Montag, 27. Juni 2011

Die beste Ausrede der Welt

In letzter Zeit hab ich mich nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was meine Dokumentation angeht. Aber auch sonst nicht. Aber diesmal hab ich die beste Ausrede der Welt: 
Paul, so klein wie er noch ist, wird bei uns bald der Große sein. Sein Geschwisterchen wächst und gedeiht und in den Weihnachtsferien sind wir vielleicht schon zu viert. 
Während ich die letzten drei Monate damit verbracht habe, Nahrung bei mir zu behalten und Energie zu sparen, um Paulchen auch weiterhin stillen zu können (was übrigens keine leichte Aufgabe war), gibt es langsam Platz für andere Gedanken und Tätigkeiten, so zum Beispiel die Bloggerei, von mir in dieser Zeit so sträflich vernachlässigt. Außerdem muss ich mich bald an die Mammutaufgabe machen, die Fotos von Paul zu sortieren für ein kleines Fotoalbum, bevor ich mal wieder nicht weiß wo ich den Laptop vor lauter Bauch hinstellen soll und bevor neben dem dann sicher schon laufenden Kind ein zweiter Racker meine Aufmerksamkeit fordert. (Wer hat eigentlich diese vielen Fotos gemacht?) 
Und während Paulchen derweil an Zahn 5 und 6 arbeitet (schon ne halbe Ewigkeit, wie es scheint) sind bei seinem Geschwisterchen jetzt die Anlagen für alle 20 Milchzähne fertig. Ach ja und übrigens, bis jetzt sieht es so aus, als wird es ein Brüderchen.

Na das kann er wohl noch nicht

Heute Mittag hat Paul ein stückiges Menü probiert, also kein Menü in Stücken, sondern ein Menü mit Stückchen, genauer gesagt ein Gläschen (ja ja, ich weiß, da sind Drogen drin und das schmeckt ganz grauselig und eine verantwortungsvolle Mutter kocht selbst für ihr Kind, usw.) mit Kartoffeln- und Möhrenstückchen. Na das ging gewaltig in die Hose. Denn obwohl Paul jetzt schon Zähne hat, hat er keinen blassen Schimmer, was man damit macht. Nun ja, er hat auch erst Schneidezähne und damit kaut man ja selten, aber trotzdem dachte ich, wir könnten mal mit einer Kost beginnen, die nicht vom Löffel fließt, bevor der überhaupt Pauls Schnute erreicht. Na das war falsch gedacht. Er hat zwar brav gegessen und immer auch mal so malmende Bewegungen gemacht, aber das war begleitend von Würgereiz und überraschendem Stückchenschlucken- statt kauen. Und am Ende kam dann in einem Schwall das meiste wieder raus, vor allem Stückchen. Kauen kann er wohl noch nicht der kleine Paul. Bis zum Steak ist es also noch ein weiter Weg. Den ersten Schritt haben wir ja gemacht. Wird schon Paulchen.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Was er alles kann III

Das war ja klar. Wenn ich meinen Sohn das erste Mal so richtig aktiv und selbstständig vorwärts (nicht im Kreis und nicht nach hinten, sondern ganz eindeutig nach vorwärts) robben sehe, dann ist seine Motivation nach vorn zu kommen nicht darin begründet, eins seiner ihn schon langweilenden Spielzeuge zu erreichen, sondern was? Natürlich das Handy von Papa. Wie ein Soldat ist er übers Bett nach vorne gerobbt, um dann, als er endlich am Ziel war, sich das Handy samt Ledertasche so begeistert in den Mund zu stopfen als wäre es ein Apfel aus dem Paradies. Dann wird er nun wohl bald seine Unzufriedenheit über die Verbannung ins Laufgitter zum Ausdruck bringen, denn dort wird ihm nun sicher schnell die Luft knapp. Dann kann der Spaß ja beginnen. Oder wie meine Mutter sagt: Dann musst du aber endlich mal deine Böden wischen.

Montag, 20. Juni 2011

Was er alles kann II

Als ich vor einer Weile mal versucht hab das Kuckuckspiel (bei dem man sich hinter irgendwas versteckt, um dann hervorzukommen und "kuckuck" zu rufen) mit Paulchen zu spielen, hat er mir das sehr übel genommen. Er hat das Spiel so überhaupt nicht verstanden, mich ganz entsetzt angekuckt, um dann bitterlich zu weinen. Ich hab mich natürlich ausführlich bei ihm entschuldigt und er hat mir schnell verziehen, aber so schnell hab ich das Spiel auch nicht mehr gespielt.
Am Wochenende haben wir's mal wieder versucht und diesmal war es ein voller Erfolg. Auf entwicklungspsychologisch heißt das, er hat verstanden, dass die Dinge nicht aufhören zu existieren, wenn sie außer Sichtweise sind. Auf Paulisch heißt das, er hat sich königlich amüsiert, is immer kurz zusammengezuckt und hat dann eine Lachsalve nach der anderen abgefeuert. Das war ein Spaß, nicht nur für ihn.
Na und was kann er noch so?
Seit kurzem hat Paul die flache Hand entdeckt und was für tolle Klatschgeräusche sie macht, wenn man irgendwo draufhaut, am liebsten auf nackte Haut natürlich.  Die Zielgenauigkeit, an der arbeitet er allerdings noch.
Daneben hat er das Sprechen für sich entdeckt. Worte - egal in welcher Sprache - bereiten ihm noch Schwierigkeiten, oh Wunder. Im Moment arbeitet er eher an Tonlagen und Silben und das am liebsten so laut wie möglich. Wenn man möchte, kann man sich dabei einbilden, dass er Maaamaaaa und Paaapaaa sagt. Machen wir aber nicht.
Außerdem rollt er sich fleißig durchs Leben und in alle Richtungen und möchte schon unheimlich gern krabbeln, was ihm aber noch nicht gelingt.
Er ist auch schon wieder mit Zähnen beschäftigt, die zwei unten haben durch zwei Vampirzähnchen oben Gesellschaft bekommen und wie es aussieht, kommen jetzt wohl noch die zwei oberen Schneidezähne dazu. Das erste Steak kann also bald kommen.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Was er alles kann

Neulich hab ich wieder von verschiedenen Mamas gehört, was ihre Babys alles schon können. Vielleicht mach ich das auch so, aber ich hoffe eigentlich nicht. Das hört sich nämlich immer irgendwie komisch an.
Eine Mama hat mir geschrieben, nachdem ich gefragt habe, wie es ihnen geht: Uns geht es super und Peter steht schon allein. Da fällt mir dann immer nicht so richtig ein, was ich sagen soll oder schreiben. In dem Fall war es eine SMS und ich hab zurückgeschrieben, dass Paul schon Fahrrad fährt und sich gerade für sein Abitur vorbereitet. Oder sowas ähnliches. (In Wirklichkeit fährt Paul natürlich längst Auto und sucht die Thesen für seine Doktorarbeit bei google).
Ist das Stolz oder warum machen Mamas das? Ist das so eine Mama-Krankheit, dass man sein eigenes Kind immer loben muss und das auch schon dann, wenn seine einzige Leistung bisher darin besteht, einen Löffel mit Spinat runterzuschlucken oder eben zu stehen? Ich meine stehen ist schon eine ziemliche Leistung und auch viel gesünder als das ganze Rumgesitze, aber über kurz oder lang stehen sie doch alle oder? Ist es da nicht Wurst, ob sie mit 8,9,10,11,12 oder 24 Monaten stehen? Aber vielleicht stehen manche Babys auch einfach schöner als andere in der Gegend herum. Allen voran das eigene natürlich.
Wahrscheinlich ist das nur der Weg für die meisten Mamas auszudrücken, dass es ihrem Baby ganz fantastisch geht. Denn solange er/sie nicht selbst sprechen kann, kann man das ja nie so genau wissen. Und deshalb wird das Wohlbefinden des Babys an seinen Aktivitäten gemessen: Mein Süßer dreht sich auf den Bauch und zurück und im Kreis und auch sonst in alle Himmelsrichtungen, es muss ihm also gut gehen.
Paul geht's jedenfalls demnach auch super. Was er alles kann, schreib ich dann beim nächsten Mal.