Donnerstag, 22. Dezember 2011

Bauen beginnt mit Abriss

Für einen Ingenieurssohn sicher ein wichtiges Ereignis zum Festhalten: Paul hat vor zwei Tagen das erste Mal zwei Legosteine zusammengesteckt und sich dabei über sich selbst erschreckt, denn er hatte das zuvor schon einige Male erfolglos versucht. Er war wohl überrascht, wie einfach das war.
Der Papa sagt ja immer: Bau beginnt mit Abriss. Diese (Bau)phase hatte Paul mit verschiedenen Spielzeugen schon perfektioniert. Legobausteine auseinanderreißen, Holztürme einreißen, Steckringe runterschubsen. Er ist außerdem auch schon lange in der Lage, diese Fähigkeit auf andere Lebensbereiche anzuwenden. So kann Paul auch Taschen auskippen, Regale ausräumen, Wäschetruhen und Sockenschubladen ausleeren, Kartons umschubsen, Tische abräumen (bis jetzt nur in Richtung Boden).
Meinetwegen kann jetzt die Bauphase beginnen, die nach dem Abriss kommt.....für mich als Fachferne wäre das...ähm...sagen wir mal Bauen. Aber wenn du willst, darfst du auch weiterhin Abriss spielen, lieber Paul. Wir sind da nicht so streng.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Laufen Lernen leicht gemacht

Es gibt so Anschaffungen, die man als Eltern für sein Baby tätigt, die sich lohnen, dann gibt es welche, die hätten sich lohnen können, haben aber genau mit deinem Kind nicht funktioniert und dann gibt es so Anschaffungen, die weder in die erste noch die zweite Kategorie passen, weil sie einfach nur Schrott sind. Und das Schöne daran ist, dass die Kategorien von Elternpaar zu Elternpaar unterschiedlich eingeteilt werden. Deswegen gehen zwei Elternpaaren auch nie die Gesprächsthemen aus. Zum Thema Laufen will ich heute mal einen persönlichen Gegenstand für jede Kategorie festhalten.

1. Laufgitter

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.  (Rilke, Der Panther)


Laufgitter sind unter modernen Eltern ein wenig verschrien. Das hab ich aber erst erfahren, als ich meins schon längst zu Hause zu stehen hatte. Ein Laufgitter sei nichts anderes als ein Babyknast und für die freie Entfaltung braucht ein Baby Freiheit. Es muss überall herumkrabbeln dürfen, es muss Schränke aufmachen dürfen und die Welt entdecken mit all seinen Gefahren. Und wenn man die Welt zu gefährlich findet, dann muss man sie als moderne Eltern eben eine Zeitlang aufwändig sichern: Steckdosen abdecken, Schränke sichern, Schubladen versperren, Regale annageln, Tischdecken und Blumentöpfe abschaffen etc. etc. Ansonsten lernt das moderne Baby "by doing", was so funktioniert: Baby krabbelt zum Herd, fässt an, verbrennt sich, fässt danach nie wieder an. Wenn man ein stures Baby hat, das schnell vergisst, muss man doch mal zwischendurch laut NEIN sagen. Wenn es das nicht versteht, muss man dem Baby eben immer hinterher krabbeln.
Ich hab mich entschieden, ein Laufgitter ist für mich genau das Richtige: Momente der Freiheit für Mama, Momente der Ruhe für Paul. Wir haben deswegen unseres schon früh angeschafft und zwar ohne überhaupt groß darüber nachzudenken. Für mich war klar, das lohnt sich für alle Beteiligten und so war es dann auch. Ob Paul ein Trauma davon tragen wird, weil er immerzu gesiebte Luft atmen muss, wird sich wahrscheinlich erst spät zeigen (einen müden Blick kann ich bisher nicht erkennen). Bis dahin hat Pauls persönlicher Käfig allerdings zahlreiche entspannte Duschen für Mama ermöglicht, die sonst hätten mit Paul stattfinden müssen (wie...keine Ahnung) und Paul selbst als Steh- und Gehhilfe sowie als Spieleparadies (da muss er nicht aufräumen) gute Dienste geleistet. Inzwischen haben wir Paul ein größeres Spieleparadies gebaut, indem wir die Kinderzimmertür gesichert haben mit einem Gitter. Jetzt kann er sich da unbeobachtet austoben anstatt immer mit dem Reinigungsmittelschrank zu spielen. Und um mir zu zeigen, was er von meinen Gittern hält, schiebt er neuerdings sein Bett vor den Eingang, sodass man ihn vor lauter Stäben nicht sieht. Das arme Kind. (Man möge mir jetzt Gitterfetischismus vorwerfen. Please, go ahead.)


2. Laufwagen
Als Paul in seinen Stehversuchen stabiler war, sah ich im Babygeschäft einen schönen Laufwagen aus Holz von Hapé. Der hat mir so gut gefallen, dass ich ihn gleich mitnehmen musste. Später wurde dieser dann zum Geschenk von Oma umfunktioniert. Paul war natürlich sehr dankbar, inspizierte den Wagen ein paar Tage von vorne bis hinten sowie von oben bis unten. Nur eins tat er nie: den Wagen als Laufwagen benutzen. So ein Laufwagen ist dazu gedacht, sich daran festzuhalten, wenn man noch nicht frei laufen kann. Sowas ähnliches gibt es ja auch für Omas und Opas, die sich auch wieder festhalten müssen beim Laufen. Paul macht das auch regelmäßig, allerdings nicht mit dem dafür angeschafften Wägelchen, sondern mit allen anderen Dingen, die sich von so einem kleinen Jungen herumschieben lassen. Dabei hat er zwei Favoriten: seinen riesigen Hochstuhl und sein Bett (das auf Rollen steht). Neuerdings schiebt er am liebsten sein Bett durchs ganze Kinderzimmer und am liebsten würde er es auch zur Tür rausschieben. Aber da ist ja neuerdings ein Gitter.  ("mehr, mehr! Mach mir die Tür auf! Ich will durch die Stadt fahren; alle Menschen sollen mich fahren sehen.")

3. Lauflernhilfe
Das hab ich neulich mal auf der Straße gesehen und hab gedacht, ich kuck nicht richtig. Das ist so eine riesige Plastikstuhlkonstruktion mit Rollen, in die man sein Kind setzen/hängen kann und mit der sich das Kind dann vorwärts bewegen kann. Gruselig kann ich nur sagen. Mir wär das schon unangenehm, wenn ich sowas zu Hause benutzen würde, aber das Baby, was ich neulich gesehen habe, wurde von seinen Eltern in so einem Ding an der frischen Luft herumbewegt. Das sieht ungefähr so aus: hier (Man lasse sich nicht täuschen von dem fröhlichen Babyblick).
Lieber Paul, das bleibt dir erspart, keine Angst. Und auch die Gitter kommen irgendwann weg. Abgesehen davon bin ich mir sicher, dass du schnell lernen wirst, wie man Türgitter öffnet und aus Laufgittern rausklettert. Dein Papa hat das auch sehr schnell gekonnt. Und nichts ist doch schöner als die selbst erkämpfte Freiheit. Ungefähr wie bei den beiden hier.


Montag, 19. Dezember 2011

Dinosaurier-Carbonara

Heute gabs zum Mittagessen Dinosaurier-Carbonara.
Das Rezept is ne abgespeckte Version von dem hier.

Zutaten:
1 kleine Zwiebel
3 Scheiben Schinken (so n Kinderschinken war das. Kinderschinken ist natürlich auch Blödsinn, aber der war bisl weicher und salzärmer)
1 TL Tomatenmark
1/2 Knoblauchzehe
1 TL Mehl
ein Schluck Sahne
60 ml Milch

Zubereitung
Zwiebeln, Schinken und gehackten Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten
Tomatenmark dazugeben
mit Mehl bestäuben
dann mit der Sahne und der Milch aufgießen und
10 Minuten köcheln lassen
SERVIEREN 

Dieses Mittagessen könnte aus vielerlei Hinsicht ein Misserfolg gewesen sein.  Es kommt natürlich auch darauf an, was man als Misserfolg definiert (Paul hat alles aufgegessen und schläft gerade einen herrlich zufriedenen, ausgedehnten Mittagsschlaf, so schlecht kann es also nicht gewesen sein). Aber er hat beim Essen, sagen wir mal auf sächsisch, rumgeningelt und nicht so richtig mit Genuss gegessen. Da hab ich eben mal kurz eine mögliche Ursachenliste erstellt:
1) die Dinosaurier waren heute al dente, das hat Paulchen nicht gepasst, das war ihm anzumerken. Als ich alles bisl gemixt hatte, rutschte es besser, war zumindest mein Gefühl. Aber das schien nicht das einzige Problem.
2) das Essen ist ein bisschen salzig geraten, obwohl ich gar kein Salz verwendet habe (kann man mal sehen, wie salzig Wurst so is)
3) der Schinken war auch nur mit Kauen zu bewältigen: NERV (wir warten ja immernoch auf Backenzähne)
4) Paul machte ein Gesicht wie: "Schon wieder Dinosaurier? Haste nich wat anderet Mutter? Wat isn aus den juten alten Kartoffeln jeworden?"
5) das erste Mal Knoblauch?
Diese Liste wäre natürlich nur dann wirklich nützlich, wenn ich jetzt im Ausschlussverfahren alles durchprobieren würde: Carbonara ohne Knoblauch, Carbonara mit matschigen Nudeln, salzlose/-arme Carbonara, Carbonara mit...hmmm...mit Schinkenpüree. Aber erstens hab ich noch andere Hobbys und zweitens ist mir das angesichts der Tatsache, dass Paul alles aufgegessen hat, nicht so wichtig. Denn hier wird schließlich gegessen, was auf den Tisch kommt. Und das weiß Paul offenbar auch. :-)) 

Machs mit, machs nach, machs besser

Wenn das Kind ersten eigenen Anweisungen folgt, soll man das genießen solange es anhält, hab ich mir sagen lassen. Genau das machen wir hier zur Zeit, nach dem Motto machs mit, machs nach, machs besser, und amüsieren uns königlich. In den letzten zwei Wochen hat er verschiedene Dinge gelernt, die den Spaßfaktor im Haus hier mächtig erhöhen. 
1. Paul kann jetzt klatschen. Das hat er mit seiner ungarischen Oma trainiert und nachdem er ein paar Tage nur für die Oma zur Musik geklatscht hat, macht er das jetzt auch auf Anweisung unsererseits, ob auf deutsch oder ungarisch ist dabei unwichtig. Hauptsache man klatscht dann auch ordentlich mit.
2. "Hände hoch!" Immer wenn Paul das hört, reißt er die Arme in die Luft. Wenn er sich gerade irgendwo festhält, dann schmeißt er ersatzweise nur einen Arm nach oben. Dieses Spiel dreht Paul auch gerne um, indem er seine Hände hochreißt und dich damit auffordert, es ihm nachzutun.
3. Paul gibt neuerdings Küsschen (oder auf ungarisch "puszi") nach Aufforderung - seine wohl momentan süßeste neue Fähigkeit. Zum Dahinschmelzen.
Es gibt allerdings auch Anweisungen, denen er nur sehr ungern folgt, mitunter begleitet von kurzen, hysterischen Aussetzern: z.B. weg vom Kühlschrankschloss, weg vom Herd, Finger aus der Steckdose. Aber man kann ja auch nicht gleich alles auf einmal verlangen, stimmt's Paul?

Dinosaurierbolognese

Manchmal kauft man ja Dinge, die man eigentlich so gar nicht gebraucht hat. Das macht man schon, wenn man allein ist. Mit Baby kann das durchaus noch häufiger vorkommen. Und so hab ich vor einer Weile sogenannte Kindernudeln in Dinosaurierform gekauft, in der Drogerie wohlgemerkt, allein das ist schon irgendwie sonderbar. Da Paul mit Dinosauriern noch nix anfangen kann, mit Nudeln aber schon, hab ich ihm mal wieder welche gekocht gestern. Dinosaurierbolognese. Lecker, lecker.

Zutaten:
30-40 g (Schätzung) Dinosauriernudeln (wichtig, sonst muss man das Rezept umbenennen)
40 g Rinderhackfleisch
1 kleine Zwiebel
vier Blätter Basilikum
1 TL Tomatenmark
4-5 El passierte Dosentomaten (echte Tomaten machen hier grad gar keinen Sinn)
Wasser nach Geschmack
2 EL geriebener Käse, bei uns wars Gouda

Zubereitung
Nudeln kochen
in einem zweiten Topf die kleingeschnittenen Zwiebel und das Hackfleisch in etwas Olivenöl anbraten
dann Tomatenmark hinzufügen
mit Dosentomaten und Wasser auffüllen
und ca. 20 Minuten köcheln (eigentlich länger bei Bolognese, aber das hab ich mal abgekürzt)
Basilikum hacken und dazugeben
Salz hab ich weggelassen, weil am Tomatenmark und an den Dosentomaten auch Salz dran is, Pfeffer, Knoblauch, Oregano und andere Gewürzkollegen auch erstmal

Nudeln mit Sauce bedecken, Käse drüberreiben und los geht die Nudelschweinerei (irgendwie fällt da ja immer die Hälfte wieder raus). Große Begeisterung haben übrigens die Käsefäden ausgelöst. 

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Lieber Paul, (lieber Moritz)

sag mal, bist du eigentlich darauf vorbereitet, dass du bald nicht mehr der einzige "König" in diesem Hause sein wirst? Mein Date mit Moritz rückt immer näher und ich fühl mich so gar nicht vorbereitet. Du? 
Ich hab gar keine Ratgeber zum Thema "Hilfe, das zweite Kind kommt" gelesen, hab keine Ahnung, wie ich euch zwei stillen soll und bin schon wegen meinem Geburtsdate mit Moritz allein ziemlich nervös. Denn bei deinem kleinen Bruder besteht ja nun immernoch die Möglichkeit, dass er sich im Gegensatz zu dir allein auf den Weg macht. Auch darüber hab ich gar keine Ratgeber gelesen, höchstens vor einem Jahr, kurz vor deiner Geburt, als weder Treppensteigen noch heiß baden dich auf den Weg bringen wollte. Ich hab mich zu deiner Geburt verabredet, einen Termin im Krankenhaus gemacht, am 17.11.2010, 8 Uhr. (Wir sind übrigens zu spät gekommen, alle drei). Der weitere Verlauf dieser Verabredung war dann nicht nur romantisch, aber immerhin wusste ich immer, womit ich zu rechnen habe. Vielleicht wird das auch bei deinem Bruder so sein. Aber vielleicht muss ich auch mitten in der Nacht aufstehen, deine Oma und deinen Opa aus dem Bett klingeln und in die Klinik fahren. Damit dieser Fall eintritt, müsste der süße Fratz sich in den nächsten 8-9 Tagen auf den Weg machen, denn danach ist schon der Papa da, das fühlt sich gleich viel besser an.
Die Frage, die mich bei allem am meisten bewegt ist, wie du wohl reagieren wirst, darauf, dass ich für eine Weile nicht zu Hause bin (so lange waren wir ja noch nie getrennt), und darauf, dass ich bei meiner Rückkehr ein Brüderchen mitbringe, mit dem man so jetzt nicht gleich wirklich was anfangen kann, also du meine ich. Ich werd schon meine Beschäftigung mit ihm haben. Und wie deine Großeltern wohl reagieren werden, für die du immer der "kleine König" bist. Sie überlegen schon jetzt, wie sie das wohl machen, wenn Moritz da ist. Es geht das Gerücht, dass du dann zum "großen König" wirst und Moritz zum "kleinen". Ich bin gespannt.
Heute haben die Oma und ich deinen ersten waschechten hysterischen Anfall erlebt, so mit Füßen aufstampfen und so (übrigens deshalb, weil du nicht an den Spülschrank durftest). Wirst du so auch dein Brüderchen empfangen? Oder wirst du mir weiterhin mit deinen Patschehändchen auf den Bauch klatschen und dich nun wundern, warum da keine Bewegung mehr herrscht? Ich bin sehr gespannt, mein lieber Paul. Was du wohl sagst. Und ob du vor Begeisterung in die Hände klatschst, wenn wir wieder da sind. Das kannst du ja jetzt so schön.
Deine Mama.

Lieber Moritz, 
dein Vater hat dich für das neue Jahr bestellt. Ich persönlich wär nicht böse, wenn du dich noch 2011 auf den Weg machst. Sei mir nicht böse, dass ich auf das vermehrte Treppensteigen und heiße Baden in deinem Fall verzichte. Das hat nichts mit mangelndem Interesse zu tun. Dein Brüderchen vom Herd, Kühlschrank und anderen spannenden Orten wegzutragen ist geburtsfördernd genug. Wenn dir das für den Auszug nicht reicht, dann muss ich mich wohl noch gedulden. Das tu ich auch. Aber wir erwarten dich hier alle mit Spannung. Dein Bett steht bereit, dein Bruder versucht dich auch schon immer aus dem Bauch rauszuklatschen und dein Papa freut sich im Moment leider meistens aus der Ferne. 
Wir hoffen auf ein baldiges Zusammentreffen. Dann sind wir endlich zu viert.
Deine Mama

Weiß-gelbe Inseln auf schon wieder grünem Grund

Vom gestrigen Rezepttitel und meiner Vorratskammer inspiriert gab es heute für Paul einen echten deutschen (zumindest bei mir zu Hause) Klassiker: Spinat, Kartoffeln und Ei. Hier ist das Rezept:

Zutaten:
100 g frischer Spinat (ich hatte Babyspinat aus Mangel an anderem)
1 mittlere Kartoffel
1 Ei
eine Zwiebel
4 kleine Mozzarella
1 Schuss Milch
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
- ein Ei kochen (ich habs hart gekocht, in zehn Minuten) 
- in einem kleinen Topf die Kartoffel (in kleinen Stückchen) kochen
- in einem anderen Topf klein geschnittene Zwiebelstückchen (ungefähr drei Scheiben) in etwas Butter oder Olivenöl (ich hab Butter genommen) anschwenken und dann den Spinat dazu geben
- mit einem Schuss Milch aufgießen und in 2-3 Minuten zerfallen lassen
- dann die klein geschnittenen Mozzarellastückchen dazugeben und schmelzen lassen, mit wenig Salz und Pfeffer würzen
- danach pürieren
- zum Schluss die Kartoffeln auf dem Teller verteilen, mit dem Spinatpüree abdecken und mit dem Ei dekorieren
Fertig sind die weiß-gelben Inseln auf schon wieder grünem Grund. Und so sahen sie aus:
Langsam brauche ich für Pauls Essen mehr Töpfe als für meins. Aber die Breizeiten sind wohl langsam vorbei, der Junge hat ja inzwischen schon echte Eckzähne. Das Mittagessen endete natürlich mit Spinat in den Haaren, aber gemundet hat es trotzdem und es waren ja zum Glück nicht meine Haare.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Weiße Inseln auf grünem Grund

Heute wollte ich mal wieder was Lustiges für Paul kochen und hab mir mein Dagmar Cramm Kinderkochbuch rausgewühlt. Das Rezept "Grüner Reis mit weißen Inseln" hat mir irgendwie gefallen und ich hatte auch alle Zutaten da. Aber als ich mit der Vorbereitung anfing, hab ich bemerkt, dass auch eine Avocado endlich reif ist und hab das Rezept ein wenig abgewandelt. Und weil die Avocado ja von Natur aus sehr fettig ist hab ich mit ihr das Pesto ersetzt. Und auf Milch hab ich auch verzichtet und normalen Reis genommen. Also im Grunde hab ich alles so wie im Rezept gemacht, nur ganz anders. Hier ist das Rezept für meine "weißen Inseln auf grünem Grund":
Zutaten:
1 halber Zucchino (oder Zucchini, je nachdem was besser gefällt)
3 EL Reis
3 EL Avocado
5 Mini-Mozzarella
3 Blätter Basilikum
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
- Reis kochen 
- Zucchini schälen, mit dem Löffel entkernen, in kleine Stücke schneiden, 5 Minuten kochen, zusammen mit 3 EL zerdrückter Avocado pürieren
- Basilikumblätter hacken, mit Salz und Pfeffer zum Zucchini-Avocado-Mus geben
- Reis unterrühren
- Mini-Mozzarella in Hälften schneiden und den grünen Pamps damit dekorieren 
Fertig sind die weißen Inseln auf grünem Grund. Paul hat sie mit ziemlicher Gleichgültigkeit schnabuliert. Wahrscheinlich zu wenig FLEISCH :-)

Dienstag, 13. Dezember 2011

Was er alles kann IV

Das letzte Was er alles kann ist ja schon ne Weile her, deswegen wird es höchste Eisenbahn für die Fortsetzung. Denn Paul hat inzwischen eine Menge gelernt. Er kann jetzt:

- das Tiefkühlfach aufmachen (nachdem der Kühlschrank gesichert ist und dort bei jedem Öffnungsversuch ein NEIN ertönt, hat er sich einfach der Tür eins höher gewidmet, hm.)
- die Waschmaschine öffnen und dabei ganz unschuldig kucken (Toplader)
- Schokolade in den Mund befördern (wer hätte das gedacht)
- winken (aber nur auf ungarisch in Verbdindung mit Pápá)
- die ganze Küche im Laufschritt erobern, indem er seinen Hochstuhl von Möbelstück zu Möbelstück schiebt (wer braucht schon Laufwagen)
- eine Lampe kaputt machen und hinterher Mama dazu bringen, ihn zu trösten
- die ganze Nacht (eigentlich mehr als das) schlafen von sieben bis sieben und dann fröhlich plappernd aufwachen (ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin)
- Legosteine auseinanderbauen (zusammenstecken, daran arbeitet er noch: Bauen beginnt mit Abriss)
- zwei Stullen und eine Porton Griesbrei mit ner halben Banane auf einmal essen
- die Arme hochreißen und und damit in der Luft rumschwenken
- sich hinter einem Handtuch verstecken und verschmitzt hervorkucken
- den schüchternen Jungen geben (Finger in Mund und nach unten kucken)
- tanzen, singen.... und weinen, wenn die Musik aufhört
- Küsschen geben (statt beißen, jej)
- den Löffel zum Mund führen (was übrigens nicht bedeutet, dass er ihn auch immer dahinführt)
- sich lautstark aufs Essen freuen
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das sind eher meine Lieblinge. Lieber Paul, weiter so. Vor allem, was schlafen, spielen, essen und alles andere angeht.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ein voller Schlafsack für ein Wannenbad

Gestern hab ich das Hauptevent des Tages nicht mehr festgehalten. Am Abend waren die Eindrücke auch schon etwas verblasst und während des Tages hatte ich zuviel mit der Verarbeitung und Beseitigung dessen zu tun. 
In der Früh hab ich mich gewundert, warum Paul so still war beim Stillen (höhö) und auch danach. Er war ganz komischer Stimmung, so ruhig und irgendwie eigenartig drauf. Ich hab mich nicht weiter darum gekümmert, weil er wunderbar lange und ausgiebig geschlafen hatte und auch nicht weinte oder sonst irgendwie schlechte Laune hatte. Aber bemerkt hab ich was.
Als ich Paul dann aus dem Schlafsack holen wollte, um ihn für den Tag anzuziehen, sah ich, was ihn hatte vor Ehrfurcht, Angst (so wirkte das) verstummen lassen: Paul hatte das Konzept Windel in der Nacht ignoriert und seinen Schlafsack als Windel benutzt, einerseits weil die Windel wohl nicht ganz fest saß, andererseits weil die Menge der Ausscheidungen die Fassungskapazität einer durchschnittlichen Windel in solcher Weise übertraf, dass kaum der Schlafsack ausgereicht hatte. Als ich ihn gänzlich ausgepackt hatte, wurde klar, Paul hatte sich doch tatsächlich ein morgendliches Wannenbad erkackt. Keine Feuchttücherpackung der Welt hätte mir hier effektiv weitergeholfen. Den Jungen aus diesem Schlamassel rauszuholen war ein Erlebnis, das ich gerne mit jemandem geteilt hätte, aber leider war niemand da, deswegen musste ich das jetzt doch noch festhalten. 
Paul genoss die Dusche und das morgendliche Baden sehr. Nachdem er von allen Spuren befreit war, zeigte sich auf seinem Gesicht ein Strahlen und eine Freude, die mir Angst machte, denn es wirkte so, als wolle er sagen: "Ach so, wenn man hier ein anständiges morgendliches Wannenbad haben will, dann muss man also nur den Schlafsack vollkacken. Alles klar, dann weiß ich ja jetzt Bescheid." Bitte nicht, lieber Paul!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Schokolade für Paul

Neulich hat die Internetoma gesagt, dass sie in einem Laden war und nach Schokolade gefragt hat für einen kleinen Jungen, der eigentlich noch gar keine Schokolade essen darf/isst, um diese ins Weihnachtspaket für Paul zu legen. Da ist mir aufgefallen, dass ich mich damit noch gar nicht beschäftigt habe. Warum soll er eigentlich keine Schokolade essen? Naja, wegen der Nüsse/Nussspuren vielleicht und natürlich wegen dem Zucker. Aber ich bin bisher einfach noch nicht auf die Idee gekommen, dass der Junge vielleicht Schokolade bräuchte/wollte.
Auf jeden Fall hat Paul tatsächlich noch keine Schokolade bekommen. Jetzt wird es wohl allerdings bald soweit sein. Weihnachten geht ja schlecht ohne Schoki. Die Schokolade kommt um Paul nun nicht mehr herum, beziehungsweise Paul um die Schokolade. Am Wochenende wird es soweit sein. Dann machen wir hier Schokoessen für Anfänger. Den ersten eigenen Schokonikolaus hat Paul gestern ja schon bekommen. Damit werden wir wohl anfangen; aber erst am Wochenende. Denn Schokoessen für Anfänger...dafür muss ein Profi anwesend sein; einer, der was davon versteht: der Papa.

Montag, 5. Dezember 2011

Stillen zu dritt (II)...

wird langsam zur echten Herausforderung. Paul ist jetzt fast 13 Monate und da gilt unser Stillen ja schon als Langzeitstillen, was eigentlich nichts weiter heißt als dass statistisch gesehen in unseren Breiten die Kinder im Durchschnitt nicht so lange gestillt werden und die meisten Leute das deswegen auch etwas befremdlich finden. Aber bei Paul und mir ist das mit den Leuten so eine Sache. Was die meisten Angelegenheiten betrifft, interessiert uns herzlich wenig, was sie denken. Und Paul findet Stillen auch weiterhin weder befremdlich noch sonst irgendwie unnatürlich. Gestillt wird er zur Zeit noch morgens, mittags und abends. 
Besonders abends ist das zur Zeit ein gutes Stück Arbeit (Ja, wir machen wieder Einschlafstillen). Da sitze ich dann, nachdem ich den Jungen gebadet habe (was mit meinem dicken Bauch und unserer in den Boden eingelassenen Badewanne auch nicht gerade ein Kinderspiel ist) und versuche Paul irgendwie um meinen Bauch, also um Moritz herumzuwickeln. Paul macht sich das irgendwie bequem, aber Moritz findet Pauls Wunsch nach Bequemlichkeit befremdlich und unangemessen. Der quetscht sich dann in die Ecke Restbauch, die von Paul nicht verdrängt wird und quetscht damit (meine) Adern und Organe zusammen, sodass mir nach ner Weile ganz schummerig wird und ich meine bequeme nach hinten gelehnte Haltung verlassen muss, um mich nach vorn zu beugen. Die beiden Kerls denken wahrscheinlich, warum soll Mama es bequem haben, wenn wir uns hier so quetschen müssen. Einmal nach vorne gebeugt, wird es natürlich richtig krampfig. Irgendwann wechseln wir die Seiten. Das hilft aber nur kurzfristig, weil auf diesen Positionswechsel eigentlich keiner Bock hat außer mir. Und dann kommt ziemlich bald der Moment wo ich immer an dieses Buch denken muss, das kürzlich von diesem Vater veröffentlicht wurde, mit dem Titel: "Verdammte Scheiße, schlaf ein!" 
Und wenn er dann endlich eingeschlafen ist, dann freu ich mich auf/über zwei Dinge: 1. Pauls derzeitige Angewohnheit von sieben bis sieben durchzuschlafen. 2. Dass mir nur noch ein paar Wöchelchen bleiben, in denen ich Paul um meinen Bauch wickeln muss. (Danach werd ich dann wahrscheinlich beide um meinen Bauch wickeln.)

Paul ist berühmt

...naja nur fast. Die schönsten Fotos der Fotografin, die neulich bei uns war, um (hauptsächlich) ihn zu fotografieren, sind jetzt auf ihrem Blog veröffentlicht, neben vielen anderen schönen Fotos. Und hier geht's dahin.

Freitag, 25. November 2011

Auf diese Premiere...

hätte ich wohl verzichten können. Aber über kurz oder lang war damit wohl zu rechnen. Paul hat sich gestern das erste Mal echt verletzt, so mit Blutfließen und so. Und weil die Verletzung im Mund war, sah das auch noch so richtig gruselig aus und ich hatte beinahe einen Herzinfarkt. 
Alles ging so schnell, dass ich gar nicht richtig verstanden hab, was passiert ist. Paul stand am Bett und mit einem Mal rutschten ihm die Füße weg und er fiel mit dem Mund auf die Bettumrandung (ich schreibe bewusst nicht Kante, weil da keine Kante ist, sondern ein runder Metallrahmen, der mir eigentlich nicht so einen gefährlichen Eindruck gemacht hat), um dann auf dem Rücken mit dem Kopf auf dem Boden zu landen. Im ersten Moment hab ich gedacht, ach nicht so schlimm, mein Kleiner. Komm mal her, nix passiert. Und dann sah ich das Blut im Mund und da wars aus mit mir. In sowas bin ich echt ne Weichwurst, ne Sauna-unten-Sitzerin oder ne Warmduscherin, wie auch immer man das so nennen mag.
Der Junge hätte sich vermutlich noch viel schneller beruhigt als er es sowieso schon hat, wenn ich nicht so geflippt hätte wegen dem Blut. Ich hab auch erst gar nicht gesehen, woher das kam. Ich dachte, die Schneidezähne (die hätte er ja dann nicht lange gehabt). 
Nachdem wir uns beide beruhigt hatten, Paul ein bisschen schneller als ich, konnte ich sehen, dass sein Lippenbändchen oben wohl verletzt war. Und das geht, wer sich damit auskennt, mit ner ganz schön beeindruckenden Blutmenge einher, ist aber insgesamt eher harmlos. Auch die Blutmenge ist wohl nicht so groß, sieht aber so aus durch die Vermengung mit Speichel vermute ich. 
Paul hat jedenfalls ganz schnell wieder gespielt und gelacht, trotz dicker Lippe. Abends beim Einschlafen sind bei ihm die dramatischen Ereignisse richtig ins Bewusstsein gesackt und er hat lange geweint, aber heute Nacht haben sich alle beruhigt: Lippe, Zahnfleisch, Paul und Mama. Wunden im Mund heilen ja zum Glück furchtbar schnell.

Jetzt bin ich wohl Anya

Heute Morgen bin ich vom Bad ins Schlafzimmer geeilt. Auf dem Weg dorthin kam ich durch die Küche und Paul stand im Laufgitter und sah mich vorbeieilen. Und da war es dann plötzlich: "A-N-Y-A!" ganz laut, ganz eindeutig und unmissverständlich: "MAMA wo willst du hin? Komm zurück!" Nur eben nicht Mama, sondern das ungarische Gegenstück, anya. Nun weiß ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Mein Kind spricht ungarisch. Wahrscheinlich bald besser als ich. Die deutsche Oma hat gleich reklamiert und gesagt, er hätte ja auch schon Ma-Ma-Ma gesagt. Aber leider ist ma-ma-ma eben nicht "Mama!" und das war bisher auch eindeutig nicht ganz so eindeutig wie das "anya" heute Morgen. Ist ja auch kein Wunder. Alle nennen mich ja hier so. Woher sollte er wissen, dass ich Mama bin. Die paar Male, wo ich ihm das sage, machen aus mir wohl keine Mama. Nun bin ich also zuerst eine anya.
Lieber Paul, nenn mich wie du willst, mit ein paar Einschränkungen natürlich, wie zum Beispiel "Alte" oder "Erzeugerin", für mich bist du immer mein Paulchen. Und bei allem bleibt mir immernoch die Hoffnung, dass der erste richtige, echte "Mama"-Ruf nicht ganz so herrisch daher kommt wie das "A-N-Y-A" heute Morgen.

Donnerstag, 24. November 2011

winke winke - pápá

Gestern war wieder eine Premiere im Leben von Paul. Er hat zum ersten Mal gewunken. Richtig deutlich erkennbar mit der Hand, den Fingern, praktisch dem ganzen Arm. Und dabei gelächelt. So ein schöner Moment. Witzig war die Angelegenheit auch, denn Pauls nagymama und nagypapa üben schon ganz lange mit ihm das Winken, aber natürlich immer auf ungarisch begleitet von der ungarischen Version von "winke winke", nämlich "pápá". Ist ja leicht zu verwechseln mit dem deutschen "Papa". Vielleicht deswegen hat Paul das erste Mal seiner Internetoma über Skype gewunken. Da hieß es winke winke, nicht zu verwechseln mit Anverwandten jedweder Art. Aber da die Winkegeste in der Familie geblieben ist, sind auch so alle glücklich und warten gespannt auf ihr nächstes Erscheinen.

Mittwoch, 23. November 2011

Und er isst alles oder?

Wie sich doch die Dinge ändern! Heute waren wir bei der Kinderärztin zur 12-Monats-Untersuchung, das Gegenstück zur deutschen U6. Es wurden verschiedene Dinge gestestet und abgefragt und Paul entwickelt sich neuerdings, Zitat, "prächtig". Kein Wort mehr über Entwicklungsverzögerung oder ähnlichen Schmu. Aber das mein ich gar nicht, wenn ich meine, dass sich die Dinge ändern. 
Das Wichtigste für mich während der ganzen Untersuchung war mein Fachgespräch mit der Kinderärztin über Pauls Ernährung. Ich hab ja bereits geschrieben, dass Paul jetzt alles essen darf (theoretisch). Heute hat uns auch die Kinderärztin bestätigt, dass sich mit dem 1. Geburtstag praktisch alle Regeln selbst aufheben und man seinem Kind geben kann, was man gerade will, da hat oder was gerade weg muss. Das zeigte sich für mich an der Frage: "Und er isst alles oder? bzw. auf ungarisch "És eszik mindent, ugye?" Ich wusste ehrlich gesagt nicht genau, was ich darauf antworten sollte. Mir fielen verschiedene Dinge ein, wie: "Ja klar, wir kommen grad von McDonalds, war superlecker. Die ham grad n Special" oder "Eigentlich alles, ja. Nur Sushi mag er nicht so." oder "Ja, vor allem mir die Haare vom Kopf."
Aber da ich nicht so witzig bin, wie ich behaupte, hab ich einfach genickt und "Ja" gesagt. Damit war das Fachgespräch über die aktuelle Ernährung meines Einjährigen beendet und beide Seiten waren zufrieden. Die Ernährungsratschläge meiner Kinderärztin hab ich ja bisher auch nicht wirklich ernst genommen (man erinner sich an die Haushaltskekse). Ich hab mich allerdings gewundert, dass die Frage "Was, Sie stillen immernoch?" diesmal ausblieb, aber ich habe den leisen Verdacht, dass ihr Ausbleiben auch mit Pauls 1. Geburtstag zusammenhängt. Denn mit einem Kleinkind darf man wirklich alles machen, nur stillen....das ist doch irgendwie komisch.

Spektakel- und debakelfrei

Völlig unspektakulär lief die heutige Rote-Bete-Zubereitung und Fütterung ab. So unspektakulär, dass ich mir nicht sicher bin, dass es einer Wiederholung bedarf (ja, ich hatte mir durchaus mal ein kleines Mini-Spektakel erhofft). Weder die Zubereitung hinterließ irgendwelche Flecken auf Gegenständen oder Kleidung noch die Fütterung. Auch der Geschmack war wenig spektakulär, recht mild für meinen Geschmack, für die kleinkindlichen Geschmacksnerven so durchaus geeignet. Aber da empfohlen wird die Knolle mit Schale zu kochen, damit sie nicht ausblutet, ist die Kochzeit von 40 Minuten doch erstens recht unpraktisch und zweitens frag ich mich, wie viele von den Vitaminen denn da noch erhalten bleiben. Möchte gar nicht wissen, wie lange das Knöllchen gedünstet werden müsste, das erinnert wahrscheinlich an Truthahngarzeiten. Ein Reklamationsdebakel blieb auch aus, Paul spachtelte die brombeerrote Masse relativ teilnahmslos hinunter, vermutlich weil der Geschmack doch relativ angenehm und wenig auffällig ist. Einzig die Farbe des Breis beeindruckte sehr. Hier ein Foto von dem Zauberbrei (ca. 100 g Kartoffeln, 140 g Rote Beete, ein bisschen Sonnenblumenöl und Pfeffer):

Dienstag, 22. November 2011

Ein roter Tag im Kalender

Morgen wird ein roter Tag im Kalender. Rot wird er, weil es was intensiv Rotes zu essen geben wird und demzufolge, da können Paul und ich noch so vorsichtig sein, vermutlich rote Flecken an den verschiedensten Stellen unserer Kleidung geben wird; und zu guter Letzt weil ich aller Voraussicht nach im Falle des Missglückens des Versuchs den Tag im Kalender rot anstreichen werde zur Erinnerung: Nie wieder Rote Bete.
Mir kommen ja manchmal so glorreiche Ideen am Gemüsestand, weil ich mich beim Gestampfe von Möhren, Kartoffeln und Kürbis einfach häufiger langweile. Paul hat zwar noch nie reklamiert, er ist sowieso nicht von der Sorte Reklamateur, wie es scheint. Aber es kann ja trotzdem nicht immer nur Möhren geben. Außerdem kann man auch zu einem der beliebtesten Babyeinführungsgemüse zahlreiche Veröffentlichungen im Internet finden, die von Anti-Möhren-Gruppierungen stammen (erstens stopfend, zweitens verpestet, drittens zu süß etc.). Deswegen hatte ich neulich am Gemüsestand die Idee, mein Kind mal wieder mit saisonalem Gemüse vollzustopfen, im aktuellen Fall: Rote Bete.
Ich selbst kenne rote Bete nur in Salatform und sauer eingelegt und bin davon auch kein besonderer Fan. Aber deswegen will ich Pauls Gaumen den Genuss dieser fröhlichfarbigen Knolle nicht vorenthalten. Aber zuerst hab ich natürlich recherchiert, wie immer. In einem Forum schrieb eine Mutter, dass ihr Mann die gleiche Idee wie ich hatte und mit roter Bete vom Gemüsehändler nach Hause kam. Das wurde nur kommentiert mit: "Typisch Mann" (zu deutsch: keine Ahnung). Aber es gibt auch durchaus einige Fans von Rote-Bete-Brei für Babys, da die Knollen wohl durchaus wertvolle Inhaltsstoffe haben, wie u.a. Kalzium und Magnesium.
In einem sind sich aber alle einig. Wer rote Bete zubereitet und/oder isst, sollte sich entweder in Gummi kleiden oder gleich nackt arbeiten/essen. Es wurde sogar der Vorschlag gemacht, die Küche mit Folie auszulegen und die Tapete in irgendeiner Form abzusichern, um sie vor Flugschäden zu schützen. Da Paul bekannt ist für seine Beherrschung beim Essen (man erinnere sich an die Geburtstagstorte), mache ich mir aber keine allzu großen Sorgen. Worauf ich allerdings gespannt bin, ist der brombeerrote Stuhl, und ich meine hier nicht die Sitzgelegenheit. Das kann man jetzt als pathologisch einstufen, aber das stört mich nicht. Das gehört zum Mamasein dazu, dass man Stühlen eine größere Bedeutung zumisst als üblicherweise angemessen.

Montag, 21. November 2011

Alternative zu Stulle mit Brot

Paul isst seit einer Weile Stulle. Für diejenigen, die nicht wissen, was eine Stulle ist, das ist eine Bemme, Kniffte oder Schnitte. Wer jetzt immernoch nicht Bescheid weiß, der isst entweder kein Brot oder wohnt in den falschen Regionen: eine Stulle ist "eine Scheibe Brot". 
Paul kann mit diesen ganzen Begriffen auch nix anfangen, sehr wohl aber mit dem Gegenstand, für den diese stehen. Er mampft seit geraumer Zeit vormittags so gegen halb zehn zwei Stüllchen und am Abend zwei richtige echte Stullen (echte Stullen unterscheiden sich von Stüllchen allein in der Größe). 
Wegen der vielen Regeln zur Babyernährung und Pauls bisherigem Unvermögen richtig zu kauen, hatte ich so meine Schwierigkeiten, was ich ihm wohl so auf die Stulle tu. Bisher kam da nur Frischkäse und Butter in Frage oder Margarine, aber ich kann Margarine nicht leiden. Mit Leberwurst hab ichs auch versucht, aber die is extrem würzig im Vergleich zu dem, was er sonst so isst und außerdem voll mit Geschmacksverstärkern, die er ja sowieso früh genug bekommt. Und da ich das Kind ja nicht immerzu mit Frischkäse vollstopfen kann, Stulle mit Brot aber irgendwie keine Alternative ist, hab ich überlegt, was ich denn ich denn jetzt bitte zur Abwechslung auf die vermaledeite Stulle schmiere. Morgens Marmelade, Nutella oder Honig würde noch gehen, aber das passt eigentlich nicht so richtig zum Graubrot und is ja auch alles süß. Gestern kam mir dann die Erleuchtung am Gemüsestand: Avocado. Gesehen, gekauft, geschmiert, gewürzt, gegessen, für lecker befunden. Und dann gegoogelt und festgestellt, dass man Avocados auch zusammen mit Banane und Pfirsich gemanscht als süßen Brei geben kann. Cool eigentlich, aber wir wollen ja weg vom Brei. Bisl teuer so eine Avocadostulle, aber sooo gesund! Und wie schöne grüne Flecken das macht! Empfiehlt sich scheinbar auch nackt zu essen, wie die Geburtstagstorte.

Pauls Geburtstagsparty oder die verpasste Chance zum Rumsauen

Am Samstag haben wir hier nun Pauls Geburtstag gefeiert, zusammen mit nagymama und nagypapa (die ungarischen Großeltern) und natürlich mit mir und dem Papa. Nachdem ich lange herumgeeiert habe, was ich denn wohl für einen Geburtstagskuchen backen soll, kam die Entscheidung am Freitag dann ganz plötzlich: Schwedische Apfeltorte. Das ist eine Torte, die eigentlich alles enthält, was Torte so enthalten muss, aber trotzdem irgendwie gesund rüberkommt, wie schon der Name verrät. Denn immerhin kommt sie ja nicht ohne Äpfel aus. Das Rezept ist ganz einfach. Man backt einen Tortenboden und auf den Tortenboden kommt eine Mischung aus geriebenen Äpfeln, Puddingsoße, Zitronensaft, Wasser und Eiern. Diese Mischung wird aufgekocht und dann abgekühlt auf dem Tortenboden mit einer Schicht Schlagsahne ganz oben serviert. Pauls schwedische Apfeltorte sah dann so aus (in Tortendekoschriftzügen, gebe ich offen zu, habe ich noch Lernpotential)


Nun findet man, wie ich ja schon erzählt hab, wenn man bei youtube "1st birthday cake" eingibt, lauter Videos mit Babys, die sich in ganze Torten stürzen, in sie hineinlegen, mit dem Kopf eintauchen oder mit Händen und Füßen Tortenbrei auf Hochstühlen verteilen, vorzugsweise nackt oder nur mit Windel bekleidet. So viel Babytortengenuss kam für unsere kleine bescheidene Feier nicht in Frage, da wir Erwachsenen, egoistisch wie wir sind, auch etwas von der Torte genießen wollten. Aber, so dachten wir, mit einem Tortenstück kann man doch auch ganz gut ein bisschen rumschweinern. 
So haben wir dann Paul ein Stück von der Torte auf dem Hochstuhltablett zur freien Verfügung serviert. Die Idee war, dass er mit der Hand reingreift und sich vollstopft - im besten Fall - im schlimmsten Fall hätte er die Torte nur breitgeschmiert, ohne drauf zu kommen, dass man die essen kann. Aber wie das manchmal schon so war mit meinen Ideen, hat Paul uns auch diesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er warf dem Tortenstück lange, nachdenkliche Blicke zu und richtete ab und an fragende Blicke an uns, während seine Großeltern ihm ihre Tortenstücke wohlwollend voraßen, um zu zeigen, was er damit machen könne. 
Es verging eine gefühlte Stunde, bevor der Junge sich beschwerte und einen neuen Blick aufsetzte, der da lautete: "Also entweder du holst jetzt den Löffel raus und fütterst mich mit diesem Zeug da oder du nimmst mich hier wieder aus dem Stuhl raus, damit ich wieder spielen kann." Dem Blick bin ich gefolgt und hab ihm das Tortenstück ganz brav vom Löffel serviert, ohne Schweinerei und Kleckerei, aber mit vielen eindeutigen Genussgeräuschen.
Lieber Paul, da hattest du nun mal Gelegenheit, ein bisschen mit leckerer Apfeltorte rumzuschweinern und was machst du? Schaust verständnislos in die Gegend und wartest auf Fütterung. Mit der Zucchini, die du neulich aus der Einkaufstasche gefummelt hast, hast du dich nicht so angestellt. Da hast du gleich herzhaft reingebissen.Wie kommt das bloß?

Donnerstag, 17. November 2011

So, lieber Paul...

jetzt bist du schon 1 Jahr alt. Genauer gesagt ist es noch nicht ganz so weit. Du bist ja erst um 23.50 Uhr zur Welt gekommen. Aber sagen wir mal so, um diese Zeit etwa warst du auch nicht mehr aufzuhalten. Und was soll ich dir sagen, mit dem 1. Geburtstag kommen eine Menge Veränderungen auf dich zu. Nicht ganz so viele wie für mich am Tag deiner Geburt, aber erwähnenswert sind sie trotzdem.
Zuallererst wäre da die weitreichendste, aber auch die schwierigste Veränderung zu nennen: Ab heute bist du kein Baby mehr. Und das ist nicht nur so ein Spruch. Nein, du bist jetzt offiziell ein Kleinkind und dadurch ändert sich für dich theoretisch sehr viel.
Ab jetzt kannst du nämlich offiziell fast alles essen und trinken, was bisher verboten war. Deine männlichen Vorfahren empfehlen ja alle schon seit längerem dich täglich mit Speck, Kolbász, aber eigentlich egal Hauptsache mit Fleisch, zu füttern. Was sich jetzt ändert ist einzig und allein die Tatsache, dass meine medizinischen Ausflüchte nicht mehr lange ernst genommen werden. 
Da du jetzt älter als ein Jahr bist, darfst du auch Kuhmilch trinken. Du darfst Eier essen, Käse und alle möglichen anderen Schweinereien. Zur Feier des Tages haben wir deswegen heute Apfelmusmuffins (mit Eiern, Milch, Zucker, Butter, selbstgemachtes Apfelmus, etc) gebacken und gegessen. Und dazu gabs ne extra Portion Kuhmilch in Form von Schlagsahne. Du hast dich nicht so auf den Muffin gestürzt wie die Babys, die man so unter dem Titel "baby first birthday cake" bei youtube findet, aber du hast dich auch nicht unbedingt gegen den Kuchen gewehrt.
Sicher hast du heute die Geschenke und Luftballons vermisst, die zu einem ordentlichen Geburtstag gehören (schließlich bist du ja kein Baby mehr!). Am Samstag holen wir das nach. Alles Liebe zum Geburtstag, Isten éltessen. Deine Ma-ma-ma-ma

Mittwoch, 16. November 2011

Hilfe, ich brauche Beschäftigung!

Ich hab mal wieder gegoogelt.
Thema: "wie beschäftige ich ein 12 Monate altes Baby" (andersherum ("wie beschäftigt ein 12 Monate altes Baby mich") ist eindeutig, da ist kein googeln notwendig!)
Ergebnis: ernüchternd bis erschütternd. auf jeden Fall erfolglos.
Problemstellung: Paul braucht Beschäftigung. Als Formel dargestellt sieht das Problem ungefähr so aus: 
Paul+Beschäftigung=glückliches Kind; 
Paul-Beschäftigung=unglückliche Mutter
Die Ursachen dafür liegen nicht unbedingt darin begraben, dass Paul zwangsweise unglücklich ist, wenn ich ihn nicht beschäftige und ich daraus resultierend unglücklich bin, sondern vielmehr, dass Paul sich in Ermangelung richtiger Beschäftigung immer häufiger unerwünschter Beschäftigung zuwendet, wie z.B. Kühlschrankmagneten vom Kühlschrank holen (und dabei leider kaputt machen), den Herd ein- und ausschalten, Regale ausräumen, Mülleimerinhalte untersuchen. 
Der gemeine Ostdeutsche (hier: als Prototyp nicht als fieser Ossi zu verstehen) empfiehlt an dieser Stelle, das Kind doch in eine Einrichtung zu stecken, es wäre dann jetzt soweit. Und er hat Recht. Paul ist bereit für andere Kinder, für anderes Spielzeug, für andere Zimmer, für andere Erwachsene. Aber die Möglichkeit besteht nicht. Wenn Paul also nicht zu alternativer Beschäftigung kommt, muss die alternative Beschäftigung zu Paul kommen. Hier kommt die Suchmaschine ins Spiel. Und mein Entsetzen. Auf der Seite babycenter.de gibt es eine Ecke mit dem Titel "Wir spielen", wo man Spiele für den eigenen Säugling findet. Wenn es nach diesen Profis geht soll ich meinen zwölfmonatigen Paul u.a.
- in einem selbstgebauten Sandkasten in der Küche spielen lassen
- in einem Planschbecken in der Küche Experimente mit Wasser machen lassen (wohlgemerkt zum Rumsauen mit Wasser, klar zu unterscheiden vom Baden, denn das macht man ja nicht mehr)
- Essen kochen, um ihn dann damit spielen zu lassen (Gesichter aus Erbsen und Möhren z.B.)
- eine Babypuppe windeln und anziehen lassen (wohlgemerkt während ich ihn selbst wickele, wie das gehen soll, steht da nicht genauer)
- Gartenmöbel oder Wände mit Wasserfarben bemalen lassen
So, lieber Paul. Nachdem ich mir diese ganzen Spielvorschläge auf der Zunge zergehen lassen habe, muss ich feststellen, so schlimm sind deine eigenen Spielideen gar nicht. Wenn ich mir vorstelle, was du mit Farbe, Wasser und Sand und Essensresten in der Küche anstellen würdest...da kauf ich lieber ein paar kindgerechte Kühlschrankmagneten und solange arbeiten wir dann weiter an deinem Turmbauvermögen und deiner Lesekompetenz mit Hilfe von Bilderbüchern. Is aber auch öde hier. Ich hoffe, du verzeihst mir irgendwann, dass wir den Sand für den Sandkasten, das Wasser fürs Baden und Trinken und das Essen für die Mahlzeiten aufheben und das Spiel mit der Babypuppe und den Gartenmöbeln auf ein andermal verschieben.

Freitag, 11. November 2011

Mein Baby schläft - den Mitmenschen sei Dank

Man sagt ja immer, man soll nicht für absolute Ruhe sorgen, wenn ein Baby schläft, damit es später nicht empfindlich für Geräusche wird. Also nicht auf Zehenspitzen rausgehen, sondern regelmäßig den Staubsauger anschmeißen, wenn das Kindl eingeschlafen ist (eine Bekannte hat mir neulich verraten, dass sie das so macht). Das sorgt nicht nur für geräuschunempfindlichen Babyschlaf, sondern auch für saubere Teppiche. 
Ich muss zugeben, ich habe diese Regel immer ignoriert. Ich hab nicht nur keine extra lauten Geräusche gemacht, wenn Paul schläft, sondern mich auch durchaus leise verhalten, zumindest in den Leichtschlafphasen. Vor einer Weile ist mir aber aufgefallen, dass ich mir auch Schaumstoff unter die Fußsohlen kleben kann, um leiser zu sein, wenn meine Umgebung das ignoriert, sind meine Bemühungen völlig für die Katz (die ist im Übrigen auch gänzlich unbeeindruckt von diesen Bemühungen und kommt durchaus mal rein und miaut im unpassendsten Moment). 
Wenn Paul und ich unser/sein Einschlafritual vollziehen, dann gibt es immer wahnsinnig viele Leute und auch Tiere, die uns dabei helfen wollen, dass Paul geräuschunempfindlich wird.
Da ist zum Beispiel immer irgendein Motorradfahrer, der genau unter Pauls Fenster Vollgas gibt. Oder es kommt ein Schrotthändler auf einer Pferdekutsche vorbeigefahren und macht laute Ansagen, dass er unseren Schrott kaufen will. Und dann wären da noch die Telefongespräche, die komischerweise immer unter unseren Fenstern stattfinden. Es vergehen auch nicht viele Mittagsschläfchen, bei denen nicht irgendein Alarm eines Hauses, Autos oder sonstigen Gegenstandes losgeht. Und schließlich sind da noch die bereits erwähnten Tiere, meistens Hunde. Das sind alles sehr nette Exemplare. Die sprechen sich ab, wer wann Schicht hat und bellen dann in Zweier- oder Dreiergruppen für Paul. Abends kommt noch eine weitere Menschengruppe dazu, die meine Einschlafstrategien alle irgendwie ins Lächerliche ziehen: Irgendein Anderthalb-bis Zweijähriger kommt immer auf seinem Laufrad des Weges und wird von Mutter oder Vater angehalten doch bitte an der Ecke zu warten. Dann denkt Paul sich sicher immer, 'warum muss ich eigentlich pennen, wenn die doch da sogar noch radeln dürfen?'
Liebe Mitmenschen, an dieser Stelle möchte ich mich für eure Hilfe bedanken: Ich danke euch für eure Schrottaufkaufansagen, eure Alarmanlagen, eure Hunde, eure Kinder und eure Autos und Motorräder. Ich bin mir sicher, nur eurem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass mein Kind heute mit fast 12 Monaten völlig unempfindlich für Geräusche ist, wenn er schlummert, sodass ich inzwischen auch endlich im Besitz sauberer Teppiche bin.

Mittwoch, 9. November 2011

Kis királyom - mein kleiner König

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, verlieren die meisten Erwachsenen bei dessen Anblick urplötzlich ihre angelernten Kommunikationsfähigkeiten und fangen in hohen Tönen an zu blabbern, zu verniedlichen und mimisch zu übertreiben, wo sie nur können. Als Außenstehender denkt man sich da seinen Teil und schüttelt meist zumindest innerlich den Kopf. 
Paul hat das große Glück (oder auch Unglück), dem Phänomen Babysprache gleich in zwei Sprachen ausgesetzt zu sein. Und an dieser Stelle muss festgehalten werden, dass die ungarische Sprache an Verniedlichungsformen nicht zu übertreffen ist. Das kann auch daran liegen, dass mir dieses Eideidei und seine Verwandten nicht so liegt, allerdings bin ich mir trotz mangelnder Babydeutschausbildung sicher, dass die ungarische Babysprache trotz allem mehr zu bieten hat. Das fängt bei den Verniedlichungsformen an und hört bei den Kosenamen nicht auf. Vor allem die Kosenamen für Paul sind mir schon oft aufgefallen. Sie sind zwar nicht direkt der Babysprache zuzuordnen, aber wenn man sich die hohen Töne und die übertriebene Mimik zu den Begriffen dazu denkt, dann passt das schon.
An dieser Stelle möchte ich eine Auswahl der schönsten Kosenamen festhalten, die Paul im Ungarischen hat und will einen Versuch wagen, sie zu übersetzen:
kis király - kleiner König
kis királyom - mein kleiner König
szépségem - meine Schönheit
gyönyörüségem - meine (oh hier wirds kompliziert, also wörtlich:) Wunderbarheit
aranyom - mein Goldstück
kis bogaram - mein kleiner Käfer
arany kis bogaram - mein kleiner Goldkäfer
arany pici bogaram - mein klitzekleiner Goldkäfer
életem - mein Leben
szemem fényje - mein Augenschein
kis herceg - kleiner Prinz
kis hercegem - mein kleiner Prinz
....die Liste ist endlos. Ich hab mich auf diese sehr poetisch übertriebenen (oder sollen die etwa ernst gemeint sein?) beschränkt, weil sie mir am besten gefallen. Eigentlich lässt sich ohne Übertreibung festhalten, dass Paul selten bis nie bei seinem eigentlichen Namen genannt wird und wenn dann wird auch dieser verniedlicht zu Paulka, Palko, Paulkám (mein Paulchen), Pali, Paulom (mein Paul) etc. 
Ich kann diesem Reichtum nicht viele (Kose)namen entgegen halten: Paulchen und Strolch sind meine beiden Favoriten, die ich einzeln oder auch kombiniert verwende (Paulchen, du Strolch). Aber das liegt vielleicht daran, dass ich nicht kreativ genug bin. (Zur Erklärung: Pauls Verhalten ist eigentlich nicht besonders strolchig, aber männliche Wesen haben immer was strolchiges). Paulchen versteht sich von selbst. Ganz ohne Verniedlichung komme auch ich nicht aus.

Möhren mit Dinkel oder wie backe ich einen ratgeberfreundlichen Geburtstagskuchen

Nächste Woche ist ein wichtiger Tag im Leben mit Paul. Paul hat zwar keine Ahnung, was da auf ihn zukommt, aber für mich ist es ganz schön spannend, dass er nächste Woche seinen ersten Geburtstag hat. Die Zeit ist geflogen und ich mache mir schon Sorgen, wenn Pauls Brüderchen erst da ist, wie das zweite Jahr dann rast. Merke: Ratgeber zur Entschleunigung besorgen. Ersatzweise: googlen. (vielleicht bei amazon, wie die Oma das macht)
Paul hat sich entschieden keine offizielle Geburtstagsfeier zu veranstalten, mit Gästen und so, weil er sich daran im nächsten Jahr sowieso nicht mehr erinnern wird. Nun könnte man sagen, dass das ja das Schöne an Geburtstagssausen ist, dass man sich hinterher meistens nicht mehr an viel erinnert. Aber das kommt wohl erst später. 
Ohne was der Tag aber auf keinen Fall auskommen soll, ist ein anständiger Geburtstagskuchen (das ist eher meine Entscheidung statt Pauls). Und da fangen Mamas Probleme an. Befrage ich meine Ratgeber, sagen die, Babys sollen keinen Zucker (Karies, auweia), keinen Honig (böse Bakterien), so wenig Kuhmilch wie möglich, manche behaupten sogar gar keine (böses Eiweiß), keine Nüsse (wer will schon Allergien), keine Eier (auch wegen Eiweiß) und manch ein Fanatiker weitet das auch noch auf bestimmte Mehlsorten aus. Jetzt hab ich wie so oft verschiedene Möglichkeiten: 
1. Ich halte mich an alle diese Ratschläge und backe Paul einen fröhlichen Möhrenkuchen mit Dinkelmehl ohne all diese Greuelzutaten.
2. Ich ignoriere einige dieser Ratschläge und suche ein Rezept für einen Geburtstagskuchen mit Mehl, Obst (anstelle von Zucker oder Honig), und Eiern ohne Kuhmilch und böse Nüsse. Im schlimmsten Fall verträgt er die Eier nicht, wird aber wenigstens nicht gleich zuckersüchtig.
3. Ich ignoriere alle diese Ratschläge und mache für Paul einen anständigen Geburtstagskuchen mit allem was dazu gehört und lebe mit den Konsequenzen (mein Kind wird möglicherweise an seinem Geburtstag einen allergischen Schock bekommen, einen Nierenschaden wegen des Eiweißes und oder bakterienverursachten Megadurchfall). Klingt irgendwie doof.
4. Ich ignoriere diese Ratschläge alle und backe für Paul einen Geburtstagskuchen für den 18. statt den 17.11. weil Paul an seinem Geburtstag ein Jahr alt wird und alle diese Regeln nur bis zum 1. Geburtstag gelten. Danach ist ein Baby ja ein Kleinkind und da gelten keine Vorschriften mehr. Da darf dann jeder wie er will. Paul ist ja sowieso kurz vor Mitternacht geboren. Da schläft jedes normale Kind, er merkt das also gar nicht.
Hmmm, was mach ich da bloß? Ich kann ihm ja auch eine Apfelscheibe mit ner Kerze dekorieren, wenn ich Glück hab erinnert er sich später nicht daran.

Dienstag, 8. November 2011

Tauchversuche, Kauversuche

Das letzte Wochenende war wieder mal ein Wochenende der ersten Versuche. Dabei gab es welche, die beabsichtigt und andere, die eher unbeabsichtigt waren. So hat Paul am Wochenende versucht eine Dinkelstange zu knabbern. Mancheiner wird jetzt sagen, das war hoffentlich der unbeabsichtigte Versuch, wer isst denn sowas? Aber in Anbetracht der Tatsache, dass der gemeinen Dinkelstange eigentlich alles fehlt, was Spaß macht (Zucker, Salz, Fett...), schmeckt sie gar nicht so schlecht. Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich mir das Zeug seit meiner Entdeckung in der Drogerie reihenweise reinhelfe, aber man kann damit doch wunderbar kauen üben, wie ich finde. Und das hat Paul auch gemacht. Er hat versucht, das Ding in die Hand zu nehmen und selbstständig wegzuknabbern. Der Versuch ist gelungen. Ohne Würgen. Mit Spaß am Knuspern.
Kommen wir zum unbeabsichtigten Versuch. Der bezieht sich aufs samstägliche Badevergnügen. Paul wird ja praktisch seit seiner Geburt jeden Tag gebadet. Das ist ja, wie die meisten behaupten, nicht nur gesundheitlich ein Frevel (ich erinnere daran, Babys wischt man heute Staub), sondern auch noch eine ziemlich umständliche Sache. Wer unsere Badewanne kennt, der weiß warum. Sie ist in den Boden eingelassen und der Witz, den Oma Budapest gemacht hat, als die Badewanne gebaut wurde  ("wollt ihr euer Kind dann an den Haaren durchs Wasser ziehen oder wie wollt ihr das machen?"), ist eigentlich seit einer Weile bitterernst. Paul passt schon ewig nicht mehr in die kleine Babywanne und wird also an den Haaren durch die große Wanne gezogen und hinterher trocken geföhnt. Am Wochenende fand dann der Versuch statt, die Wanne so voll zu machen, dass Paul sitzen muss, aber nicht halb auf dem Trockenen. Da sein Lieblingssport beim Baden zur Zeit ist, die Gegenstände vom Badewannenrand in die Wanne zu schubsen, blieb er aber nicht lange sitzen und machte Knie/Stehversuche im tiefen Wasser. Und so kam es zum ersten (unbeabsichtigten) Tauchversuch. Am meisten erschreckt haben sich dabei Mama und Papa, aber auch Paul blieb nicht unbeeindruckt. Der Versuch zeigte außerdem, dass das Zeitfenster Tauchreflex geschlossen ist. Trotz allem ist Paul sofort wieder zurück aufs Pferd und Baden ist trotz wenig Spaß am Tauchen auch weiterhin ein Vergnügen.

Donnerstag, 3. November 2011

Aber er ist doch so süß....

Eine gute Bekannte hat mir mal gesagt, Erziehung bei kleinen Kindern wäre vor allem deswegen so schwierig, weil man alles, was man am Anfang so süß und niedlich findet und worüber man sich freut, dann irgendwann regulieren und meistens ganz verbieten muss. Damit meinte sie zum Beispiel die große Freude, die Eltern, Großeltern und alle sonstigen Anwesenden haben, wenn ein so kleines, niedliches Baby ein Bäuerchen macht. Dazu wird das unschuldige Wesen ja geradezu angefeuert und wenn es dann da ist, dann gilt die Regel: je lauter, desto größer die Freude bei den Umstehenden. Keiner würde je auf die Idee kommen einem Baby zu erklären, dass sich das nicht gehört, dass es sich gefälligst leise von dem Luftüberschuss befreien oder eben vor die Tür gehen/krabbeln soll. Selbiges gilt auch für Pupse. Was hab ich schon für freudige Reaktionen bei Gästen erlebt, wenn Paul einen Pups loslässt. Würde ich hier so hemmungslos vor meinen Gästen rumpupsen, na dann hätte ich die Gäste wahrscheinlich zum letzten Mal. 
Jedenfalls ist genau das das Problem. Alles, was ein Baby macht ist so süß und niedlich und man freut sich ja so, wenn es irgendwas Neues macht.
Paul kommt ja jetzt langsam ins Kleinkindalter (genauer gesagt in 14 Tagen, an seinem ersten Geburtstag) und dann ist er offiziell kein Baby mehr. Aber doch immernoch genauso süß. Und so kommt es, dass ich heute mal wieder in die Falle getappt bin. Statt meinen Sohn zu sagen, dass das keine gute Idee ist, was er da macht, weil davon die Schublade kaputt gehen kann, was natürlich vor der Durchführung der eigentlichen Handlung hätte geschehen müssen (mit einem einfach Paul - Nein ganz unkompliziert),  hab ich den Fotoapparat rausgeholt und das folgende Foto gemacht:

Naja, nun wird manch einer sagen, na die hat Probleme, das ist ja harmlos und süß. Aber ich denke dabei an die nächsten Schritte. In die Schublade klettern ist ja nur Schritt eins. Schritt zwei ist Hinknien in der Schublade. Schritt drei ist am Herdgriff hochziehen. Schritt vier hat verschiedene Varianten: a) Herd einschalten, auf dem Herd rumtatschen, irgendwas vom Herd runterreißen b) auf der Schublade Hüpfburg spielen.
Paul kann zwar noch nicht hüpfen, aber das wird er irgendwann sicher können und wenn Schritt eins, zwei und drei dann erlaubt sind, wie will man dann Schritt vier verbieten. Das kommt mir doch sehr schwierig vor. Deshalb, mein lieber Sohn, war das wohl das erste und letzte Mal, dass du in diese Schublade reingeklettert bist. Da kannst du noch so süß sein. Du musst aber nicht traurig sein, die Mama hat es ja digital festgehalten und so kannst du dir bei Schubladensehnsucht einfach das Bild anschauen.

Aus aktuellem Anlass: Pauls jetzige Speisekarte

Vor kurzem hab ich ja mal geschrieben, was Paul so zusammenmampft, weil ich gedacht habe, das wäre unheimlich viel. Nun....ich habe mich getäuscht. Das war nix gegen das, was er mampft, seitdem er nachts nicht mehr gestillt wird und gemerkt hat, dass er mehr am Tag essen muss, um bis morgens durchzuhalten. Seine aktuelle Speisekarte will ich an dieser Stelle festhalten. Ich bin schon gespannt, ob Brüderchen Moritz in einem Jahr genauso einen Appetit hat. Meine Speisekarte lasse ich diesmal weg, die is zwar auch nich ohne, aber keine Verewigung wert. Also, los gehts:
6.00 Uhr: Stillen
7.00 Uhr: Brei: 5 EL Haferflocken, 100 ml Wasser, 1 Birne (Apfel), 1 EL Joghurt. (Man mag sich wundern, dass ich die Mengen so genau weiß, aber so läuft das hier eben)
9.00 Uhr: 1 große Stulle halb mit Schmierkäse, halb mit Leberwurst, ein Stück Birne oder Banane, je nachdem was da ist und rutscht
12.00 Uhr: Brei: 150 g Möhren, 100 g Kartoffeln, 30-40 g Hühnerfleisch, Öl, Petersilie (z.B.)
12.30 Uhr: Stillen
15.00 Uhr: Brei: ca. 250g Brei: 4 Zwiebäcke, 150ml Wasser, 1 Apfel (Birne, Melone, was frisch ist)
17.30 Uhr: 200 g Milchbrei mit 1/2 Banane, anderthalb Stullen mit Schmierkäse
19.00 Uhr: Stillen

So. Ist das nu viel oder was? Ich find das viel für so einen kleinen Jungen. Aber er darf natürlich essen, soviel wie er will. Kauen wird im Übrigen immer besser. Aber eigentlich wird immernoch mehr gelutscht. Allerdings jetzt auch schon Kartoffelstückchen, Möhrenstückchen, Apfelscheiben und Brotstücken und nicht mehr nur Bananen und Birnen. Yay. Vielleicht wird das ja doch noch was mit dem Steak.

Mittwoch, 2. November 2011

Fotoshooting für Anfänger

Paulchen hatte am Wochenende sein erstes professionelles Fotoshooting. Eine Bekannte war zwei Stunden bei uns und hat ihn in allen Formen und Farben fotografiert. Ich bin schon gespannt auf das Ergebnis. Gleichzeitig erinnert mich das an meine immernoch vor mir stehende Aufgabe, alle meine Fotos zu sortieren und die schönsten für ein Fotobuch zusammenzustellen. Bei der Menge an unsortierten Fotos ist das eine ziemliche Herausforderung, besonders weil Paul mir im Moment nicht so viel Zeit lässt - für nix. Auch nicht für Fotos. Und wenn ich dann doch mal Zeit habe, dann - so gebe ich ganz offen zu - steht Entspannung an erster Stelle. Aber ich muss das bis Dezember noch irgendwie hinkriegen. Glaube nicht, dass ich danach mehr Zeit haben werde. Höhö. Vielleicht nehme ich mir einfach jeden Tag einen Monat vor. Dann bin ich ja theoretisch in 12 Tagen fertig. Pünktlich zu seinem Geburtstag. Na ob das was wird.
Gleichzeitig nehme ich die Fotografiererei vom Wochenende zum Anlass, selbst meinen Sohnemann etwas weniger zu fotografieren. Nicht etwa, weil es mich langweilt oder weil ich gegenüber der "Professionellen" meine eigenen Fotos für weniger wertvoll halte, sondern weil Paul insgesamt - schon seit einer kleinen Weile - zu sehr darauf reagiert. Er nimmt das Ganze zu sehr wahr und wir wollen ja nicht, dass er sich für wichtiger hält als er sowieso schon ist.

Montag, 24. Oktober 2011

Eine Woche stillfreie Nächte - Nächte frei von Stille

So jetzt haben wir die erste Woche mit stillfreien Nächten hinter uns und ich muss sagen, die Aktion kann als Erfolg verbucht werden. Paul schläft zwar noch nicht durch, aber er schläft ruhiger und wacht seltener auf und außerdem macht er mittlerweile überhaupt kein Problem mehr daraus, dass es keine Brust gibt nachts, was beruhigend ist, denn das heißt, nicht ICH muss in jedem Fall Beruhigungstee spielen.
Die Gründe für die unruhigen Nächte liegen meiner Meinung nach in einem erneuten Wachstumsschub. Vielleicht muss man das auch nicht so nennen, um sich nicht zu dieser Theorie zu bekennen, aber Fakt ist, er ist in den letzten vier Wochen vier cm in die Länge gewachsen (in die Breite wäre auch mal nicht schlecht) auf jetzt stattliche 83 cm. Das MUSS weh getan haben. Ob der Prozess zu Ende ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber seit ein paar Tagen sind die Nächte ein bisschen ruhiger und die Tage frei(er) von Quengelei. Bis die Nächte wieder ganz still werden, wird es wohl noch eine Weile dauern. Aber sie sind so schon viel kuscheliger als zuvor. Ich wünsch dir lieber Paul, dass du noch ein bisschen mehr Ruhe findest. Mir wünsch ich das auch. Und Moritz. Und allen sonstigen Beteiligten. Vielen Dank.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Nacht Nummer drei

Das Unglaubliche ist wahr geworden. Paul hat heute von 20 Uhr bis 6.30 Uhr in seinem Bett durchgeschlafen und zwischendurch nur ab und zu leise Piepstöne von sich gegeben. Es wird doch wohl nicht wirklich was dran sein an der Theorie? Hat er jetzt aufgegeben, weil er denkt, es lohnt sich ja nicht nach Mama zu rufen, wenn die mich hier dann eh nur so rumschaukelt und die Molkerei drin lässt oder war das nur ein Zufallstreffer? 
Oder ist es vielleicht wie der Opa sagt, der Junge muss endlich was Richtiges zu essen bekommen, FLEISCH oder eben eine ordentliche Stulle. Gestern hat Paul nämlich sein erstes richtiges Käsebrot gemampft. Naja der Käse ist öfter im Schoß gelandet. Aber vielleicht hat er sich gedacht: 'Na endlich hat sie verstanden, was ich von ihr will. Richtiges Essen. Jetzt muss ich sie nur noch dazu kriegen, dass sie die Fleischportionen vergrößert. Das regel ich dann über den Mittagsschlaf.' Mal kucken wie's weitergeht.

Und kaum...

hatte ich den letzten Eintrag fertig geschrieben und veröffentlicht, was macht Paul da hinter meinem Rücken? Stellt sich im Laufgitter hin. Wie, um mir zu beweisen, dass er sich sehr wohl traut, sich auch woanders hinzustellen. So schnell geht das mit den Strolchen. Na hoffentlich weiß er was er tut und wird nicht übermütig. Sonst kippt er mir da bloß auf die ganze Spielzeugmöhle. Das Wiederrunterkommen übt er nämlich noch. Meistens kommt er schneller nach unten als wieder nach oben. Wenn die Kraft nach lässt kippt er um oder beißt sich wahlweise in die Reling fest und ruft nach Mama (noch nicht mit Worten). Die ersten Minischritte an der Stange macht er auch schon. Ich bin mal gespannt, ob er bis Weihnachten richtige Schritte macht. Vielleicht überleg ich mir das dann nochmal mit dem Geschwisterkinderwagen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Mama, ich helf dir aufräumen!

Seit Sonntag, 16. Oktober steht Paul übrigens professionell rum. Stehversuche hat er schon in Deutschland, beziehungsweise in Bayern, angefangen zu machen, aber da war er noch sehr, sehr wackelig, was vielleicht auch darauf zurückzuführen war, dass er auf Zehenspitzen stand wie ein kleiner Balletttänzer.  Seit Sonntag ist er schon fitter. Bisher stellt er sich aber weiterhin nur auf weichem Untergrund hin, um genau zu sein in seinem Bett. Er könnte sich auch im Laufgitter hochziehen oder am Stuhl, aber das macht er nicht, weil er genau weiß, wie hart die Landung wird, wenn er fällt. Jedenfalls bild ich mir das ein.
Das Lustige an seinem Rumgestehe im Bett ist, dass er sich nun, da das Bett Rollen hat, bis an die Wickelkommode heranzieht, um dort dann alles aufzuräumen, beziehungsweise Cremedosen zu öffnen und Feuchttücher aus der Packung zu ziehen und zu lutschen. Ungefähr so, wie hier auf dem Bild:
Was machen wir da bloß?

Nacht Nummer zwei

Heute Nacht hatten wir hier das gleiche Programm in etwa. Einmal waren wir wach von 22.30 Uhr bis 23 Uhr und dann wieder von 4.30 Uhr bis 5.30 Uhr. In der restlichen Zeit war Stille. Jetzt kommt die dritte Nacht. Danach soll ja angeblich dann Ruhe sein. Wer's glaubt. Vielleicht gilt das aber auch nur, wenn ich mich überhaupt nicht mit ihm befasse, sondern ihn sich einfach in seinem Zimmer müde schreien lasse. Hmmm. Wir sind gespannt. Also ich.

Montag, 17. Oktober 2011

Aller Abschied ist schwer

Paul schläft seit einer Weile schlecht. Und wenn das eigene Baby schlecht schläft hat man nicht nur das Problem, dass die Nächte unruhig sind und man etwas müder ist als sonst, sondern man muss sich gezwungenermaßen auch mit guten Ratschlägen aller Art herumplagen, denn mit nichts kennen sich die Menschen so gut aus wie mit schlafenden beziehungsweise mit nicht-schlafenden Babys.
Klein Paul hat eigentlich immer viel und gut geschlafen, aber seit ein paar Wochen ist sein Schlaf gestört, d.h. er schläft schlechter ein und wacht in kürzeren Abständen auf und - und das ist wohl der anstrengendste Teil daran - er ist mitunter nachts eine bis zwei Stunden wach. Nachdem ich mich jetzt mehr als drei Wochen damit befasst habe, was die Gründe für sein verändertes Schlafverhalten sein können und welche Möglichkeiten ich habe, wieder zu angenehmeren Verhältnissen zu kommen, habe ich nun gestern eine Entscheidung getroffen. Es ist Zeit, vom Stillen langsam Abschied zu nehmen.
Aber zurück zum Schlafproblem. Ich stille Paul schon immer in den Schlaf, was ja von vielen Parteien als absolut "schädlich" für die Erziehung eines durchschlafenden Kindes gesehen wird. Stillfachfrauen (gibts eigentlich auch Männer?) sagen im Gegenteil, dass Einschlafstillen das Natürlichste von der Welt sei. Nun, liebe Mutter, nun musst du dich nur noch entscheiden, durch welche Tür du gehen willst. Jede Seite hat fantastische Argumente, für mich war aber vor allem ausschlaggebend, dass Paul und ich das von Anfang an so gehandhabt haben und er trotz dieses Frevels lange Nachtschlafphasen von 9-11 Stunden hatte. Und das ist auch noch gar nicht so lange her. Als es damit plötzlich vorbei war, hab ich mich aber trotzdem damit befasst, weil wir zum Schluss bei ein-stündlichen Stillsessions angekommen waren, die im Elternbett teilweise ins Endlose verlängert wurden. Und das hab ich ein paar Wochen mitgemacht, wobei jedes Mal Pauls kleines Brüderchen wach wurde und mir den Schlaf immer dann raubte, wenn Paul eben fertig war. Und dabei ist er ja noch in meinem Bauch. Ich hab dann immer überlegt, wie soll das erst werden, wenn er erst raus ist. 
Gestern hab ich entschieden, dass es so nicht weitergeht. Und jetzt stillen wir ab (vorerst nur nachts) und sind gespannt, was passiert. In der Theorie von Partei Nr. 1 dauert es nur ein paar Nächte und das Kind schläft durch. Erstens glaub ich das aber erst wenn ich es sehe und zweitens geht es mir auch nicht unbedingt darum, dass Paul durchschläft, welches Kind macht das schon dauerhaft. Ich will nur erreichen, dass er nicht mehr stundenlang an der Brust rumhängt, denn da will ja bald ein anderer hängen. 
Die erste Nacht war gestern. Zum Einschlafen brauchten wir ungefähr eine dreiviertel Stunde. Dann ist er um 1 Uhr das erste Mal wachgeworden und hat sich mit Tragen, Schaukeln und Bettschieben innerhalb von einer halben Stunde beruhigen lassen. Das nächste Mal ist er um fünf wach geworden und hat sich mit den gleichen Handlungen innerhalb von einer Stunde wieder einschläfern lassen. Die Babyschlafprofis unter uns werden natürlich sagen, "oh Gott, bloß nicht aus dem Bett nehmen, er muss sich im Bett beruhigen, am besten allein." Aber in dem Fall sind mir die Profis mal wieder egal. Für die erste Nacht bin ich zufrieden. Und Pauls kleines Brüderchen war die Nacht auch gleich viel ruhiger.
Also lieber Paul, du musst jetzt weiterhin ganz stark sein. Wir machen das nämlich jetzt genauso weiter. Und wenn du dann dabei zufällig Partei Nr. 1 Recht geben willst, bin ich dir auch nicht böse.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Nein-sagen und andere Späßchen

Das Schöne mit Kindern ist, dass man jeden Tag vor neuen Herausforderungen steht und damit meine ich sowohl das Kind selbst als auch mich als Mama. Gestern hab ich noch den ganzen Tag daran gearbeitet Paul beizubringen, nicht den Küchenschrank unter der Spüle auszuräumen. Wir sind ja immernoch in der Ferienwohnung und die Schränke gehen hier viel leichter auf als bei uns zu Haus. Aber auch dort wird er den Dreh sicher bald raushaben. Jedenfalls habe ich mich immerzu im Nein-sagen geübt und Paul hat alle fünf bis zehn Minuten getestet, ob noch ein Nein kommt. Dabei hatte ich mehrmals Momente, in denen ich dachte, boah wie anstrengend, soll er doch einfach alles ausräumen. Aber ich bin hart geblieben und hab ihn nicht am Zwiebelnetz und auch nicht an den Mülltüten lutschen lassen.
Seit gestern Abend nun würde ich mich freuen, wenn er wieder Interesse am Küchenschrank hätte, denn das Spiel, das wir jetzt spielen ist die größere Herausforderung für uns beide. Paul macht seitdem nämlich die ersten Stehversuche. Er zieht sich hoch und steht dann ganz wackelig in der Gegend rum. Leider kann er sich im Moment noch nicht aus der Position befreien und fängt dann nach einer Weile an zu jammern. Und dann steh ich da wie doof. Ich hab zwei Möglichkeiten und beide findet er zum Schreien (wörtlich): Entweder ich lasse ihn stehen, dann weint er oder ich befreie ihn, dann weint er auch. Das bisl Nein-sagen ist im Vergleich dazu Erholung. Aber ich bin mir sicher, das nächste Highlight wartet schon.

Montag, 10. Oktober 2011

Eine Woche Deutschland und Paul...

...bewegt sich krabbelnd durch die Welt, weil rumrutschen auf Teppich einfach nicht so viel Spaß macht
...macht seine ersten Stehversuche
...klemmt sich zum ersten Mal Finger in Schubladen und Schranktüren ein und trägt es mit Fassung
...setzt sich allein hin (na endlich mein Lieber)
...hat sich einen ordentlichen Schnupfen eingefangen, der die Nächte verkürzt und die Tage verlängert
...hat öfter im Restaurant gegessen als in seinem ganzen bisherigen Leben und dabei viele verschiedene Kinderstühle ausprobiert und dem beim Italiener in Regen 5 Sterne verliehen (ein Kindersessel eigentlich, von Storchenmühle)
...hat den zweiten Winter seines Lebens anfangen sehen (hier liegt doch tatsächlich schon Schnee)
...hat auf allen nur erdenklichen Seiten des Glastisches unserer Ferienwohnung Spuren hinterlassen
...hat die erste lebendige Kuh seines Lebens gesehen
...hat das erste Mal geschaukelt und war nicht begeistert
...hat sich eine Dauerkarte für die Besucherritze erstritten (puhhhh)
...ist wie früher auf Papas Bauch eingeschlafen
...ist das erste Mal in sein Reisbett rein- und wieder rausgekrabbelt
...hat die erste Schlagsahne seines Lebens gekostet und ist unbeeindruckt geblieben
...hat die Füße ins Kneipp-becken gehalten und war sichtlich beeindruckt
...war mit Mama und Papa richtig ordentlich Bücher shoppen (Aktion Erziehung zum Bildungsbürger kann jetzt losgehen)
...hat in einem dieser Bällemeere gebadet und versucht jeden einzelnen Ball zu kosten (das Bad wurde dann deshalb abgebrochen)
...hat die Beziehung zu seinen Internetgroßeltern real und aktiv ausgebaut (an Omas Ketten gezogen, nach Brillen gegrabscht, versucht die großelterlichen Kauwerkzeuge zu untersuchen, Hoppe Hoppe Reiter gespielt und mit Opa zusammen (oder in dessen unaufmerksamen Moment) in Blumenerde gewühlt)
...hat sein Fotogesicht weiter professionalisiert

Man darf gespannt sein, was die zweite Woche bereit hält.

Sonntag, 25. September 2011

Pauls Bistro

Gestern waren Paul und ich zum ersten Mal seit langem in der wunderschönen Budapester Innenstadt, wir haben Pauls Papa beim Fußball abgeliefert und sind dann über die Freiheitsbrücke zur Vaci Straße spaziert. Und als wir ein Stück auf der Vaci Straße gegangen waren, entdeckten wir, dass da klammheimlich ein Restaurant zu Pauls Ehren eröffnet hat, ohne dass man uns darüber informiert hat. Ich wollte erst Stress machen. Aber dann hab ich lieber ein Foto gemacht.

Freitag, 23. September 2011

Stillen zu dritt

Paul ist jetzt ein bisschen über zehn Monate alt, da beginnt langsam der Endspurt für sein Brüderchen in meinem Bauch. Endspurt ist zwar noch etwas übertrieben, es sind ja immerhin noch 15 Wochen, aber es fängt langsam an, sich danach anzufühlen, besonders beim Stillen. Als ich erfahren hab, dass Nummer zwei unterwegs ist, war Paul 4 Monate alt. Es wäre für mich also nicht in Frage gekommen, mit dem Stillen aufzuhören. Und das hab ich bis heute auch nicht getan. Allerdings werden unsere Still-sessions langsam immer lustiger.
Den Plan Stillen in der Schwangerschaft und/oder Tandemstillen bin ich von Anfang an so angegangen, dass ich einfach alles auf mich zukommen lasse. Sollte die Milch knapp werden, sollte die Milch nicht mehr schmecken, sollte Paul nicht mehr stillen wollen, dann wird eben nicht mehr gestillt. Ansonsten machen wir weiter wie bisher, auch wenn ich dieses Konzept manchmal wegen Übelkeit oder ähnlichen Schwangerschaftsfreuden am liebsten in die Ecke geschmissen hätte. Keiner dieser Fälle ist allerdings eingetreten und so stille ich Paul immernoch morgens, abends, nachts und tagsüber mal am Nachmittag oder am Vormittag. Mancheiner findet das schon absurd ganz ohne die Tatsache, dass ich schwanger bin, aber darum schere ich mich einen, wie sagt man so schön, feuchten Kehricht. 
Aber nun dazu, warum es langsam lustig wird: Das eine ist, mein Bauch hat mittlerweile eine solche Form angenommen, dass Paul Schwierigkeiten hat sich drumrum zu drapieren ohne von meinem Schoß zu rollen. Das andere ist, dass besonders beim abendlichen Stillen Paul und sein Brüderchen neuerdings miteinander zu kommunizieren scheinen. Während von drinnen kleine Tritte nach außen kommen, die sagen 'ey, mach dich mal nicht so schwer!' kommen von außen kleine Patschehändchen, die sagen 'komm du mal erstmal raus, dann kannst du hier auch mitreden'. Irgendwann mischt sich dann immer die Gebärmutter ein und bringt den Kleinen zum Schweigen, während der Große das Interesse am unbeweglichen harten Bauch verliert. Das ganze Spiel lässt erahnen, welche Freuden auf mich zukommen, wenn erstmal alle beide da sind und das "auf mich zukommen lassen" tatsächlich so abgelaufen ist, dass Paul immernoch kein Interesse am Abstillen hat. Man (also ICH, aber die passive Formulierung gibt mir an dieser Stelle ein beruhigendes Gefühl) darf gespannt sein.

Donnerstag, 22. September 2011

Putz, putz, putz, runter mit dem Schmutz

Während das tägliche Baden eines Säuglings völlig aus der Mode gekommen ist (in solchem Maße, dass ich mich regelmäßig verbalen Angriffen ausgesetzt sehe, weil ich dieses sträfliche Körperpflegeritual liebe und schätze und meinen mittlerweile durchaus abends schmutzigen Sohn abends wasche), gibt es ein anderes Körperpflegeritual, welches ganz gegensätzlich dazu an Bedeutung gewonnen hat: Das Zähneputzen. Wo früher galt, Zähne putzen macht nur Sinn, wenn man auch ne Zahnbürste halten kann und Zahnpasta ausspucken kann, so fängt die moderne Babyzahnpflege mit Beißringen, Massagebürsten und Fingerlingen an, mit denen man dem Baby über die Kauleiste (durchaus schon relativ zeitig nach der Geburt) schrubben soll. Und sollte man eventuell auf Widerstand stoßen, dann gilt es, das Zähneputzritual mit fröhlichen Liedern und Reimen zum Unterhaltungsprogramm zu gestalten. 
Paul hat ja nun schon 8 Zähne und ich hab mich mit dem Zahnputzthema schon mehrfach auseinandergesetzt, sodass Paul inzwischen mehr Zahnbürsten als Mama und Papa zusammen hat (weiche, nicht so weiche, Massagebürsten, Bürsten zum Spielen und Bürsten zum gemeinsamen Putzen usw.), schätzungsweise so viele Bürsten wie Zähne. Am Anfang hab ich mich für die Wattestäbchenmethode ohne Gesang und Erzählverse entschieden und hab ihm einfach morgens und abends mit Wattestäbchen über die Zähne gewischt, was er freudig mitgemacht hat. Beide wussten wir nicht so richtig, welchen Effekt das haben soll, aber das hat uns nicht gestört. Aber dann kam irgendwann die böse Zahnbürste mit den echten Borsten. Damit hat er sich ein paar Mal über die Hauer schrubben lassen (ich gebe zu, so formuliert, hört sich das aber auch brutal an), um ziemlich bald eine Technik zu entwickeln, die Lippen so fest aneinander zu pressen, dass ich auch mit dem besten Hebelwerkzeug Probleme bekommen hätte dazwischen zu gelangen, von einer Zahnbürste mal ganz abgesehen. Seitdem ist ein Einlass für Zahnbürsten im Mund von Paul nicht gestattet. Wattestäbchen ja. Bürsten nein. Und nun überleg ich die ganze Zeit, ob es vielleicht tatsächlich am Unterhaltungs- bzw. Ablenkungsprogramm liegt. Ob er sich mit diesen albernen Reimen dazu bringen lässt den Mund wieder zu öffnen? Oder liegt es vielleicht daran, dass wir keine Zahnpasta benutzen? Vielleicht sollte ich für jede Bürste auch noch eine passende Kinderzahnpasta kaufen (immer die gleiche ist sicher zu langweilig)? Und parallel dazu natürlich immer mitputzen, denn die Vorbildwirkung ist ja so wichtig. Hmmm....Paul, was machen wir bloß? Na jetzt hol ich dich erstmal aus dem Bett. Das ist im Vergleich dazu eine leichtere Übung.

Mittwoch, 21. September 2011

Inspired by....

Es scheint, als hätte sich Paul am Montag bei seinem um vier Monate älteren Kumpel Inspiration geholt, der schon steht und sich an Tischen und anderen Möbeln langhangelt, aber vor allem superschnell auf allen vieren unterwegs ist. Seit mehreren Wochen robbt sich Paul nun durch die Wohnung und legt dabei schon ein Tempo an den Tag, das auch schon mal ausreicht, um es vor der Mama zur Türschwelle zu schaffen, die zu übertreten verboten ist. Dieses Gerutsche hat zwei Konsequenzen: Einerseits werden auf Empfehlung der Oma jetzt vermehrt graue und erdfarbene Sachen gekauft und angezogen. Andererseits müssen trotz immernoch sehr angenehmer Temperaturen mehrere Schichten auf das Kind. Und die wohl wichtigste Konsequenz, ich sehe jetzt immer an meinem Sohn, wann es Zeit ist, den Boden zu wischen. Sieht er morgens um 9 schon aus wie ein Ferkel, dann ist das Wischen überfällig.
Zurück zum Anfang. Gestern hat Paul (meiner Meinung nach tatsächlich inspiriert durch seinen Freund) am Nachmittag ganz plötzlich angefangen sich in den Vierfüßlerstand zu begeben und da immer so hin und her zu wackeln. Den ganzen Nachmittag hat er das trainiert und heute Morgen gings gleich weiter. Mal sehen, wie lange es jetzt noch dauert, bis er das Ganze in Vorwärtsbewegungen umsetzt. Ich bin schon gespannt. Und dann muss vielleicht auch nicht mehr so viel gewaschen werden, weil die T-shirts ja nicht mehr den Boden berühren.

Kreuz im Kalender

Heute waren wir mit Paul beim Arzt zu einer Kontroll-Ultraschalluntersuchung und er hat sich benommen wie ein Deckchen (naja, er wollte immer die Kabel vom Ultraschallgerät rausziehen, aber sonst war er ganz brav). Aber das ist nicht das Wesentliche. 
Das Wichtige ist, dass wir jetzt endlich mal ein ärztliches Papier haben (von denen haben wir leider ja schon eine Menge), auf dem erstens steht, dass alles in Ordnung ist und zweitens nicht steht, dass mein kleiner Vielfraß unterernährt ist. Langsam würden sie sich auch lächerlich machen mit dieser Behauptung, denn der Junge hat sein Geburtsgewicht bald verdreifacht und wiegt jetzt 10,5 kg. Aber das letzte ärztliche Dokument mit dieser Behauptung ist noch keine sechs Wochen alt. Insofern ist der heutige Tag doch einen Eintrag wert. Und da ich keine Kreuze im Kalender mache und meine Rotstifte alle auf dem Dachboden sind, halte ich hiermit an dieser Stelle fest: Ab heute ist Paul auch von medizinischer Seite nicht mehr zu dünn. Menschen mit normalem Menschenverstand, so wie Mama zum Beispiel..., haben das auch vorher nie angenommen.

Dienstag, 20. September 2011

Geräusche sind zum Selbermachen da

Paul ist ein empfindliches Pflänzchen, was Geräusche angeht. Eine ganze Weile empfand er jegliche Geräusche, die von etwas unangenehmerer Art sind, als irgendwie gefährlich, was entweder zu massivem Blinkern führte oder im schlimmsten Fall zu Weinkrämpfen (und hier ist nicht das Getränk gemeint). So erschreckte er sich zum Beispiel vor Mixern, vor elektrischen Zahnbürsten (ganz berühmtes Beispiel) und anderen Elektrogeräten (mit Ausnahme vom Staubsauger, denn der hat ihn ja schon früh von Ansammlungen in der Nase befreit), vor quietschenden Türen oder Schubladen und klirrendem Geschirr. Und neulich fing er ganz bitterlich an zu weinen, als wir die alte quietschende Garagentür mit ihm öffneten. 
Was seine Geräuschempfindlichkeit angeht, gibt es aber ein Geräusch, was für ihn in Sachen Grausamkeit nicht zu übertreffen ist und das ist Babygeschrei. Und hier wird es interessant, denn natürlich ist es nicht sein eigenes Geschrei, das ihn nervt, das ist ja auch irgendwie unlogisch (und Paul weint ja auch nicht, er sagt einfach, was er will). Nein. Paul weint, wenn andere weinen (oder quietschen oder kreischen).
Einerseits kann man dieses Verhalten als positiv sehen: Paul hat eben eine große emotionale Intelligenz und weint aus Solidarität und Empathie. In manchen Fällen hat sich dieses Verhalten sogar als erfolgreich erwiesen, denn wenn die Originalquelle keinen richtigen Grund hatte zum Weinen und dann sieht, wie Paul weint, dann hört das Weinen an der Quelle meistens auf. Paul braucht dann meistens aber länger, um sich zu beruhigen. Andererseits könnte man Lust bekommen, Paul ins Geräuschtrainingslager zu stecken, um ihn auf die harte Geräuschrealität des Lebens besser vorzubereiten. Auch die Idee, ab und zu eine CD mit Babygeschrei einzulegen, kam schon auf.
Nach dem gestrigen Besuch bei einer Freundin mit Baby (14 Monate und gut laut) habe ich aber Hoffnung, dass sich das Problem auch ohne mein Zutun erledigt. Paul war nicht mehr ganz so solidarisch in Sachen weinen. Wenn er sich das bis Dezember ein bisschen abgewöhnen könnte, das wäre schon sehr praktisch. Denn sein Brüderchen wird vielleicht nicht ganz geräuschlos sein.

Donnerstag, 8. September 2011

Rockzipfel sind zum dran rumhängen da

Seit einer kleinen Weile, vielleicht so eins, zwei Wochen, hängt Paul mir mehr und mehr am Rockzipfel und zwar sowohl im übertragenen Sinne als auch im wörtlichen (hier waren ja bis vor kurzem noch regelmäßig 30 Grad, da gab es viele Röcke mit Zipfeln). Sitz ich auf dem Stuhl, dann liegt Paul unter dem Stuhl. Steh ich am Herd, dann liegt Paul mir zwischen, auf oder neben den Füßen. (Das gilt übrigens auch, wenn ich irgendwo anders stehe. Ich stehe, trotz dauernden Breigerühres, nicht den ganzen Tag am Herd) Verlass ich den Raum, während er im Laufgitter ist, fängt er an zu quietschen. Bleibe ich weg, fängt er an zu schreien. Verlass ich den Raum, während er auf dem Boden rumkrabbelt, dann kommt er mir hinterher. 
Was ich auch tue, der kleine Paul folgt mir auf Schritt und Tritt. Hintergrund für dieses Verhalten ist offenbar sein erweiterter Bewegungsradius, er robbt sich mittlerweile ziemlich schnell und unproblematisch durch die ganze Wohnung (ja, er robbt noch, nein, er läuft noch nicht, und ja, ich mache daraus kein Problem). Dieser Entdeckerdrang geht, wie es aussieht, mit ein bisschen Angst einher und dagegen geht er an, indem er sich immer wieder meiner versichert. 
Manche mögen diese Phase anstrengend finden. Manche finden sie vielleicht auch besonders süß (ist doch herzallerliebst, wenn er immer wieder signalisiert, dass er dich braucht - das ändert sich ja früh genug). Ich finde das von allem ein bisschen, süß, weil es so schön ist, zu beobachten, wie er hin- und hergerissen ist zwischen seinem Willen die Welt zu entdecken und seinem Unwillen die Mama zu verlassen; und anstrengend, weil ich höllisch aufpassen muss, wo ich hintrete, damit ich nicht auf kleine Hände oder Füße trete. Insgesamt ist Paul bei aller Rockzipfelliebe aber schon jetzt anzumerken, dass ihm selbige bald zu langweilig sein wird und er sich für die Welt außerhalb meiner Röcke entscheiden wird. Ein bisschen kann ich ihn dabei ab sofort unterstützen. Es wird Zeit für mehr Hosen, daran hängt es sich nur halb so gut.

Montag, 5. September 2011

Pauls Testverfahren

Im Hause Paul sind ein paar Dinge neuerdings verboten (sie sind nicht deswegen neuerdings verboten, obwohl sie früher mal erlaubt waren, sondern weil früher für ein solches Verbot kein Bedarf bestand) Darunter fallen unter anderem die folgenden Tätigkeiten:
- CDs aus dem Regal fischen und dann die Hülle auf den Boden schlagen, bis die CD rausfällt
- an den Türschwellen lutschen (das wird allerdings schon langsam wieder langweilig, muss also bald nicht mehr verboten werden)
- in den Flur krabbeln (da steht der Katzennapf und Flur bedeutet für Paul automatisch Katzenfutter kosten, das find ich nicht so artgerecht)
- ins Bad krabbeln (denn da kann man kopfüber in die Badewanne stürzen)

Paul hat im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten ein Testverfahren entwickelt. Und sein liebstes Testobjekt bin ich. Aber er schreckt auch nicht davor zurück, das Verfahren bei anderen Bezugspersonen anzuwenden. Was er testet? Meine Reaktion. Er probiert was Verbotenes oder setzt an das zu tun und kuckt dabei erstmal, wie ich reagiere und ob es wirklich immer noch verboten ist oder vielleicht inzwischen doch erlaubt. Manchmal ändert sich das ja. Kommt ja auch auf die Bezugsperson an. Was mich angeht, weiß er allerdings genau, dass diese vier Dinge tabu sind. Und deswegen läuft sein Testverfahren wie folgt ab:
1. die Tür zum Flur steht auf.
2. Paul sieht die offene Tür.
3. Paul krabbelt in Richtung offener Tür.
4. Mama sieht, dass die Tür offen steht und sagt "Paul - nein"
5. Paul dreht sich um, grinst mich an.
6. Mama wiederholt zum besseren Verständnis.
7. Paul grinst.
8. Paul krabbelt Richtung Tür.
9. Mama steht auf.
10. An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten:
10.a. Paul dreht um und krabbelt in eine andere Richtung, weil er entweder weiß, dass ich schneller sein werde und die Tür schließen werde oder weil er was anderes sieht, was interessanter ist.
10.b. Paul dreht sich um, grinst mich an und gibt noch mal richtig Krabbelgas.

Bis zum Katzennapf schafft er es nie und selten bis über die Türschwelle. Aber ich glaube, sein Vergnügen ist dadurch nicht getrübt. Sein Testverfahren macht ihm doch reichlich Spaß.

Donnerstag, 4. August 2011

Wie ähnlich wir uns doch sind

Lieber Paul,
dich in den Schlaf zu stillen ist ein bisschen so, wie mit mir in den Abendstunden einen Film zu schauen, den nicht ich ausgesucht habe (das weiß ich aus Erzählungen). Da scheinst du mir also sehr ähnlich zu sein. 
Das läuft nämlich ungefähr so ab:
1. Spannungsphase: Am Anfang bist du ganz aufgeregt, wann es endlich losgeht. An dieser Stelle will ich endlich anfangen, damit ich nicht schon vor dem Film einschlafe. Du unterbrichst in dieser Phase immer wieder das Stillen und erzählst munter vor dich hin. Genauso mache ich das auch. Der Film läuft zwar weiter, aber ich versuchen durch Reden mich einerseits davon abzulenken, dass ich gleich einschlafe und zweitens den Film unterhaltsamer zu gestalten. 
2. Hingabephase: Danach kommt die Phase, in der du dem Stillen deine ganze Aufmerksamkeit schenkst und ich anfange auch dem Film eine echte Chance zu geben. Du trinkst gierig, ich sauge die filmischen Bilder gierig in mich auf. Diese - mehr oder weniger kurze Phase - geht in die 
3. "Ich schlafe nicht"-Protestphase über. In dieser Phase kreisen deine Pupillen schon schläfrig umher, aber du reißt immer mal wieder die Augen auf, welche dann sagen: "Ich schlafe nicht, ich schlafe nicht!" Ich für meinen Teil (und hier fängt das an, was ich aus Erzählungen weiß) mache das haargenau so, außer dass ich diesen Satz nicht mit den Augen spreche, sondern laut und deutlich mit dem Mund. Diese Phase läuft ein paar Mal ab, bevor es dann in die letzte Phase übergeht, vor dem endgültigen Einschlafen.
4. Halbschlafphase: Hier nickst du immer mal wieder ein, wachst dann aber zuckend auf und machst weiter wie vorher. In diesem Stadium mache ich kleine Kurzschläfchen, gehe in den Halbschlaf über und mein Zusammenzucken signalisiert mir, dass alles Kämpfen umsonst ist und ich gebe mich dem Schlaf widerstandslos hin. Du hingegen hast an dieser Stelle noch eine Hürde zu nehmen.
5. Die Ablegephase: Wenn du eingeschlafen bist, lege ich dich so sanft wie möglich in dein Bett (das macht mit mir niemand, weil ich meistens schon da liege). Ist das Projekt geglückt, schläfst du weiter. Aber manchmal stolperst du hier und rutscht zurück in eine der früheren Phasen (Protest- oder Halbschlafphase). Bei mir ist das eher so, dass ich irgendwann geweckt werde und im Halbschlaf Zähne putzen gehe, um dann wieder zurückzusinken in den friedlichen Filmschlaf, den besten aller Schlafzustände. Und weil das so ist, kann ich auch nachvollziehen, warum du so begeistert bist vom Einschlafstillen und deswegen machen wir auch weiter so (hoffentlich nicht bis zum Abitur).