Sonntag, 27. Februar 2011

Er ist raus!

Kind P ist gestern Nacht ausgezogen. Ein bisschen früh, könnte man meinen. Andere Eltern warten mit dem Rausschmiss ihrer Goldstücke wenigstens bis zum 18. Geburtstag. Wir nicht. Wir haben ihn mit einem herzhaften Knutscher schon letzte Nacht rausgeschmissen. Allerdings vorerst nicht aus der ganzen Wohnung, sondern nur aus dem Elternschlafzimmer. 

Gründliche Recherchen im Internet hatten zwar ergeben, dass Babys kein eigenes Zimmer brauchen und am besten bei den Eltern schlafen, bis sie mindestens ein Jahr alt sind. Aber mit dem Strom schwimmen ist doch langweilig. Und überhaupt....Er hatte ja schon ein eigenes Zimmer, in dem er sich mit Freude tagsüber aufgehalten hat. Den Unterschied merkt er gar nicht, haben wir uns gedacht. Und die Nacht hat uns Recht gegeben.

Er lag um 20 Uhr in seinem (endlich richtig großen) Bett, in dem er sich nach Herzenslust austrecken kann, hat bis Mitternacht geschlafen, und dann nochmal bis 5 und jetzt schläft er immernoch. Er scheint sein neues Bett nicht nur zu akzeptieren, sondern regelrecht bis auf die letzte Matratzenfaser auszukosten. Das freut mich, die Mama. Und das Kind offensichtlich auch. Der Papa, der gestern ein bisschen traurig dreinschaute, als er das Kinderbett im Schlafzimmer leer vorfand, wird die ganze Sache sicher auch bald emotional verarbeiten.

Sonntag, 20. Februar 2011

Soviel Normenlosigkeit ist ja kaum auszuhalten

Schaut man in Tabelle jedweder Art, stellt man als Mutter schnell fest, dass sich das eigene Baby nicht normgerecht verhält. Paul hat sich noch nie für irgendwelche Normen interessiert. Aber die Mama kann es eben einfach nicht lassen. Ich kann nicht genau sagen warum, es ist ganz sicher nicht der Wunsch, Paul in irgendwelche Tabellen zu pressen. Und auch nicht unbedingt der Wunsch nach Vergleich ('wachsen, spielen, essen, rülpsen, pupsen, röcheln andere Babys auch so?'), obwohl ich zugeben muss, dass ich ab und zu die Suchmaschine bediene mit Suchanfragen wie (Baby 4 Wochen Schlafen, Baby 2 Monate Stillen,....Baby 3 Monate Entwicklung). Und wenn mir mal keine Frage einfällt, dann nehme ich einfach eine von denen, die mir die Suchmaschine anbietet. Meistens bin ich hinterher so schlau wie vorher oder ein bisschen verwirrter. Das hat also nicht wirklich Vorteile. Aber es macht Spaß.
Ein Teil der Faszination liegt dabei in der Statistik an sich,...diese Werte und Kurven, das ist was zum Festhalten, was Handfestes. Da kann man sehen, was normal ist, und was eben unter oder über der Norm liegt und dann kann man entweder ruhig oder unruhig sein. Noch dazu sind die Tabellen schön bunt.
Heute Morgen um fünf hab ich festgestellt (Paul schläft noch - normgerecht weiß er mittlerweile, im Gegensatz zur Mama, was man in der Nacht macht), dass man, wenn man so wie ich einen Hang zu Tabellen hat, einfach nur die richtige Tabelle (Statistik, Studie, Kurve) suchen muss, bis man das Kind doch irgendwie in der Norm hat.
Laut Wachstumskurve der WHO für Babys (die auf der Ernährung mit der Flasche basiert) verhält sich Paul nicht kurvengerecht. Naja, er hat natürlich seine eigene Kurve, aber die ist nicht normnah, weil Paul scheinbar nur in die Länge wächst. Auf die Breite pupst er. Nun gut, er sieht nicht aus wie ein Streichholz, das wäre übertrieben, aber er wechselt die Kleidergrößen wie andere die Toilettenpapierrollen ohne dabei je einen Strampler richtig auszufüllen. Und da hab ich mir eben mal die Tabelle angeschaut.
Die Tabelle bescheinigte Paul doch tatsächlich (wer hätte das gedacht) normabweichendes Verhalten: zu geringe Leibesfülle bei gleichzeitig ebenfalls für sein Alter normabweichender Länge. Bei soviel Normenlosigkeit hat man als Mutter verschiedene Möglichkeiten, auf das Verhalten des Sohnes zu reagieren:
Man ignoriert die Tabelle und macht fröhlich weiter.
Man macht sich Sorgen und konsultiert den Kinderarzt.
Man füttert das Kind, auch wenn es nicht danach verlangt.
Oder man sucht einfach eine neue Tabelle. Die habe ich heute Morgen gefunden. Deswegen...herzlichen Glückwunsch Paul. Du befindest dich mit deinem Wachstum auf der grünen (Norm)kurve der Wachstumskurve der WHO für gestillte Kinder. Eine normeninteressierte Mutter müsste eigentlich wissen, dass es verschiedene Wachstumskurven für Flaschenkinder und für gestillte Babys gibt.
Also, und auch das hätt ich wissen können, bevor ich den Computer angeschaltet habe, einfach so weiter wie bisher. :-)
Und dann kann man auch wieder schlafen gehen.

Freitag, 18. Februar 2011

Paul zieht aus. Oder doch nicht?

Paul ist gestern 3 Monate alt geworden. Zum Geburtstag hat er ein Geschenk bekommen: ein neues Bett. Das hab ich gestern gekauft und bisher steht es noch unzusammengebaut in der Küche rum. Und da überlegt die Mama erstmal, was sie machen soll. Wieder mal hab ich erst gekauft und dann überlegt. Das große Bett war überfällig. Kleine Betten für kleine Babys, große Betten für große Babys. Und Paul geht mit strammen Schritten auf Kleidergröße 74 zu. Er wächst zwar irgendwie nur in die Länge und lang genug ist sein Bettchen noch, aber irgendwie wird es doch langsam eng, zumindest für den wachen Zustand.
Das Problem ist, mit dem neuen Bett kommt die Frage auf: ab wann soll ein Baby ins eigene Zimmer oder besser, ab wann soll Paul in sein Zimmer? Befragt man die modernen Ratgeber (für die man nicht unbedingt ein Buch kaufen muss, die treiben sich im Internet überall herum in Form von schlauen Eltern, die die modernen Ratgeber alle gelesen haben und mitunter recht aggressiv ihre Meinung in Foren kund tun), bekommt man die Antwort: Gar nicht. Ein Baby braucht nicht nur kein eigenes Zimmer, glaubt man manchen Trends, braucht es nicht mal wirklich ein eigenes Bett, es soll bei der Mutter schlafen, im Tuch, auf dem Bauch, am Busen, nach Möglichkeit solange bis das Kind von selbst entscheidet, ein eigenes Bett/Zimmer zu brauchen.
Paul hat bisher nachts immer in einem Beistellbett bei uns geschlafen, aber tagsüber steht sein Bettchen im Kinderzimmer und da nickert er recht zufrieden auch gerne mal zwei Stunden. Ich nehm das jetzt einfach mal als Zeichen, dass er gegen sein Kinderzimmer keine Einwände hat und analysiere: Paul hätte kein Problem damit, auch nachts in seinem Kinderzimmer zu schlafen.
Pauls Papa kam gestern nach Haus und sagte...."Naja, aber irgendwie wird er mir fehlen, wenn er in seinem Zimmer schläft." Mama und Papa haben sich schon mächtig an das nächtliche Babygeröchel und die morgendlichen Babyselbstgespräche gewöhnt. Ich stelle fest: Paul ist bereit für den Umzug ins Kinderzimmer. Mama und Papa? Fehlanzeige.

Freitag, 11. Februar 2011

Früh übt sich....

Früh übt sich, wer ein Meister werden will, heißt es. Aus diesem Grund hat für Paul gestern die Frühförderung Fußball begonnen. Es ist zwar noch nicht klar, wie groß Pauls Interesse am Fußball sein wird, aber er wird in nicht geringfügigem Ausmaße von seinem Papa in diese Richtung geschubst. Na das stimmt nicht ganz, in Richtung Ballsportarten im Allgemeinen. Er darf sich auch für Basketball oder Football interessieren. Ohne Ball allerdings geht es wohl nicht. Deswegen hat Paul auch schon jetzt Bälle in verschiedenen Größen und Farben, Tischtennisbälle, die aussehen wie Fußbälle, Mini-Basketbälle und seit zwei Tagen hat er auch seinen ersten Real Madrid Fußball. Wenn schon, denn schon...
Der Ball ist gesponsort von Miriam, die Paul in echt leider noch nicht gesehen hat. Vielen Dank Miriam!


Paul hatte gestern also sein erstes stilechtes Fußballtraining. Es war nicht seine erste Begegnung mit einem Ball, aber dieser Ball ist ja auch nicht irgendein Ball. Das Training bestand bisher daraus, dass Paul den Ball mit den Händen wegschubste, mit großen Augen anstarrte und daran rumleckte. Mit den Füßen ist er ja noch leicht unkontrolliert.
Die Frage ist nur, ob ich diese massive Sportförderung mit meinen zwei Klassik-CDs in Richtung Musikförderung ausgleichen kann oder ob ich auch Miniaturklaviere und Geigen kaufen sollte, damit er sie rumschubsen kann.

Donnerstag, 10. Februar 2011

Paul schubt.

Paul ist jetzt 12 Wochen alt und in den letzten Tagen hat er sein Verhalten von süß, ruhig und unkompliziert auf süß (süß ist er immer, ist ja schließlich mein Paul), unruhig und quengelig verändert. Er schläft zwar nachts noch ziemlich lang, von 20-6 Uhr mit einer Stillpause, aber tagsüber kann ich es dem Herrn nicht so wirklich recht machen. Er trinkt gern alle zwei-drei Stunden (wenn ich vier Stunden warten will, dann gibt er mir keine einfachen Hungersignale mehr, sondern holt beim Schreien keine Luft und läuft an), wird bespielt, bekommt vorgelesen, wird herumgetragen (das zugegebenermaßen nicht in dem Maß, indem der junge Mann es sich wünschen würde) und wird geschaukelt mit allen möglichen Instrumenten, unter anderem seiner Vibratorwippe.
Und was macht Paul? Er weint trotzdem. Und da sagen die Psychologen aus "Oje ich wachse", mein Kind hat einen Schub. Die Idee ist, dass Babys in bestimmten Phasen Entwicklungsschübe haben, in denen sie bestimmte Fähigkeiten entwickeln und Dinge in einem schnelleren Tempo erlernen, als sonst, was zur Folge hat, dass sie diese neuen Eindrücke durch vermehrtes Schreien verarbeiten und ein gesteigertes Bedürfnis nach Nähe signalisieren. Die Theorie basiert auf Tagebuchaufzeichnungen einer Vielzahl von Eltern und fand Überschneidungen, also Babys, die zur gleichen Zeit diese Verhaltensweisen zeigen. Einen Schub gibt es demnach um die fünfte Woche, um die achte Woche und um die zwölfte Woche. Die Erklärung für die zwölfte Woche lautet demnach so:
Für Ihr Baby ist wieder alles total neu. Seine Welt verändert sich, es lernt jetzt Dinge, die es vorher nicht lernen konnte. Es will zurück zur Sicherheit auf Mamas Arm. Machen Sie sich keine Sorgen dass Sie Ihr Baby verwöhnen könnten, wenn Sie ihm geben was es benötigt.(Quelle)
Das ist ja eine tolle Erkenntnis. "Für Ihr Baby ist jetzt wieder alles total neu." Das ist nur zu Schubzeiten so. Zwischen den Schüben ist die Welt langweilig und öde. Die Lösung steht ja auch gleich dabei: "auf Mamas Arm". Zum Glück sind zwischen den Schüben immer ein paar Wochen Pause, dann kann sich Mamas Arm auch mal ausruhen. 
Paul ist jetzt in der 12. Woche und schubt demnach. So weit so gut. Er schubt also. Ich muss gestehen, ich hab das Buch nicht gelesen, aber ich finde die Idee witzig, das Babys schuben. Ich glaub im Buch wird das auch als Sprung bezeichnet, im Internet geistert die Schubformulierung. Naja, ob Paul nun springt oder schubt, kann mir ja gleich sein. Was mach ich jetzt aber mit dieser Feststellung? Soll ich Paul, wenn er weint, damit trösten..."ach mein Süßer, du musst nicht traurig sein, du schubst halt, versteh das doch." Oder soll ich mich selbst trösten, indem ich mir sage "Na gut, wenn der Junge schubt (oder springt), dann kann ich ja nichts machen außer vielleicht die Tür zu, damit es nicht so laut ist."  (Ich weiß schon, ich weiß schon, "Mamas Arm"). Wahrscheinlich soll mir die Theorie helfen zu verstehen, warum Paul gerade weint. Danke, liebe Theorie. Mein Baby weint also, weil es sich entwickelt....weil es sich in Schüben entwickelt, die es so schnell nicht aufarbeiten kann.
Lieber Paul, ich hab einen Vorschlag für dich. Entwickel dich doch einfach ein bisschen langsamer. Du musst doch nicht springen, bevor du laufen kannst! Du hast doch alle Zeit der Welt und lineare Entwicklung klingt auch schön. Geschubt wie gesprungen... sei nicht traurig, mein Hosenmatz! (mein neues Lieblingswort)

PS. Bis zum nächsten Schub sind es übrigens 7 Wochen....genug Zeit also, den Arm zu trainieren.

Ich will Rhythmus. Paul auch.

Rhythmus ist toll. Immer wiederkehrende Abläufe geben Sicherheit und das Gefühl der Kontrolle. So kann man sich entspannen, indem man sich einfach fallen lässt. Kein Wunder also, dass, wenn man das Wort Rhythmus bei google eingibt und dazu noch ein B, die Suchmaschine das Wort Baby noch vor den Wörtern Bewegung und Blues anbietet. Kein Wunder also, dass frisch gebackene Eltern danach lechzen, ihr Sprößling möge doch endlich einen Rhythmus entwickeln. Dabei geht es natürlich nicht um irgendeinen Rhythmus. Im Idealfall entwickelt der Säugling einen Rhythmus, der dem der Eltern in bestmöglicher Weise angepasst ist. Das heißt Schlafen, wenn die Eltern schlafen, wenn möglich vorher und hinterher noch zusätzlich 3 Stunden. Essen, bevor oder nachdem die Eltern essen, damit man sich den eigenen Appetit nicht mit Babygeschrei verdirbt. Spielen und Aufmerksamkeit verlangen, wann immer die Zeit dafür gerade günstig ist.
Die Realität?
Paul hat auch einen Rhythmus. Und das Schöne daran ist, dass er so variabel ist, also ich meine, dass er ihn immer so schön variiert. So gibt es keine wiederkehrenden Abläufe und es wird nie langweilig.
Immer wenn man gerade irgendjemandem erzählt hat: 'Ach im Moment schläft er so 8 Stunden am Stück, danach will er trinken und schläft nochmal drei', dann überlegt sich Paul, dass ihm das zu langweilig ist und variiert die Zeiten. Und wenn man denkt, 'naja, am Vormittag ist er eigentlich immer recht ruhig', dann denkt Paul sich 'von wegen ruhig, der werd ichs zeigen'. Und wenn man gerade erzählt hat, was für ein ruhiges Baby man zu Haus hat, dann hat Paulchen eine Nörgelphase.
Aber das kriegen wir schon Paulchen. Du wirst schon sehen, dass meine Rhythmusvorschläge gar nicht so schlecht sind. Das Tag-Nacht-Konzept hast du ja schon wunderbar verstanden. Also weiter so und immer mindestens drei Schritte nach vorn, wenn du einen zurück machen willst.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Lieblingsmomente mit Paul II

Das erste Mal hab ich meine Lieblingsmomente mit Paul zusammengefasst, da war er sechs Wochen alt. Seitdem ist eine Menge Zeit verstrichen und eine Menge neuer Lieblingsmomente sind dazu gekommen. Kurze Rede, lange Aufzählung:
- wenn Paul mich mit seinen großen Augen aus dem Kinderwagen anstarrt
- neuerdings macht er lauter Geräusche mit der Stimme, wissenschaftlich gesehen die ersten Schritte zur Sprachentwicklung, gefühlstechnisch einfach nur süß
- er hält sich jetzt immer an seiner Decke fest und steckt sie sich in den Mund
- wenn ich ihm versuche einen Nuckel zu geben und er ihn immer wieder mit der Zunge rausschubst, als wolle er sagen, "was soll ich denn bitte damit?"
- wenn ich zu ihm mit Piepsstimme sage: "Na Paulchen, lach doch mal!" und er anfängt zu lächeln
- wenn ich ihm die Nägel schneiden will und er meinen Finger so doll festhält, dass das Projekt Maniküre scheitert
- wenn er sich über sein Spiegelbild freut
- wenn Paul die Augen zukneift, weil ihn die Sonne blendet
- neulich hat er erste Greifversuche gemacht mit einem klappernden Ring...Paul fing an zu weinen....er wird doch kein Schisser sein?
- wenn er bei mir auf dem Arm ist und ihn jemand anders anspricht, dann versteckt er sich manchmal...er wird doch nicht schüchtern sein? (das macht er übrigens auch manchmal, wenn er sich im Spiegel sieht)

...und viele, viele mehr.