Montag, 24. Oktober 2011

Eine Woche stillfreie Nächte - Nächte frei von Stille

So jetzt haben wir die erste Woche mit stillfreien Nächten hinter uns und ich muss sagen, die Aktion kann als Erfolg verbucht werden. Paul schläft zwar noch nicht durch, aber er schläft ruhiger und wacht seltener auf und außerdem macht er mittlerweile überhaupt kein Problem mehr daraus, dass es keine Brust gibt nachts, was beruhigend ist, denn das heißt, nicht ICH muss in jedem Fall Beruhigungstee spielen.
Die Gründe für die unruhigen Nächte liegen meiner Meinung nach in einem erneuten Wachstumsschub. Vielleicht muss man das auch nicht so nennen, um sich nicht zu dieser Theorie zu bekennen, aber Fakt ist, er ist in den letzten vier Wochen vier cm in die Länge gewachsen (in die Breite wäre auch mal nicht schlecht) auf jetzt stattliche 83 cm. Das MUSS weh getan haben. Ob der Prozess zu Ende ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, aber seit ein paar Tagen sind die Nächte ein bisschen ruhiger und die Tage frei(er) von Quengelei. Bis die Nächte wieder ganz still werden, wird es wohl noch eine Weile dauern. Aber sie sind so schon viel kuscheliger als zuvor. Ich wünsch dir lieber Paul, dass du noch ein bisschen mehr Ruhe findest. Mir wünsch ich das auch. Und Moritz. Und allen sonstigen Beteiligten. Vielen Dank.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Nacht Nummer drei

Das Unglaubliche ist wahr geworden. Paul hat heute von 20 Uhr bis 6.30 Uhr in seinem Bett durchgeschlafen und zwischendurch nur ab und zu leise Piepstöne von sich gegeben. Es wird doch wohl nicht wirklich was dran sein an der Theorie? Hat er jetzt aufgegeben, weil er denkt, es lohnt sich ja nicht nach Mama zu rufen, wenn die mich hier dann eh nur so rumschaukelt und die Molkerei drin lässt oder war das nur ein Zufallstreffer? 
Oder ist es vielleicht wie der Opa sagt, der Junge muss endlich was Richtiges zu essen bekommen, FLEISCH oder eben eine ordentliche Stulle. Gestern hat Paul nämlich sein erstes richtiges Käsebrot gemampft. Naja der Käse ist öfter im Schoß gelandet. Aber vielleicht hat er sich gedacht: 'Na endlich hat sie verstanden, was ich von ihr will. Richtiges Essen. Jetzt muss ich sie nur noch dazu kriegen, dass sie die Fleischportionen vergrößert. Das regel ich dann über den Mittagsschlaf.' Mal kucken wie's weitergeht.

Und kaum...

hatte ich den letzten Eintrag fertig geschrieben und veröffentlicht, was macht Paul da hinter meinem Rücken? Stellt sich im Laufgitter hin. Wie, um mir zu beweisen, dass er sich sehr wohl traut, sich auch woanders hinzustellen. So schnell geht das mit den Strolchen. Na hoffentlich weiß er was er tut und wird nicht übermütig. Sonst kippt er mir da bloß auf die ganze Spielzeugmöhle. Das Wiederrunterkommen übt er nämlich noch. Meistens kommt er schneller nach unten als wieder nach oben. Wenn die Kraft nach lässt kippt er um oder beißt sich wahlweise in die Reling fest und ruft nach Mama (noch nicht mit Worten). Die ersten Minischritte an der Stange macht er auch schon. Ich bin mal gespannt, ob er bis Weihnachten richtige Schritte macht. Vielleicht überleg ich mir das dann nochmal mit dem Geschwisterkinderwagen.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Mama, ich helf dir aufräumen!

Seit Sonntag, 16. Oktober steht Paul übrigens professionell rum. Stehversuche hat er schon in Deutschland, beziehungsweise in Bayern, angefangen zu machen, aber da war er noch sehr, sehr wackelig, was vielleicht auch darauf zurückzuführen war, dass er auf Zehenspitzen stand wie ein kleiner Balletttänzer.  Seit Sonntag ist er schon fitter. Bisher stellt er sich aber weiterhin nur auf weichem Untergrund hin, um genau zu sein in seinem Bett. Er könnte sich auch im Laufgitter hochziehen oder am Stuhl, aber das macht er nicht, weil er genau weiß, wie hart die Landung wird, wenn er fällt. Jedenfalls bild ich mir das ein.
Das Lustige an seinem Rumgestehe im Bett ist, dass er sich nun, da das Bett Rollen hat, bis an die Wickelkommode heranzieht, um dort dann alles aufzuräumen, beziehungsweise Cremedosen zu öffnen und Feuchttücher aus der Packung zu ziehen und zu lutschen. Ungefähr so, wie hier auf dem Bild:
Was machen wir da bloß?

Nacht Nummer zwei

Heute Nacht hatten wir hier das gleiche Programm in etwa. Einmal waren wir wach von 22.30 Uhr bis 23 Uhr und dann wieder von 4.30 Uhr bis 5.30 Uhr. In der restlichen Zeit war Stille. Jetzt kommt die dritte Nacht. Danach soll ja angeblich dann Ruhe sein. Wer's glaubt. Vielleicht gilt das aber auch nur, wenn ich mich überhaupt nicht mit ihm befasse, sondern ihn sich einfach in seinem Zimmer müde schreien lasse. Hmmm. Wir sind gespannt. Also ich.

Montag, 17. Oktober 2011

Aller Abschied ist schwer

Paul schläft seit einer Weile schlecht. Und wenn das eigene Baby schlecht schläft hat man nicht nur das Problem, dass die Nächte unruhig sind und man etwas müder ist als sonst, sondern man muss sich gezwungenermaßen auch mit guten Ratschlägen aller Art herumplagen, denn mit nichts kennen sich die Menschen so gut aus wie mit schlafenden beziehungsweise mit nicht-schlafenden Babys.
Klein Paul hat eigentlich immer viel und gut geschlafen, aber seit ein paar Wochen ist sein Schlaf gestört, d.h. er schläft schlechter ein und wacht in kürzeren Abständen auf und - und das ist wohl der anstrengendste Teil daran - er ist mitunter nachts eine bis zwei Stunden wach. Nachdem ich mich jetzt mehr als drei Wochen damit befasst habe, was die Gründe für sein verändertes Schlafverhalten sein können und welche Möglichkeiten ich habe, wieder zu angenehmeren Verhältnissen zu kommen, habe ich nun gestern eine Entscheidung getroffen. Es ist Zeit, vom Stillen langsam Abschied zu nehmen.
Aber zurück zum Schlafproblem. Ich stille Paul schon immer in den Schlaf, was ja von vielen Parteien als absolut "schädlich" für die Erziehung eines durchschlafenden Kindes gesehen wird. Stillfachfrauen (gibts eigentlich auch Männer?) sagen im Gegenteil, dass Einschlafstillen das Natürlichste von der Welt sei. Nun, liebe Mutter, nun musst du dich nur noch entscheiden, durch welche Tür du gehen willst. Jede Seite hat fantastische Argumente, für mich war aber vor allem ausschlaggebend, dass Paul und ich das von Anfang an so gehandhabt haben und er trotz dieses Frevels lange Nachtschlafphasen von 9-11 Stunden hatte. Und das ist auch noch gar nicht so lange her. Als es damit plötzlich vorbei war, hab ich mich aber trotzdem damit befasst, weil wir zum Schluss bei ein-stündlichen Stillsessions angekommen waren, die im Elternbett teilweise ins Endlose verlängert wurden. Und das hab ich ein paar Wochen mitgemacht, wobei jedes Mal Pauls kleines Brüderchen wach wurde und mir den Schlaf immer dann raubte, wenn Paul eben fertig war. Und dabei ist er ja noch in meinem Bauch. Ich hab dann immer überlegt, wie soll das erst werden, wenn er erst raus ist. 
Gestern hab ich entschieden, dass es so nicht weitergeht. Und jetzt stillen wir ab (vorerst nur nachts) und sind gespannt, was passiert. In der Theorie von Partei Nr. 1 dauert es nur ein paar Nächte und das Kind schläft durch. Erstens glaub ich das aber erst wenn ich es sehe und zweitens geht es mir auch nicht unbedingt darum, dass Paul durchschläft, welches Kind macht das schon dauerhaft. Ich will nur erreichen, dass er nicht mehr stundenlang an der Brust rumhängt, denn da will ja bald ein anderer hängen. 
Die erste Nacht war gestern. Zum Einschlafen brauchten wir ungefähr eine dreiviertel Stunde. Dann ist er um 1 Uhr das erste Mal wachgeworden und hat sich mit Tragen, Schaukeln und Bettschieben innerhalb von einer halben Stunde beruhigen lassen. Das nächste Mal ist er um fünf wach geworden und hat sich mit den gleichen Handlungen innerhalb von einer Stunde wieder einschläfern lassen. Die Babyschlafprofis unter uns werden natürlich sagen, "oh Gott, bloß nicht aus dem Bett nehmen, er muss sich im Bett beruhigen, am besten allein." Aber in dem Fall sind mir die Profis mal wieder egal. Für die erste Nacht bin ich zufrieden. Und Pauls kleines Brüderchen war die Nacht auch gleich viel ruhiger.
Also lieber Paul, du musst jetzt weiterhin ganz stark sein. Wir machen das nämlich jetzt genauso weiter. Und wenn du dann dabei zufällig Partei Nr. 1 Recht geben willst, bin ich dir auch nicht böse.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Nein-sagen und andere Späßchen

Das Schöne mit Kindern ist, dass man jeden Tag vor neuen Herausforderungen steht und damit meine ich sowohl das Kind selbst als auch mich als Mama. Gestern hab ich noch den ganzen Tag daran gearbeitet Paul beizubringen, nicht den Küchenschrank unter der Spüle auszuräumen. Wir sind ja immernoch in der Ferienwohnung und die Schränke gehen hier viel leichter auf als bei uns zu Haus. Aber auch dort wird er den Dreh sicher bald raushaben. Jedenfalls habe ich mich immerzu im Nein-sagen geübt und Paul hat alle fünf bis zehn Minuten getestet, ob noch ein Nein kommt. Dabei hatte ich mehrmals Momente, in denen ich dachte, boah wie anstrengend, soll er doch einfach alles ausräumen. Aber ich bin hart geblieben und hab ihn nicht am Zwiebelnetz und auch nicht an den Mülltüten lutschen lassen.
Seit gestern Abend nun würde ich mich freuen, wenn er wieder Interesse am Küchenschrank hätte, denn das Spiel, das wir jetzt spielen ist die größere Herausforderung für uns beide. Paul macht seitdem nämlich die ersten Stehversuche. Er zieht sich hoch und steht dann ganz wackelig in der Gegend rum. Leider kann er sich im Moment noch nicht aus der Position befreien und fängt dann nach einer Weile an zu jammern. Und dann steh ich da wie doof. Ich hab zwei Möglichkeiten und beide findet er zum Schreien (wörtlich): Entweder ich lasse ihn stehen, dann weint er oder ich befreie ihn, dann weint er auch. Das bisl Nein-sagen ist im Vergleich dazu Erholung. Aber ich bin mir sicher, das nächste Highlight wartet schon.

Montag, 10. Oktober 2011

Eine Woche Deutschland und Paul...

...bewegt sich krabbelnd durch die Welt, weil rumrutschen auf Teppich einfach nicht so viel Spaß macht
...macht seine ersten Stehversuche
...klemmt sich zum ersten Mal Finger in Schubladen und Schranktüren ein und trägt es mit Fassung
...setzt sich allein hin (na endlich mein Lieber)
...hat sich einen ordentlichen Schnupfen eingefangen, der die Nächte verkürzt und die Tage verlängert
...hat öfter im Restaurant gegessen als in seinem ganzen bisherigen Leben und dabei viele verschiedene Kinderstühle ausprobiert und dem beim Italiener in Regen 5 Sterne verliehen (ein Kindersessel eigentlich, von Storchenmühle)
...hat den zweiten Winter seines Lebens anfangen sehen (hier liegt doch tatsächlich schon Schnee)
...hat auf allen nur erdenklichen Seiten des Glastisches unserer Ferienwohnung Spuren hinterlassen
...hat die erste lebendige Kuh seines Lebens gesehen
...hat das erste Mal geschaukelt und war nicht begeistert
...hat sich eine Dauerkarte für die Besucherritze erstritten (puhhhh)
...ist wie früher auf Papas Bauch eingeschlafen
...ist das erste Mal in sein Reisbett rein- und wieder rausgekrabbelt
...hat die erste Schlagsahne seines Lebens gekostet und ist unbeeindruckt geblieben
...hat die Füße ins Kneipp-becken gehalten und war sichtlich beeindruckt
...war mit Mama und Papa richtig ordentlich Bücher shoppen (Aktion Erziehung zum Bildungsbürger kann jetzt losgehen)
...hat in einem dieser Bällemeere gebadet und versucht jeden einzelnen Ball zu kosten (das Bad wurde dann deshalb abgebrochen)
...hat die Beziehung zu seinen Internetgroßeltern real und aktiv ausgebaut (an Omas Ketten gezogen, nach Brillen gegrabscht, versucht die großelterlichen Kauwerkzeuge zu untersuchen, Hoppe Hoppe Reiter gespielt und mit Opa zusammen (oder in dessen unaufmerksamen Moment) in Blumenerde gewühlt)
...hat sein Fotogesicht weiter professionalisiert

Man darf gespannt sein, was die zweite Woche bereit hält.