Donnerstag, 22. Dezember 2011

Bauen beginnt mit Abriss

Für einen Ingenieurssohn sicher ein wichtiges Ereignis zum Festhalten: Paul hat vor zwei Tagen das erste Mal zwei Legosteine zusammengesteckt und sich dabei über sich selbst erschreckt, denn er hatte das zuvor schon einige Male erfolglos versucht. Er war wohl überrascht, wie einfach das war.
Der Papa sagt ja immer: Bau beginnt mit Abriss. Diese (Bau)phase hatte Paul mit verschiedenen Spielzeugen schon perfektioniert. Legobausteine auseinanderreißen, Holztürme einreißen, Steckringe runterschubsen. Er ist außerdem auch schon lange in der Lage, diese Fähigkeit auf andere Lebensbereiche anzuwenden. So kann Paul auch Taschen auskippen, Regale ausräumen, Wäschetruhen und Sockenschubladen ausleeren, Kartons umschubsen, Tische abräumen (bis jetzt nur in Richtung Boden).
Meinetwegen kann jetzt die Bauphase beginnen, die nach dem Abriss kommt.....für mich als Fachferne wäre das...ähm...sagen wir mal Bauen. Aber wenn du willst, darfst du auch weiterhin Abriss spielen, lieber Paul. Wir sind da nicht so streng.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Laufen Lernen leicht gemacht

Es gibt so Anschaffungen, die man als Eltern für sein Baby tätigt, die sich lohnen, dann gibt es welche, die hätten sich lohnen können, haben aber genau mit deinem Kind nicht funktioniert und dann gibt es so Anschaffungen, die weder in die erste noch die zweite Kategorie passen, weil sie einfach nur Schrott sind. Und das Schöne daran ist, dass die Kategorien von Elternpaar zu Elternpaar unterschiedlich eingeteilt werden. Deswegen gehen zwei Elternpaaren auch nie die Gesprächsthemen aus. Zum Thema Laufen will ich heute mal einen persönlichen Gegenstand für jede Kategorie festhalten.

1. Laufgitter

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.  (Rilke, Der Panther)


Laufgitter sind unter modernen Eltern ein wenig verschrien. Das hab ich aber erst erfahren, als ich meins schon längst zu Hause zu stehen hatte. Ein Laufgitter sei nichts anderes als ein Babyknast und für die freie Entfaltung braucht ein Baby Freiheit. Es muss überall herumkrabbeln dürfen, es muss Schränke aufmachen dürfen und die Welt entdecken mit all seinen Gefahren. Und wenn man die Welt zu gefährlich findet, dann muss man sie als moderne Eltern eben eine Zeitlang aufwändig sichern: Steckdosen abdecken, Schränke sichern, Schubladen versperren, Regale annageln, Tischdecken und Blumentöpfe abschaffen etc. etc. Ansonsten lernt das moderne Baby "by doing", was so funktioniert: Baby krabbelt zum Herd, fässt an, verbrennt sich, fässt danach nie wieder an. Wenn man ein stures Baby hat, das schnell vergisst, muss man doch mal zwischendurch laut NEIN sagen. Wenn es das nicht versteht, muss man dem Baby eben immer hinterher krabbeln.
Ich hab mich entschieden, ein Laufgitter ist für mich genau das Richtige: Momente der Freiheit für Mama, Momente der Ruhe für Paul. Wir haben deswegen unseres schon früh angeschafft und zwar ohne überhaupt groß darüber nachzudenken. Für mich war klar, das lohnt sich für alle Beteiligten und so war es dann auch. Ob Paul ein Trauma davon tragen wird, weil er immerzu gesiebte Luft atmen muss, wird sich wahrscheinlich erst spät zeigen (einen müden Blick kann ich bisher nicht erkennen). Bis dahin hat Pauls persönlicher Käfig allerdings zahlreiche entspannte Duschen für Mama ermöglicht, die sonst hätten mit Paul stattfinden müssen (wie...keine Ahnung) und Paul selbst als Steh- und Gehhilfe sowie als Spieleparadies (da muss er nicht aufräumen) gute Dienste geleistet. Inzwischen haben wir Paul ein größeres Spieleparadies gebaut, indem wir die Kinderzimmertür gesichert haben mit einem Gitter. Jetzt kann er sich da unbeobachtet austoben anstatt immer mit dem Reinigungsmittelschrank zu spielen. Und um mir zu zeigen, was er von meinen Gittern hält, schiebt er neuerdings sein Bett vor den Eingang, sodass man ihn vor lauter Stäben nicht sieht. Das arme Kind. (Man möge mir jetzt Gitterfetischismus vorwerfen. Please, go ahead.)


2. Laufwagen
Als Paul in seinen Stehversuchen stabiler war, sah ich im Babygeschäft einen schönen Laufwagen aus Holz von Hapé. Der hat mir so gut gefallen, dass ich ihn gleich mitnehmen musste. Später wurde dieser dann zum Geschenk von Oma umfunktioniert. Paul war natürlich sehr dankbar, inspizierte den Wagen ein paar Tage von vorne bis hinten sowie von oben bis unten. Nur eins tat er nie: den Wagen als Laufwagen benutzen. So ein Laufwagen ist dazu gedacht, sich daran festzuhalten, wenn man noch nicht frei laufen kann. Sowas ähnliches gibt es ja auch für Omas und Opas, die sich auch wieder festhalten müssen beim Laufen. Paul macht das auch regelmäßig, allerdings nicht mit dem dafür angeschafften Wägelchen, sondern mit allen anderen Dingen, die sich von so einem kleinen Jungen herumschieben lassen. Dabei hat er zwei Favoriten: seinen riesigen Hochstuhl und sein Bett (das auf Rollen steht). Neuerdings schiebt er am liebsten sein Bett durchs ganze Kinderzimmer und am liebsten würde er es auch zur Tür rausschieben. Aber da ist ja neuerdings ein Gitter.  ("mehr, mehr! Mach mir die Tür auf! Ich will durch die Stadt fahren; alle Menschen sollen mich fahren sehen.")

3. Lauflernhilfe
Das hab ich neulich mal auf der Straße gesehen und hab gedacht, ich kuck nicht richtig. Das ist so eine riesige Plastikstuhlkonstruktion mit Rollen, in die man sein Kind setzen/hängen kann und mit der sich das Kind dann vorwärts bewegen kann. Gruselig kann ich nur sagen. Mir wär das schon unangenehm, wenn ich sowas zu Hause benutzen würde, aber das Baby, was ich neulich gesehen habe, wurde von seinen Eltern in so einem Ding an der frischen Luft herumbewegt. Das sieht ungefähr so aus: hier (Man lasse sich nicht täuschen von dem fröhlichen Babyblick).
Lieber Paul, das bleibt dir erspart, keine Angst. Und auch die Gitter kommen irgendwann weg. Abgesehen davon bin ich mir sicher, dass du schnell lernen wirst, wie man Türgitter öffnet und aus Laufgittern rausklettert. Dein Papa hat das auch sehr schnell gekonnt. Und nichts ist doch schöner als die selbst erkämpfte Freiheit. Ungefähr wie bei den beiden hier.


Montag, 19. Dezember 2011

Dinosaurier-Carbonara

Heute gabs zum Mittagessen Dinosaurier-Carbonara.
Das Rezept is ne abgespeckte Version von dem hier.

Zutaten:
1 kleine Zwiebel
3 Scheiben Schinken (so n Kinderschinken war das. Kinderschinken ist natürlich auch Blödsinn, aber der war bisl weicher und salzärmer)
1 TL Tomatenmark
1/2 Knoblauchzehe
1 TL Mehl
ein Schluck Sahne
60 ml Milch

Zubereitung
Zwiebeln, Schinken und gehackten Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten
Tomatenmark dazugeben
mit Mehl bestäuben
dann mit der Sahne und der Milch aufgießen und
10 Minuten köcheln lassen
SERVIEREN 

Dieses Mittagessen könnte aus vielerlei Hinsicht ein Misserfolg gewesen sein.  Es kommt natürlich auch darauf an, was man als Misserfolg definiert (Paul hat alles aufgegessen und schläft gerade einen herrlich zufriedenen, ausgedehnten Mittagsschlaf, so schlecht kann es also nicht gewesen sein). Aber er hat beim Essen, sagen wir mal auf sächsisch, rumgeningelt und nicht so richtig mit Genuss gegessen. Da hab ich eben mal kurz eine mögliche Ursachenliste erstellt:
1) die Dinosaurier waren heute al dente, das hat Paulchen nicht gepasst, das war ihm anzumerken. Als ich alles bisl gemixt hatte, rutschte es besser, war zumindest mein Gefühl. Aber das schien nicht das einzige Problem.
2) das Essen ist ein bisschen salzig geraten, obwohl ich gar kein Salz verwendet habe (kann man mal sehen, wie salzig Wurst so is)
3) der Schinken war auch nur mit Kauen zu bewältigen: NERV (wir warten ja immernoch auf Backenzähne)
4) Paul machte ein Gesicht wie: "Schon wieder Dinosaurier? Haste nich wat anderet Mutter? Wat isn aus den juten alten Kartoffeln jeworden?"
5) das erste Mal Knoblauch?
Diese Liste wäre natürlich nur dann wirklich nützlich, wenn ich jetzt im Ausschlussverfahren alles durchprobieren würde: Carbonara ohne Knoblauch, Carbonara mit matschigen Nudeln, salzlose/-arme Carbonara, Carbonara mit...hmmm...mit Schinkenpüree. Aber erstens hab ich noch andere Hobbys und zweitens ist mir das angesichts der Tatsache, dass Paul alles aufgegessen hat, nicht so wichtig. Denn hier wird schließlich gegessen, was auf den Tisch kommt. Und das weiß Paul offenbar auch. :-)) 

Machs mit, machs nach, machs besser

Wenn das Kind ersten eigenen Anweisungen folgt, soll man das genießen solange es anhält, hab ich mir sagen lassen. Genau das machen wir hier zur Zeit, nach dem Motto machs mit, machs nach, machs besser, und amüsieren uns königlich. In den letzten zwei Wochen hat er verschiedene Dinge gelernt, die den Spaßfaktor im Haus hier mächtig erhöhen. 
1. Paul kann jetzt klatschen. Das hat er mit seiner ungarischen Oma trainiert und nachdem er ein paar Tage nur für die Oma zur Musik geklatscht hat, macht er das jetzt auch auf Anweisung unsererseits, ob auf deutsch oder ungarisch ist dabei unwichtig. Hauptsache man klatscht dann auch ordentlich mit.
2. "Hände hoch!" Immer wenn Paul das hört, reißt er die Arme in die Luft. Wenn er sich gerade irgendwo festhält, dann schmeißt er ersatzweise nur einen Arm nach oben. Dieses Spiel dreht Paul auch gerne um, indem er seine Hände hochreißt und dich damit auffordert, es ihm nachzutun.
3. Paul gibt neuerdings Küsschen (oder auf ungarisch "puszi") nach Aufforderung - seine wohl momentan süßeste neue Fähigkeit. Zum Dahinschmelzen.
Es gibt allerdings auch Anweisungen, denen er nur sehr ungern folgt, mitunter begleitet von kurzen, hysterischen Aussetzern: z.B. weg vom Kühlschrankschloss, weg vom Herd, Finger aus der Steckdose. Aber man kann ja auch nicht gleich alles auf einmal verlangen, stimmt's Paul?

Dinosaurierbolognese

Manchmal kauft man ja Dinge, die man eigentlich so gar nicht gebraucht hat. Das macht man schon, wenn man allein ist. Mit Baby kann das durchaus noch häufiger vorkommen. Und so hab ich vor einer Weile sogenannte Kindernudeln in Dinosaurierform gekauft, in der Drogerie wohlgemerkt, allein das ist schon irgendwie sonderbar. Da Paul mit Dinosauriern noch nix anfangen kann, mit Nudeln aber schon, hab ich ihm mal wieder welche gekocht gestern. Dinosaurierbolognese. Lecker, lecker.

Zutaten:
30-40 g (Schätzung) Dinosauriernudeln (wichtig, sonst muss man das Rezept umbenennen)
40 g Rinderhackfleisch
1 kleine Zwiebel
vier Blätter Basilikum
1 TL Tomatenmark
4-5 El passierte Dosentomaten (echte Tomaten machen hier grad gar keinen Sinn)
Wasser nach Geschmack
2 EL geriebener Käse, bei uns wars Gouda

Zubereitung
Nudeln kochen
in einem zweiten Topf die kleingeschnittenen Zwiebel und das Hackfleisch in etwas Olivenöl anbraten
dann Tomatenmark hinzufügen
mit Dosentomaten und Wasser auffüllen
und ca. 20 Minuten köcheln (eigentlich länger bei Bolognese, aber das hab ich mal abgekürzt)
Basilikum hacken und dazugeben
Salz hab ich weggelassen, weil am Tomatenmark und an den Dosentomaten auch Salz dran is, Pfeffer, Knoblauch, Oregano und andere Gewürzkollegen auch erstmal

Nudeln mit Sauce bedecken, Käse drüberreiben und los geht die Nudelschweinerei (irgendwie fällt da ja immer die Hälfte wieder raus). Große Begeisterung haben übrigens die Käsefäden ausgelöst. 

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Lieber Paul, (lieber Moritz)

sag mal, bist du eigentlich darauf vorbereitet, dass du bald nicht mehr der einzige "König" in diesem Hause sein wirst? Mein Date mit Moritz rückt immer näher und ich fühl mich so gar nicht vorbereitet. Du? 
Ich hab gar keine Ratgeber zum Thema "Hilfe, das zweite Kind kommt" gelesen, hab keine Ahnung, wie ich euch zwei stillen soll und bin schon wegen meinem Geburtsdate mit Moritz allein ziemlich nervös. Denn bei deinem kleinen Bruder besteht ja nun immernoch die Möglichkeit, dass er sich im Gegensatz zu dir allein auf den Weg macht. Auch darüber hab ich gar keine Ratgeber gelesen, höchstens vor einem Jahr, kurz vor deiner Geburt, als weder Treppensteigen noch heiß baden dich auf den Weg bringen wollte. Ich hab mich zu deiner Geburt verabredet, einen Termin im Krankenhaus gemacht, am 17.11.2010, 8 Uhr. (Wir sind übrigens zu spät gekommen, alle drei). Der weitere Verlauf dieser Verabredung war dann nicht nur romantisch, aber immerhin wusste ich immer, womit ich zu rechnen habe. Vielleicht wird das auch bei deinem Bruder so sein. Aber vielleicht muss ich auch mitten in der Nacht aufstehen, deine Oma und deinen Opa aus dem Bett klingeln und in die Klinik fahren. Damit dieser Fall eintritt, müsste der süße Fratz sich in den nächsten 8-9 Tagen auf den Weg machen, denn danach ist schon der Papa da, das fühlt sich gleich viel besser an.
Die Frage, die mich bei allem am meisten bewegt ist, wie du wohl reagieren wirst, darauf, dass ich für eine Weile nicht zu Hause bin (so lange waren wir ja noch nie getrennt), und darauf, dass ich bei meiner Rückkehr ein Brüderchen mitbringe, mit dem man so jetzt nicht gleich wirklich was anfangen kann, also du meine ich. Ich werd schon meine Beschäftigung mit ihm haben. Und wie deine Großeltern wohl reagieren werden, für die du immer der "kleine König" bist. Sie überlegen schon jetzt, wie sie das wohl machen, wenn Moritz da ist. Es geht das Gerücht, dass du dann zum "großen König" wirst und Moritz zum "kleinen". Ich bin gespannt.
Heute haben die Oma und ich deinen ersten waschechten hysterischen Anfall erlebt, so mit Füßen aufstampfen und so (übrigens deshalb, weil du nicht an den Spülschrank durftest). Wirst du so auch dein Brüderchen empfangen? Oder wirst du mir weiterhin mit deinen Patschehändchen auf den Bauch klatschen und dich nun wundern, warum da keine Bewegung mehr herrscht? Ich bin sehr gespannt, mein lieber Paul. Was du wohl sagst. Und ob du vor Begeisterung in die Hände klatschst, wenn wir wieder da sind. Das kannst du ja jetzt so schön.
Deine Mama.

Lieber Moritz, 
dein Vater hat dich für das neue Jahr bestellt. Ich persönlich wär nicht böse, wenn du dich noch 2011 auf den Weg machst. Sei mir nicht böse, dass ich auf das vermehrte Treppensteigen und heiße Baden in deinem Fall verzichte. Das hat nichts mit mangelndem Interesse zu tun. Dein Brüderchen vom Herd, Kühlschrank und anderen spannenden Orten wegzutragen ist geburtsfördernd genug. Wenn dir das für den Auszug nicht reicht, dann muss ich mich wohl noch gedulden. Das tu ich auch. Aber wir erwarten dich hier alle mit Spannung. Dein Bett steht bereit, dein Bruder versucht dich auch schon immer aus dem Bauch rauszuklatschen und dein Papa freut sich im Moment leider meistens aus der Ferne. 
Wir hoffen auf ein baldiges Zusammentreffen. Dann sind wir endlich zu viert.
Deine Mama

Weiß-gelbe Inseln auf schon wieder grünem Grund

Vom gestrigen Rezepttitel und meiner Vorratskammer inspiriert gab es heute für Paul einen echten deutschen (zumindest bei mir zu Hause) Klassiker: Spinat, Kartoffeln und Ei. Hier ist das Rezept:

Zutaten:
100 g frischer Spinat (ich hatte Babyspinat aus Mangel an anderem)
1 mittlere Kartoffel
1 Ei
eine Zwiebel
4 kleine Mozzarella
1 Schuss Milch
Salz, Pfeffer

Zubereitung:
- ein Ei kochen (ich habs hart gekocht, in zehn Minuten) 
- in einem kleinen Topf die Kartoffel (in kleinen Stückchen) kochen
- in einem anderen Topf klein geschnittene Zwiebelstückchen (ungefähr drei Scheiben) in etwas Butter oder Olivenöl (ich hab Butter genommen) anschwenken und dann den Spinat dazu geben
- mit einem Schuss Milch aufgießen und in 2-3 Minuten zerfallen lassen
- dann die klein geschnittenen Mozzarellastückchen dazugeben und schmelzen lassen, mit wenig Salz und Pfeffer würzen
- danach pürieren
- zum Schluss die Kartoffeln auf dem Teller verteilen, mit dem Spinatpüree abdecken und mit dem Ei dekorieren
Fertig sind die weiß-gelben Inseln auf schon wieder grünem Grund. Und so sahen sie aus:
Langsam brauche ich für Pauls Essen mehr Töpfe als für meins. Aber die Breizeiten sind wohl langsam vorbei, der Junge hat ja inzwischen schon echte Eckzähne. Das Mittagessen endete natürlich mit Spinat in den Haaren, aber gemundet hat es trotzdem und es waren ja zum Glück nicht meine Haare.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Weiße Inseln auf grünem Grund

Heute wollte ich mal wieder was Lustiges für Paul kochen und hab mir mein Dagmar Cramm Kinderkochbuch rausgewühlt. Das Rezept "Grüner Reis mit weißen Inseln" hat mir irgendwie gefallen und ich hatte auch alle Zutaten da. Aber als ich mit der Vorbereitung anfing, hab ich bemerkt, dass auch eine Avocado endlich reif ist und hab das Rezept ein wenig abgewandelt. Und weil die Avocado ja von Natur aus sehr fettig ist hab ich mit ihr das Pesto ersetzt. Und auf Milch hab ich auch verzichtet und normalen Reis genommen. Also im Grunde hab ich alles so wie im Rezept gemacht, nur ganz anders. Hier ist das Rezept für meine "weißen Inseln auf grünem Grund":
Zutaten:
1 halber Zucchino (oder Zucchini, je nachdem was besser gefällt)
3 EL Reis
3 EL Avocado
5 Mini-Mozzarella
3 Blätter Basilikum
Salz und Pfeffer

Zubereitung:
- Reis kochen 
- Zucchini schälen, mit dem Löffel entkernen, in kleine Stücke schneiden, 5 Minuten kochen, zusammen mit 3 EL zerdrückter Avocado pürieren
- Basilikumblätter hacken, mit Salz und Pfeffer zum Zucchini-Avocado-Mus geben
- Reis unterrühren
- Mini-Mozzarella in Hälften schneiden und den grünen Pamps damit dekorieren 
Fertig sind die weißen Inseln auf grünem Grund. Paul hat sie mit ziemlicher Gleichgültigkeit schnabuliert. Wahrscheinlich zu wenig FLEISCH :-)

Dienstag, 13. Dezember 2011

Was er alles kann IV

Das letzte Was er alles kann ist ja schon ne Weile her, deswegen wird es höchste Eisenbahn für die Fortsetzung. Denn Paul hat inzwischen eine Menge gelernt. Er kann jetzt:

- das Tiefkühlfach aufmachen (nachdem der Kühlschrank gesichert ist und dort bei jedem Öffnungsversuch ein NEIN ertönt, hat er sich einfach der Tür eins höher gewidmet, hm.)
- die Waschmaschine öffnen und dabei ganz unschuldig kucken (Toplader)
- Schokolade in den Mund befördern (wer hätte das gedacht)
- winken (aber nur auf ungarisch in Verbdindung mit Pápá)
- die ganze Küche im Laufschritt erobern, indem er seinen Hochstuhl von Möbelstück zu Möbelstück schiebt (wer braucht schon Laufwagen)
- eine Lampe kaputt machen und hinterher Mama dazu bringen, ihn zu trösten
- die ganze Nacht (eigentlich mehr als das) schlafen von sieben bis sieben und dann fröhlich plappernd aufwachen (ein Geschenk, für das ich sehr dankbar bin)
- Legosteine auseinanderbauen (zusammenstecken, daran arbeitet er noch: Bauen beginnt mit Abriss)
- zwei Stullen und eine Porton Griesbrei mit ner halben Banane auf einmal essen
- die Arme hochreißen und und damit in der Luft rumschwenken
- sich hinter einem Handtuch verstecken und verschmitzt hervorkucken
- den schüchternen Jungen geben (Finger in Mund und nach unten kucken)
- tanzen, singen.... und weinen, wenn die Musik aufhört
- Küsschen geben (statt beißen, jej)
- den Löffel zum Mund führen (was übrigens nicht bedeutet, dass er ihn auch immer dahinführt)
- sich lautstark aufs Essen freuen
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das sind eher meine Lieblinge. Lieber Paul, weiter so. Vor allem, was schlafen, spielen, essen und alles andere angeht.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ein voller Schlafsack für ein Wannenbad

Gestern hab ich das Hauptevent des Tages nicht mehr festgehalten. Am Abend waren die Eindrücke auch schon etwas verblasst und während des Tages hatte ich zuviel mit der Verarbeitung und Beseitigung dessen zu tun. 
In der Früh hab ich mich gewundert, warum Paul so still war beim Stillen (höhö) und auch danach. Er war ganz komischer Stimmung, so ruhig und irgendwie eigenartig drauf. Ich hab mich nicht weiter darum gekümmert, weil er wunderbar lange und ausgiebig geschlafen hatte und auch nicht weinte oder sonst irgendwie schlechte Laune hatte. Aber bemerkt hab ich was.
Als ich Paul dann aus dem Schlafsack holen wollte, um ihn für den Tag anzuziehen, sah ich, was ihn hatte vor Ehrfurcht, Angst (so wirkte das) verstummen lassen: Paul hatte das Konzept Windel in der Nacht ignoriert und seinen Schlafsack als Windel benutzt, einerseits weil die Windel wohl nicht ganz fest saß, andererseits weil die Menge der Ausscheidungen die Fassungskapazität einer durchschnittlichen Windel in solcher Weise übertraf, dass kaum der Schlafsack ausgereicht hatte. Als ich ihn gänzlich ausgepackt hatte, wurde klar, Paul hatte sich doch tatsächlich ein morgendliches Wannenbad erkackt. Keine Feuchttücherpackung der Welt hätte mir hier effektiv weitergeholfen. Den Jungen aus diesem Schlamassel rauszuholen war ein Erlebnis, das ich gerne mit jemandem geteilt hätte, aber leider war niemand da, deswegen musste ich das jetzt doch noch festhalten. 
Paul genoss die Dusche und das morgendliche Baden sehr. Nachdem er von allen Spuren befreit war, zeigte sich auf seinem Gesicht ein Strahlen und eine Freude, die mir Angst machte, denn es wirkte so, als wolle er sagen: "Ach so, wenn man hier ein anständiges morgendliches Wannenbad haben will, dann muss man also nur den Schlafsack vollkacken. Alles klar, dann weiß ich ja jetzt Bescheid." Bitte nicht, lieber Paul!

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Schokolade für Paul

Neulich hat die Internetoma gesagt, dass sie in einem Laden war und nach Schokolade gefragt hat für einen kleinen Jungen, der eigentlich noch gar keine Schokolade essen darf/isst, um diese ins Weihnachtspaket für Paul zu legen. Da ist mir aufgefallen, dass ich mich damit noch gar nicht beschäftigt habe. Warum soll er eigentlich keine Schokolade essen? Naja, wegen der Nüsse/Nussspuren vielleicht und natürlich wegen dem Zucker. Aber ich bin bisher einfach noch nicht auf die Idee gekommen, dass der Junge vielleicht Schokolade bräuchte/wollte.
Auf jeden Fall hat Paul tatsächlich noch keine Schokolade bekommen. Jetzt wird es wohl allerdings bald soweit sein. Weihnachten geht ja schlecht ohne Schoki. Die Schokolade kommt um Paul nun nicht mehr herum, beziehungsweise Paul um die Schokolade. Am Wochenende wird es soweit sein. Dann machen wir hier Schokoessen für Anfänger. Den ersten eigenen Schokonikolaus hat Paul gestern ja schon bekommen. Damit werden wir wohl anfangen; aber erst am Wochenende. Denn Schokoessen für Anfänger...dafür muss ein Profi anwesend sein; einer, der was davon versteht: der Papa.

Montag, 5. Dezember 2011

Stillen zu dritt (II)...

wird langsam zur echten Herausforderung. Paul ist jetzt fast 13 Monate und da gilt unser Stillen ja schon als Langzeitstillen, was eigentlich nichts weiter heißt als dass statistisch gesehen in unseren Breiten die Kinder im Durchschnitt nicht so lange gestillt werden und die meisten Leute das deswegen auch etwas befremdlich finden. Aber bei Paul und mir ist das mit den Leuten so eine Sache. Was die meisten Angelegenheiten betrifft, interessiert uns herzlich wenig, was sie denken. Und Paul findet Stillen auch weiterhin weder befremdlich noch sonst irgendwie unnatürlich. Gestillt wird er zur Zeit noch morgens, mittags und abends. 
Besonders abends ist das zur Zeit ein gutes Stück Arbeit (Ja, wir machen wieder Einschlafstillen). Da sitze ich dann, nachdem ich den Jungen gebadet habe (was mit meinem dicken Bauch und unserer in den Boden eingelassenen Badewanne auch nicht gerade ein Kinderspiel ist) und versuche Paul irgendwie um meinen Bauch, also um Moritz herumzuwickeln. Paul macht sich das irgendwie bequem, aber Moritz findet Pauls Wunsch nach Bequemlichkeit befremdlich und unangemessen. Der quetscht sich dann in die Ecke Restbauch, die von Paul nicht verdrängt wird und quetscht damit (meine) Adern und Organe zusammen, sodass mir nach ner Weile ganz schummerig wird und ich meine bequeme nach hinten gelehnte Haltung verlassen muss, um mich nach vorn zu beugen. Die beiden Kerls denken wahrscheinlich, warum soll Mama es bequem haben, wenn wir uns hier so quetschen müssen. Einmal nach vorne gebeugt, wird es natürlich richtig krampfig. Irgendwann wechseln wir die Seiten. Das hilft aber nur kurzfristig, weil auf diesen Positionswechsel eigentlich keiner Bock hat außer mir. Und dann kommt ziemlich bald der Moment wo ich immer an dieses Buch denken muss, das kürzlich von diesem Vater veröffentlicht wurde, mit dem Titel: "Verdammte Scheiße, schlaf ein!" 
Und wenn er dann endlich eingeschlafen ist, dann freu ich mich auf/über zwei Dinge: 1. Pauls derzeitige Angewohnheit von sieben bis sieben durchzuschlafen. 2. Dass mir nur noch ein paar Wöchelchen bleiben, in denen ich Paul um meinen Bauch wickeln muss. (Danach werd ich dann wahrscheinlich beide um meinen Bauch wickeln.)

Paul ist berühmt

...naja nur fast. Die schönsten Fotos der Fotografin, die neulich bei uns war, um (hauptsächlich) ihn zu fotografieren, sind jetzt auf ihrem Blog veröffentlicht, neben vielen anderen schönen Fotos. Und hier geht's dahin.