Freitag, 25. November 2011

Auf diese Premiere...

hätte ich wohl verzichten können. Aber über kurz oder lang war damit wohl zu rechnen. Paul hat sich gestern das erste Mal echt verletzt, so mit Blutfließen und so. Und weil die Verletzung im Mund war, sah das auch noch so richtig gruselig aus und ich hatte beinahe einen Herzinfarkt. 
Alles ging so schnell, dass ich gar nicht richtig verstanden hab, was passiert ist. Paul stand am Bett und mit einem Mal rutschten ihm die Füße weg und er fiel mit dem Mund auf die Bettumrandung (ich schreibe bewusst nicht Kante, weil da keine Kante ist, sondern ein runder Metallrahmen, der mir eigentlich nicht so einen gefährlichen Eindruck gemacht hat), um dann auf dem Rücken mit dem Kopf auf dem Boden zu landen. Im ersten Moment hab ich gedacht, ach nicht so schlimm, mein Kleiner. Komm mal her, nix passiert. Und dann sah ich das Blut im Mund und da wars aus mit mir. In sowas bin ich echt ne Weichwurst, ne Sauna-unten-Sitzerin oder ne Warmduscherin, wie auch immer man das so nennen mag.
Der Junge hätte sich vermutlich noch viel schneller beruhigt als er es sowieso schon hat, wenn ich nicht so geflippt hätte wegen dem Blut. Ich hab auch erst gar nicht gesehen, woher das kam. Ich dachte, die Schneidezähne (die hätte er ja dann nicht lange gehabt). 
Nachdem wir uns beide beruhigt hatten, Paul ein bisschen schneller als ich, konnte ich sehen, dass sein Lippenbändchen oben wohl verletzt war. Und das geht, wer sich damit auskennt, mit ner ganz schön beeindruckenden Blutmenge einher, ist aber insgesamt eher harmlos. Auch die Blutmenge ist wohl nicht so groß, sieht aber so aus durch die Vermengung mit Speichel vermute ich. 
Paul hat jedenfalls ganz schnell wieder gespielt und gelacht, trotz dicker Lippe. Abends beim Einschlafen sind bei ihm die dramatischen Ereignisse richtig ins Bewusstsein gesackt und er hat lange geweint, aber heute Nacht haben sich alle beruhigt: Lippe, Zahnfleisch, Paul und Mama. Wunden im Mund heilen ja zum Glück furchtbar schnell.

Jetzt bin ich wohl Anya

Heute Morgen bin ich vom Bad ins Schlafzimmer geeilt. Auf dem Weg dorthin kam ich durch die Küche und Paul stand im Laufgitter und sah mich vorbeieilen. Und da war es dann plötzlich: "A-N-Y-A!" ganz laut, ganz eindeutig und unmissverständlich: "MAMA wo willst du hin? Komm zurück!" Nur eben nicht Mama, sondern das ungarische Gegenstück, anya. Nun weiß ich gar nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Mein Kind spricht ungarisch. Wahrscheinlich bald besser als ich. Die deutsche Oma hat gleich reklamiert und gesagt, er hätte ja auch schon Ma-Ma-Ma gesagt. Aber leider ist ma-ma-ma eben nicht "Mama!" und das war bisher auch eindeutig nicht ganz so eindeutig wie das "anya" heute Morgen. Ist ja auch kein Wunder. Alle nennen mich ja hier so. Woher sollte er wissen, dass ich Mama bin. Die paar Male, wo ich ihm das sage, machen aus mir wohl keine Mama. Nun bin ich also zuerst eine anya.
Lieber Paul, nenn mich wie du willst, mit ein paar Einschränkungen natürlich, wie zum Beispiel "Alte" oder "Erzeugerin", für mich bist du immer mein Paulchen. Und bei allem bleibt mir immernoch die Hoffnung, dass der erste richtige, echte "Mama"-Ruf nicht ganz so herrisch daher kommt wie das "A-N-Y-A" heute Morgen.

Donnerstag, 24. November 2011

winke winke - pápá

Gestern war wieder eine Premiere im Leben von Paul. Er hat zum ersten Mal gewunken. Richtig deutlich erkennbar mit der Hand, den Fingern, praktisch dem ganzen Arm. Und dabei gelächelt. So ein schöner Moment. Witzig war die Angelegenheit auch, denn Pauls nagymama und nagypapa üben schon ganz lange mit ihm das Winken, aber natürlich immer auf ungarisch begleitet von der ungarischen Version von "winke winke", nämlich "pápá". Ist ja leicht zu verwechseln mit dem deutschen "Papa". Vielleicht deswegen hat Paul das erste Mal seiner Internetoma über Skype gewunken. Da hieß es winke winke, nicht zu verwechseln mit Anverwandten jedweder Art. Aber da die Winkegeste in der Familie geblieben ist, sind auch so alle glücklich und warten gespannt auf ihr nächstes Erscheinen.

Mittwoch, 23. November 2011

Und er isst alles oder?

Wie sich doch die Dinge ändern! Heute waren wir bei der Kinderärztin zur 12-Monats-Untersuchung, das Gegenstück zur deutschen U6. Es wurden verschiedene Dinge gestestet und abgefragt und Paul entwickelt sich neuerdings, Zitat, "prächtig". Kein Wort mehr über Entwicklungsverzögerung oder ähnlichen Schmu. Aber das mein ich gar nicht, wenn ich meine, dass sich die Dinge ändern. 
Das Wichtigste für mich während der ganzen Untersuchung war mein Fachgespräch mit der Kinderärztin über Pauls Ernährung. Ich hab ja bereits geschrieben, dass Paul jetzt alles essen darf (theoretisch). Heute hat uns auch die Kinderärztin bestätigt, dass sich mit dem 1. Geburtstag praktisch alle Regeln selbst aufheben und man seinem Kind geben kann, was man gerade will, da hat oder was gerade weg muss. Das zeigte sich für mich an der Frage: "Und er isst alles oder? bzw. auf ungarisch "És eszik mindent, ugye?" Ich wusste ehrlich gesagt nicht genau, was ich darauf antworten sollte. Mir fielen verschiedene Dinge ein, wie: "Ja klar, wir kommen grad von McDonalds, war superlecker. Die ham grad n Special" oder "Eigentlich alles, ja. Nur Sushi mag er nicht so." oder "Ja, vor allem mir die Haare vom Kopf."
Aber da ich nicht so witzig bin, wie ich behaupte, hab ich einfach genickt und "Ja" gesagt. Damit war das Fachgespräch über die aktuelle Ernährung meines Einjährigen beendet und beide Seiten waren zufrieden. Die Ernährungsratschläge meiner Kinderärztin hab ich ja bisher auch nicht wirklich ernst genommen (man erinner sich an die Haushaltskekse). Ich hab mich allerdings gewundert, dass die Frage "Was, Sie stillen immernoch?" diesmal ausblieb, aber ich habe den leisen Verdacht, dass ihr Ausbleiben auch mit Pauls 1. Geburtstag zusammenhängt. Denn mit einem Kleinkind darf man wirklich alles machen, nur stillen....das ist doch irgendwie komisch.

Spektakel- und debakelfrei

Völlig unspektakulär lief die heutige Rote-Bete-Zubereitung und Fütterung ab. So unspektakulär, dass ich mir nicht sicher bin, dass es einer Wiederholung bedarf (ja, ich hatte mir durchaus mal ein kleines Mini-Spektakel erhofft). Weder die Zubereitung hinterließ irgendwelche Flecken auf Gegenständen oder Kleidung noch die Fütterung. Auch der Geschmack war wenig spektakulär, recht mild für meinen Geschmack, für die kleinkindlichen Geschmacksnerven so durchaus geeignet. Aber da empfohlen wird die Knolle mit Schale zu kochen, damit sie nicht ausblutet, ist die Kochzeit von 40 Minuten doch erstens recht unpraktisch und zweitens frag ich mich, wie viele von den Vitaminen denn da noch erhalten bleiben. Möchte gar nicht wissen, wie lange das Knöllchen gedünstet werden müsste, das erinnert wahrscheinlich an Truthahngarzeiten. Ein Reklamationsdebakel blieb auch aus, Paul spachtelte die brombeerrote Masse relativ teilnahmslos hinunter, vermutlich weil der Geschmack doch relativ angenehm und wenig auffällig ist. Einzig die Farbe des Breis beeindruckte sehr. Hier ein Foto von dem Zauberbrei (ca. 100 g Kartoffeln, 140 g Rote Beete, ein bisschen Sonnenblumenöl und Pfeffer):

Dienstag, 22. November 2011

Ein roter Tag im Kalender

Morgen wird ein roter Tag im Kalender. Rot wird er, weil es was intensiv Rotes zu essen geben wird und demzufolge, da können Paul und ich noch so vorsichtig sein, vermutlich rote Flecken an den verschiedensten Stellen unserer Kleidung geben wird; und zu guter Letzt weil ich aller Voraussicht nach im Falle des Missglückens des Versuchs den Tag im Kalender rot anstreichen werde zur Erinnerung: Nie wieder Rote Bete.
Mir kommen ja manchmal so glorreiche Ideen am Gemüsestand, weil ich mich beim Gestampfe von Möhren, Kartoffeln und Kürbis einfach häufiger langweile. Paul hat zwar noch nie reklamiert, er ist sowieso nicht von der Sorte Reklamateur, wie es scheint. Aber es kann ja trotzdem nicht immer nur Möhren geben. Außerdem kann man auch zu einem der beliebtesten Babyeinführungsgemüse zahlreiche Veröffentlichungen im Internet finden, die von Anti-Möhren-Gruppierungen stammen (erstens stopfend, zweitens verpestet, drittens zu süß etc.). Deswegen hatte ich neulich am Gemüsestand die Idee, mein Kind mal wieder mit saisonalem Gemüse vollzustopfen, im aktuellen Fall: Rote Bete.
Ich selbst kenne rote Bete nur in Salatform und sauer eingelegt und bin davon auch kein besonderer Fan. Aber deswegen will ich Pauls Gaumen den Genuss dieser fröhlichfarbigen Knolle nicht vorenthalten. Aber zuerst hab ich natürlich recherchiert, wie immer. In einem Forum schrieb eine Mutter, dass ihr Mann die gleiche Idee wie ich hatte und mit roter Bete vom Gemüsehändler nach Hause kam. Das wurde nur kommentiert mit: "Typisch Mann" (zu deutsch: keine Ahnung). Aber es gibt auch durchaus einige Fans von Rote-Bete-Brei für Babys, da die Knollen wohl durchaus wertvolle Inhaltsstoffe haben, wie u.a. Kalzium und Magnesium.
In einem sind sich aber alle einig. Wer rote Bete zubereitet und/oder isst, sollte sich entweder in Gummi kleiden oder gleich nackt arbeiten/essen. Es wurde sogar der Vorschlag gemacht, die Küche mit Folie auszulegen und die Tapete in irgendeiner Form abzusichern, um sie vor Flugschäden zu schützen. Da Paul bekannt ist für seine Beherrschung beim Essen (man erinnere sich an die Geburtstagstorte), mache ich mir aber keine allzu großen Sorgen. Worauf ich allerdings gespannt bin, ist der brombeerrote Stuhl, und ich meine hier nicht die Sitzgelegenheit. Das kann man jetzt als pathologisch einstufen, aber das stört mich nicht. Das gehört zum Mamasein dazu, dass man Stühlen eine größere Bedeutung zumisst als üblicherweise angemessen.

Montag, 21. November 2011

Alternative zu Stulle mit Brot

Paul isst seit einer Weile Stulle. Für diejenigen, die nicht wissen, was eine Stulle ist, das ist eine Bemme, Kniffte oder Schnitte. Wer jetzt immernoch nicht Bescheid weiß, der isst entweder kein Brot oder wohnt in den falschen Regionen: eine Stulle ist "eine Scheibe Brot". 
Paul kann mit diesen ganzen Begriffen auch nix anfangen, sehr wohl aber mit dem Gegenstand, für den diese stehen. Er mampft seit geraumer Zeit vormittags so gegen halb zehn zwei Stüllchen und am Abend zwei richtige echte Stullen (echte Stullen unterscheiden sich von Stüllchen allein in der Größe). 
Wegen der vielen Regeln zur Babyernährung und Pauls bisherigem Unvermögen richtig zu kauen, hatte ich so meine Schwierigkeiten, was ich ihm wohl so auf die Stulle tu. Bisher kam da nur Frischkäse und Butter in Frage oder Margarine, aber ich kann Margarine nicht leiden. Mit Leberwurst hab ichs auch versucht, aber die is extrem würzig im Vergleich zu dem, was er sonst so isst und außerdem voll mit Geschmacksverstärkern, die er ja sowieso früh genug bekommt. Und da ich das Kind ja nicht immerzu mit Frischkäse vollstopfen kann, Stulle mit Brot aber irgendwie keine Alternative ist, hab ich überlegt, was ich denn ich denn jetzt bitte zur Abwechslung auf die vermaledeite Stulle schmiere. Morgens Marmelade, Nutella oder Honig würde noch gehen, aber das passt eigentlich nicht so richtig zum Graubrot und is ja auch alles süß. Gestern kam mir dann die Erleuchtung am Gemüsestand: Avocado. Gesehen, gekauft, geschmiert, gewürzt, gegessen, für lecker befunden. Und dann gegoogelt und festgestellt, dass man Avocados auch zusammen mit Banane und Pfirsich gemanscht als süßen Brei geben kann. Cool eigentlich, aber wir wollen ja weg vom Brei. Bisl teuer so eine Avocadostulle, aber sooo gesund! Und wie schöne grüne Flecken das macht! Empfiehlt sich scheinbar auch nackt zu essen, wie die Geburtstagstorte.

Pauls Geburtstagsparty oder die verpasste Chance zum Rumsauen

Am Samstag haben wir hier nun Pauls Geburtstag gefeiert, zusammen mit nagymama und nagypapa (die ungarischen Großeltern) und natürlich mit mir und dem Papa. Nachdem ich lange herumgeeiert habe, was ich denn wohl für einen Geburtstagskuchen backen soll, kam die Entscheidung am Freitag dann ganz plötzlich: Schwedische Apfeltorte. Das ist eine Torte, die eigentlich alles enthält, was Torte so enthalten muss, aber trotzdem irgendwie gesund rüberkommt, wie schon der Name verrät. Denn immerhin kommt sie ja nicht ohne Äpfel aus. Das Rezept ist ganz einfach. Man backt einen Tortenboden und auf den Tortenboden kommt eine Mischung aus geriebenen Äpfeln, Puddingsoße, Zitronensaft, Wasser und Eiern. Diese Mischung wird aufgekocht und dann abgekühlt auf dem Tortenboden mit einer Schicht Schlagsahne ganz oben serviert. Pauls schwedische Apfeltorte sah dann so aus (in Tortendekoschriftzügen, gebe ich offen zu, habe ich noch Lernpotential)


Nun findet man, wie ich ja schon erzählt hab, wenn man bei youtube "1st birthday cake" eingibt, lauter Videos mit Babys, die sich in ganze Torten stürzen, in sie hineinlegen, mit dem Kopf eintauchen oder mit Händen und Füßen Tortenbrei auf Hochstühlen verteilen, vorzugsweise nackt oder nur mit Windel bekleidet. So viel Babytortengenuss kam für unsere kleine bescheidene Feier nicht in Frage, da wir Erwachsenen, egoistisch wie wir sind, auch etwas von der Torte genießen wollten. Aber, so dachten wir, mit einem Tortenstück kann man doch auch ganz gut ein bisschen rumschweinern. 
So haben wir dann Paul ein Stück von der Torte auf dem Hochstuhltablett zur freien Verfügung serviert. Die Idee war, dass er mit der Hand reingreift und sich vollstopft - im besten Fall - im schlimmsten Fall hätte er die Torte nur breitgeschmiert, ohne drauf zu kommen, dass man die essen kann. Aber wie das manchmal schon so war mit meinen Ideen, hat Paul uns auch diesmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er warf dem Tortenstück lange, nachdenkliche Blicke zu und richtete ab und an fragende Blicke an uns, während seine Großeltern ihm ihre Tortenstücke wohlwollend voraßen, um zu zeigen, was er damit machen könne. 
Es verging eine gefühlte Stunde, bevor der Junge sich beschwerte und einen neuen Blick aufsetzte, der da lautete: "Also entweder du holst jetzt den Löffel raus und fütterst mich mit diesem Zeug da oder du nimmst mich hier wieder aus dem Stuhl raus, damit ich wieder spielen kann." Dem Blick bin ich gefolgt und hab ihm das Tortenstück ganz brav vom Löffel serviert, ohne Schweinerei und Kleckerei, aber mit vielen eindeutigen Genussgeräuschen.
Lieber Paul, da hattest du nun mal Gelegenheit, ein bisschen mit leckerer Apfeltorte rumzuschweinern und was machst du? Schaust verständnislos in die Gegend und wartest auf Fütterung. Mit der Zucchini, die du neulich aus der Einkaufstasche gefummelt hast, hast du dich nicht so angestellt. Da hast du gleich herzhaft reingebissen.Wie kommt das bloß?

Donnerstag, 17. November 2011

So, lieber Paul...

jetzt bist du schon 1 Jahr alt. Genauer gesagt ist es noch nicht ganz so weit. Du bist ja erst um 23.50 Uhr zur Welt gekommen. Aber sagen wir mal so, um diese Zeit etwa warst du auch nicht mehr aufzuhalten. Und was soll ich dir sagen, mit dem 1. Geburtstag kommen eine Menge Veränderungen auf dich zu. Nicht ganz so viele wie für mich am Tag deiner Geburt, aber erwähnenswert sind sie trotzdem.
Zuallererst wäre da die weitreichendste, aber auch die schwierigste Veränderung zu nennen: Ab heute bist du kein Baby mehr. Und das ist nicht nur so ein Spruch. Nein, du bist jetzt offiziell ein Kleinkind und dadurch ändert sich für dich theoretisch sehr viel.
Ab jetzt kannst du nämlich offiziell fast alles essen und trinken, was bisher verboten war. Deine männlichen Vorfahren empfehlen ja alle schon seit längerem dich täglich mit Speck, Kolbász, aber eigentlich egal Hauptsache mit Fleisch, zu füttern. Was sich jetzt ändert ist einzig und allein die Tatsache, dass meine medizinischen Ausflüchte nicht mehr lange ernst genommen werden. 
Da du jetzt älter als ein Jahr bist, darfst du auch Kuhmilch trinken. Du darfst Eier essen, Käse und alle möglichen anderen Schweinereien. Zur Feier des Tages haben wir deswegen heute Apfelmusmuffins (mit Eiern, Milch, Zucker, Butter, selbstgemachtes Apfelmus, etc) gebacken und gegessen. Und dazu gabs ne extra Portion Kuhmilch in Form von Schlagsahne. Du hast dich nicht so auf den Muffin gestürzt wie die Babys, die man so unter dem Titel "baby first birthday cake" bei youtube findet, aber du hast dich auch nicht unbedingt gegen den Kuchen gewehrt.
Sicher hast du heute die Geschenke und Luftballons vermisst, die zu einem ordentlichen Geburtstag gehören (schließlich bist du ja kein Baby mehr!). Am Samstag holen wir das nach. Alles Liebe zum Geburtstag, Isten éltessen. Deine Ma-ma-ma-ma

Mittwoch, 16. November 2011

Hilfe, ich brauche Beschäftigung!

Ich hab mal wieder gegoogelt.
Thema: "wie beschäftige ich ein 12 Monate altes Baby" (andersherum ("wie beschäftigt ein 12 Monate altes Baby mich") ist eindeutig, da ist kein googeln notwendig!)
Ergebnis: ernüchternd bis erschütternd. auf jeden Fall erfolglos.
Problemstellung: Paul braucht Beschäftigung. Als Formel dargestellt sieht das Problem ungefähr so aus: 
Paul+Beschäftigung=glückliches Kind; 
Paul-Beschäftigung=unglückliche Mutter
Die Ursachen dafür liegen nicht unbedingt darin begraben, dass Paul zwangsweise unglücklich ist, wenn ich ihn nicht beschäftige und ich daraus resultierend unglücklich bin, sondern vielmehr, dass Paul sich in Ermangelung richtiger Beschäftigung immer häufiger unerwünschter Beschäftigung zuwendet, wie z.B. Kühlschrankmagneten vom Kühlschrank holen (und dabei leider kaputt machen), den Herd ein- und ausschalten, Regale ausräumen, Mülleimerinhalte untersuchen. 
Der gemeine Ostdeutsche (hier: als Prototyp nicht als fieser Ossi zu verstehen) empfiehlt an dieser Stelle, das Kind doch in eine Einrichtung zu stecken, es wäre dann jetzt soweit. Und er hat Recht. Paul ist bereit für andere Kinder, für anderes Spielzeug, für andere Zimmer, für andere Erwachsene. Aber die Möglichkeit besteht nicht. Wenn Paul also nicht zu alternativer Beschäftigung kommt, muss die alternative Beschäftigung zu Paul kommen. Hier kommt die Suchmaschine ins Spiel. Und mein Entsetzen. Auf der Seite babycenter.de gibt es eine Ecke mit dem Titel "Wir spielen", wo man Spiele für den eigenen Säugling findet. Wenn es nach diesen Profis geht soll ich meinen zwölfmonatigen Paul u.a.
- in einem selbstgebauten Sandkasten in der Küche spielen lassen
- in einem Planschbecken in der Küche Experimente mit Wasser machen lassen (wohlgemerkt zum Rumsauen mit Wasser, klar zu unterscheiden vom Baden, denn das macht man ja nicht mehr)
- Essen kochen, um ihn dann damit spielen zu lassen (Gesichter aus Erbsen und Möhren z.B.)
- eine Babypuppe windeln und anziehen lassen (wohlgemerkt während ich ihn selbst wickele, wie das gehen soll, steht da nicht genauer)
- Gartenmöbel oder Wände mit Wasserfarben bemalen lassen
So, lieber Paul. Nachdem ich mir diese ganzen Spielvorschläge auf der Zunge zergehen lassen habe, muss ich feststellen, so schlimm sind deine eigenen Spielideen gar nicht. Wenn ich mir vorstelle, was du mit Farbe, Wasser und Sand und Essensresten in der Küche anstellen würdest...da kauf ich lieber ein paar kindgerechte Kühlschrankmagneten und solange arbeiten wir dann weiter an deinem Turmbauvermögen und deiner Lesekompetenz mit Hilfe von Bilderbüchern. Is aber auch öde hier. Ich hoffe, du verzeihst mir irgendwann, dass wir den Sand für den Sandkasten, das Wasser fürs Baden und Trinken und das Essen für die Mahlzeiten aufheben und das Spiel mit der Babypuppe und den Gartenmöbeln auf ein andermal verschieben.

Freitag, 11. November 2011

Mein Baby schläft - den Mitmenschen sei Dank

Man sagt ja immer, man soll nicht für absolute Ruhe sorgen, wenn ein Baby schläft, damit es später nicht empfindlich für Geräusche wird. Also nicht auf Zehenspitzen rausgehen, sondern regelmäßig den Staubsauger anschmeißen, wenn das Kindl eingeschlafen ist (eine Bekannte hat mir neulich verraten, dass sie das so macht). Das sorgt nicht nur für geräuschunempfindlichen Babyschlaf, sondern auch für saubere Teppiche. 
Ich muss zugeben, ich habe diese Regel immer ignoriert. Ich hab nicht nur keine extra lauten Geräusche gemacht, wenn Paul schläft, sondern mich auch durchaus leise verhalten, zumindest in den Leichtschlafphasen. Vor einer Weile ist mir aber aufgefallen, dass ich mir auch Schaumstoff unter die Fußsohlen kleben kann, um leiser zu sein, wenn meine Umgebung das ignoriert, sind meine Bemühungen völlig für die Katz (die ist im Übrigen auch gänzlich unbeeindruckt von diesen Bemühungen und kommt durchaus mal rein und miaut im unpassendsten Moment). 
Wenn Paul und ich unser/sein Einschlafritual vollziehen, dann gibt es immer wahnsinnig viele Leute und auch Tiere, die uns dabei helfen wollen, dass Paul geräuschunempfindlich wird.
Da ist zum Beispiel immer irgendein Motorradfahrer, der genau unter Pauls Fenster Vollgas gibt. Oder es kommt ein Schrotthändler auf einer Pferdekutsche vorbeigefahren und macht laute Ansagen, dass er unseren Schrott kaufen will. Und dann wären da noch die Telefongespräche, die komischerweise immer unter unseren Fenstern stattfinden. Es vergehen auch nicht viele Mittagsschläfchen, bei denen nicht irgendein Alarm eines Hauses, Autos oder sonstigen Gegenstandes losgeht. Und schließlich sind da noch die bereits erwähnten Tiere, meistens Hunde. Das sind alles sehr nette Exemplare. Die sprechen sich ab, wer wann Schicht hat und bellen dann in Zweier- oder Dreiergruppen für Paul. Abends kommt noch eine weitere Menschengruppe dazu, die meine Einschlafstrategien alle irgendwie ins Lächerliche ziehen: Irgendein Anderthalb-bis Zweijähriger kommt immer auf seinem Laufrad des Weges und wird von Mutter oder Vater angehalten doch bitte an der Ecke zu warten. Dann denkt Paul sich sicher immer, 'warum muss ich eigentlich pennen, wenn die doch da sogar noch radeln dürfen?'
Liebe Mitmenschen, an dieser Stelle möchte ich mich für eure Hilfe bedanken: Ich danke euch für eure Schrottaufkaufansagen, eure Alarmanlagen, eure Hunde, eure Kinder und eure Autos und Motorräder. Ich bin mir sicher, nur eurem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass mein Kind heute mit fast 12 Monaten völlig unempfindlich für Geräusche ist, wenn er schlummert, sodass ich inzwischen auch endlich im Besitz sauberer Teppiche bin.

Mittwoch, 9. November 2011

Kis királyom - mein kleiner König

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, verlieren die meisten Erwachsenen bei dessen Anblick urplötzlich ihre angelernten Kommunikationsfähigkeiten und fangen in hohen Tönen an zu blabbern, zu verniedlichen und mimisch zu übertreiben, wo sie nur können. Als Außenstehender denkt man sich da seinen Teil und schüttelt meist zumindest innerlich den Kopf. 
Paul hat das große Glück (oder auch Unglück), dem Phänomen Babysprache gleich in zwei Sprachen ausgesetzt zu sein. Und an dieser Stelle muss festgehalten werden, dass die ungarische Sprache an Verniedlichungsformen nicht zu übertreffen ist. Das kann auch daran liegen, dass mir dieses Eideidei und seine Verwandten nicht so liegt, allerdings bin ich mir trotz mangelnder Babydeutschausbildung sicher, dass die ungarische Babysprache trotz allem mehr zu bieten hat. Das fängt bei den Verniedlichungsformen an und hört bei den Kosenamen nicht auf. Vor allem die Kosenamen für Paul sind mir schon oft aufgefallen. Sie sind zwar nicht direkt der Babysprache zuzuordnen, aber wenn man sich die hohen Töne und die übertriebene Mimik zu den Begriffen dazu denkt, dann passt das schon.
An dieser Stelle möchte ich eine Auswahl der schönsten Kosenamen festhalten, die Paul im Ungarischen hat und will einen Versuch wagen, sie zu übersetzen:
kis király - kleiner König
kis királyom - mein kleiner König
szépségem - meine Schönheit
gyönyörüségem - meine (oh hier wirds kompliziert, also wörtlich:) Wunderbarheit
aranyom - mein Goldstück
kis bogaram - mein kleiner Käfer
arany kis bogaram - mein kleiner Goldkäfer
arany pici bogaram - mein klitzekleiner Goldkäfer
életem - mein Leben
szemem fényje - mein Augenschein
kis herceg - kleiner Prinz
kis hercegem - mein kleiner Prinz
....die Liste ist endlos. Ich hab mich auf diese sehr poetisch übertriebenen (oder sollen die etwa ernst gemeint sein?) beschränkt, weil sie mir am besten gefallen. Eigentlich lässt sich ohne Übertreibung festhalten, dass Paul selten bis nie bei seinem eigentlichen Namen genannt wird und wenn dann wird auch dieser verniedlicht zu Paulka, Palko, Paulkám (mein Paulchen), Pali, Paulom (mein Paul) etc. 
Ich kann diesem Reichtum nicht viele (Kose)namen entgegen halten: Paulchen und Strolch sind meine beiden Favoriten, die ich einzeln oder auch kombiniert verwende (Paulchen, du Strolch). Aber das liegt vielleicht daran, dass ich nicht kreativ genug bin. (Zur Erklärung: Pauls Verhalten ist eigentlich nicht besonders strolchig, aber männliche Wesen haben immer was strolchiges). Paulchen versteht sich von selbst. Ganz ohne Verniedlichung komme auch ich nicht aus.

Möhren mit Dinkel oder wie backe ich einen ratgeberfreundlichen Geburtstagskuchen

Nächste Woche ist ein wichtiger Tag im Leben mit Paul. Paul hat zwar keine Ahnung, was da auf ihn zukommt, aber für mich ist es ganz schön spannend, dass er nächste Woche seinen ersten Geburtstag hat. Die Zeit ist geflogen und ich mache mir schon Sorgen, wenn Pauls Brüderchen erst da ist, wie das zweite Jahr dann rast. Merke: Ratgeber zur Entschleunigung besorgen. Ersatzweise: googlen. (vielleicht bei amazon, wie die Oma das macht)
Paul hat sich entschieden keine offizielle Geburtstagsfeier zu veranstalten, mit Gästen und so, weil er sich daran im nächsten Jahr sowieso nicht mehr erinnern wird. Nun könnte man sagen, dass das ja das Schöne an Geburtstagssausen ist, dass man sich hinterher meistens nicht mehr an viel erinnert. Aber das kommt wohl erst später. 
Ohne was der Tag aber auf keinen Fall auskommen soll, ist ein anständiger Geburtstagskuchen (das ist eher meine Entscheidung statt Pauls). Und da fangen Mamas Probleme an. Befrage ich meine Ratgeber, sagen die, Babys sollen keinen Zucker (Karies, auweia), keinen Honig (böse Bakterien), so wenig Kuhmilch wie möglich, manche behaupten sogar gar keine (böses Eiweiß), keine Nüsse (wer will schon Allergien), keine Eier (auch wegen Eiweiß) und manch ein Fanatiker weitet das auch noch auf bestimmte Mehlsorten aus. Jetzt hab ich wie so oft verschiedene Möglichkeiten: 
1. Ich halte mich an alle diese Ratschläge und backe Paul einen fröhlichen Möhrenkuchen mit Dinkelmehl ohne all diese Greuelzutaten.
2. Ich ignoriere einige dieser Ratschläge und suche ein Rezept für einen Geburtstagskuchen mit Mehl, Obst (anstelle von Zucker oder Honig), und Eiern ohne Kuhmilch und böse Nüsse. Im schlimmsten Fall verträgt er die Eier nicht, wird aber wenigstens nicht gleich zuckersüchtig.
3. Ich ignoriere alle diese Ratschläge und mache für Paul einen anständigen Geburtstagskuchen mit allem was dazu gehört und lebe mit den Konsequenzen (mein Kind wird möglicherweise an seinem Geburtstag einen allergischen Schock bekommen, einen Nierenschaden wegen des Eiweißes und oder bakterienverursachten Megadurchfall). Klingt irgendwie doof.
4. Ich ignoriere diese Ratschläge alle und backe für Paul einen Geburtstagskuchen für den 18. statt den 17.11. weil Paul an seinem Geburtstag ein Jahr alt wird und alle diese Regeln nur bis zum 1. Geburtstag gelten. Danach ist ein Baby ja ein Kleinkind und da gelten keine Vorschriften mehr. Da darf dann jeder wie er will. Paul ist ja sowieso kurz vor Mitternacht geboren. Da schläft jedes normale Kind, er merkt das also gar nicht.
Hmmm, was mach ich da bloß? Ich kann ihm ja auch eine Apfelscheibe mit ner Kerze dekorieren, wenn ich Glück hab erinnert er sich später nicht daran.

Dienstag, 8. November 2011

Tauchversuche, Kauversuche

Das letzte Wochenende war wieder mal ein Wochenende der ersten Versuche. Dabei gab es welche, die beabsichtigt und andere, die eher unbeabsichtigt waren. So hat Paul am Wochenende versucht eine Dinkelstange zu knabbern. Mancheiner wird jetzt sagen, das war hoffentlich der unbeabsichtigte Versuch, wer isst denn sowas? Aber in Anbetracht der Tatsache, dass der gemeinen Dinkelstange eigentlich alles fehlt, was Spaß macht (Zucker, Salz, Fett...), schmeckt sie gar nicht so schlecht. Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich mir das Zeug seit meiner Entdeckung in der Drogerie reihenweise reinhelfe, aber man kann damit doch wunderbar kauen üben, wie ich finde. Und das hat Paul auch gemacht. Er hat versucht, das Ding in die Hand zu nehmen und selbstständig wegzuknabbern. Der Versuch ist gelungen. Ohne Würgen. Mit Spaß am Knuspern.
Kommen wir zum unbeabsichtigten Versuch. Der bezieht sich aufs samstägliche Badevergnügen. Paul wird ja praktisch seit seiner Geburt jeden Tag gebadet. Das ist ja, wie die meisten behaupten, nicht nur gesundheitlich ein Frevel (ich erinnere daran, Babys wischt man heute Staub), sondern auch noch eine ziemlich umständliche Sache. Wer unsere Badewanne kennt, der weiß warum. Sie ist in den Boden eingelassen und der Witz, den Oma Budapest gemacht hat, als die Badewanne gebaut wurde  ("wollt ihr euer Kind dann an den Haaren durchs Wasser ziehen oder wie wollt ihr das machen?"), ist eigentlich seit einer Weile bitterernst. Paul passt schon ewig nicht mehr in die kleine Babywanne und wird also an den Haaren durch die große Wanne gezogen und hinterher trocken geföhnt. Am Wochenende fand dann der Versuch statt, die Wanne so voll zu machen, dass Paul sitzen muss, aber nicht halb auf dem Trockenen. Da sein Lieblingssport beim Baden zur Zeit ist, die Gegenstände vom Badewannenrand in die Wanne zu schubsen, blieb er aber nicht lange sitzen und machte Knie/Stehversuche im tiefen Wasser. Und so kam es zum ersten (unbeabsichtigten) Tauchversuch. Am meisten erschreckt haben sich dabei Mama und Papa, aber auch Paul blieb nicht unbeeindruckt. Der Versuch zeigte außerdem, dass das Zeitfenster Tauchreflex geschlossen ist. Trotz allem ist Paul sofort wieder zurück aufs Pferd und Baden ist trotz wenig Spaß am Tauchen auch weiterhin ein Vergnügen.

Donnerstag, 3. November 2011

Aber er ist doch so süß....

Eine gute Bekannte hat mir mal gesagt, Erziehung bei kleinen Kindern wäre vor allem deswegen so schwierig, weil man alles, was man am Anfang so süß und niedlich findet und worüber man sich freut, dann irgendwann regulieren und meistens ganz verbieten muss. Damit meinte sie zum Beispiel die große Freude, die Eltern, Großeltern und alle sonstigen Anwesenden haben, wenn ein so kleines, niedliches Baby ein Bäuerchen macht. Dazu wird das unschuldige Wesen ja geradezu angefeuert und wenn es dann da ist, dann gilt die Regel: je lauter, desto größer die Freude bei den Umstehenden. Keiner würde je auf die Idee kommen einem Baby zu erklären, dass sich das nicht gehört, dass es sich gefälligst leise von dem Luftüberschuss befreien oder eben vor die Tür gehen/krabbeln soll. Selbiges gilt auch für Pupse. Was hab ich schon für freudige Reaktionen bei Gästen erlebt, wenn Paul einen Pups loslässt. Würde ich hier so hemmungslos vor meinen Gästen rumpupsen, na dann hätte ich die Gäste wahrscheinlich zum letzten Mal. 
Jedenfalls ist genau das das Problem. Alles, was ein Baby macht ist so süß und niedlich und man freut sich ja so, wenn es irgendwas Neues macht.
Paul kommt ja jetzt langsam ins Kleinkindalter (genauer gesagt in 14 Tagen, an seinem ersten Geburtstag) und dann ist er offiziell kein Baby mehr. Aber doch immernoch genauso süß. Und so kommt es, dass ich heute mal wieder in die Falle getappt bin. Statt meinen Sohn zu sagen, dass das keine gute Idee ist, was er da macht, weil davon die Schublade kaputt gehen kann, was natürlich vor der Durchführung der eigentlichen Handlung hätte geschehen müssen (mit einem einfach Paul - Nein ganz unkompliziert),  hab ich den Fotoapparat rausgeholt und das folgende Foto gemacht:

Naja, nun wird manch einer sagen, na die hat Probleme, das ist ja harmlos und süß. Aber ich denke dabei an die nächsten Schritte. In die Schublade klettern ist ja nur Schritt eins. Schritt zwei ist Hinknien in der Schublade. Schritt drei ist am Herdgriff hochziehen. Schritt vier hat verschiedene Varianten: a) Herd einschalten, auf dem Herd rumtatschen, irgendwas vom Herd runterreißen b) auf der Schublade Hüpfburg spielen.
Paul kann zwar noch nicht hüpfen, aber das wird er irgendwann sicher können und wenn Schritt eins, zwei und drei dann erlaubt sind, wie will man dann Schritt vier verbieten. Das kommt mir doch sehr schwierig vor. Deshalb, mein lieber Sohn, war das wohl das erste und letzte Mal, dass du in diese Schublade reingeklettert bist. Da kannst du noch so süß sein. Du musst aber nicht traurig sein, die Mama hat es ja digital festgehalten und so kannst du dir bei Schubladensehnsucht einfach das Bild anschauen.

Aus aktuellem Anlass: Pauls jetzige Speisekarte

Vor kurzem hab ich ja mal geschrieben, was Paul so zusammenmampft, weil ich gedacht habe, das wäre unheimlich viel. Nun....ich habe mich getäuscht. Das war nix gegen das, was er mampft, seitdem er nachts nicht mehr gestillt wird und gemerkt hat, dass er mehr am Tag essen muss, um bis morgens durchzuhalten. Seine aktuelle Speisekarte will ich an dieser Stelle festhalten. Ich bin schon gespannt, ob Brüderchen Moritz in einem Jahr genauso einen Appetit hat. Meine Speisekarte lasse ich diesmal weg, die is zwar auch nich ohne, aber keine Verewigung wert. Also, los gehts:
6.00 Uhr: Stillen
7.00 Uhr: Brei: 5 EL Haferflocken, 100 ml Wasser, 1 Birne (Apfel), 1 EL Joghurt. (Man mag sich wundern, dass ich die Mengen so genau weiß, aber so läuft das hier eben)
9.00 Uhr: 1 große Stulle halb mit Schmierkäse, halb mit Leberwurst, ein Stück Birne oder Banane, je nachdem was da ist und rutscht
12.00 Uhr: Brei: 150 g Möhren, 100 g Kartoffeln, 30-40 g Hühnerfleisch, Öl, Petersilie (z.B.)
12.30 Uhr: Stillen
15.00 Uhr: Brei: ca. 250g Brei: 4 Zwiebäcke, 150ml Wasser, 1 Apfel (Birne, Melone, was frisch ist)
17.30 Uhr: 200 g Milchbrei mit 1/2 Banane, anderthalb Stullen mit Schmierkäse
19.00 Uhr: Stillen

So. Ist das nu viel oder was? Ich find das viel für so einen kleinen Jungen. Aber er darf natürlich essen, soviel wie er will. Kauen wird im Übrigen immer besser. Aber eigentlich wird immernoch mehr gelutscht. Allerdings jetzt auch schon Kartoffelstückchen, Möhrenstückchen, Apfelscheiben und Brotstücken und nicht mehr nur Bananen und Birnen. Yay. Vielleicht wird das ja doch noch was mit dem Steak.

Mittwoch, 2. November 2011

Fotoshooting für Anfänger

Paulchen hatte am Wochenende sein erstes professionelles Fotoshooting. Eine Bekannte war zwei Stunden bei uns und hat ihn in allen Formen und Farben fotografiert. Ich bin schon gespannt auf das Ergebnis. Gleichzeitig erinnert mich das an meine immernoch vor mir stehende Aufgabe, alle meine Fotos zu sortieren und die schönsten für ein Fotobuch zusammenzustellen. Bei der Menge an unsortierten Fotos ist das eine ziemliche Herausforderung, besonders weil Paul mir im Moment nicht so viel Zeit lässt - für nix. Auch nicht für Fotos. Und wenn ich dann doch mal Zeit habe, dann - so gebe ich ganz offen zu - steht Entspannung an erster Stelle. Aber ich muss das bis Dezember noch irgendwie hinkriegen. Glaube nicht, dass ich danach mehr Zeit haben werde. Höhö. Vielleicht nehme ich mir einfach jeden Tag einen Monat vor. Dann bin ich ja theoretisch in 12 Tagen fertig. Pünktlich zu seinem Geburtstag. Na ob das was wird.
Gleichzeitig nehme ich die Fotografiererei vom Wochenende zum Anlass, selbst meinen Sohnemann etwas weniger zu fotografieren. Nicht etwa, weil es mich langweilt oder weil ich gegenüber der "Professionellen" meine eigenen Fotos für weniger wertvoll halte, sondern weil Paul insgesamt - schon seit einer kleinen Weile - zu sehr darauf reagiert. Er nimmt das Ganze zu sehr wahr und wir wollen ja nicht, dass er sich für wichtiger hält als er sowieso schon ist.