Donnerstag, 21. Juli 2011

Endlich saubere Fußböden

Saubere Fußböden sind bei Müttern wie Schwiegermüttern ein gern besprochenes Thema. Jetzt habe ich eine Möglichkeit entdeckt, wie ich bei diesem Thema besser abschneide. Denn ab jetzt werden die Fußböden so richtig sauber sein. 
Paul hat sich vor etwa einer Woche entschlossen sein Fortbewegungsrepertoire von Rumgerolle auf den Bauch und wieder zurück und Bewegungen immer um die eigene Achse zu erweitern um eine neue Bewegungsart, die nach vorn gerichtet ist: Er robbt über den Fußboden. Und um sich dabei möglichst nützlich zu machen liegt er mit dem Unterkörper auf einer Decke und zieht sich mit den Armen auf den Fliesen voran, wobei die Decke samt Spielzeug einfach hinterher gezogen wird. Die Reinigungseffektivität dieser Fortbewegungsart ist noch nicht ganz ausgereift, da es sich erstens ja nur um eine Trockenreinigung handelt und zweitens er noch nicht in alle Ecken kommt. Aber dabei darf man nicht vergessen: Das ist ja erst der Anfang. Bald wird er das Ganze so perfektioniert haben, dass ich ihn auch auf die Treppe loslassen kann. 
Und Mama lehnt sich derweil zurück und kassiert das Lob über die sauberen Fußböden. Klamotten und Decken waschen macht schließlich die Maschine. So ist der Plan.

Montag, 18. Juli 2011

Digitale Großeltern

Paul hat gerade drei Wochen Deutschland hinter sich, am Freitag sind wir zurückgekommen. Da hat er endlich mal so richtig viel Zeit mit den Großeltern verbringen können, die er sonst immer nur aus dem Laptop hört oder in abgehackten Bildern per Skype sieht. Die Internetgroßeltern haben derweil Paul so verwöhnt, wie es sich für Großeltern gehört....beim kleinsten Mückschen kam das Paulchen auf den Arm oder auf den Schoß und auch sonst wurde ihm jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Das von den Lippen-Lesen, so der jetzt-wieder-Internetopa, gestaltete sich anfangs schwierig, weil "der Junge" ja nur ungarisch sprach. Nach drei Wochen, davon waren alle überzeugt, sprach er endlich deutsch. (Inzwischen wieder auf ungarischem Boden....wer weiß das schon so genau)
Nun sind wir ja wieder in Budapest und die deutschen Großeltern sind wieder die Internetgroßeltern und schauen mit großen Augen aus dem Laptop raus. Und da hat man doch tatsächlich den Eindruck, dass Paul inzwischen versteht, wer da immer aus dem Laptop spricht und Grimassen macht und pfeift. Wenn er nämlich einen guten Tag hat, dann lächelt er zurück in die Maschine direkt in die Gesichter seiner digitalen Oma und Opa, als ob er sagen will...."hey, euch kenn ich doch!"

Zähne sind zum Knirschen da

So oder so ähnlich muss Paul die Sache einschätzen mit den sechs neuen Dingern da in seinem Mund. Sein neuestes Hobby ist, wenn ihm gerade nix besseres einfällt, mit seinen zwei unteren und vier oberen Schneidezähnen rumzuknirschen und zwar so laut, dass man das zwei Zimmer weiter noch hört und auch am anderen Ende des Telefons. Ich hoffe er gewöhnt sich das schnell wieder ab, sonst war das ganze Zahnen ja umsonst und er knirscht sich die Dinger weg - dauert ja nicht lang, bei den kleenen Fipselzähnchen. Angeblich macht dem Kinde das ja nix, sagen die Fachleute. Aber die Fachleute machen sich nix daraus, was das Geräusch mit Müttern macht. Mir geht das durch Mark und Bein, das is ganz oben auf der "schreckliche-Geräusche-Liste" (gleich neben Fingernägeln auf der Tafel). Lieber Paul, bitte such dir ein neues Hobby.

Paul erweitert seinen Lachhorizont

Gestern hatten wir ein neues Highlight mit Paul. Eigentlich war er bisher recht schwierig zu amüsieren, also zumindest mit dem lauten Lachen ging er recht sparsam um. Manchmal, wenn wir Dinge ausprobiert haben, die doch eigentlich mit allen Babys funktionieren, dann kuckte er nur so, als ob er sagen wollte....ja und was soll das? Soll das jetzt lustig sein?
In letzter Zeit erweitert er seinen Lachhorizont stetig, im Grunde lacht er neuerdings schon, wenn man ihn nur bisschen komisch ankuckt; aber natürlich auch, wenn man ihn unter den Armen kitzelt, an den Fußsohlen, wenn man Verstecken spielt usw. Aber sein witzigster Lachmoment war gestern Nachmittag. Da hat Paul zum ersten Mal Melone bekommen (Wassermelone) und als er mit seinem Breichen fertig war, dachte ich, ich gebe ihm mal ein paar Stückchen in die Hand, mal sehen was passiert (wir wollen ja kauen üben).
Paul nahm die Stückchen und machte daraus Melonenbrei, zugegeben bei reifer Wassermelone keine komplizierte Nummer. Er kam gar nicht auf die Idee, die Stückchen in den Mund zu nehmen. Also hab ich ein Stückchen genommen und ihm in den Mund geschoben, nur so ein bisschen. Und dann kam der für ihn so unglaublich lustige Moment...er biss mit seinen nigelnagelneuen Schneidezähnen von der Melone ab. Das machte lustige Geräusche, war angenehm kühl und scheinbar unheimlich witzig. Wir haben das noch paar Mal wiederholt und er kam aus dem Kichern gar nicht mehr raus.
Die Freude über das Ganze wurde nur dadurch getrübt, dass wir die Aufzeichnung des Ganzen vermasselt haben und so den Moment jetzt allein in unseren löchrigen Köpfen speichern müssen. Deswegen hab ich es schnell noch aufgeschrieben, da fällt es leichter.