Donnerstag, 30. Dezember 2010

Und schon wieder ein erstes Mal

Heute habe ich mein erstes richtiges Lächeln von Paul bekommen. In den letzten Tagen hatte ich schon mehrmals das Gefühl, dass er mich anlächelt. Aber diesmal war es eindeutig in Reaktion auf mich. Ich hab Quatsch gemacht, Grimassen geschnitten und Paul hat reagiert...mit einem Lächeln. Er hätte ja auch anders reagieren können. Deswegen ist die Freude groß!

Der lustige, freche, sehr männliche Paul

Lieber Paul,
der heutige Eintrag ist schon lange überfällig, denn du sollst ja wissen, warum du eigentlich Paul heißt und nicht Peter oder Alexander. Die Erklärung ist auch nicht weiter kompliziert. Ich fand den Namen Paul schon gut, da wusste ich noch gar nichts von dir und so dauerte es nicht lange, bis er seinen Weg auf den Vorschlagstisch fand. Warum er allerdings nicht wieder vom Tisch verschwand und sich durchsetzte, hat eine andere Ursache: Einerseits heißt dein Opa auch Paul, naja er heißt Pál, aber das ist nichts anderes als die ungarische Variante von Paul. Andererseits heißt der ehemalige Deutschlehrer deines Papas auch Paul und die Tatsache, dass dein Papa schon in der Schule so schön Deutsch gelernt hat, hat ja keinen unwesentlichen Anteil daran, dass wir uns kennen gelernt haben und die übrigen Zusammenhänge brauche ich vielleicht nicht mehr zu erläutern.
Den einen Paul, deinen Opa, hast du schon kennen gelernt. Der andere kommt dich bald besuchen. Man munkelt, er sei noch älter als dein Opa, aber niemand weiß das so genau. Jetzt wunderst du dich vielleicht, warum wir dir einen Namen geben, den lauter Männer fortgeschrittenen Alters tragen. Wundere dich nicht. Schau dir mal lieber an, wie dein Name so wirkt auf andere Menschen:
weit bekannt - ist vielleicht nicht so toll, wirst du finden. Aber das kann nicht schaden. Ich kann dir nur raten in diesem Fall: Mach deinem Namen alle Ehre!
gewöhnlich - sei nicht traurig, hier liegt sicher ein Umfragefehler vor. Darüber tröstet dich sicher hinweg, dass dein Name als
sehr männlich eingestuft wird. Na, was sagst du dazu?
Jungs mit dem Namen Paul sind außerdem lustig, frech (auweia), zuverlässig (toll!) und sehr intelligent. Na das hat die ärztin ja neulich schon festgestellt :-)
Deine Oma hatte zu deiner Namensanalyse neulich auch noch was hinzuzufügen: Demnach wirkt Paul "gutmütig, dabei schlummert in ihm ein Krieger. Niemand sollte ihn zu sehr reizen. Sehr wandelbar, braucht aber Zeit, Ruhe." (Quelle)
Na mal sehen, wie sehr man dich reizen darf. Wahrscheinlich ist die Frage eher, wie sehr du mich reizen darfst, mein schlummernder Krieger. Im Moment schlummerst du übrigens nicht soviel, sondern führst eher Kriege gegen die Milch im Bauch bzw. im Hals. Solange das deine einzigen Kriege sind, ist glaub ich alles in Ordnung.
Wenn es nach deinem zweiten Opa ginge, würdest du heute allerdings nicht Paul heißen, sondern Sándor. Wie er darauf kommt, das fragst du ihn am besten selbst.
Und weil du noch einen zweiten Namen hast, ist die Analyse hier noch nicht zu Ende. Fortsetzung folgt.

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Das erste Mal

Gestern war mal wieder ein "erstes" Mal. Und ich weiß gar nicht, ob ich mich trauen darf zu schreiben, was dieses erste Mal war, denn das ist auch wieder so ein Thema, bei dem alle ganz genau "die Wahrheit" kennen.
Ich hab ja schon von Pauls großem Appetit geschrieben und wieviel er immer isst und auch, dass er sich manchmal überfrisst, weil er dazu neigt, gegen die Bauchschmerzen, die er manchmal hat, da ihm die Milch bis zum Ausgang steht, wieder an der Brust nuckeln zu wollen. Und wenn er dann da so rumnuckelt, dann stellt er nach einer Weile fest...."ach Gott, da kommt ja Milch, darauf hat ich ja jetzt gar keinen Bock, ich wollt doch nur noch bisschen nuckeln". Und dann spuckt er mir entweder die überschüssige Milch entgegen oder er meckert einfach rum und beruhigt sich nicht. Deshalb hab ich es gestern zum ungefähr fünften Mal mit einem Nuckel versucht. Und gestern hat er ihn nicht komisch angekuckt und mich mit den Augen gefragt, was er wohl mit dem Teil anfangen soll, sondern er hat einfach drauf los genuckelt, zwar nur 5 Minuten, aber immerhin hat er das Konzept verstanden.

Lieber Paul, ich hoffe du und ich, wir beide, werden in der Lage sein, einen intelligenten Umgang mit deinem Beruhigungssauger, wie man ihn in der Fachsprache nennt, zu pflegen, was soviel heißt, hier wird nur in Maßen genuckelt und wenn ich sage, jetzt ist aber Schluss mit der Nuckelei, dann machst du daraus kein Problem? Und natürlich darfst du auch weiterhin an deiner Faust rumlutschen, is ja auch viel besser als Silikon. Schön, dass wir das geklärt haben.

Dienstag, 28. Dezember 2010

Die Zwiebel

Paul hat eine verstopfte Nase. Bei Neugeborenen nichts Ungewöhnliches. (Ich vergesse immer, dass er seit zwei Wochen nicht mehr als Neugeborenes gilt.) Zurück zur Nase. Jetzt wäre natürlich der Moment für den Nasensauger gekommen. Aber ich beherrsche mich. Im Moment scheint ihn das vermehrte Röcheln nicht so sehr zu stören und mich stört es nicht genug, um Geld auszugeben. Außerdem hab ich meine Bedenken zum Nasesaugen ja schon geäußert.
Die Suchmaschine hab ich allerdings schon mal um Tipps bemüht und den ersten haben wir auch schon beherzigt, sehr zum Missfallen meines Mannes:  
Die Zwiebel. Man nehme eine Zwiebel, hacke sie klein und stelle sie neben das Kinderbett. Das hat verschiedene Wirkungen. Die erste und wichtigste Wirkung in unserem Fall: Das Schlafzimmer stinkt nach Zwiebel. Zum Glück steht unser Kater nicht auf Zwiebeln, denn sonst könnte man die auch gar nicht so rumstehen lassen. Würde Entenschmalz bei verstopften Babynasen helfen, hätte ich hier ein Problem. Die zweite Wirkung: Die Nase wird tatsächlich frei. Und das Praktische ist, nicht nur die Babynase, auch die Erwachsenennase. Das Problem ist nur, Wirkung Nummer zwei ist nicht von Wirkung Nummer eins getrennt zu bekommen, weil es sich hier um eine Wirkungskette handelt. Ich stelle das mal dar:
gehackte Zwiebel >>Zwiebelgeruch>>freie Nase. Schritt zwei ist einfach nicht zu umgehen, deswegen weiß ich nicht, ob diese Strategie in unserem Zuhause noch einmal zur Anwendung kommen wird. Also Paul, mal sehen, wie sehr dich deine verstopfte Nase in Zukunft nervt, sicher nicht so sehr wie deine Eltern der Zwiebelgeruch im Schlafzimmer.

Lieblingsmomente mit Paul

Ohne lange Vorrede will ich sie auflisten, meine absoluten Lieblingsmomente mit Paul in den letzten sechs Wochen, die seine ersten sechs waren:
- wenn Paul beim Stillen die Pupillen nach oben wegdrehen, weil er gegen das Einschlafen kämpft
- diese kleinen Seufzer, die er seit einer Weile macht, bevorzugt nachdem er einen großen Rülpser gelassen hat und die große Erleichterung ausdrücken will oder wenn er eine Weile hysterisch war, was schreib ich da, mein Sohn ist doch nicht hysterisch
- sein Blick, wenn er in die warme Wanne steigt, herabgelassen wird
- seine Frisur nach dem Baden (wenn das als Moment gelten kann), es sieht so aus als bekommt er Locken und die kommen immer beim Baden raus
- sein zufriedenes Lächeln, wenn er die Windel bis zur Halskrause vollgemacht hat
- sein entspanntes Gesicht, wenn er auf den Wickeltisch pinkelt
- wenn mein Mann versucht zu verhindern, dass er auf den Wickeltisch pinkelt, indem er konstant an seinem Bein rumwackelt, sodass der Junge sich nicht genug entspannen kann, um loszulassen
- wenn Paul in seinem Bett so vor sich hin meckert
- wenn er sich über seine eigenen Arme erschreckt (das macht er aber immer seltener)
- das schmatzende Geräusch, das er macht, wenn er genüsslich seine Faust isst
- wenn er die Anziehprozedur zum Spazierengehen (Pullover, Socken, Hose, Mütze, Schneeanzug) einfach verpennt
- wie er mich angeschaut hat, als ich ihm einen Schnuller angeboten hab ("Was soll ich denn bitte schön damit jetzt?")
- wenn er mich mit großen Augen anschaut (absoluter Lieblingsmoment)
- achja, natürlich, wenn er friedlich in seinem Bettchen schläft, das kann sehr entspannend sein (für mich und für ihn)


So, das waren sie. Mögen sich noch viele dazugesellen.

Samstag, 25. Dezember 2010

Wie unterhält man einen so kleinen Jungen?

Vor zwei Tagen hab ich mich so richtig gehen lassen im ungarischen Babyfachgeschäft und Paul ein Weihnachtsgeschenk gekauft (der Anlass ist die einzige vernünftige Erklärung für mein Verhalten). In Wirklichkeit ist das auch keine Erklärung.
In den ersten Lebenswochen bestand die Unterhaltung von Paul hauptsächlich darin, ihn zu füttern und ihm danach beim Einschlafen zu helfen, was manchmal durch quer hängende Rülpse oder Pupse erschwert war/ist und deswegen mal langsamer und mal schneller geht.
In letzter Zeit ist allerdings eine Veränderung zu bemerken bei Paul. Er will immernoch gefüttert werden, das ist es nicht. Allerdings fällt er jetzt nicht mehr sofort nach der Fütterung ins tiefe Milchkoma, sondern er will unterhalten werden. Na sowas! Da kam die Frage auf, wie unterhält man ein fünfwöchiges Baby. Paul hat da ganz klare Vorstellungen: Er liegt gern auf dem Wickeltisch rum und strampelt. Er lässt sich gern was erzählen, von "dududu" bis zur Weltpolitik ist da alles möglich. Er hört gern Musik. Er lässt sich gern den Bauch streicheln und die Füße massieren.
Aber es gibt zwei Dinge, die sind auf seiner Favoritenliste nicht zu toppen: auf Mama oder Papas Bauch rumdösen und von Mama oder Papa rumgetragen werden. Diese zwei sind durch nichts zu ersetzen und im wachen Zustand ist er durchaus geneigt, eins der beiden durch graduiertes Geschrei einzufordern. Da Mama oder Papa aber auch mal was anderes zu tun haben, habe ich mich entschlossen Paul ein Unterhaltungsgerät zu kaufen und es ist der Mercedes unter den Babywippen geworden, ein "Ruhestuhl" wie er ungarisch heißt. Und das mercedesige an dem Stuhl ist die Vibrationsfunktion, die je nach Stimmung aufmuntert oder einschläfert. Ersteres sieht dann so aus:
Paul findet den Stuhl klasse. 
Das muss er auch. Denn der Stuhl hat soviel gekostet, dass er ihn selbst bei täglicher Benutzung in den nächsten fünf Monaten (bei seinem Wachstum bezweifle ich, dass er da fünf Monate reinpasst) nicht richtig wirtschaftlich verwendet. Nun ja, wie gesagt, es war nicht die Vernunft, die zum Kauf des Vibratorstuhls geführt hat. Viel Spaß damit Paul!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Das haben wir jetzt auch hinter uns

So Paul, das haben wir jetzt auch hinter uns: Die Mama war das erste Mal krank und hat das erste Mal am eigenen Leib gespürt, dass Mamas nicht krank sein dürfen. Ist einfach verboten. Und wenn es dann doch passiert, dann kann die Mama sich jedenfalls nicht ins Bett legen, um die Krankheit auszukurieren, sondern höchstens in Etappen ausruhen, in denen Sohnemann schläft oder Sohnemann (kann ich mich glücklich schätzen, dass ich diese Möglichkeit hab!!) von Oma oder Opa geschaukelt wird.
Und die Mama kann sich außerdem auch glücklich schätzen, dass sie so viele Ratschläge bekommen hat, wie sie ihre Krankheit hätte vermeiden können oder zumindest einen nächsten Ausbruch verhindern kann. Ich hab die Ratschläge alle in einem Ordner gesammelt und unter Laufwerk C, Dokumente abgespeichert. Vielleicht kann sie ja mal jemand gebrauchen. Man weiß ja nie.
Leider, lieber Paul, fällt unter den gegebenen Umständen deine erste große Reise aus. Wir wollten dich ja nach Weihnachten in deine zweite Heimat schaffen. Noch bist du ja kein deutscher Staatsbürger, aber du sollst ja einer werden. Dafür musst du natürlich wissen, worauf du dich da einlässt. Nun, das wird jetzt so schnell nix. Da musst du dich wohl noch ein bisschen gedulden.
Ansonsten haben wir heute auch noch was anderes hinter uns: den Besuch unserer heiß geliebten Schutzfrau. Und sie hat dich heute gemessen, Paul. Daran kannst du dich nicht erinnern, weil du das komplett verschlafen hast, du Nase. Dabei hat sie an deinem Kopf und an deinem Fuß rumgezerrt.... also mich hätte das gestört. Aber Schluss mit den nebensächlichen Details, hier das Wichtigste.
Du bist jetzt schon ganze 59 cm groß, mein lieber Paul. Herzlichen Glückwunsch zu soviel Größe :-)

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Wie kann ein Junge so viel essen?

Heute ist Paul genau vier Wochen alt und gestern Abend haben wir ihn das erste Mal nackt gewogen...und tataaa...er wiegt jetzt 4780 g. Aus diesem Anlass möchte ich heute was zum Thema Zahlen und Statistiken schreiben.
Schon im Krankenhaus bin ich damit konfrontiert worden, dass eine gute, verantwortungsvolle Mutter von heute, wenn sie ihr Kind stillt, eine Babywaage besitzen muss, um das Kindlein nicht nur täglich oder wöchentlich, sondern immer vor und nach dem Stillen zu wiegen, damit sie sich auch sicher sein kann, dass das Kind genug isst. Denn die modernen Kinder sind nicht mehr in der Lage mit glänzender Haut, zufriedenem Gesicht, Pausbacken und mangelndem Geschrei zu signalisieren, dass sie genug zu essen bekommen.
Im Krankenhaus wurde Paul natürlich standardmäßig mehrmals täglich gewogen. Sein Gewichtsverlust von 300 g in den ersten Tagen führte dazu, dass ich Sätze zu hören bekam wie: "Sie haben nicht genug Milch, sie müssen ihrem Kind Zusatznahrung geben oder wollen sie, dass es verhungert?" Das wollte ich natürlich nicht. Ich legte Paul immer wieder an und glaubte fest daran, dass er nicht verhungern würde. Aber der Zahlenkampf ging weiter. Beeindruckt von dieser Frage, brachte ich Paulchen am vierten Tag nachmittags zum Wiegen, vor dem Stillen und nach dem Stillen, wie sich das für eine verantwortungsvolle Mutter gehört. Die Waage zeigte 20g und die Schwester machte ein ernstes Gesicht: "Das ist viel zu wenig. So wird er nie satt. Er muss mindestens 50ml trinken." Ok, dachte ich, weckte Paul, denn er war zufrieden eingeschlafen, und bot ihm noch mal, verantwortungsbewusst wie ich war, die fehlenden 30ml an. Er meckerte natürlich, aber irgendwie gingen sie runter. Am nächsten Tag sagte die Schwester, wie schön Paul trinken würde, ganze 70ml am gestrigen Tag, das ist zufriedenstellend. Mich stellte diese Wiegenummer nicht zufrieden, ein zufriedener Paul war zufriedenstellender für mich als die Zahl auf der Waage.

Wir wurden nach Hause entlassen und Paul trinkt seitdem, so wie er will, Stillen nach Bedarf nennt sich das. Und sein Bedarf ist groß, zumindest tut er so. Er hat immer ein bisschen Angst, dass die nächste Mahlzeit vielleicht ausfallen könnte oder hofft, dass er vielleicht noch einen Nachschlag bekommt, wenn er sich beeilt. Und deswegen beeilt sich Paul sehr. Seine verantwortungsbewusste Mutter hat natürlich inzwischen eine Waage, aber nicht für sich selbst, sondern für die Kontrolleure, die regelmäßig kommen und Fragen stellen. "Wie viel trinkt er während einer Mahlzeit?" "Wie viel wiegt er jetzt genau?" "Kann ich mal seine Gewichtskurve sehen?" "Wie viel trinkt er am Tag?"
Um die Fragen beantworten zu können, habe sich Einmalwerte bewährt, die eine Weile gut sind. Aber seit gestern stehe ich vor einem neuen Zahlenproblem. Erstens hat Paul in drei Wochen 1200 g zugenommen. Zweitens hab ich gestern gemessen, wie viel er während einer Mahlzeit trinkt, denn bald kommt die Kontrolleurin und der alte Wert ist sicher nicht mehr genug. Das Problem ist nur, der neue Wert ist zu gut. 180g bei einer Mahlzeit, "Das ist ZUVIEL", wird sie sagen. 1200 g in drei Wochen, "Das ist ZUVIEL" klingelt es schon jetzt in meinen Ohren. Denn die Statistik erlaubt, empfiehlt, schreibt 100-200 g Zunahme pro Woche vor.
Was machen wir da bloß Paul? Warum hast du so einen statistikfernen Hunger? Und wie kriegen wir dich in die Tabelle rein?

Sonntag, 12. Dezember 2010

Mit der Ruhe ist es dann vorbei

Wenn man schwanger ist, und zwar in den letzten Wochen, und anfängt ungeduldig zu werden, weil man denkt, jetzt könnte das Baby endlich mal kommen, ich bin ausgeruht, ich bin vorbereitet, ich bin einfach so weit, dann bekommt man zahlreiche helfende Hinweise seiner Umgebung, die in etwa alle das gleiche bedeuten, aber in unterschiedlichen Versionen daherreiten.
"Ruh dich aus, das wirst du bald nicht mehr können."
"Genieß die Ruhe, damit ist es bald vorbei."
"Lies ein Buch, entspann dich. Für solche Dinge hast du lange keine Zeit mehr, wenn das Baby erstmal da ist."
"Schlaf viel, denn du wirst nicht mehr dazu kommen."
Ich denke, das Prinzip ist klar, oder?
Jetzt ist es soweit. Paul ist heute 25 Tage alt, also bald einen Monat und jetzt bin ich da, wo es vorbei ist mit der Ruhe, wo ich keine Zeit mehr hab zum Bücher lesen, wo ich nicht mehr schlafe und mich nicht mehr entspannen kann. Oder kommt das erst noch? Vielleicht sind das nicht die ersten Wochen...in der Hebammensprechstunde hab ich gelesen, dass ich mich noch in der Verliebtseinsphase des Elternseins befinde und wenn man verliebt ist, hält man schließlich mehr aus als sonst. Was kommt nach dem Verliebtsein? Verlobt, Verheiratet....Was das bedeutet in Bezug auf das Elternsein, überlass ich jedem selbst. Ich bleibe einfach weiter verliebt.

Freitag, 10. Dezember 2010

Dankeschön

An dieser Stelle ein offizielles Dankeschön an alle, die die Geburt von Paul mit Geschenken bedacht haben. Paul kann sich ja noch nicht selbst bedanken und er kann auch leider nicht Gefallen oder Missfallen ausdrücken. Aber die Mama kann, also sich bedanken und auch Gefallen ausdrücken. Missfallen hat hier keinen Platz :-)
Dann erzähl ich dir mal, bevor wir das vergessen, was du so alles Schönes bekommen hast, mein lieber Paul:
Von deinen Großtanten hast du einen blauen Plüschanzug und jede Menge Spielzeug bekommen. Vielen Dank, liebe Großtanten.
Von deiner Großmama hast du eine Manduca-Trage, deine erste hellblaue Babydecke, die dir im Krankenhaus schon gute Dienste geleistet hat, einen Spieluhrigel mit Namen Paul, zu dessen Musik du das Einschlafen erst noch üben musst und, das Beste, eine selbstgestrickte Hose in beige-braun bekommen, die ganz klasse aussieht, und dazu Winterschühchen, die ihre Freundin gestrickt hat. Einen Pullover dazu bekommst du noch, hat die Oma versprochen. Danke Oma, danke liebe Freundin, für die Hilfe. Außerdem hat die
Von meiner Freundin Juliane hast du ein paar Erstlingsschuhe bekommen und ein Riesenplüschkrokodil, das dich jetzt immer auf dem Wickeltisch anstarrt. Danke Juliane.
Von den Nachbarn deiner Oma und deines Opas hast du unter anderem dein erstes Flanellhemd, ein T-shirt und eine passende Hose bekommen. Mal sehen, wann wir dir das anziehen können, bis dahin sind's noch 24 cm :-)
Von Mariann, eine Bauherrin deines Papas, hast du einen Plüschstrampler und eine Sammlung feinster Herrensöckchen aus Paris bekommen. Die müsste ich mal fotografieren, die ersten Söckchen für den feinen Herrn, das ist wirklich lustig. Vielen Dank Mariann.
Meine Freundin Melanie hat dir eine Schnullerkette und eine Wagenkette mit deinem Namen geschickt, die sind wirklich herzallerliebst. Und sie hat mir ihr Tragetuch geborgt, in das ich dich dieses Wochenende das erste Mal reinstopfen werde. Danke, Melli.
Von Zoli, ein Freund von deinem Papa und mir, hast du eine Kleidungsserie mit Handschuhen, Mütze, Hose und T-shirt bekommen, das passt sogar schon. Danke Zoli.
Achja und Toma, ein Freund von deinem Papa und mir, hatte die glorreiche Idee, an deinem Geburtstag einen Stapel Zeitungen und Zeitschriften zu kaufen, immerhin ein denkwürdiger Tag. Die liegen jetzt in einer Schachtel und werden für dich aufbewahrt bis zum 18. Geburtstag. Danke Toma, Spitzenidee.
Vielen Dank auch dafür.
Die Post ist etwas langsamer, aber ein Dankeschön macht sich auch noch auf den klassischen Weg.
Bis dahin spiel ich weiter mit Paul, in eurem Sinne.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Baden mit Paul

Über das Baden von Babys gibt es ja auch so viele Meinungen wie Menschen. Manche sind der Ansicht, moderne Babys machen sich nicht schmutzig, vor allem nicht in den ersten Wochen und Monaten, und deshalb müssen sie auch nicht gebadet werden. Ein bisschen Katzenwäsche auf dem Wickeltisch reicht völlig aus, um gegen Milchreste, Pipi und das bisschen Kacke vorzugehen.
Also Paul hat sich gestern so richtig schmutzig gemacht. Die Windel saß wohl nicht perfekt oder der Inhalt überschritt einfach ihr Fassungsvermögen. Jedenfalls war Paul nach unserem schönen Nachmittagsspaziergang bis zur Halskrause voll mit Sch.... Oma hat noch Witze gemacht, als ich ihn auf dem Arm hatte: "Was hat der Junge denn da am Rücken, ist das Kacke? Er kann sich doch nicht schmutzig gemacht haben!" Und sie hatte Recht. Er hatte sich auch nicht schmutzig gemacht, nur vollgekackt bis obenhin. Und dafür reichen ja Staubtücher oder im Notfall halt auch mal Feuchttücher.
Das Baden macht die Haut kaputt, deswegen ist mir empfohlen worden Paul mit Babycreme zu baden. Das haben wir auch schon getan, das Problem ist nur: Der Junge wird einfach nicht sauber. Vor allem die Haare sehen nach dem Baden schlimmer aus als vorher. Deshalb suche ich mir jetzt einfach von den vielen Meinungen eine aus, die nichts gegen das Baden hat und mache den Jungen sauber. Gecremt wird dann einfach hinterher. Paul möge es mir verzeihen.

Leben mit Paul

ist manchmal so voll, dass man gar nicht dazu kommt, selbiges zu dokumentieren, trotzdem die Oma jetzt eine Woche da war und wir Paulchen zu dritt bespielen konnten.
Ab heute sind Paul und ich wieder allein, zumindest tagsüber. Mal sehen, wie ihm das bekommt. Paul hat das Spazierengehen jetzt komplett für sich entdeckt, genau wie sein Papa während der Schwangerschaft. Gestern waren wir mit der Oma einen einstündigen Spaziergang machen, da ist er schon beim Anziehvorgang komplett in Ohnmacht gefallen. Als ob er gewusst hat, dass wir jetzt spazieren gehen und seine Aufgabe darin besteht, durchzuratzen. Naja, die Frau Doktor hat ja gesagt, er ist ein gescheiter Junge. Paul gibt sich alle Mühe der Kritik gerecht zu werden.

Montag, 6. Dezember 2010

Pauls erstes Lächeln

Babys können wohl erst ab der sechsten Lebenswoche wirklich lächeln. Davor bezeichnet man das Lächeln eines Säuglings als Reflexlächeln oder Engelslächeln, das unkontrolliert mitunter im Schlaf oder Halbschlaf zu beobachten ist.
Hier ist das erste Reflexlächeln von Paul, eingefangen von Oma. Wir vermuten, dass dies Lächeln ein Reflex auf entspannende Darmaktivitäten war.

Samstag, 4. Dezember 2010

Und hier ist der Beweis...

für die erfolgreiche Lüftung von Paul.

Paul wird gelüftet

In den Wintermonaten beginnt man mit der "Lüftung" eines Säuglings, wenn dieser 1 Monat alt ist. Wenn es sehr kalt ist empfehlen wir, den Säugling warm angezogen vor das offene Fenster zu stellen, und die Dauer alle 2-3 Tage um 15 Minuten zu erhöhen. Wenn die Lüftungsdauer des Säuglings 1 Stunde erreicht hat, dürfen sie Ihren Säugling auch nach draußen bringen. Hier beginnen Sie wieder graduell die Lüftungsdauer zu steigern bis zu einer Stunde, was in den Wintermonaten allermeist genug ist. Es empfiehlt sich nicht mit dem Säugling rauszugehen, wenn es neblig, windig ist oder Niederschlag gibt. (freie Übersetzung nach:www.babanet.hu)
In Ungarn ist eine häufig von Ärzten vertretene Meinung, dass ein Neugeborenes in den ersten Lebenswochen nicht an die frische Luft soll, um Infektionen und Krankheiten zu vermeiden. Dieser Abschnitt ("die ersten Lebenswochen") sollte 4-6 Wochen dauern. In dieser Zeit soll das Baby nicht an die Luft, wohl aber gelüftet werden. Dazu zieht man das Baby an, als wenn es an die Luft soll, aber man bringt das Baby nicht zur Luft, sondern die Luft zum Baby, und zwar in Form eines weit geöffneten Fensters. Das macht man täglich minutenweise und steigert die Zeit, bis man dann nach 6 Wochen das Haus verlassen kann, was natürlich wieder erst minutenweise geschehen soll.

Lieber Paul, gestern bist du das erste Mal so richtig durchgelüftet worden, am Schlafzimmerfenster. Nach anfänglichem Protest bist du in so einen tiefen Schlaf gefallen, dass ich dir nach 30 Minuten Lüften den Pullover und die Mütze ausziehen konnte, ohne dass du auch nur geblinzelt hättest. Du bist nicht nur nicht vom Ausziehen aufgewacht, sondern hast auch weitere vier Stunden geschlafen. Deshalb finden wir, wir können die weiteren Lüftungsstufen einfach auslassen und dir heute die echte frische Luft zeigen. Mal sehen, wie du dann schläfst. Ich bin schon gespannt.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Das Rülpsen will gelernt sein

In Deutschland macht man zur Geburt eines Kindes eine Pullerparty, damit das Baby auch anständig pieseln kann. Das ist schließlich eine der wesentlichen Hauptbeschäftigungen in seinen ersten Lebensjahren. In Ungarn gibt es auch so eine Party, nur werden hier nicht die Ausgangsflüssigkeiten befeiert, sondern das, was oben rein soll, die Milch. Eine Milcheinschussparty sozusagen.


Nun, um ganz offen zu sein, mit dem Pieseln hat der kleine Bub keine Probleme. Das klappt schon ganz ordentlich. Er trifft zwar nicht immer die Windel und hat gestern Abend auch endlich mal den Papa angestrullert. Aber das nehmen wir ihm nicht übel. Er übt ja noch.
 Zum zweiten Partyanlass: Auch mit der Milch gibt es hier keine Probleme, trotzdem oder gerade weil sie nicht aus der Flasche kommt. Wer weiß das schon so genau. Die Milch fließt in Strömen und der Junge hält quasi 24 Stunden ganz professionell den Mund auf, damit sie reinfließen kann. Und hier kommen wir zu einem "Problem", das es mir durchaus wert wäre eine Party zu schmeißen: das Bäuerchen. Paul schlingt die Milch runter als müsste er bis zur nächsten Mahlzeit zwei Tage warten oder müsste sich sorgen, dass er keinen Nachschlag bekommt, wenn er sich nicht genug beeilt. Folge des Schlingens: Luft im Bauch von Paul. Viel Luft. Sehr viel Luft. Aber was macht der kleine Gierschlund nach dem Essen? Er schläft prompt ein und zwar in sämtlichen Bäuerchen-Positionen, die die Suchmaschine so hergibt: über der Schulter, vor dem Bauch in der Hocke, auf dem Unterarm liegend, über dem Stillkissen baumelnd, Fahrstuhlfahrend (das ist eine Rülpstechnik bei der man das Baby wie im Fahrstuhl von unten nach oben bewegt und wieder zurück) usw. Er verschläft sein Bäuerchen komplett. Und wenn ich ihn dann ablege, auf den Rücken (denn die Bauchlage, Seitenlage und alle anderen Lagen sind ja nach neuesten wissenschaftlichen Maßstäben altmodisch), dann kommt ihm quasi das Essen hoch und er liegt da rum und quält sich mit der Milch.
Also. Wer auch immer Zeit hat: Wenn er nicht bald das Rülpsen lernt, gibts bei uns im Hause eine Rülpsparty, auch wenn das irgendwie ordinär klingt. Daraus machen wir uns nichts.

Achso. Wer einen Rülpstipp hat, der kann sich auch ohne Party melden.