Montag, 29. November 2010

Milyen értelmes kisfíu - Was für ein ......Junge

Heute war die Kinderärztin da und hat Paul untersucht. Totaler Komfort hier in Ungarn, die Kinderärzte kommen zu dir nach Haus. Das einzige, was bisschen gestört hat, war, dass die Dame Paul beim Mittagessen gestört hat. Überraschenderweise gab es wenig Protest. Wahrscheinlich deswegen fiel die Diagnose der Ärztin so aus, wie sie ausfiel. 
Sie untersuchte sein Herz, seinen Po, seinen Nabel, seine Gliedmaßen, während Paul sie mit großen Augen anschaute (wahrscheinlich hat er sich gedacht, je weniger Theater er macht, desto schneller kommt er wieder an die Aufladestation) und dann stellte sie fest:
"Milyen értelmes kisfíu vagy te. Már most látszik." Was für ein.....Junge bist du. Das sieht man schon jetzt. Na und als Mama von Paul darf ich mir jetzt eine der folgenden Übersetzungen von értelmes aussuchen und mich über die Diagnose freuen:
vernünftig, 
gescheit,  
begabt, 
klug, 
verständig, 
intelligent.
Diese Ärztin darf von jetzt an öfter kommen, stimmt's Paul?














Samstag, 27. November 2010

Pauls Statistik der ersten zehn Lebenstage

Die erste Woche haben wir, Paul und ich, leider im Krankenhaus verbracht. Am sechsten Tag sind wir entlassen worden und heute wird Paul schon sagenhafte 10 Tage alt. Im Moment sind seine Hauptbeschäftigungen die eines jeden Säuglings: Schlafen, Essen, Kacken, Schreien, Rumkucken, Pullern, Gähnen, und dann alles wieder von vorn in dieser oder anderer Reihenfolge.
Eine seiner Lieblingsbeschäftigungen ist unter anderem in die frisch gewechselte Windel zu kacken und damit sehr große Freude bei seinen Eltern auszulösen. Aber auch beim Windelwechseln die Wickelkommode und Mama oder Papa vollzupullern hat er gern. Und heute Nacht hat er auch ein weiteres Highlight geliefert. Während wir uns bemühten seinen Po trocken zu pusten, fing er fröhlich und bequem an zu kacken. Genau so wie es sich für ein richtiges Baby gehört.
Wenn die Windel nicht richtig sitzt kommt es auch schon mal vor, dass auf dem Bauch plötzlich ein warmer Strahl herunterläuft und er mich anpullert statt wie vorgesehen ein Bäuerchen zu machen. Hobbies eben, die ein Neugeborenes so hat.
Am liebsten schläft er momentan 2-3 Stunden, in der Nacht werden es auch mal vier, und dazwischen wird fleißig gefuttert, was meinen Energiehaushalt reichlich durcheinander bringt. Wenn er schläft, macht er immer lustige Geräusche und am lustigsten ist es, wenn er mitten im Schlaf hochschreckt, weil er sich über seine Arme erschreckt. Dann sieht er aus wie ein Gangsta-Rappa.
Und hier Pauls
Statistik der ersten zehn Lebenstage:
ca. 80x gefuttert
ca. 30x gepupst
ca. 160 Stunden geschlafen
3x auf den Wickeltisch gepinkelt
1x auf den Wickeltisch gekackt
1x die Mama angepullert
1x versucht Mama und Papa anzupullern und anzukacken
5-6x "gelächelt" (lächeln können Babies erst mit ca. 6 Wochen, vorher ist das, was man als Lächeln sieht ein Ausdruck von Zufriedenheit wegen Darmentleerung)
ca. 60 nasse Windeln
ca. 10 Massagen
ca. 20x Gymnastiktraining (Paul hat Riesenfüße und die haben nicht in meinen Bauch gepasst, deswegen hält er sie immer noch so, als ob er keinen Platz dafür hat und das trainieren wir ihm ab)

Ich glaub jetzt hab ich so seine Hauptaktivitäten erfasst.
Mal schauen, wie die Monatsstatistik aussehen wird Paulchen.

Freitag, 26. November 2010

Endlich ist er da!

Endlich bist du da lieber Paul! Und wie plötzlich du dann um 23.46 Uhr in unser Leben geschlittert bist. Wir hatten einen Mordsspaß, du und dein Papa auf der Geburtsstation. Um acht Uhr sind wir im Krankenhaus angekommen und dann wurde die Geburt eingeleitet, wie geplant. Die Wehen kamen am Anfang ganz langsam und so waren wir spazieren im Garten und haben ganz lange am Computer gesessen, miteinander geredet und auch dir gut zugeredet und deine Herztöne beobachtet. Deinem Papa hat der Wehenschreiber sehr gut gefallen, da konnte er an den Zahlen immer ablesen, wie sehr es gerade schmerzt. Das war ein Spaß für den Herrn Ingenieur. "Oh eine 100, das muss jetzt aber wehtun." - "Das war nur sechzig, das kann nicht so schlimm sein." Wir hatten ja keine Ahnung, dass die Schmerzen, die wir da abgelesen haben nur ein leichtes Ziepen waren gegenüber dem, was später noch auf mich wartete.
Bis 15 Uhr haben wir uns gut amüsiert in verschiedenen Räumen auf der Station, es waren viele Geburten gleichzeitig und die Station war rappelvoll. Weil du dir Zeit gelassen hast, wurden wir von einem Raum in den nächsten verschoben. Alle anderen Kinder hatten es ein bisschen eiliger als du. Ab 15 Uhr wurden die Wehen ein bisschen stärker und ab 17 Uhr fing es dann an, direkt unangenehm zu werden. Dann saß ich im Schaukelstuhl und auf meinem Bauch war herrliches Duftöl und warme Umschläge. Dein Papa hat zu dieser Zeit angefangen wie wild SMS zu schreiben. Er konnte ja keine Zahlen mehr beobachten, denn ich war nicht mehr am Wehenschreiber zu dieser Zeit.
Später hab ich dann noch mein letztes Bad genossen, mit dir in meinem Bauch. Und das hat dir wohl den letzten Schubs gegeben, denn danach ging alles plötzlich ganz schnell. So schnell, dass ich es gar nicht begreifen konnte, als du plötzlich auf meinem Bauch lagst.
Und hier ist ein Foto von dir, in den ersten Minuten deines Lebens:
Hier wirst du gerade gemessen und gewogen: Mit 55 cm und 3850 g bist du am 17.11.2010 zur Welt gekommen und die Hebammen haben Witze gemacht über deine riesengroßen Füße.

Jetzt sind wir seit drei Tagen zu Hause, gewöhnen uns an das Leben in der großen weiten Welt außerhalb meines Bauches, arbeiten daran, dass der Rest deines Körper sich in der Größe deinen Füßen anpasst und freuen uns auf das große Abenteuer "Leben mit Paul".
Danke übrigens, dass du am Ende noch den Endspurt eingelegt hast, die 17 war deinem Papa nämlich sympathischer als die 18.

Dienstag, 16. November 2010

Ich geh dann mal gebären

Jetzt werden wir wohl nie erfahren, an welchem Tag du auf die Welt kommen wolltest. Da hast du ein bisschen zu lange gewartet, lieber Paul. Heute Morgen haben Hebamme und Arzt zusammen bestimmt, dass sie dich morgen holen, bzw. zumindest die Geburt einleiten.Wann du dann wirklich kommst, hängt ja trotzdem von uns beiden ab, vor allem aber von dir.
Zuerst war ich geschockt, aber inzwischen hab ich mich an den Gedanken gewöhnt, morgen früh zum Geburtstermin zu gehen, so nach dem Motto: "Ich bin dann mal kurz weg. Ich hab einen Termin auf der Geburtsstation. In 72 Stunden +/- 24h bin ich wieder hier und bringe n Baby mit."
Auf was ich mich da einlasse, keine Ahnung. Aber auf jeden Fall ist es jetzt nur noch eine Frage von Stunden, bis ich dich in meinen Armen halte. Während ich das hier schreibe, zappelst und springst du in meinem Bauch rum, als würdest du heut noch gern kommen. Nur zu. Dann können wir uns die Hormone sparen.

Freitag, 12. November 2010

Geduld heißt warten können

So Paul, jetzt ist es soweit. Kein Gespräch vergeht ohne deinen Namen. Ich kann nicht mal mehr Milch im Laden nebenan kaufen, ohne dass ich gefragt werde, ob denn "dieses Baby nicht endlich rauskommen will".
Ich suche Zitate im Internet zum Thema Geduld, Musikvideos zum Thema Warten und währenddessen denke ich, 'nu komm schon endlich'.
Irgendwann fängt man ja schließlich an zu glauben, dass du vielleicht gar nicht rauskommen willst und ich für immer schwanger sein werde. Gruselige Vorstellung, vor allem, weil ich mittlerweile meine Füße nicht mehr sehen kann, am liebsten Schuhe anziehe, in die ich einfach so reinschlüpfen kann und das Schlimmste ist mir heute Morgen gedämmert: Ich habe keine Lust mehr auf Shoppen. Dein Vater hat mir heute Morgen dazu die folgende Anekdote seines Freundes erzählt:
"Ich war mit meiner Frau im Shoppingcenter und wir standen vor der Parfümerie. Ich sagte zu ihr, Komm, wir kaufen dir jetzt n richtig schönes Parfüm. Ihre Antwort? 'Ich hab keine Lust auf Shoppen'. Da wusste ich, dass es bald losgeht. Wir sind noch am selben Tag ins Krankenhaus gefahren."
Nun ja, Paul, mit deiner Mama verhält es sich ähnlich. Ich hab auch keine Lust auf Shoppen. Ich hab Lust auf Wehen und auf Paul.
Aber wie heißt es doch so schön: 'Geduld heißt warten können. Nicht passiv warten. Das ist Faulheit'. Also werd ich aktiv warten und shoppen gehen, so schwer es mir auch fallen wird, lieber Paul. Für dich bin ich bereit, solche Hindernisse in Kauf zu nehmen. Und vielleicht kauf ich dir auch was Kleines!

Mittwoch, 10. November 2010

In guter Hoffnung Teil II

Auf alles wirklich Gute muss man warten, das ist mein Motto für die kommenden Tage, denn der kleine P ist unpünktlich, jedenfalls laut Berechnung. Und all die Mittelchen, die ich bis jetzt so voller Enthusiasmus täglich an dir exerziert habe, scheinen dich nicht sonderlich zu beeindrucken. Aber auch die Fachleute sind geduldig und in der Familie gibt es einen neuen Wunschtermin für deinen ersten Auftritt:
Freitag der 12.11.10.
Also bitte P, gib dir ein bisschen Mühe. Wenn du's richtig ernst meinst mit dem Zahlenspiel, dann komm um 13.14 Uhr, so der Vorschlag einer Freundin.

Und bis dahin schauen wir mal die ungarischen Versionen der "guten Hoffnung" an. Hab ja Zeit.

Am besten gefällt mir
kismama....das heißt soviel wie "kleine Mama", dieses Wort ist nicht nur unglaublich herzlich und voller Gefühl, es ist in Budapest auch das Ticket zu verkürzten Wartezeiten, Sonderbehandlungen und schnellen Gesprächseinstiegen (wie in einem früheren Post erwähnt)

várandós....ein Adjektiv, was soviel bedeutet wie "wartend" und ein etwas schönerer Ausdruck ist für den Begriff

terhes....den man wohl mit "belastet" übersetzen könnte und den man, gesetzt den Fall, man ist seiner eigenen Schwangerschaft positiv gegenüber eingestellt, auch nicht unbedingt verwendet.

terhesség....das ungarische Wort für Schwangerschaft ist demzufolge ähnlich wie im Deutschen ein "belasteter Zustand", im Deutschen allerdings ist das Wort Schwangerschaft oberflächlich wohl neutral, nur wer genauer nachschaut, findet die "Schwerfälligkeit" des Wortes.

más állapotban...die ungarische Entsprechung für "in anderen Umständen", schöner klingt natürlich

áldott állapotban..."in gesegneten Umständen".
So und jetzt werd ich mal den Slang recherchieren. :-)

pocaklakó....ein "Bauchbewohner", den hat man, wenn man schwanger ist, das find ich unheimlich süß. Ich bin auch ein paar Mal gefragt worden, was wohl mein Bauchbewohner macht. Im Moment fühlt sich mein Bauchbewohner pudelwohl und will einfach nicht raus in die kalte Novemberluft. grrr-

viselős...heißt wohl soviel wie tragend, wird aber glaub ich so selten verwendet wie seine deutsche Entsprechung.

So, ich glaub das wars. Genug über Zu- und Umstände.

Montag, 8. November 2010

In guter Hoffnung

Die deutsche und die ungarische Sprache haben beide so schöne Umschreibungen für den Zustand, in dem ich mich momentan immernoch befinde (trotz heutigen offiziellen Geburtstermins, ähem...), dass ich sie schon immer mal sammeln wollte.
Zuerst Deutsch:
schwanger....klingt irgendwie schön, unkompliziert, wertungsfrei, könnte man meinen. Bedeutet aber sprachgeschichtlich schwerfällig. Das trifft seit kurzem allerdings auch durchaus zu.

in anderen Umständen sein: meine Umstände bestehen im Moment aus einem dicken Bauch, einem Seitenschläferkissen im Bett, einem veränderten Gleichgewichtssinn, einem sich-von-Tag-zu-Tag-selbst-übertreffenden Ehemann und dem vermehrt ungeduldigen Warten auf....P.

ein Kind tragen: hoffentlich bald vor dem Bauch und nicht mehr im Bauch

gesegneten Leibes: auf jeden Fall! Meine Segnungsempfindung wurde nur minimal getrübt durch anhaltende Übelkeit in den ersten drei Monaten.

guter Hoffnung: auch das! mit Sören Kierkegaard gesprochen:
Schwanger sein heißt guter Hoffnung sein und Hoffen heißt die Möglichkeit des Guten zu erwarten.
einen Braten in der Röhre haben: mit dem ich mittlerweile mindestens einen Vier-Personen-Haushalt satt machen könnte :-)

Besuch vom Storch bekommen: Einen Storch hab ich mehrmals getroffen während meiner Schwangerschaft. Ob das wirklich damit zusammenhängt?

ein Kind erwarten: und wie wir dich erwarten, P. Heute bist du eigentlich dran. Ich wär soweit. Was ist mit dir?

Gibts noch mehr? Ungarisch folgt.

Donnerstag, 4. November 2010

Nu komm schon, P !

Bevor du dich doch noch entscheidest, ganz plötzlich vor Termin in unser Leben zu treten (man kann ja nie wissen), noch schnell ein paar Worte einer ungeduldigen Mutter.
Langsam, das muss ich zugeben, könntest du kommen, P. Ich meine, du bist jetzt praktisch 9 Monate in meinem Bauch und es sind nur noch 4 Tage bis zu deinem offiziellen Geburtstermin. Naja, wer hält sich schon gern an Termine, was?
Ich will nicht unhöflich sein und ich will dich auch nicht rausschmeißen, (als ob ich das könnte!!), aber seit ich die Information in meinem Kopf habe, dass du eigentlich fertig bist und jederzeit kommen könntest ohne als Frühgeburt zu gelten, finde ich, dass du dich auf den Weg machen könntest. Und wie immer, hab ich die Suchmaschine befragt, um herauszufinden, wie ich meinem entspannten Sohn ein bisschen auf die Sprünge helfen kann. Mein Arzt hat mir ja einfach zu mehr "Eheleben" geraten, worauf ich jetzt einfach nicht näher eingehen möchte, weder wissenschaftlich noch unwissenschaftlich.
Die Ergebnisse der Suchmaschine waren allerdings nicht weniger unterhaltsam.
Hier sind die Top NeunTipps, um einen fertigen Sohn nach neun Monaten rauszuekeln:

9. Bauerneinleitung: Der deutsche Begriff für den Tipp meines Arztes findet sich auch in deutschen Suchmaschinen und man muss dafür auch nicht verheiratet sein.
Das lass ich jetzt mal so unkommentiert hier stehen.

8.Wehencocktail: Ein Wehencocktail ist eine Art Mixgetränk, das manchmal von Hebammen empfohlen wird, wenn man den Geburtstermin überschritten hat. Es gibt dafür verschiedene Rezepte, aber die Grundlage ist wohl Eisenkraut, ein Fruchtsaft, eine sympathische Schnapssorte, evtl. Wasser, und der wohl leckerste Inhaltsstoff: Rizinusöl.
Lieber P, das tu ich uns nicht an, weder vor noch nach dem Termin. Das ist mir einfach zu eklig. Dann lass dir lieber Zeit. (deswegen nur Platz 8)

7.Wehentee: Auf Platz sieben steht für mich der Wehentee. Das ist eine wohl etwas weniger unangenehme Mixtur aus verschiedenen Gewürzen, denen eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt wird, z.B. Zimt, Nelken und Ingwer und mit denen man sich einen Tee kocht, der ein bisschen nach Weihnachten schmeckt.
Den, P, hab ich schon getrunken, hat dich aber nicht sonderlich beeindruckt und mir schlägt der viele Zimt auf den Magen. Also lassen wir das.

6. Spazierengehen: Der aufrechte Gang soll dazu führen, dass der Kindskopf (hier: der Kopf des Kindes, nicht der ganze P) auf den Gebärmutterhals drückt und so Wehen auslöst.
Für mich auf Platz sechs, weil einfach zu handhaben, ohne besondere Hilfsmittel. Aber, lieber P, so viel kann ich gar nicht spazieren, scheint mir, dass dich das nervt.

5. Treppensteigen: Noch besser als spazieren gehen soll Treppensteigen sein. Insbesondere der Gang nach unten soll die vorhandenen Wehen verstärken, weshalb manche Frauen auch im Krankenhaus die Treppen hoch und runter laufen. Besonders nützlich fand ich den Tipp in einem Forum, man solle doch mit dem Fahrstuhl hoch fahren und dann runterlaufen, damit man dabei nicht allzu müde wird. (Man muss ja schließlich auch Kraft haben für die Geburt)
Das werd ich wohl noch anwenden, lieber Paul, wenn es mir zu bunt wird, spaziere ich einfach bis zum Krankenhaus und laufe die neun Stockwerke hoch bis zur Geburtsstation und wenn dir das nicht reicht, dann wieder runter und wieder hoch usw.

4.  Warm baden: Das ist mir der sympathischste Tipp von allen. Im warmen Bad sollen sich vorhandene Geburtswehen verstärken.
Jeden Tag baden ist für mich kein Problem. Und von dir hab ich auch noch keine Beschwerden gehört.


3. Wein trinken: Nach Geburtstermin soll auch Rotwein in der Lage sein, Geburtswehen zu fördern oder zu locken. Was mich daran bisschen stört, ist die Tatsache, dass ich davon sicher gleich einen Schwipps bekomme, nach so langer Pause.
Aber, wenn wir nächste Woche noch beisammen sind, dann kann es sein, dass der Kékfrankos in meinem Regal geöffnet wird. In der heißen Wanne. Mal sehen, wie dir das schmeckt.


2. Putzen: Putzen ist einfach ein cooler Tipp, weil das so praktisch ist. Dann ist die Bude wenigstens sauber, wenn das Baby kommt.
Also lieber P, wenn die Bude so sauber ist, in die du kommst, dann wunder dich nicht. Ich hab einfach nur versucht, dich früher kennen zu lernen.

1. Schneidersitz: Ungeschlagen auf Platz eins der Top neun. In einem Forum erwähnte eine Frau, sie hätte 3 Stunden im Schneidersitz gesessen und in der Nacht wäre sie ins Krankenhaus gefahren. In diesem Zusammenhang gefiel mir besonders der Kommentar einer weiteren Frau, die meinte nach drei Stunden Schneidersitz müsste sie auch ins Krankenhaus, aber nicht wegen Wehen, sondern weil sie sich nicht mehr bewegen könne.
Lieber P, zwing mich nicht zu solch gruseligen Methoden.

Komm einfach!

Mittwoch, 3. November 2010

Die Geschmäcker sind verschieden

Die Geschmacksnerven eines Kindes werden laut Wissenschaft schon im Bauch der Mutter geprägt. Vor diesem Hintergrund ist wahrscheinlich der Kommentar einer befreundeten Schwangeren vom letzten Wochenende zu sehen, als sie sagte: „Also Szegediner Gulasch werd ich wohl so schnell nicht wieder essen. Da hat er den ganzen Tag und die ganze Nacht Terror gemacht in meinem Bauch.” Auf meinen Kommentar hin, dass man ja aber nicht wissen könne, ob er sich so viel bewegt hat, weil es ihm gefallen hat oder ob genau das Gegenteil der Fall ist, sagte sie nur: „OH DOCH! Das weiß ich! Das will er nicht mehr!”

Da fiel mir ein, P, ich müsste mal festhalten, was ich zu dir so alles runtergeschickt habe, und womit ich deine Geschmacksnerven schon jetzt geprägt habe. Später (ich schätze sehr viel später) schauen wir dann mal, ob die Wissenschaft Recht hat und ich dir deinen Geschmack versaut habe, schon bevor du auf die Welt gekommen bist.

Also theoretisch müsstest du jetzt sehr vertraut sein mit dem Geschmack von
- Tomaten, Kaffee (koffeinfrei und koffeinhaltig, am liebsten mit viel Milch) Nudeln, Schokolade (am liebsten mit irgendwas kombiniert): alles Dinge, die du in deinem ersten Lebensjahr laut Wissenschaft wohl gar nicht bekommen darfst, wenn ich mich nicht irre
- Zucchini (auch aus privater Ernte) Pfefferminztee, Kartoffeln (in Suppen, Aufläufen, in gebratener oder gekochter Form) Erdbeerkuchen: beim Erdbeerkuchen handelt es sich um die Erdbeerschnitte mit Quarkcreme im McCafé, danach war ich eine Zeitlang direkt süchtig, ich hoffe, du wirst es nicht auch
- Paprika (wir befinden uns ja schließlich in Ungarn!), Milch (literweise) Brötchen (leider nicht die tollsten, im Land des Brotes warst du schließlich nicht sehr oft) Haferflockenkeksen: natürlich selbst gemachte
- Bohnen, Ricorékaffee (du warst mir zu aktiv bei richtigem Kaffee), dunklem Brot, Griesbrei mit Früchten: ich hatte in der Schwangerschaft einen Hang zum Süßen, den müsstest du jetzt also auch haben (das wird dann ja ein schweres erstes Jahr für dich, mein Lieber!)
- Rosenkohl, Mango-Lassi (damit hab ich meine Übelkeit bekämpft), Fladenbrot (meinen Lieblingskebapladen zeig ich dir irgendwann), Lachgummis (ich hatte oft Heißhunger auf Gummizeugs: den Rosenkohl wirst du sicher neu kennen und lieben lernen müssen
Was du entweder liebst oder hasst, weil du viel davon bekommen hast:
Spaghetti, Milch, Kuchen in allen Formen und Farben, Grapefruit (erst in letzter Zeit), Erdbeeren, Mandarinen, Melone, Fözelék, Paprikakartoffeln, Ricoré Getreidekaffee, Himbeeren, Mango, Zucchini, Walnüsse, Akazienhonig, Hamburger, Ananas

Gewürze, die du kennst:
Zimt, Nelke, Currymischung, Ingwer, Koriander, Basilikum, Oregano, Paprika süß und scharf, Chili, Muskatnuss, Pfeffer

Was du nicht kennst:
den Geschmack von Alkohol, bis auf alkoholfreies Bier, von dem ja manche Werbefachmänner behaupten, es würde wie richtiges Bier schmecken.

So lieber P, dann schaun wir mal in ein paar Jahren, was dich wirklich genervt und was dir „geschmeckt” hat. Reaktionen hab ich ja nur gemerkt bei Koffein und Zucker, was aber wohl weniger mit Geschmack zu tun hat, als vielmehr mit der Energiezufuhr.
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, also sei mir nicht böse, wenn ich dich mit irgendwas gequält hab. Szegediner Gulasch hast du schließlich auch bekommen.

Für alle, die Szegediner Gulasch nicht kennen:
hier geht's zum Rezept

PS. Die Liste beinhaltet keinen Anspruch auf Vollständigkeit.