Montag, 31. Januar 2011

Gesprächshilfe für junge Mütter in Budapest

Es ist schon eine Weile her, da hab ich eine Gesprächshilfe für Schwangere in Budapest in Form eines T-shirts entworfen. Nun bin ich ja nicht mehr schwanger, aber Gespräche drängen sich trotzdem überall auf. Deswegen kommt jetzt hier die Gesprächshilfe für junge Mütter in Budapest. Ist das Kind einmal aus dem Bauch, geht es bei den Gesprächen nur noch um zwei Dinge: Milch und ob du genug davon hast. Und dabei geht es natürlich nicht um Kuhmilch aus dem Supermarkt oder um Babynahrung aus der Drogerie, sondern um Muttermilch.

Gehst du in Budapest mit deinem Säugling in die Öffentlichkeit, musst du damit rechnen, mit wildfremden Menschen ein Gespräch über den Fließzustand deiner Muttermilch zu führen. Woher die Obsession mit Muttermilch kommt, weiß keiner so genau, aber ich wollte schon mehrmals auf die Frage "Und? Milch haben Sie?" antworten "Klar, wolln Se n Schluck?" Ich trau mich nur nicht. Verflixt.

Das Schöne ist, im Ungarischen kann man die Frage so schön unpersönlich stellen. Man muss die Mutter nicht so direkt fragen "Ey, sag mal haste eigentlich genuch Mülsch?" sondern man fragt: "És, van elég tej?" "Und? Gibt es genug Milch?" (wörtlich übersetzt). Das Interessante an dieser Frage sind zwei Dinge:

Erstens, es wird vorausgesetzt, dass man als Mutter stillt. Wer nicht stillt, ist besser dran, wenn er in dem Gespräch einfach so tut als ob (wenn man einfach sagt, dass genug Milch da ist, muss man ja nicht zwangsweise hinzufügen, dass die grad im DM im Sonderangebot war.)
Und zweitens, es impliziert eine grundsätzliche Angst, dass die Milch nicht ausreichen könnte. Aus irgendeinem Grund sind viele dem Glauben aufgesessen, dass die Muttermilch immer kurz vor dem Versiegen stünde wie ein Brunnen in der Atacamawüste und dass nur die ganz Geschickten unter den Müttern in der Lage sind, den Brunnen vor dem Austrocknen zu bewahren.
Auf jeden Fall arbeite ich schon an dem T-shirt für den Frühling. Das soll dann ungefähr so aussehen und die wichtigste aller Fragen meiner Gesprächspartner beantworten. So können wir dann schneller zu weiterführenden, ähnlich intimen Fragebereichen überwechseln, wie zum Beispiel gesundheitlichen Beschwerden nach der Geburt.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Schlafqualitäten

Da hat es die Mama doch schon wieder dahingerafft. Und so kommt es, dass Ps erste große und groß angekündigte Reise ins Wasser fällt, bzw. wenn man der Jahreszeit entsprechen will, in den Schnee. Der schöne Kinderreisepass mit biometrischem Foto ist also erstmal nur zum Einrahmen. Dabei könnten wir damit sogar in die USA einreisen. Und wir schaffen es jetzt nicht mal bis nach Deutschland.
Aber dafür gibt es ein neues erstes Mal im Leben von und mit P: Er beglückt uns seit neuestem mit vermehrtem Nachtschlaf. Also geschlafen hat er in der Nacht von Anfang an. Aber seit neuestem hat sein Schlaf eine besondere Qualität und vor allem Quantität. P hat nämlich vor ein paar Tagen das erste Mal durchgeschlafen. Ja genau....das große Thema, vor dem alle Eltern Angst haben, weil außenstehende Fachleute erste Erziehungserfolge gern am Maßstab des Durchschlafens messen und junge Eltern gerne mit der Frage belästigen...."UND????? Schläft er schon durch?" Und wenn man die Frage dann verneint, dann folgt ein bemitleidender Blick kombiniert mit leicht hochgezogenen Mundwinkeln, aus denen dann bei Vorhandensein eigener Kinder (ansonsten wären sie ja auch keine Fachleute) meistens ein Satz folgt wie: "Also meiner hat von Anfang an durchgeschlafen."

So, liebe außenstehende Fachleute. MEINER schläft jetzt auch durch. Und zwar neun Stunden am Stück. Es gab Beschwerden von Papas Seite, dass der gewählte Zeitpunkt dieser neun Stunden noch verbessert werden könnte: P hat von 19.30-4.30 Uhr geschlafen. Also P, du bist noch nicht am Ziel.

Mittwoch, 19. Januar 2011

Auf der sicheren Seite

Nun sind wir beim letzten Ereignis angekommen, über das es noch zu berichten gilt, Ps und mein Ausflug ins Heim Pál Krankenhaus Budapest. Eigentlich eine traurige Angelegenheit, aber rückblickend, nach einer Woche, irgendwie auch witzig.
Wie ich berichtet habe, war P ja krank, er hatte Husten und Schnupfen und ihm war nicht gut, das war ihm anzumerken. Nachdem wir hier zu Haus alle ordinären und alternativen Heilmittel durchhatten, war ich doch etwas nervös, dass der Junge nach sieben Tagen immernoch hustete. Ich war mir sicher, dass es ihm besser ging, weil ihm das anzusehen war, machte mir aber Sorgen, dass der Husten noch nicht weg war. Und so rief ich die Ärztin an, um mich bei ihr zu versichern, dass das ganz normal sei und ich noch ein bisschen geduldig sein sollte, in eins, zwei Tagen würde das schon besser sein. Leider reagieren die Menschen nicht immer so, wie man sich das vorher im Kopf ausmalt und so sagte sie, ich sollte doch P vorbeibringen, damit sie ihn abhören kann, denn dann wären wir auf der sicheren Seite. Naja, wer will nicht auf der sicheren Seite sein, vor allem als Mama? P ab ins Auto, in einer halben Stunde sind wir wieder zu Hause. 
Nachdem die Ärztin ihn abgehört hat und die Lunge als frei diagnostiziert hatte, was laut Plan eigentlich dazu führen sollte, dass wir wieder nach Hause können, denn in diesem Fall hieße es einfach noch einen Tag geduldig sein, erklärte sie, dass wir noch nicht auf der sicheren Seite angekommen seien, sondern zuerst noch ein Röntgenbild machen müssten im Krankenhaus. Denn dann wäre tatsächlich auszuschließen, dass es was Ernstes ist. An dieser Stelle hätte ich sagen müssen, nein danke, ich verzichte. Aber ich wollte doch auf die sichere Seite! Also fuhren wir ins Krankenhaus und damit wir auch noch gleich dran kommen (es war schon abends um sieben) schrieb die Ärztin auf die Überweisung, "Verdacht auf Lungenentzündung", auch wenn sie den nicht hatte. Damit war unser Schicksal bei der aufnehmenden Tante Doktor im Krankenhaus besiegelt. Sie schaute P an und meinte: "Lungenentzündung? Und gelb ist er auch noch! Aber er ist doch schon zwei Monate! Dieses Kind bleibt hier, für drei Tage, das checken wir gründlich durch" 
Und eh ich mich versah, waren wir auf der Kinderstation und P wurde eine Kanüle in die Hand geschoben, während mich die Schwestern fragten, ob ich die drei Nächte gerne auf einem Bett oder einem Stuhl verbringen möchte. Ich verstand die Frage nicht und erwiderte: Stuhl? Gibt es Mütter, die einen Stuhl wählen? Die Schwester reagierte beleidigt, "nun ja, nicht alle können sich ein Bett leisten", und da verstand ich, dass ich für ein Bett bezahlen musste. P hatte sein Bett schon bezahlt, aber meins kostete extra. Verschwender, der ich bin, wählte ich trotzdem das Bett.
Noch am gleichen Abend fanden alle wichtigen Untersuchungen statt, neben Röntgen, die einzige Untersuchung, die uns eigentlich noch zum Ankommen auf der sicheren Seite gefehlt hatte, hielten die Fachkräfte im Krankenhaus noch Blutbilder und Ultraschall für notwendig. Ohne diese wäre der Weg dorthin versperrt, meinten sie. So ließ P auch diese alle über sich ergehen, was hatte er auch für eine Wahl. Das Ergebnis erfuhren wir relativ bald am nächsten Morgen. Die untersuchende Ärztin stellte fest, alle Untersuchungen haben nichts ergeben, der Junge ist gesund, auch das Gelbsein hat keine schwerwiegenden Ursachen, aber um ....und da war sie wieder....auf der sicheren Seite zu sein, sollten wir doch noch 24 Stunden hier bleiben, zur Beobachtung. An dieser Stelle machte es Klick und ich entschied mich endlich dafür alleine zur sicheren Seite zu schwimmen, mit P auf dem Arm. Beobachten kann ich P ja auch zu Haus. Das hab ich nicht verstanden, wie mir eine auf 35 Grad geheizte mit schwer kranken Kindern gefüllte Kinderstation dabei helfen sollte, Ps nicht vorhandene Krankheit zu beobachten (seit wir im Krankenhaus waren, hatte P sowieso nicht mehr gehustet, er hatte inzwischen ganz andere Probleme). Ich bestand darauf, P mit nach Hause zu nehmen, auf eigene Verantwortung, und zog mir den Unmut des gesamten Ärzteteams zu. Der Oberarzt erklärte mir sogar, dass ich mich in seinem Krankenhaus nie wieder blicken lassen sollte, wenn ich P jetzt mit nach Hause nähme. Sie wären keine Einrichtung, wo mein einfach rein und raus spaziert, wie man möchte. Und immerhin müssten wir noch tausend Untersuchungen machen, um ....na?....genau!...auf der sicheren Seite zu sein.
Um mir klar zu machen, wie riskant mein Verhalten war, schrieb der Herr Professor dann auch sämtliche Krankheiten auf Ps Entlassungschein, die er im Medizinstudium gelernt hatte. Wenn der Junge die alle gehabt hätte, wären wir nie zur sicheren Seite gekommen. Eine Krankheit ist seitdem im Hause P der Renner: Unterernährung. Der Herr Professor bescheinigte meinem Sohn Dystrophie, zu deutsch Unterernährung. Darüber musste selbst Ps Kinderärztin lachen.
Wir sind nach einer Nacht Krankenhaus jedenfalls wieder nach Hause und P hat seitdem nicht wieder gehustet. Wahrscheinlich hat er gedacht, wenn die hier jedesmal so einen Tanz veranstalten, wenn ich mal huste, dann halt ich lieber die Luft an.
 

P geht auf große Reise

Vom 24.1.-1.2. ist Kind P dann mal weg. Es geht auf die erste große Reise in die zweite Heimat und insgesamt liegen mehr als 2000 km vor uns, bevor P wieder im ungarischen Bettchen schläft. Für P und für uns hoffe ich, dass wir die Reise gut überstehen und ich vor allem nicht schon bei den Vorbereitungen einen Nervenzusammenbruch bekomme, so aufregend wie das Ganze ist. Mit Babys fährt "man" ja eigentlich noch nicht so lange weg und schon gar nicht im Autositz, aber die Reise lässt sich leider gar nicht vermeiden und es wird schon niemand körperlichen oder seelischen Schaden nehmen, abgesehen von der Geldbörse.
P ist bis jetzt noch nicht viel Auto gefahren, aber die paar Male (vom Krankenhaus nach Hause und einmal auf Besuch ein paar Straßen weiter) ist er jedes Mal brav eingeschlafen, was wahrscheinlich in dem Alter alle Babys machen. Wer kann bei dem eintönigen Gebrumme und Geschaukel schon wach bleiben. Da hab ich ja sogar manchmal beim Fahren meine Schwierigkeiten. Das Schwierigste an der Reise wird wahrscheinlich die Sachen zu packen. Das erste Mal packt die Familie für drei und nicht für zwei und das obwohl die Kofferraumkapazität durch Kinderwagen etc. stark eingeschränkt ist. Ujuj. Ohoh.
P spürt von den Reisevorbereitungen noch nichts und außer der Tatsache, dass er diese Woche noch ein paar Kurzreisen unternimmt, zur Vorbereitung auf die große Reise, ändert sich auch erstmal nichts für ihn. Bis Sonntag. Dann gehts los. Ujuj.Ohoh.

Dienstag, 18. Januar 2011

Moderne Babys brauchen richtige Identitätsnachweise

Oh oh. Langsam werden die Abstände zwischen den Einträgen größer. Und dabei gibt es soviel festzuhalten: erster Ausflug ins Krankenhaus, bevorstehende Reise in die deutsche Heimat und heutiger Ausflug zum Fotografen. Dann fangen wir mal von hinten an, mit dem heutigen Ereignis, das ist noch am frischesten.
P geht nächste Woche auf seine erste große Reise. Verglichen mit den Reisen, die er bis jetzt so gemacht hat (einstündige Spaziergänge hier im Bezirk), muss die Fahrt mit dem Auto nach Deutschland ihm wie eine Reise zum Mond erscheinen. Aber ich wollte ja von hinten anfangen, also nicht über die Reise berichten, sondern über den Ausflug zum Fotografen.

Bei der Reiseorganisation fiel mir auf, bzw. nicht mir, sondern einem weisen Herrn auf der deutschen Botschaft, dass P, ein Kind des 21. Jahrhunderts, nicht einfach so, ohne Reisepass verreisen kann. Genauer gesagt, fiel uns beim Gespräch auf, dass er noch überhaupt kein Ausweisdokument besaß. Weiterhin fiel uns, bzw. das fiel wieder dem weisen Herrn auf, dass P auf Grund der Besonderheit seines Daseins, das sich durch Binationalität (und natürlich durch viele andere Dinge, die hier aber nichts zur Sache tun) auszeichnet, nicht nur ein Ausweisdokument, sondern eigentlich gleich zwei bräuchte: Der ungarische P braucht einen ungarischen Ausweis, der deutsche P braucht einen deutschen Ausweis, wenn er in Deutschland ist. Das sind ganz schön viele Ausweise, lieber P, dafür, dass wir bis vorgestern noch völlig identitätslos vor uns hin gelebt haben.

So, und da in Zeiten des Terrors auch Kinder unter 12 Jahren eine Gefahr darstellen können, müssen neuerdings auch Babys einen Kinderreisepass haben, mit einem biometrischen Foto. Bei Babys wird das angeblich nicht ganz so genau genommen mit dem "neutral schauen", allerdings so genau, dass der weise Herr in der Botschaft mir einen Fotograf in Budapest empfahl, vorschrieb (?), der wüsste, wie man ein solches Foto macht (das Baby darf nicht lächeln, nicht weinen, nicht die Hand im Gesicht haben). 
Zum Glück ist P für seinen aufmerksamen Gesichtsausdruck bekannt und so lief der heutige Ausflug zum Fotografen auch ganz enstpannt ab. Auf dem Weg dorthin schlief er anderthalb Stunden im Auto. Fürs Foto wurde er geweckt, dann kuckte er schnell aufmerksam, neutral, ohne zu lächeln und ohne sich im Gesicht rumzuspielen (hier half die Mama bisschen nach) und dann wurde P wieder eingepackt, um die Rückfahrt wieder komplett zu verschlafen. Das Foto ist furchtbar, wie sich das für ein biometrisches Foto gehört. Ich hoffe, es genügt den strengen Kriterien der Passstelle. Morgen wissen wir mehr. Ich bin gespannt, was da noch so auf mich wartet bei der Ausstellung dieses Zauberdokuments.
Früher standen Kinder einfach eine Weile namentlich erwähnt im Ausweis der Mutter, sowohl in Ungarn als auch in Deutschland. Moderne Babys brauchen einen Identitätsnachweis, der nicht so altbacken daher kommt. Ab morgen hast auch du einen solchen P!

Und hier das Foto:

Montag, 10. Januar 2011

Eine gute Mutter

"Ich hab einfach die Tür zugemacht und bin in ein anderes Zimmer gegangen, um das Geschrei nicht zu hören." Wenn man heute so einen Satz als Mutter spricht, sollte man ein dickes Fell haben, um das Kanonengefeuer abzuwehren, das einem beim Aussprechen einer solchen Grausamkeit entgegenkommt. Als ich diesen Satz heute von einer befreundeten Mutter als Reaktion auf meine Frage, ob sie ihre Kinder auch "mal schreien lassen hat" hörte, war ich mir sicher, ein wenig Zurückhaltung gespürt zu haben. Auch sie war sich nicht hundertprozentig sicher, ob sie das mir gegenüber so deutlich formulieren dürfte. In Internetforen müsste sie für diesen Satz mit bösen Beleidigungen rechnen, die Rabenmutter wäre noch die sanfteste von ihnen. "Ein Baby lässt man doch nicht schreien. Dabei lernt es doch nur, dass es nicht geliebt wird."
Sicher lässt man ein Baby nicht absichtlich stundenlang in seinem Bett liegen und schreien, während man im Nachbarzimmer sitzt, Latte Macchiato trinkt und Löcher in die Decke starrt. Aber ich möchte doch stark bezweifeln, dass sich ein Baby nur von einer Mutter geliebt fühlt, die bei jedem Mucks alles stehen und liegen lässt, beziehungsweise das Kind überhaupt nie allein lässt, damit es gar nicht erst zum Mucks kommt. Nach einer Weile fängt so eine Mama ja auch an unangenehm zu riechen, weil sie es gar nicht schafft zu duschen und sich die Haare zu waschen. Oder gibt es dafür auch eine Lösung? Duschen ist für Mama wahrscheinlich nur erlaubt, wenn das Kind mal schläft. Neulich hab ich einen Test gemacht auf einer ungarischen Seite, da ging es darum, wann man eine gute Mutter ist. Eine Frage war: "Was machen Sie, wenn Sie unter der Dusche stehen, mit eingeseiften Haaren, und das Kind fängt an zu schreien." Die gute Mutter entfernt sich laut Test schnell die Seife aus den Haaren, duscht im Eiltempo zu Ende und eilt zum Kind. Die sehr gute Mutter bricht natürlich den Duschvorgang sofort ab, wickelt die eingeseiften Haare in ein Handtuch, wirft sich einen Bademantel über und eilt zum Kind, um das Anti-Schrei-Programm abzuspulen.
Lieber Paul, ich muss dich leider enttäuschen, was das angeht. Ich gehöre weder zur ersten noch zur zweiten Kategorie. Denn ich dusche nicht nur zu Ende. Ich föhne mir auch noch die Haare, denn eine Mutter mit nassen Haaren ist eine genervte Mutter. Und eine genervte Mutter ist nervig, finde ich. Da kann sie noch so schnell am Bett sein. Wir lassen dich einfach entscheiden Paulchen, über meine Mutterfähigkeiten. Aber soviel kann ich dir versprechen, mein Süßer: Bevor ich Löcher in die Decke vom Nachbarzimmer starre, während ich meinen Latte Macchiato schlürfe, komm ich lieber zu dir und kuck mal was du wohl hast. Meinen Toilettengang allerdings nehme ich mir heraus in aller Ruhe zu beenden, bevor ich mich um dein Wohlbefinden kümmere. Ich hoffe, aus dir wird trotzdem was.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Und sie tun es doch!

Ich hab vor nicht allzu lange Zeit darüber geschrieben, dass Mamas nicht krank sein dürfen und wie schrecklich das ist. Inzwischen weiß ich, es gibt noch was Schrecklicheres: wenn das Kind krank ist.
Paul ist seit zwei Tagen das erste Mal krank, mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit und das tut einem ja in der Seele weh, wenn man ihn da so husten hört. Was man da nicht alles anstellt, um dem Kleinen das Atmen und das Leben ganz allgemein zu erleichtern, das wäre genug Material für einen Sonderblog. Und um zur Überschrift zurückzukommen, wer hätte das gedacht: Wir saugen jetzt doch Nasen. Also eine Nase, genauer gesagt, die von Paul. (Ob das für unsere Nasen auch was wär, haben wir noch nicht getestet.)
Wir saugen natürlich mit dem Nasensauger und, wie ehemals beschrieben, angeschlossen an den Staubsauger. Paul findet das auch gar nicht komisch, er freut sich und seufzt erleichtert, wenn die Prozedur zu Ende ist und das Geräusch vom Staubsauger scheint ihn zu beruhigen. Mittlerweile weiß er schon was kommt, wenn der angeht und hält seine Nase scheinbar bereitwillig in die richtige Richtung.
Neben dem Nasesaugen gibts aufgeschnittene Zwiebeln ans Bett, Thymianaufgüsse, Dampfbäder mit Überschwemmungen im Badezimmer und ein erhöhtes Trageaufkommen. Was man nicht alles tut für ein gesundes Kind. Lieber Paul, tu mir nur einen Gefallen und gib diesen Aktionen einen Sinn!