mit Paul

Ohne lange Vorrede will ich sie auflisten, meine absoluten Lieblingsmomente mit Paul in den letzten sechs Wochen, die seine ersten sechs waren:
- wenn Paul beim Stillen die Pupillen nach oben wegdrehen, weil er gegen das Einschlafen kämpft
- diese kleinen Seufzer, die er seit einer Weile macht, bevorzugt nachdem er einen großen Rülpser gelassen hat und die große Erleichterung ausdrücken will oder wenn er eine Weile hysterisch war, was schreib ich da, mein Sohn ist doch nicht hysterisch
- sein Blick, wenn er in die warme Wanne steigt, herabgelassen wird
- seine Frisur nach dem Baden (wenn das als Moment gelten kann), es sieht so aus als bekommt er Locken und die kommen immer beim Baden raus
- sein zufriedenes Lächeln, wenn er die Windel bis zur Halskrause vollgemacht hat
- sein entspanntes Gesicht, wenn er auf den Wickeltisch pinkelt
- wenn mein Mann versucht zu verhindern, dass er auf den Wickeltisch pinkelt, indem er konstant an seinem Bein rumwackelt, sodass der Junge sich nicht genug entspannen kann, um loszulassen
- wenn Paul in seinem Bett so vor sich hin meckert
- wenn er sich über seine eigenen Arme erschreckt (das macht er aber immer seltener)
- das schmatzende Geräusch, das er macht, wenn er genüsslich seine Faust isst
- wenn er die Anziehprozedur zum Spazierengehen (Pullover, Socken, Hose, Mütze, Schneeanzug) einfach verpennt
- wie er mich angeschaut hat, als ich ihm einen Schnuller angeboten hab ("Was soll ich denn bitte schön damit jetzt?")
- wenn er mich mit großen Augen anschaut (absoluter Lieblingsmoment)
- achja, natürlich, wenn er friedlich in seinem Bettchen schläft, das kann sehr entspannend sein (für mich und für ihn)


So, das waren sie. Mögen sich noch viele dazugesellen.

Samstag, 25. Dezember 2010

Wie unterhält man einen so kleinen Jungen?

Vor zwei Tagen hab ich mich so richtig gehen lassen im ungarischen Babyfachgeschäft und Paul ein Weihnachtsgeschenk gekauft (der Anlass ist die einzige vernünftige Erklärung für mein Verhalten). In Wirklichkeit ist das auch keine Erklärung.
In den ersten Lebenswochen bestand die Unterhaltung von Paul hauptsächlich darin, ihn zu füttern und ihm danach beim Einschlafen zu helfen, was manchmal durch quer hängende Rülpse oder Pupse erschwert war/ist und deswegen mal langsamer und mal schneller geht.
In letzter Zeit ist allerdings eine Veränderung zu bemerken bei Paul. Er will immernoch gefüttert werden, das ist es nicht. Allerdings fällt er jetzt nicht mehr sofort nach der Fütterung ins tiefe Milchkoma, sondern er will unterhalten werden. Na sowas! Da kam die Frage auf, wie unterhält man ein fünfwöchiges Baby. Paul hat da ganz klare Vorstellungen: Er liegt gern auf dem Wickeltisch rum und strampelt. Er lässt sich gern was erzählen, von "dududu" bis zur Weltpolitik ist da alles möglich. Er hört gern Musik. Er lässt sich gern den Bauch streicheln und die Füße massieren.
Aber es gibt zwei Dinge, die sind auf seiner Favoritenliste nicht zu toppen: auf Mama oder Papas Bauch rumdösen und von Mama oder Papa rumgetragen werden. Diese zwei sind durch nichts zu ersetzen und im wachen Zustand ist er durchaus geneigt, eins der beiden durch graduiertes Geschrei einzufordern. Da Mama oder Papa aber auch mal was anderes zu tun haben, habe ich mich entschlossen Paul ein Unterhaltungsgerät zu kaufen und es ist der Mercedes unter den Babywippen geworden, ein "Ruhestuhl" wie er ungarisch heißt. Und das mercedesige an dem Stuhl ist die Vibrationsfunktion, die je nach Stimmung aufmuntert oder einschläfert. Ersteres sieht dann so aus:
Paul findet den Stuhl klasse. 
Das muss er auch. Denn der Stuhl hat soviel gekostet, dass er ihn selbst bei täglicher Benutzung in den nächsten fünf Monaten (bei seinem Wachstum bezweifle ich, dass er da fünf Monate reinpasst) nicht richtig wirtschaftlich verwendet. Nun ja, wie gesagt, es war nicht die Vernunft, die zum Kauf des Vibratorstuhls geführt hat. Viel Spaß damit Paul!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Das haben wir jetzt auch hinter uns

So Paul, das haben wir jetzt auch hinter uns: Die Mama war das erste Mal krank und hat das erste Mal am eigenen Leib gespürt, dass Mamas nicht krank sein dürfen. Ist einfach verboten. Und wenn es dann doch passiert, dann kann die Mama sich jedenfalls nicht ins Bett legen, um die Krankheit auszukurieren, sondern höchstens in Etappen ausruhen, in denen Sohnemann schläft oder Sohnemann (kann ich mich glücklich schätzen, dass ich diese Möglichkeit hab!!) von Oma oder Opa geschaukelt wird.
Und die Mama kann sich außerdem auch glücklich schätzen, dass sie so viele Ratschläge bekommen hat, wie sie ihre Krankheit hätte vermeiden können oder zumindest einen nächsten Ausbruch verhindern kann. Ich hab die Ratschläge alle in einem Ordner gesammelt und unter Laufwerk C, Dokumente abgespeichert. Vielleicht kann sie ja mal jemand gebrauchen. Man weiß ja nie.
Leider, lieber Paul, fällt unter den gegebenen Umständen deine erste große Reise aus. Wir wollten dich ja nach Weihnachten in deine zweite Heimat schaffen. Noch bist du ja kein deutscher Staatsbürger, aber du sollst ja einer werden. Dafür musst du natürlich wissen, worauf du dich da einlässt. Nun, das wird jetzt so schnell nix. Da musst du dich wohl noch ein bisschen gedulden.
Ansonsten haben wir heute auch noch was anderes hinter uns: den Besuch unserer heiß geliebten Schutzfrau. Und sie hat dich heute gemessen, Paul. Daran kannst du dich nicht erinnern, weil du das komplett verschlafen hast, du Nase. Dabei hat sie an deinem Kopf und an deinem Fuß rumgezerrt.... also mich hätte das gestört. Aber Schluss mit den nebensächlichen Details, hier das Wichtigste.
Du bist jetzt schon ganze 59 cm groß, mein lieber Paul. Herzlichen Glückwunsch zu soviel Größe :-)

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Wie kann ein Junge so viel essen?

Heute ist Paul genau vier Wochen alt und gestern Abend haben wir ihn das erste Mal nackt gewogen...und tataaa...er wiegt jetzt 4780 g. Aus diesem Anlass möchte ich heute was zum Thema Zahlen und Statistiken schreiben.
Schon im Krankenhaus bin ich damit konfrontiert worden, dass eine gute, verantwortungsvolle Mutter von heute, wenn sie ihr Kind stillt, eine Babywaage besitzen muss, um das Kindlein nicht nur täglich oder wöchentlich, sondern immer vor und nach dem Stillen zu wiegen, damit sie sich auch sicher sein kann, dass das Kind genug isst. Denn die modernen Kinder sind nicht mehr in der Lage mit glänzender Haut, zufriedenem Gesicht, Pausbacken und mangelndem Geschrei zu signalisieren, dass sie genug zu essen bekommen.
Im Krankenhaus wurde Paul natürlich standardmäßig mehrmals täglich gewogen. Sein Gewichtsverlust von 300 g in den ersten Tagen führte dazu, dass ich Sätze zu hören bekam wie: "Sie haben nicht genug Milch, sie müssen ihrem Kind Zusatznahrung geben oder wollen sie, dass es verhungert?" Das wollte ich natürlich nicht. Ich legte Paul immer wieder an und glaubte fest daran, dass er nicht verhungern würde. Aber der Zahlenkampf ging weiter. Beeindruckt von dieser Frage, brachte ich Paulchen am vierten Tag nachmittags zum Wiegen, vor dem Stillen und nach dem Stillen, wie sich das für eine verantwortungsvolle Mutter gehört. Die Waage zeigte 20g und die Schwester machte ein ernstes Gesicht: "Das ist viel zu wenig. So wird er nie satt. Er muss mindestens 50ml trinken." Ok, dachte ich, weckte Paul, denn er war zufrieden eingeschlafen, und bot ihm noch mal, verantwortungsbewusst wie ich war, die fehlenden 30ml an. Er meckerte natürlich, aber irgendwie gingen sie runter. Am nächsten Tag sagte die Schwester, wie schön Paul trinken würde, ganze 70ml am gestrigen Tag, das ist zufriedenstellend. Mich stellte diese Wiegenummer nicht zufrieden, ein zufriedener Paul war zufriedenstellender für mich als die Zahl auf der Waage.

Wir wurden nach Hause entlassen und Paul trinkt seitdem, so wie er will, Stillen nach Bedarf nennt sich das. Und sein Bedarf ist groß, zumindest tut er so. Er hat immer ein bisschen Angst, dass die nächste Mahlzeit vielleicht ausfallen könnte oder hofft, dass er vielleicht noch einen Nachschlag bekommt, wenn er sich beeilt. Und deswegen beeilt sich Paul sehr. Seine verantwortungsbewusste Mutter hat natürlich inzwischen eine Waage, aber nicht für sich selbst, sondern für die Kontrolleure, die regelmäßig kommen und Fragen stellen. "Wie viel trinkt er während einer Mahlzeit?" "Wie viel wiegt er jetzt genau?" "Kann ich mal seine Gewichtskurve sehen?" "Wie viel trinkt er am Tag?"
Um die Fragen beantworten zu können, habe sich Einmalwerte bewährt, die eine Weile gut sind. Aber seit gestern stehe ich vor einem neuen Zahlenproblem. Erstens hat Paul in drei Wochen 1200 g zugenommen. Zweitens hab ich gestern gemessen, wie viel er während einer Mahlzeit trinkt, denn bald kommt die Kontrolleurin und der alte Wert ist sicher nicht mehr genug. Das Problem ist nur, der neue Wert ist zu gut. 180g bei einer Mahlzeit, "Das ist ZUVIEL", wird sie sagen. 1200 g in drei Wochen, "Das ist ZUVIEL" klingelt es schon jetzt in meinen Ohren. Denn die Statistik erlaubt, empfiehlt, schreibt 100-200 g Zunahme pro Woche vor.
Was machen wir da bloß Paul? Warum hast du so einen statistikfernen Hunger? Und wie kriegen wir dich in die Tabelle rein?

Sonntag, 12. Dezember 2010

Mit der Ruhe ist es dann vorbei

Wenn man schwanger ist, und zwar in den letzten Wochen, und anfängt ungeduldig zu werden, weil man denkt, jetzt könnte das Baby endlich mal kommen, ich bin ausgeruht, ich bin vorbereitet, ich bin einfach so weit, dann bekommt man zahlreiche helfende Hinweise seiner Umgebung, die in etwa alle das gleiche bedeuten, aber in unterschiedlichen Versionen daherreiten.
"Ruh dich aus, das wirst du bald nicht mehr können."
"Genieß die Ruhe, damit ist es bald vorbei."
"Lies ein Buch, entspann dich. Für solche Dinge hast du lange keine Zeit mehr, wenn das Baby erstmal da ist."
"Schlaf viel, denn du wirst nicht mehr dazu kommen."
Ich denke, das Prinzip ist klar, oder?
Jetzt ist es soweit. Paul ist heute 25 Tage alt, also bald einen Monat und jetzt bin ich da, wo es vorbei ist mit der Ruhe, wo ich keine Zeit mehr hab zum Bücher lesen, wo ich nicht mehr schlafe und mich nicht mehr entspannen kann. Oder kommt das erst noch? Vielleicht sind das nicht die ersten Wochen...in der Hebammensprechstunde hab ich gelesen, dass ich mich noch in der Verliebtseinsphase des Elternseins befinde und wenn man verliebt ist, hält man schließlich mehr aus als sonst. Was kommt nach dem Verliebtsein? Verlobt, Verheiratet....Was das bedeutet in Bezug auf das Elternsein, überlass ich jedem selbst. Ich bleibe einfach weiter verliebt.

Freitag, 10. Dezember 2010

Dankeschön

An dieser Stelle ein offizielles Dankeschön an alle, die die Geburt von Paul mit Geschenken bedacht haben. Paul kann sich ja noch nicht selbst bedanken und er kann auch leider nicht Gefallen oder Missfallen ausdrücken. Aber die Mama kann, also sich bedanken und auch Gefallen ausdrücken. Missfallen hat hier keinen Platz :-)
Dann erzähl ich dir mal, bevor wir das vergessen, was du so alles Schönes bekommen hast, mein lieber Paul:
Von deinen Großtanten hast du einen blauen Plüschanzug und jede Menge Spielzeug bekommen. Vielen Dank, liebe Großtanten.
Von deiner Großmama hast du eine Manduca-Trage, deine erste hellblaue Babydecke, die dir im Krankenhaus schon gute Dienste geleistet hat, einen Spieluhrigel mit Namen Paul, zu dessen Musik du das Einschlafen erst noch üben musst und, das Beste, eine selbstgestrickte Hose in beige-braun bekommen, die ganz klasse aussieht, und dazu Winterschühchen, die ihre Freundin gestrickt hat. Einen Pullover dazu bekommst du noch, hat die Oma versprochen. Danke Oma, danke liebe Freundin, für die Hilfe. Außerdem hat die
Von meiner Freundin Juliane hast du ein paar Erstlingsschuhe bekommen und ein Riesenplüschkrokodil, das dich jetzt immer auf dem Wickeltisch anstarrt. Danke Juliane.
Von den Nachbarn deiner Oma und deines Opas hast du unter anderem dein erstes Flanellhemd, ein T-shirt und eine passende Hose bekommen. Mal sehen, wann wir dir das anziehen können, bis dahin sind's noch 24 cm :-)
Von Mariann, eine Bauherrin deines Papas, hast du einen Plüschstrampler und eine Sammlung feinster Herrensöckchen aus Paris bekommen. Die müsste ich mal fotografieren, die ersten Söckchen für den feinen Herrn, das ist wirklich lustig. Vielen Dank Mariann.
Meine Freundin Melanie hat dir eine Schnullerkette und eine Wagenkette mit deinem Namen geschickt, die sind wirklich herzallerliebst. Und sie hat mir ihr Tragetuch geborgt, in das ich dich dieses Wochenende das erste Mal reinstopfen werde. Danke, Melli.
Von Zoli, ein Freund von deinem Papa und mir, hast du eine Kleidungsserie mit Handschuhen, Mütze, Hose und T-shirt bekommen, das passt sogar schon. Danke Zoli.
Achja und Toma, ein Freund von deinem Papa und mir, hatte die glorreiche Idee, an deinem Geburtstag einen Stapel Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen, immerhin ein denkwürdiger Tag. Die liegen jetzt in einer Schachtel und werden für dich aufbewahrt bis zum 18. Geburtstag. Danke Toma, Spitzenidee.
Vielen Dank auch dafür.
Die Post ist etwas langsamer, aber ein Dankeschön macht sich auch noch auf den klassischen Weg.
Bis dahin spiel ich weiter mit Paul, in eurem Sinne.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Baden mit Paul

Über das Baden von Babys gibt es ja auch so viele Meinungen wie Menschen. Manche sind der Ansicht, moderne Babys machen sich nicht schmutzig, vor allem nicht in den ersten Wochen und Monaten, und deshalb müssen sie auch nicht gebadet werden. Ein bisschen Katzenwäsche auf dem Wickeltisch reicht völlig aus, um gegen Milchreste, Pipi und das bisschen Kacke vorzugehen.
Also Paul hat sich gestern so richtig schmutzig gemacht. Die Windel saß wohl nicht perfekt oder der Inhalt überschritt einfach ihr Fassungsvermögen. Jedenfalls war Paul nach unserem schönen Nachmittagsspaziergang bis zur Halskrause voll mit Sch.... Oma hat noch Witze gemacht, als ich ihn auf dem Arm hatte: "Was hat der Junge denn da am Rücken, ist das Kacke? Er kann sich doch nicht schmutzig gemacht haben!" Und sie hatte Recht. Er hatte sich auch nicht schmutzig gemacht, nur vollgekackt bis obenhin. Und dafür reichen ja Staubtücher oder im Notfall halt auch mal Feuchttücher.
Das Baden macht die Haut kaputt, deswegen ist mir empfohlen worden Paul mit Babycreme zu baden. Das haben wir auch schon getan, das Problem ist nur: Der Junge wird einfach nicht sauber. Vor allem die Haare sehen nach dem Baden schlimmer aus als vorher. Deshalb suche ich mir jetzt einfach von den vielen Meinungen eine aus, die nichts gegen das Baden hat und mache den Jungen sauber. Gecremt wird dann einfach hinterher. Paul möge es mir verzeihen.

Leben mit Paul

ist manchmal so voll, dass man gar nicht dazu kommt, selbiges zu dokumentieren, trotzdem die Oma jetzt eine Woche da war und wir Paulchen zu dritt bespielen konnten.
Ab heute sind Paul und ich wieder allein, zumindest tagsüber. Mal sehen, wie ihm das bekommt. Paul hat das Spazierengehen jetzt komplett für sich entdeckt, genau wie sein Papa während der Schwangerschaft. Gestern waren wir mit der Oma einen einstündigen Spaziergang machen, da ist er schon beim Anziehvorgang komplett in Ohnmacht gefallen. Als ob er gewusst hat, dass wir jetzt spazieren gehen und seine Aufgabe darin besteht, durchzuratzen. Naja, die Frau Doktor hat ja gesagt, er ist ein gescheiter Junge. Paul gibt sich alle Mühe der Kritik gerecht zu werden.

Montag, 6. Dezember 2010

Pauls erstes Lächeln

Babys können wohl erst ab der sechsten Lebenswoche wirklich lächeln. Davor bezeichnet man das Lächeln eines Säuglings als Reflexlächeln oder Engelslächeln, das unkontrolliert mitunter im Schlaf oder Halbschlaf zu beobachten ist.
Hier ist das erste Reflexlächeln von Paul, eingefangen von Oma. Wir vermuten, dass dies Lächeln ein Reflex auf entspannende Darmaktivitäten war.

Samstag, 4. Dezember 2010

Und hier ist der Beweis...

für die erfolgreiche Lüftung von Paul.

Paul wird gelüftet

In den Wintermonaten beginnt man mit der "Lüftung" eines Säuglings, wenn dieser 1 Monat alt ist. Wenn es sehr kalt ist empfehlen wir, den Säugling warm angezogen vor das offene Fenster zu stellen, und die Dauer alle 2-3 Tage um 15 Minuten zu erhöhen. Wenn die Lüftungsdauer des Säuglings 1 Stunde erreicht hat, dürfen sie Ihren Säugling auch nach draußen bringen. Hier beginnen Sie wieder graduell die Lüftungsdauer zu steigern bis zu einer Stunde, was in den Wintermonaten allermeist genug ist. Es empfiehlt sich nicht mit dem Säugling rauszugehen, wenn es neblig, windig ist oder Niederschlag gibt. (freie Übersetzung nach:www.babanet.hu)
In Ungarn ist eine häufig von Ärzten vertretene Meinung, dass ein Neugeborenes in den ersten Lebenswochen nicht an die frische Luft soll, um Infektionen und Krankheiten zu vermeiden. Dieser Abschnitt ("die ersten Lebenswochen") sollte 4-6 Wochen dauern. In dieser Zeit soll das Baby nicht an die Luft, wohl aber gelüftet werden. Dazu zieht man das Baby an, als wenn es an die Luft soll, aber man bringt das Baby nicht zur Luft, sondern die Luft zum Baby, und zwar in Form eines weit geöffneten Fensters. Das macht man täglich minutenweise und steigert die Zeit, bis man dann nach 6 Wochen das Haus verlassen kann, was natürlich wieder erst minutenweise geschehen soll.

Lieber Paul, gestern bist du das erste Mal so richtig durchgelüftet worden, am Schlafzimmerfenster. Nach anfänglichem Protest bist du in so einen tiefen Schlaf gefallen, dass ich dir nach 30 Minuten Lüften den Pullover und die Mütze ausziehen konnte, ohne dass du auch nur geblinzelt hättest. Du bist nicht nur nicht vom Ausziehen aufgewacht, sondern hast auch weitere vier Stunden geschlafen. Deshalb finden wir, wir können die weiteren Lüftungsstufen einfach auslassen und dir heute die echte frische Luft zeigen. Mal sehen, wie du dann schläfst. Ich bin schon gespannt.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Das Rülpsen will gelernt sein

In Deutschland macht man zur Geburt eines Kindes eine Pullerparty, damit das Baby auch anständig pieseln kann. Das ist schließlich eine der wesentlichen Hauptbeschäftigungen in seinen ersten Lebensjahren. In Ungarn gibt es auch so eine Party, nur werden hier nicht die Ausgangsflüssigkeiten befeiert, sondern das, was oben rein soll, die Milch. Eine Milcheinschussparty sozusagen.


Nun, um ganz offen zu sein, mit dem Pieseln hat der kleine Bub keine Probleme. Das klappt schon ganz ordentlich. Er trifft zwar nicht immer die Windel und hat gestern Abend auch endlich mal den Papa angestrullert. Aber das nehmen wir ihm nicht übel. Er übt ja noch.
 Zum zweiten Partyanlass: Auch mit der Milch gibt es hier keine Probleme, trotzdem oder gerade weil sie nicht aus der Flasche kommt. Wer weiß das schon so genau. Die Milch fließt in Strömen und der Junge hält quasi 24 Stunden ganz professionell den Mund auf, damit sie reinfließen kann. Und hier kommen wir zu einem "Problem", das es mir durchaus wert wäre eine Party zu schmeißen: das Bäuerchen. Paul schlingt die Milch runter als müsste er bis zur nächsten Mahlzeit zwei Tage warten oder müsste sich sorgen, dass er keinen Nachschlag bekommt, wenn er sich nicht genug beeilt. Folge des Schlingens: Luft im Bauch von Paul. Viel Luft. Sehr viel Luft. Aber was macht der kleine Gierschlund nach dem Essen? Er schläft prompt ein und zwar in sämtlichen Bäuerchen-Positionen, die die Suchmaschine so hergibt: über der Schulter, vor dem Bauch in der Hocke, auf dem Unterarm liegend, über dem Stillkissen baumelnd, Fahrstuhlfahrend (das ist eine Rülpstechnik bei der man das Baby wie im Fahrstuhl von unten nach oben bewegt und wieder zurück) usw. Er verschläft sein Bäuerchen komplett. Und wenn ich ihn dann ablege, auf den Rücken (denn die Bauchlage, Seitenlage und alle anderen Lagen sind ja nach neuesten wissenschaftlichen Maßstäben altmodisch), dann kommt ihm quasi das Essen hoch und er liegt da rum und quält sich mit der Milch.
Also. Wer auch immer Zeit hat: Wenn er nicht bald das Rülpsen lernt, gibts bei uns im Hause eine Rülpsparty, auch wenn das irgendwie ordinär klingt. Daraus machen wir uns nichts.

Achso. Wer einen Rülpstipp hat, der kann sich auch ohne Party melden.

Montag, 29. November 2010

Milyen értelmes kisfíu - Was für ein ......Junge

Heute war die Kinderärztin da und hat Paul untersucht. Totaler Komfort hier in Ungarn, die Kinderärzte kommen zu dir nach Haus. Das einzige, was bisschen gestört hat, war, dass die Dame Paul beim Mittagessen gestört hat. Überraschenderweise gab es wenig Protest. Wahrscheinlich deswegen fiel die Diagnose der Ärztin so aus, wie sie ausfiel. 
Sie untersuchte sein Herz, seinen Po, seinen Nabel, seine Gliedmaßen, während Paul sie mit großen Augen anschaute (wahrscheinlich hat er sich gedacht, je weniger Theater er macht, desto schneller kommt er wieder an die Aufladestation) und dann stellte sie fest:
"Milyen értelmes kisfíu vagy te. Már most látszik." Was für ein.....Junge bist du. Das sieht man schon jetzt. Na und als Mama von Paul darf ich mir jetzt eine der folgenden Übersetzungen von értelmes aussuchen und mich über die Diagnose freuen:
vernünftig, 
gescheit,  
begabt, 
klug, 
verständig, 
intelligent.
Diese Ärztin darf von jetzt an öfter kommen, stimmt's Paul?














Samstag, 27. November 2010

Pauls Statistik der ersten zehn Lebenstage

Die erste Woche haben wir, Paul und ich, leider im Krankenhaus verbracht. Am sechsten Tag sind wir entlassen worden und heute wird Paul schon sagenhafte 10 Tage alt. Im Moment sind seine Hauptbeschäftigungen die eines jeden Säuglings: Schlafen, Essen, Kacken, Schreien, Rumkucken, Pullern, Gähnen, und dann alles wieder von vorn in dieser oder anderer Reihenfolge.
Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist unter anderem in die frisch gewechselte Windel zu kacken und damit sehr große Freude bei seinen Eltern auszulösen. Aber auch beim Windelwechseln die Wickelkommode und Mama oder Papa vollzupullern hat er gern. Und heute Nacht hat er auch ein weiteres Highlight geliefert. Während wir uns bemühten seinen Po trocken zu pusten, fing er fröhlich und bequem an zu kacken. Genau so wie es sich für ein richtiges Baby gehört.
Wenn die Windel nicht richtig sitzt kommt es auch schon mal vor, dass auf dem Bauch plötzlich ein warmer Strahl herunterläuft und er mich anpullert statt wie vorgesehen ein Bäuerchen zu machen. Hobbies eben, die ein Neugeborenes so hat.
Am liebsten schläft er momentan 2-3 Stunden, in der Nacht werden es auch mal vier, und dazwischen wird fleißig gefuttert, was meinen Energiehaushalt reichlich durcheinander bringt. Wenn er schläft, macht er immer lustige Geräusche und am lustigsten ist es, wenn er mitten im Schlaf hochschreckt, weil er sich über seine Arme erschreckt. Dann sieht er aus wie ein Gangsta-Rappa.
Und hier Pauls
Statistik der ersten zehn Lebenstage:
ca. 80x gefuttert
ca. 30x gepupst
ca. 160 Stunden geschlafen
3x auf den Wickeltisch gepinkelt
1x auf den Wickeltisch gekackt
1x die Mama angepullert
1x versucht Mama und Papa anzupullern und anzukacken
5-6x "gelächelt" (lächeln können Babies erst mit ca. 6 Wochen, vorher ist das, was man als Lächeln sieht ein Ausdruck von Zufriedenheit wegen Darmentleerung)
ca. 60 nasse Windeln
ca. 10 Massagen
ca. 20x Gymnastiktraining (Paul hat Riesenfüße und die haben nicht in meinen Bauch gepasst, deswegen hält er sie immer noch so, als ob er keinen Platz dafür hat und das trainieren wir ihm ab)

Ich glaub jetzt hab ich so seine Hauptaktivitäten erfasst.
Mal schauen, wie die Monatsstatistik aussehen wird Paulchen.

Freitag, 26. November 2010

Endlich ist er da!

Endlich bist du da lieber Paul! Und wie plötzlich du dann um 23.46 Uhr in unser Leben geschlittert bist. Wir hatten einen Mordsspaß, du und dein Papa auf der Geburtsstation. Um acht Uhr sind wir im Krankenhaus angekommen und dann wurde die Geburt eingeleitet, wie geplant. Die Wehen kamen am Anfang ganz langsam und so waren wir spazieren im Garten und haben ganz lange am Computer gesessen, miteinander geredet und auch dir gut zugeredet und deine Herztöne beobachtet. Deinem Papa hat der Wehenschreiber sehr gut gefallen, da konnte er an den Zahlen immer ablesen, wie sehr es gerade schmerzt. Das war ein Spaß für den Herrn Ingenieur. "Oh eine 100, das muss jetzt aber wehtun." - "Das war nur sechzig, das kann nicht so schlimm sein." Wir hatten ja keine Ahnung, dass die Schmerzen, die wir da abgelesen haben nur ein leichtes Ziepen waren gegenüber dem, was später noch auf mich wartete.
Bis 15 Uhr haben wir uns gut amüsiert in verschiedenen Räumen auf der Station, es waren viele Geburten gleichzeitig und die Station war rappelvoll. Weil du dir Zeit gelassen hast, wurden wir von einem Raum in den nächsten verschoben. Alle anderen Kinder hatten es ein bisschen eiliger als du. Ab 15 Uhr wurden die Wehen ein bisschen stärker und ab 17 Uhr fing es dann an, direkt unangenehm zu werden. Dann saß ich im Schaukelstuhl und auf meinem Bauch war herrliches Duftöl und warme Umschläge. Dein Papa hat zu dieser Zeit angefangen wie wild SMS zu schreiben. Er konnte ja keine Zahlen mehr beobachten, denn ich war nicht mehr am Wehenschreiber zu dieser Zeit.
Später hab ich dann noch mein letztes Bad genossen, mit dir in meinem Bauch. Und das hat dir wohl den letzten Schubs gegeben, denn danach ging alles plötzlich ganz schnell. So schnell, dass ich es gar nicht begreifen konnte, als du plötzlich auf meinem Bauch lagst.
Und hier ist ein Foto von dir, in den ersten Minuten deines Lebens:
Hier wirst du gerade gemessen und gewogen: Mit 55 cm und 3850 g bist du am 17.11.2010 zur Welt gekommen und die Hebammen haben Witze gemacht über deine riesengroßen Füße.

Jetzt sind wir seit drei Tagen zu Hause, gewöhnen uns an das Leben in der großen weiten Welt außerhalb meines Bauches, arbeiten daran, dass der Rest deines Körper sich in der Größe deinen Füßen anpasst und freuen uns auf das große Abenteuer "Leben mit Paul".
Danke übrigens, dass du am Ende noch den Endspurt eingelegt hast, die 17 war deinem Papa nämlich sympathischer als die 18.

Dienstag, 16. November 2010

Ich geh dann mal gebären

Jetzt werden wir wohl nie erfahren, an welchem Tag du auf die Welt kommen wolltest. Da hast du ein bisschen zu lange gewartet, lieber Paul. Heute Morgen haben Hebamme und Arzt zusammen bestimmt, dass sie dich morgen holen, bzw. zumindest die Geburt einleiten.Wann du dann wirklich kommst, hängt ja trotzdem von uns beiden ab, vor allem aber von dir.
Zuerst war ich geschockt, aber inzwischen hab ich mich an den Gedanken gewöhnt, morgen früh zum Geburtstermin zu gehen, so nach dem Motto: "Ich bin dann mal kurz weg. Ich hab einen Termin auf der Geburtsstation. In 72 Stunden +/- 24h bin ich wieder hier und bringe n Baby mit."
Auf was ich mich da einlasse, keine Ahnung. Aber auf jeden Fall ist es jetzt nur noch eine Frage von Stunden, bis ich dich in meinen Armen halte. Während ich das hier schreibe, zappelst und springst du in meinem Bauch rum, als würdest du heut noch gern kommen. Nur zu. Dann können wir uns die Hormone sparen.

Freitag, 12. November 2010

Geduld heißt warten können

So Paul, jetzt ist es soweit. Kein Gespräch vergeht ohne deinen Namen. Ich kann nicht mal mehr Milch im Laden nebenan kaufen, ohne dass ich gefragt werde, ob denn "dieses Baby nicht endlich rauskommen will".
Ich suche Zitate im Internet zum Thema Geduld, Musikvideos zum Thema Warten und währenddessen denke ich, 'nu komm schon endlich'.
Irgendwann fängt man ja schließlich an zu glauben, dass du vielleicht gar nicht rauskommen willst und ich für immer schwanger sein werde. Gruselige Vorstellung, vor allem, weil ich mittlerweile meine Füße nicht mehr sehen kann, am liebsten Schuhe anziehe, in die ich einfach so reinschlüpfen kann und das Schlimmste ist mir heute Morgen gedämmert: Ich habe keine Lust mehr auf Shoppen. Dein Vater hat mir heute Morgen dazu die folgende Anekdote seines Freundes erzählt:
"Ich war mit meiner Frau im Shoppingcenter und wir standen vor der Parfümerie. Ich sagte zu ihr, Komm, wir kaufen dir jetzt n richtig schönes Parfüm. Ihre Antwort? 'Ich hab keine Lust auf Shoppen'. Da wusste ich, dass es bald losgeht. Wir sind noch am selben Tag ins Krankenhaus gefahren."
Nun ja, Paul, mit deiner Mama verhält es sich ähnlich. Ich hab auch keine Lust auf Shoppen. Ich hab Lust auf Wehen und auf Paul.
Aber wie heißt es doch so schön: 'Geduld heißt warten können. Nicht passiv warten. Das ist Faulheit'. Also werd ich aktiv warten und shoppen gehen, so schwer es mir auch fallen wird, lieber Paul. Für dich bin ich bereit, solche Hindernisse in Kauf zu nehmen. Und vielleicht kauf ich dir auch was Kleines!

Mittwoch, 10. November 2010

In guter Hoffnung Teil II

Auf alles wirklich Gute muss man warten, das ist mein Motto für die kommenden Tage, denn der kleine P ist unpünktlich, jedenfalls laut Berechnung. Und all die Mittelchen, die ich bis jetzt so voller Enthusiasmus täglich an dir exerziert habe, scheinen dich nicht sonderlich zu beeindrucken. Aber auch die Fachleute sind geduldig und in der Familie gibt es einen neuen Wunschtermin für deinen ersten Auftritt:
Freitag der 12.11.10.
Also bitte P, gib dir ein bisschen Mühe. Wenn du's richtig ernst meinst mit dem Zahlenspiel, dann komm um 13.14 Uhr, so der Vorschlag einer Freundin.

Und bis dahin schauen wir mal die ungarischen Versionen der "guten Hoffnung" an. Hab ja Zeit.

Am besten gefällt mir
kismama....das heißt soviel wie "kleine Mama", dieses Wort ist nicht nur unglaublich herzlich und voller Gefühl, es ist in Budapest auch das Ticket zu verkürzten Wartezeiten, Sonderbehandlungen und schnellen Gesprächseinstiegen (wie in einem früheren Post erwähnt)

várandós....ein Adjektiv, was soviel bedeutet wie "wartend" und ein etwas schönerer Ausdruck ist für den Begriff

terhes....den man wohl mit "belastet" übersetzen könnte und den man, gesetzt den Fall, man ist seiner eigenen Schwangerschaft positiv gegenüber eingestellt, auch nicht unbedingt verwendet.

terhesség....das ungarische Wort für Schwangerschaft ist demzufolge ähnlich wie im Deutschen ein "belasteter Zustand", im Deutschen allerdings ist das Wort Schwangerschaft oberflächlich wohl neutral, nur wer genauer nachschaut, findet die "Schwerfälligkeit" des Wortes.

más állapotban...die ungarische Entsprechung für "in anderen Umständen", schöner klingt natürlich

áldott állapotban..."in gesegneten Umständen".
So und jetzt werd ich mal den Slang recherchieren. :-)

pocaklakó....ein "Bauchbewohner", den hat man, wenn man schwanger ist, das find ich unheimlich süß. Ich bin auch ein paar Mal gefragt worden, was wohl mein Bauchbewohner macht. Im Moment fühlt sich mein Bauchbewohner pudelwohl und will einfach nicht raus in die kalte Novemberluft. grrr-

viselős...heißt wohl soviel wie tragend, wird aber glaub ich so selten verwendet wie seine deutsche Entsprechung.

So, ich glaub das wars. Genug über Zu- und Umstände.

Montag, 8. November 2010

In guter Hoffnung

Die deutsche und die ungarische Sprache haben beide so schöne Umschreibungen für den Zustand, in dem ich mich momentan immernoch befinde (trotz heutigen offiziellen Geburtstermins, ähem...), dass ich sie schon immer mal sammeln wollte.
Zuerst Deutsch:
schwanger....klingt irgendwie schön, unkompliziert, wertungsfrei, könnte man meinen. Bedeutet aber sprachgeschichtlich schwerfällig. Das trifft seit kurzem allerdings auch durchaus zu.

in anderen Umständen sein: meine Umstände bestehen im Moment aus einem dicken Bauch, einem Seitenschläferkissen im Bett, einem veränderten Gleichgewichtssinn, einem sich-von-Tag-zu-Tag-selbst-übertreffenden Ehemann und dem vermehrt ungeduldigen Warten auf....P.

ein Kind tragen: hoffentlich bald vor dem Bauch und nicht mehr im Bauch

gesegneten Leibes: auf jeden Fall! Meine Segnungsempfindung wurde nur minimal getrübt durch anhaltende Übelkeit in den ersten drei Monaten.

guter Hoffnung: auch das! mit Sören Kierkegaard gesprochen:
Schwanger sein heißt guter Hoffnung sein und Hoffen heißt die Möglichkeit des Guten zu erwarten.
einen Braten in der Röhre haben: mit dem ich mittlerweile mindestens einen Vier-Personen-Haushalt satt machen könnte :-)

Besuch vom Storch bekommen: Einen Storch hab ich mehrmals getroffen während meiner Schwangerschaft. Ob das wirklich damit zusammenhängt?

ein Kind erwarten: und wie wir dich erwarten, P. Heute bist du eigentlich dran. Ich wär soweit. Was ist mit dir?

Gibts noch mehr? Ungarisch folgt.

Donnerstag, 4. November 2010

Nu komm schon, P !

Bevor du dich doch noch entscheidest, ganz plötzlich vor Termin in unser Leben zu treten (man kann ja nie wissen), noch schnell ein paar Worte einer ungeduldigen Mutter.
Langsam, das muss ich zugeben, könntest du kommen, P. Ich meine, du bist jetzt praktisch 9 Monate in meinem Bauch und es sind nur noch 4 Tage bis zu deinem offiziellen Geburtstermin. Naja, wer hält sich schon gern an Termine, was?
Ich will nicht unhöflich sein und ich will dich auch nicht rausschmeißen, (als ob ich das könnte!!), aber seit ich die Information in meinem Kopf habe, dass du eigentlich fertig bist und jederzeit kommen könntest ohne als Frühgeburt zu gelten, finde ich, dass du dich auf den Weg machen könntest. Und wie immer, hab ich die Suchmaschine befragt, um herauszufinden, wie ich meinem entspannten Sohn ein bisschen auf die Sprünge helfen kann. Mein Arzt hat mir ja einfach zu mehr "Eheleben" geraten, worauf ich jetzt einfach nicht näher eingehen möchte, weder wissenschaftlich noch unwissenschaftlich.
Die Ergebnisse der Suchmaschine waren allerdings nicht weniger unterhaltsam.
Hier sind die Top NeunTipps, um einen fertigen Sohn nach neun Monaten rauszuekeln:

9. Bauerneinleitung: Der deutsche Begriff für den Tipp meines Arztes findet sich auch in deutschen Suchmaschinen und man muss dafür auch nicht verheiratet sein.
Das lass ich jetzt mal so unkommentiert hier stehen.

8.Wehencocktail: Ein Wehencocktail ist eine Art Mixgetränk, das manchmal von Hebammen empfohlen wird, wenn man den Geburtstermin überschritten hat. Es gibt dafür verschiedene Rezepte, aber die Grundlage ist wohl Eisenkraut, ein Fruchtsaft, eine sympathische Schnapssorte, evtl. Wasser, und der wohl leckerste Inhaltsstoff: Rizinusöl.
Lieber P, das tu ich uns nicht an, weder vor noch nach dem Termin. Das ist mir einfach zu eklig. Dann lass dir lieber Zeit. (deswegen nur Platz 8)

7.Wehentee: Auf Platz sieben steht für mich der Wehentee. Das ist eine wohl etwas weniger unangenehme Mixtur aus verschiedenen Gewürzen, denen eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt wird, z.B. Zimt, Nelken und Ingwer und mit denen man sich einen Tee kocht, der ein bisschen nach Weihnachten schmeckt.
Den, P, hab ich schon getrunken, hat dich aber nicht sonderlich beeindruckt und mir schlägt der viele Zimt auf den Magen. Also lassen wir das.

6. Spazierengehen: Der aufrechte Gang soll dazu führen, dass der Kindskopf (hier: der Kopf des Kindes, nicht der ganze P) auf den Gebärmutterhals drückt und so Wehen auslöst.
Für mich auf Platz sechs, weil einfach zu handhaben, ohne besondere Hilfsmittel. Aber, lieber P, so viel kann ich gar nicht spazieren, scheint mir, dass dich das nervt.

5. Treppensteigen: Noch besser als spazieren gehen soll Treppensteigen sein. Insbesondere der Gang nach unten soll die vorhandenen Wehen verstärken, weshalb manche Frauen auch im Krankenhaus die Treppen hoch und runter laufen. Besonders nützlich fand ich den Tipp in einem Forum, man solle doch mit dem Fahrstuhl hoch fahren und dann runterlaufen, damit man dabei nicht allzu müde wird. (Man muss ja schließlich auch Kraft haben für die Geburt)
Das werd ich wohl noch anwenden, lieber Paul, wenn es mir zu bunt wird, spaziere ich einfach bis zum Krankenhaus und laufe die neun Stockwerke hoch bis zur Geburtsstation und wenn dir das nicht reicht, dann wieder runter und wieder hoch usw.

4.  Warm baden: Das ist mir der sympathischste Tipp von allen. Im warmen Bad sollen sich vorhandene Geburtswehen verstärken.
Jeden Tag baden ist für mich kein Problem. Und von dir hab ich auch noch keine Beschwerden gehört.


3. Wein trinken: Nach Geburtstermin soll auch Rotwein in der Lage sein, Geburtswehen zu fördern oder zu locken. Was mich daran bisschen stört, ist die Tatsache, dass ich davon sicher gleich einen Schwipps bekomme, nach so langer Pause.
Aber, wenn wir nächste Woche noch beisammen sind, dann kann es sein, dass der Kékfrankos in meinem Regal geöffnet wird. In der heißen Wanne. Mal sehen, wie dir das schmeckt.


2. Putzen: Putzen ist einfach ein cooler Tipp, weil das so praktisch ist. Dann ist die Bude wenigstens sauber, wenn das Baby kommt.
Also lieber P, wenn die Bude so sauber ist, in die du kommst, dann wunder dich nicht. Ich hab einfach nur versucht, dich früher kennen zu lernen.

1. Schneidersitz: Ungeschlagen auf Platz eins der Top neun. In einem Forum erwähnte eine Frau, sie hätte 3 Stunden im Schneidersitz gesessen und in der Nacht wäre sie ins Krankenhaus gefahren. In diesem Zusammenhang gefiel mir besonders der Kommentar einer weiteren Frau, die meinte nach drei Stunden Schneidersitz müsste sie auch ins Krankenhaus, aber nicht wegen Wehen, sondern weil sie sich nicht mehr bewegen könne.
Lieber P, zwing mich nicht zu solch gruseligen Methoden.

Komm einfach!

Mittwoch, 3. November 2010

Die Geschmäcker sind verschieden

Die Geschmacksnerven eines Kindes werden laut Wissenschaft schon im Bauch der Mutter geprägt. Vor diesem Hintergrund ist wahrscheinlich der Kommentar einer befreundeten Schwangeren vom letzten Wochenende zu sehen, als sie sagte: „Also Szegediner Gulasch werd ich wohl so schnell nicht wieder essen. Da hat er den ganzen Tag und die ganze Nacht Terror gemacht in meinem Bauch.” Auf meinen Kommentar hin, dass man ja aber nicht wissen könne, ob er sich so viel bewegt hat, weil es ihm gefallen hat oder ob genau das Gegenteil der Fall ist, sagte sie nur: „OH DOCH! Das weiß ich! Das will er nicht mehr!”

Da fiel mir ein, P, ich müsste mal festhalten, was ich zu dir so alles runtergeschickt habe, und womit ich deine Geschmacksnerven schon jetzt geprägt habe. Später (ich schätze sehr viel später) schauen wir dann mal, ob die Wissenschaft Recht hat und ich dir deinen Geschmack versaut habe, schon bevor du auf die Welt gekommen bist.

Also theoretisch müsstest du jetzt sehr vertraut sein mit dem Geschmack von
- Tomaten, Kaffee (koffeinfrei und koffeinhaltig, am liebsten mit viel Milch) Nudeln, Schokolade (am liebsten mit irgendwas kombiniert): alles Dinge, die du in deinem ersten Lebensjahr laut Wissenschaft wohl gar nicht bekommen darfst, wenn ich mich nicht irre
- Zucchini (auch aus privater Ernte) Pfefferminztee, Kartoffeln (in Suppen, Aufläufen, in gebratener oder gekochter Form) Erdbeerkuchen: beim Erdbeerkuchen handelt es sich um die Erdbeerschnitte mit Quarkcreme im McCafé, danach war ich eine Zeitlang direkt süchtig, ich hoffe, du wirst es nicht auch
- Paprika (wir befinden uns ja schließlich in Ungarn!), Milch (literweise) Brötchen (leider nicht die tollsten, im Land des Brotes warst du schließlich nicht sehr oft) Haferflockenkeksen: natürlich selbst gemachte
- Bohnen, Ricorékaffee (du warst mir zu aktiv bei richtigem Kaffee), dunklem Brot, Griesbrei mit Früchten: ich hatte in der Schwangerschaft einen Hang zum Süßen, den müsstest du jetzt also auch haben (das wird dann ja ein schweres erstes Jahr für dich, mein Lieber!)
- Rosenkohl, Mango-Lassi (damit hab ich meine Übelkeit bekämpft), Fladenbrot (meinen Lieblingskebapladen zeig ich dir irgendwann), Lachgummis (ich hatte oft Heißhunger auf Gummizeugs: den Rosenkohl wirst du sicher neu kennen und lieben lernen müssen
Was du entweder liebst oder hasst, weil du viel davon bekommen hast:
Spaghetti, Milch, Kuchen in allen Formen und Farben, Grapefruit (erst in letzter Zeit), Erdbeeren, Mandarinen, Melone, Fözelék, Paprikakartoffeln, Ricoré Getreidekaffee, Himbeeren, Mango, Zucchini, Walnüsse, Akazienhonig, Hamburger, Ananas

Gewürze, die du kennst:
Zimt, Nelke, Currymischung, Ingwer, Koriander, Basilikum, Oregano, Paprika süß und scharf, Chili, Muskatnuss, Pfeffer

Was du nicht kennst:
den Geschmack von Alkohol, bis auf alkoholfreies Bier, von dem ja manche Werbefachmänner behaupten, es würde wie richtiges Bier schmecken.

So lieber P, dann schaun wir mal in ein paar Jahren, was dich wirklich genervt und was dir „geschmeckt” hat. Reaktionen hab ich ja nur gemerkt bei Koffein und Zucker, was aber wohl weniger mit Geschmack zu tun hat, als vielmehr mit der Energiezufuhr.
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, also sei mir nicht böse, wenn ich dich mit irgendwas gequält hab. Szegediner Gulasch hast du schließlich auch bekommen.

Für alle, die Szegediner Gulasch nicht kennen:
hier geht's zum Rezept

PS. Die Liste beinhaltet keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Samstag, 30. Oktober 2010

Heute schon gesaugt?

Ein Thema lässt mich nicht mehr los, seitdem ich durch ein Buch darauf aufmerksam geworden bin: Der Nasensauger. Hierbei handelt es sich um ein Gerät, mit dem man die Nase des Säuglings saugt. Gesaugt wird allerdings nicht Staub, sondern Nasensekret, also quasi Popel. Denn flüssiges Nasensekret läuft ja im Allgemeinen von allein irgendwohin. Oder liege ich da falsch?

Meine erste Reaktion auf den Nasensauger war, wie sollte es auch anders sein, die Suchmaschine. Die spuckte folgenden, sehr beeindruckenden Text aus:

Der Nasensauger ist ein von nationalen und internationalen Instituten getestetes und von anerkannten Fachärzten empfohlenes Hilfsmittel zum Entfernen des Nasensekrets von Säuglingen und Kleinkindern als wirksame Ergänzung der ärztlichen Behandlung.
1

Diesen Nasensauger schließt man an einen handelsüblichen Staubsauger an und dann saugt man seinem Baby die Nase gründlich aus. Dieser Trend hat mich sehr beeindruckt, vor allem vor dem Hintergrund, dass man heute ja davon ab ist, Säuglinge regelmäßig zu baden, denn in der ersten Zeit kann das Baby ja gar nicht schmutzig werden, höchstens ein bisschen schwitzen.2

Was heißt das für uns P? Nun ja, ist doch klar. Eine Kombination von wischen und saugen, die ideale Babypflege von heute, wird für dich gerade richtig sein. Das bisschen Pullern, Kacken, Schwitzen und Spucken, davon wird kein Baby schmutzig. Und selbst wenn. Dann wirst du einfach gesaugt. Was für die Nase gut ist, kann für Ps Popo doch nicht schlecht sein.

Freitag, 29. Oktober 2010

Wehe, wenn die Wehen kommen

Eine Wehe ist eine
rhythmische Muskelkontraktion der Gebärmutter während des Gebärens.
1
Klingt ja erstmal ganz gut. Also Rhythmus kann nicht schaden, hat so was Regelmäßiges, Gleichförmiges und das Beste daran wahrscheinlich? Wo ein Rhythmus ist, gibt es auch Pausen. Muskelkontraktion klingt da schon gruseliger.
Aber das ist ja nicht alles.
Die wunderbare deutsche Sprache hat für dieses Wort ja noch andere Bedeutungen im Schubfach: Eine Wehe ist auch ein Windstoß. Was heißt das für uns P? Wirst du wie ein Windstoß in mein Leben preschen? Oder werden die Kontraktionen sich wie Windstöße anfühlen? Ein Windstoß kann ja ziemlich stark sein.
Nur die dritte Bedeutung kann ich irgendwie nicht einordnen: eine
angehäufte Ansammlung (z.B. Schnee oder Sand)
2 Wie soll ich das denn für uns deuten? Eine Ansammlung von Schmerzen? Puhhhh....

Und dann kommt der schönste Teil....diese Bedrohung, die in dem Wort steckt. Das kann nur die deutsche Sprache. "Wehe dem, der vor Wehen Angst hat."
Doppelpuhhhh....
Da lob ich mir doch den Windstoß und den Rhythmus. Also P, komm in unser Leben mit ein paar rhythmischen Windstößen und wir schenken dir eine angehäufte Ansammlung von Liebe. So einfach ist das mit den Wehen.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Und es kommt doch ganz anders

Eine Frage, die mir in meiner Schwangerschaft immer wieder begegnet und auf deren Beantwortung ich jedesmal in erschrockene Gesichter blicke, ist die Frage "Wo wirst du dein Kind zur Welt bringen?" oder im ungarischen Original "Hol fogsz szülni?"

Monatelang hab ich auf die Frage mit einem lässigen "Na, im Krankenhaus hoff ich" geantwortet. Ich war mir natürlich stets im Klaren darüber, worauf die Frage abzielt. Ob ich mir einen Arzt oder eine Hebamme ausgesucht hätte, mit der ich eine stille finanzielle Vereinbarung getroffen habe über bessere Betreuung gegen ein mehr oder weniger kleines Taschengeld.
Und da stand ich nun. Ich hatte keinen Arzt, keine Hebamme, noch nicht mal einen Plan für ein Krankenhaus außer den, ins nächstgelegene zu fahren. Undenkbar. Geradezu skandalös. Die Verantwortung fängt schließlich nicht erst nach der Geburt an und das Geburtserlebnis soll doch so schön wie möglich sein.

Mittlerweile hab ich mich dem Druck hingegeben, kann die Frage zuverlässig und prägnant beantworten. Ich hab einen Arztplan, einen Hebammenplan, einen Krankenhausplan und die Tasche ist gepackt. Und was les ich da heute Morgen hier? In der Rush-hour kommen die Babys in Bangkok reihenweise in den Autos zur Welt, weil die Frauen es nicht bis zur Klinik schaffen. Und die Polizisten werden zu Hebammen ausgebildet, um den Frauen diese Geburtserlebnisse in den Taxis zu erleichtern.
Panik!!! Alles Planen umsonst! Ich habe keinen Polizisten-Hebammen-Plan! Soviel ich weiß sind die Polizisten in Budapest nicht als Hebammen ausgebildet.
Bleibt nur eins Kind P. Halt dich an meinen Plan! Inklusive Arzt, Hebamme und Krankenhaus. Und am besten komm nicht zum Vollmond, denn da is die Hölle los im Krankenhaus.

PS. Am besten gefällt mir übrigens in dem o.g. Artikel: "Ein Neugeborenes ist ziemlich glitschig". Wenn's geht P, sei nicht so arg glitschig. Nicht dass du mir gleich aus der Hand rutschst.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Hauptsache gesund

Hauptsache gesund - einer der Standardsprüche, die Frau zu hören bekommt, wenn sie schwanger ist. Ist das wirklich die Hauptsache? Ohne Zweifel, Gesundheit ist ein wichtiges Gut, vielleicht auch wirklich das Wichtigste, aber wie kommt der Spruch bei einer Schwangeren an?

Wenn die Hauptsache ist, dass dein Kind gesund ist, wie wird die Gesellschaft dann reagieren, wenn es das nicht ist? Und wie reagierst du als Mutter, wenn du neun Monate lang unter dem "Druck" standest, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen und das dann quasi gescheitert ist?

Was ist Gesundheit eigentlich? Wovon reden wir, wenn wir von einem gesunden Baby sprechen?
Worauf zielt der Wunsch genau ab? Bloß kein behindertes Kind, Hauptsache gesund?? Ist mein Kind nicht genauso liebens- und lebenswert, wenn es in irgendeiner Form nicht der gängigen Vorstellung von gesund entspricht?

Lieber P, ich wünsche mir, dass du gesund bist. Aber die Hauptsache ist das für mich nicht. Du bist willkommen, wie du bist, in groß oder klein, in haarig oder ohne Haare, in dick oder dünn, süß oder süßer, in Gesundheit und in Krankheit.
Komm nur endlich :-)

Montag, 25. Oktober 2010

Rummel im Bauch - Rumli a pocakomban

Eigentlich heißt es ja, dass die Kindsbewegungen gegen Ende der Schwangerschaft nachlassen und es im Allgemeinen ruhiger im Bauch zugeht. Auf dieser Basis komme ich zu folgenden Schlussfolgerungen, von denen eine wohl zutrifft:
- ich bin noch lange nicht am Ende und P lässt sich noch mehr als zwei Wochen Zeit
- ich nehme den Rummel in meinem Bauch nur verstärkt wahr, weil ich ungeduldig werde
- ich bin falsch informiert
- die Informationen an sich sind falsch
oder P bringt sich in Startposition und ich muss nochmal schnell die Wohnung putzen, weil es gleich losgeht. Auf jeden Fall ist Party in meinem Bauch und manchmal denk ich, ich bin nicht eingeladen, weil ich so getreten werde.
Ich bin gespannt, welche der o.g. Schlussfolgerungen sich bewahrheitet.

Heute Nachmittag habe ich eine Wickeltischauflage aus Kunststoff gekauft. Wenn ich die jetzt durch die Suchmaschine laufen lasse, werde ich sicher feststellen, dass es wieder 20 Argumente gegen Kunststoff-Wickeltischauflagen gibt und 20 dafür. Nachdem die Auflage schon auf der Wickelkommode liegt und die Eselchen so herrlich süß sind, ignoriere ich für heute die Suchmaschine und freue mich über die lachenden Esel in hellblau. Oder sind das etwa Zebras?


Állítólag csökken a baba mozgása a terhesség végén és általában nyugi van a pocakban. Abból arra következtem, hogy
-        még sókaig nem várható a terhesség vége nekem és P még több mint 2 hetet kér magának
-        csak jobban veszem észre a pocaklakóm mozgását, mert türelmetlen vagyok már
-        rossz információm van
-        az információ rossz
vagy P már dolgozik a start pozíción és nekem gyorsan kéne még egyszer takarítani a lakást, mert mindjárt itt lesz. Mindenképpen buli van a pocakomban és néha azt gondolom, hogy nem kaptam meghívót, mert annyira rug engem a pici. Kiváncsi vagyok, melyik a jó következtetés.
Ma délután vettem egy pelenkázó feltétet. Ha most googlizom, biztos az lesz, hogy 20 érv lesz a műanyag feltét mellett és 20 ellene. Mivel már pelenkázóasztalon jól érzi magát azokkal a pici csacsikkal, úgy döntettem, hogy nem foglalkozok vele és örülök a mosolygós csacsiknak világos kékben. Vagy ezek zebrák?


Samstag, 23. Oktober 2010

Lieber P,


nun ist es nicht mehr lang hin, offiziell noch 16 Tage, bis zu deinem Geburtstermin und ich kann es kaum noch erwarten, dich in den Armen zu halten.

Ich bin neugierig. Wir sind neugierig. Auf dich!

Már nem sok van hátra, hivatalosan 16 nap amig jössz a világra és én már nagyon várlak.

Kiváncsi vagyok. Kiváncsiak vagyunk itt. Rád!