Freitag, 27. Januar 2012

Och Mensch...

Neulich haben wir grad zusammen gesessen und uns gefreut, dass Paul die ganze Zeit eigentlich nie krank war. Und schwups, da kriegt er doch gestern Abend glatt Fieber. Na das war ja mal n trauriger Anblick. Da wurde aus dem zur Zeit ziemlich viel rumrandalierenden Paul innerhalb von wenigen Stunden ein apathischer Kuschel-Paul. Manche mögen das mögen (ohne Krankheit natürlich, wer mag schon kranke Kinder). Ich wollte lieber wieder meinen Randalierer. Stattdessen hatte ich aber einen Paul, der sich nur noch auf dem Arm wohl fühlte, ganz glasige Augen hatte, ins Leere starrte und immer gahgung-gahgung-gahgung vor sich hin sang. Und so wurde mein Abendprogramm gestern bereichert durch Fiebermessungen in allerlei Körperöffnungen (mein beklopptes Ohrthermometer zeigte immer 36,4 und ein Smiley an, während das Kind immer heißer wurde, sodass Opa noch schnell ein normales Thermometer besorgen musste, was dann woanders landete), Kuschelrunden, Medizineinflößungen in ebenfalls verschiedene Körperöffnungen, ein Anti-Fieber-Bad und noch mehr Kuschelrunden. Und dann hat Paul wie immer durchgeschlafen, während Mama zweistündlich Fieberkontrollen vornahm. Und heute geht es schon aufwärts, bzw. abwärts, was das Fieber angeht. Halsentzündung sagt die Frau Doktor. Poor Baby, sagt die Mama.

Dienstag, 24. Januar 2012

Tandemstillen pro und kontra

Moritz ist jetzt 14 Tage zu Hause und seit ca. 10 Tagen stille ich nun beide Jungs Tandem, wie man so schön sagt. Das hat Vor- und Nachteile. Seit einer ganzen Weile gibt es von Pauls Seite her kein "Auf-den-Kopf-Gepatsche" und "die-Decke-Wegziehen", wenn ich Moritz stille. Hat wohl genau damit zu tun, dass Paul jetzt auch wieder seine Milch- und Kuschelration bekommt, morgens und abends. Anders kann ich mir das nicht erklären. Oder vielleicht ist der Kleine auch erstmal langweilig geworden. Ab und zu ist er noch interessant, vor allem, wenn er lustige Geräusche macht, wie zum Beispiel, wenn er Schluckauf hat oder ein Bäuerchen macht. Ansonsten wird Moritz von Paul eigentlich bisschen ignoriert. Und wenn wir alle zusammen sind, dann spielt Paul so vor sich hin. Scheint also tatsächlich was zu bringen, die Tandemstillerei, jedenfalls in Bezug auf geschwisterliche Eifersucht. Vielleicht ist es aber auch zu früh für solche Einschätzungen.
In anderer Hinsicht erleichtert mir die Doppelstillerei das Leben nicht unbedingt. Denn das Milchangebot ist ja jetzt für zwei Personen ausgerichtet, zu einer Zeit trinkt aber immer nur ein Brüderchen. So besteht die meiste Zeit des Tages Milchüberschuss. Und wenn selbst der große Paul sich beim Trinken verschluckt, dann brauche ich mich wohl nicht zu wundern, dass Moritz Probleme hat mit der Milch-fließgeschwindigkeit, und -menge. Bei Moritz läuft Stillen zur Zeit so, dass er einmal für 15-20 Minuten trinkt und dann so übervoll ist, dass er ca. anderthalb Stunden damit kämpft, den Überschuss wieder loszuwerden. Und wenn er damit  fertig ist, dann fängt er langsam wieder an Hunger zu bekommen. Klasse Beschäftigung für Mama. Ich schätze Moritz muss erst noch lernen, mit den Milchmengen umzugehen. Wäre schön, wenn er das schnell tun würde. Dann könnte ich mal wieder was anderes machen als immer nur stillen. 
Tandemstillen heißt ja eigentlich parallel stillen, also zur gleichen Zeit. Aber das hab ich nun wirklich nicht drauf. Bei mir heißt die Devise immer erst der eine, dann der andere. Das Problem ist aber, dass das morgens und abends tatsächlich im fliegenden Wechsel passiert. Da kommt man sich schon so bisschen komisch vor. Vor allem aber braucht man sich nicht viel vorzunehmen weder abends noch morgends. Denn irgendjemand will in diesem Hause immer was trinken.

Sonntag, 22. Januar 2012

Luft, Luft, Luft

Gestern haben unsere zwei Jungs den neuen Kinderwagen ausprobiert und Moritz war überhaupt zum ersten Mal draußen, abgesehen von der Heimfahrt vom Krankenhaus. Eigentlich hätten wir damit ja noch warten sollen, denn die Kinderärztin hat doch tatsächlich beim letzten Besuch wieder unseren "frühen" Spaziergang mit Paul erwähnt (die Frau ist bis heute der Ansicht, dass Paul krank geworden ist, als er sechs Wochen alt war, weil wir mit ihm zu früh an die frische Luft gegangen sind - wir hätten sechs Wochen warten sollen. Und sie hat mich jetzt auch streng darauf hingewiesen, diesen Fehler nicht zu wiederholen. Ich weiß nicht, was sie gegen frische Luft hat.) 
Auf jeden Fall haben wir gestern beide Jungs verfrachtet und waren draußen. Paul saß vorn, erst in Fahrtrichtung und dann andersherum und Moritz schlief. Dem war die Richtung wurst. Der Wagen ist ein ganz schönes Gerät. In den Bus kann man damit wohl nicht steigen, es sei denn, man hat einen eigenen. Aber Busfahrten sind ja damit auch nicht geplant. Zwei solche Kurzen anziehen, die Treppe runterhieven und in den Wagen verfrachten...wir hatten ganz schön zu tun. Den klügsten Ablauf muss ich mir dafür erst noch ausdenken. Aber das wird schon. Der erste Versuch kann als geglückt verbucht werden. Mal sehen, wie lange sich Paul in dem Wagen noch festbinden lässt. 

Donnerstag, 19. Januar 2012

Einschlafen für Fortgeschrittene

Paul hält sich tatsächlich, mit ein wenig Unterstützung, an seinen Vorsatz für 2012 und erleichtert mir mein Leben damit ungemein: Er schläft alleine ein, und zwar nicht mehr nur mittags, sondern auch abends. So hab ich 14 Stunden am Tag, in denen ich nur einen Knirps versorgen muss. Das ist doch was. 
Na gut, ich muss zugeben, ganz ohne Beschwerde lief es bisher nicht ab abends. Man könnte mir jetzt durchaus vorhalten, ich würde meinen Jungen "schreien lassen". Aber unser Verhalten hat eine gewisse Logik, sie sich jedem noch so schreifeindlichen Elter erschließen müsste: Wenn einer was mittags kann, dann kann er das abends auch. Und wenn ein kleiner Junge mit Einschlafbegleitung unter Jammern 1 Stunde zum Einschlafen braucht, ohne Einschlafbegleitung mit 5 Minuten Weinen 15 Minuten, dann ist das für beide Seiten als Erfolg zu verbuchen. Und Paul kann sich ja nicht beschweren, er wird jeden Abend spaß- und entspannungs-gebadet, vorgelesen wird auch, gestillt und gekuschelt und ein Einschlaflied gibts auch. 
Und siehe da. Paul beschwert sich auch prompt nicht mehr. Seit gestern weint er nicht mal mehr 5 Minuten, sondern er weint gar nicht. Ob er nun deswegen nicht mehr weint, weil er es als sinnlos erkannt hat und demzufolge jetzt traumatisiert ist (auf Grund unerfüllter Bedürfnisse) oder ob er deswegen nicht mehr weint, weil er einfach alleine einschlafen gelernt hat, kann ich jetzt schwierig überprüfen. Sein Vokabular reicht dafür noch nicht. Aber ich frag ihn irgendwann mal. Bis dahin bin ich froh, dass er so gerne schläft. Moritz übt das nämlich noch. Bisher mit mäßigem Erfolg.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Da geht er wieder los, der Waagenterror

Man könnte meinen, beim zweiten Kind ist alles anders oder zumindest ein bisschen. Aber was die Penetranz von Schutzfrauen und Medizinfrauen angeht ändert sich da gar nichts. Da kann man auch zehn Kinder kriegen. 
Letzte Woche waren beide hier im Hause um Moritz zu begutachten und da war er wieder, der Waagenterror. Wie viel er denn pro Mahlzeit trinken würde, der kleine Moritz. "Ach, ich weiß nicht," hab ich gesagt, "aber im Krankenhaus haben sie zuletzt 40 g gemessen." "Ohhh, das ist aber viel zu wenig", bekam ich dann sofort zu hören. "Er muss mindestens 60 bis 70 g pro Mahlzeit trinken." 
Im Krankenhaus waren sie nicht ganz so verkrampft, weil sie dort tatsächlich einen Unterschied machen zwischen Erstgebärenden und Zweitgebärenden und weil wir uns gegen einen entsprechenden Obulus unsere Ruhe erkauft haben. In meinem eigenen Haus allerdings bin ich nicht sicher. "Wissen Sie denn wie viel er inzwischen wiegt?" "Ach," sag ich, "das weiß ich nicht so genau, aber er hat schon im Krankenhaus wieder zu- statt abgenommen" "Ohhhh, das müssen Sie aber beobachten, schon wegen seiner Gelbsucht. Am besten ist, sie wiegen ihn einmal am Tag, abends vor dem Baden, nackt. Nächste Woche komme ich wieder vorbei, dann kontrollieren wir das." 
Jetzt ist nächste Woche und ich hab Moritz noch nicht nackt gewogen. Ups. Moritz isst aber mit genauso großem Appetit wie sein großer Bruder und da er außerdem auch regelmäßig Nahrungsüberschuss durch Spucken signalisiert, gibt es keinen Anlass zur Sorge, zumindest bei mir (Schutzfrauen und Medizinerinnen haben offenbar andere Sorgeauslösefaktoren.) Um mich aber vor den mahnenden Blicken der Kontrolleure zu schützen, habe ich ihn doch ein paar Mal gewogen und schätze sein derzeitiges Gewicht auf 4400 g, was einer Gewichtszunahme von 200 g pro Woche entspricht, so wie die Statistik es vorsieht. Vorbildliches Verhalten an der Nahrungsfront also, Moritz. Eine Urkunde habe ich nicht vorbereitet. Verzeih.

Montag, 16. Januar 2012

Moritz Statistik der ersten zehn Lebenstage

Heute ist Moritz genau 11 Tage alt. Da wird es Zeit für einen ersten Rückblick, vor allem aus Gründen der Gleichberechtigung (Paul hatte auch seine Statistik) und außerdem, weil Moritz seit gestern außerordentlich viel schläft. Im Krankenhaus haben sie gesagt, ich darf mich darüber nicht freuen, weil es ein Krankheitszeichen ist (Moritz ist wie Paul ein bisschen gelb und Gelbsucht gepaart mit Müdigkeit ist ein Warnzeichen). Ich wunder mich aber ehrlich gesagt nicht. Ich schiebe seinen Schlaf nicht auf das Gelbsein, sondern auf die Milchproduktion. Paul hat die jetzt, als erste ernsthafte "große-Bruder-Aufgabe" angekurbelt, sodass Moritz nicht mehr so stark saugen muss. Fließt sozusagen von allein. Da braucht man gar nicht richtig wach zu werden. Und so hat Moritz heute Nacht zweimal 5 Stunden geschlafen und schläft seit der Morgenmahlzeit schon wieder. In der Nacht schläft Moritz seit dem Tag seiner Geburt, und auch schon davor, lange und sehr ruhig. Ich glaube, das hat mit Paul zu tun. Da ist der nämlich still.
So, jetzt aber zurück zum Thema:
Statistik der ersten zehn Lebenstage:
Moritz hat nur 4 Tage im Krankenhaus verbracht, Paul sechs.
Genau wie bei Paul ist auch eine derLieblingsbeschäftigungen von Moritz unter anderem in die frisch gewechselte Windel zu kacken und damit sehr große Freude bei seinen Eltern auszulösen. Aber ich hatte auch nicht vermutet, dass das was Paul-spezifisches ist. Das machen einfach alle Babys.
Moritz schläft in der Nacht 4-5 Stunden und am Tag hat er bisher höchstens drei Stunden am Stück geschlafen und zweimal am Tag einen Stillmarathon veranstaltet. 20 Minuten Stillen, 10 Minuten Ruhen, 20 Minuten Stillen, 10 Minuten schlafen usw., das Ganze über 3 Stunden hinweg. Da kommt Freude auf. 
Zum Glück war bis jetzt der Papa da und sind Oma und Opa in der Nähe, die in diesen Zeiten Paul bespaßen. Der kriegt ja sonst einen Koller. Ich glaube aber weder an Nuckel noch an feste Stillzeiten, deswegen machen wir das solange so, wie wir Hilfe haben und brauchen.
ähnlich wie Paul hat Moritz

ca. 100x gefuttert
ca. 30x gepupst
ca. 160 Stunden geschlafen,
aber nur
1x auf den Wickeltisch gepinkelt
gar nicht auf den Wickeltisch gekackt
(noch?) nicht die Mama angepullert
(noch?) nicht versucht Mama und Papa anzupullern und anzukacken
20 Mal auf dem Bauch gelegen.
ca. 60 nasse Windeln produziert
ca. 10 Mal Kopf- und Fußgymnastik gemacht (Moritz hat sich genau wie Paul bisschen in meinem Bauch gequetscht und verlegen)
So und jetzt kuck ich mal, warum der Junge immernoch im Ruhemodus ist und wie man ihn anschaltet.

Stillen zu dritt (III)

Nachdem ich Paul erfolgreich bis zum Tag von Moritz Geburt gestillt hab, wollte ich eigentlich auch danach nicht damit aufhören. Irgendwie (nicht so kompliziert, irgendwie, sondern ganz einfach mit Geld) haben wir es geschafft, dass Paul Einlass in die Wochenstation gewährt wurde zweimal am Tag. Dort hab ich ihn dann versucht zu stillen. Die Betonung liegt auf Versuch, denn der junge Mann zeigte absolut kein Interesse. Das war ihm sowieso alles total komisch, dass ich da rumlag und nicht so fit war. Und stillen wollte er in so einer Umgebung schon erst recht nicht. Wer isst schon gern im Krankenhaus, wenn er nicht muss. Dann hab ich gedacht, damit sei das Stillen für Paul nun erledigt, denn auch die folgenden Versuche im Krankenhaus scheiterte. Als wir dann nach Haus kamen, war ich eigentlich nicht so unglücklich darüber, denn Moritz ist auch so ein Marathonnuckler wie Paul am Anfang. 
Aber dann kam der erste Milchstau, der ja eigentlich nicht kommen soll, wenn man so lange auch in der Schwangerschaft stillt. Aber Moritz war wohl nicht gleich kräftig genug. Statt zur Milchpumpe hab ich dann zu Paul gegriffen. Und siehe da: in der gewohnten Umgebung, zur gewohnten Uhrzeit tat er als ob nichts war. Ich war meine überschüssige Milch los und Paulchen war glücklich über die Kuschelstunde. Stillen zu dritt wird nun also doch fortgesetzt. Paul morgens und abends. Moritz, wann immer er will. Zur Zeit ist das noch ziemlich oft. :D

Samstag, 14. Januar 2012

Blogtitel

Eigentlich hab ich im Moment ganz andere Aufgaben, aber eine Lösung musste gefunden werden für Blogtitel und -domain. Denn Leben mit Paul wird dem Leben, dass wir hier leben seit dem 5.1.2012 wohl nicht mehr gerecht, denn Moritz ist ja endlich da. Und wer will Gleichberechtigung, wie alle Geschwister.  Eigentlich wollte ich die Domain umziehen und den Blog umbenennen, dafür hatte ich auch lange über Varianten gegrübelt. Aber Domain umziehen ist mit einem Haufen Problemen verbunden und macht irgendwie auch alles bisherige in gewisser Form zunichte. 
Deswegen hab ich den Titel jetzt erstmal einfach umbenannt, in der Hoffnung, auch so Moritz gerecht zu werden. Er ist natürlich nicht nur der kleine Bruder und nicht nur der Zweite und schon gar nicht nur ein Teil im Leben von Paul. Aber irgendwie muss der Blog ja weitergehen und ich glaube Moritz nimmt es mir nicht übel, dass ich meine Zeit jetzt lieber ihm im echten Leben widme als mich mit politisch korrekten Lösungen für die Weiterführung meines Blogs zu beschäftigen. Deswegen geht es jetzt hier einfach so weiter wie bisher nur unter einem anderen Titel.

Montag, 9. Januar 2012

Da ist er, der Moritz

So, jetzt ist er da, unser kleiner Riese Moritz. Und er ist ins Leben gerollt wie ein Schnellzug. Kein ICE und auch keine Magnetschwebebahn vom Tempo her, mehr so ein schnellerer Regionalzug. Mit Verspätung natürlich und nur nach Aufforderung. Wie es scheint fühlen sich Babys in meinem Bauch zu wohl, um von allein zu gehen. Moritz hat sich so wohl gefühlt, dass er es bei 54 cm auf satte 4,3 kg gebracht hat. Der Fratz hat richtig kleine Röllchen an Armen und Beinen. Leider hat er sich auf dem Weg ins Leben das Schlüsselbein angebrochen, aber Gott sei Dank ist das nicht weiter problematisch, nur vielleicht ein bisschen schmerzhaft. 
Seine ersten Lebenstage hat Moritz mit Essen und Schlafen verbracht, womit auch sonst. Ich nehme an, das wird wohl auch das Programm für die nächsten drei Monate sein. 
Paul hat mich im Krankenhaus besucht, jeden Morgen. Aber um mit den Worten des Papas zu sprechen, man hatte den Eindruck, als ob er nicht wüsste, was er bei dieser komischen Tante im Krankenhaus soll. Am Stillen hatte er nicht das geringste Interesse, kann also gut sein, dass dieses Kapitel jetzt zu Ende ist. 
Moritz ist ziemlich kräftig und fit und ich bin mir sicher, er wird sich schnell zum hervorragenden Spielkameraden eignen. Auch wenn das erste Spiel wahrscheinlich so aussehen wird, dass Paul Moritz im Bett durch die Gegend schiebt. Ich bin gespannt.
Über Moritz Aussehen gibts verschiedene Theorien, ein bisschen Paul, ein bisschen Mama, ein bisschen Opa. Vor allem aber ganz viel Moritz. Moritz Wolfgang übrigens, nach seinem Opa, den er bald vorerst als Internetopa kennen lernen wird.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Ich geh dann mal gebären II

Aus aktuellem Anlass: Vor knapp 14 Monaten hab ich an dieser Stelle das hier gepostet:

Dienstag, 16. November 2010

Ich geh dann mal gebären

Jetzt werden wir wohl nie erfahren, an welchem Tag du auf die Welt kommen wolltest. Da hast du ein bisschen zu lange gewartet, lieber Paul. Heute Morgen haben Hebamme und Arzt zusammen bestimmt, dass sie dich morgen holen, bzw. zumindest die Geburt einleiten.Wann du dann wirklich kommst, hängt ja trotzdem von uns beiden ab, vor allem aber von dir.
Zuerst war ich geschockt, aber inzwischen hab ich mich an den Gedanken gewöhnt, morgen früh zum Geburtstermin zu gehen, so nach dem Motto: "Ich bin dann mal kurz weg. Ich hab einen Termin auf der Geburtsstation. In 72 Stunden +/- 24h bin ich wieder hier und bringe n Baby mit."
Auf was ich mich da einlasse, keine Ahnung. Aber auf jeden Fall ist es jetzt nur noch eine Frage von Stunden, bis ich dich in meinen Armen halte. Während ich das hier schreibe, zappelst und springst du in meinem Bauch rum, als würdest du heut noch gern kommen. Nur zu. Dann können wir uns die Hormone sparen. 

Heute, lieber Paul, am 5.1.2012 ist es soweit. Ich geh dann mal gebären. Schon wieder. Und schon wieder auf Verabredung, weil dein Bruder genauso auf sich warten lässt, wie du vor 14 Monaten. Leider ist die Wartezeit nun abgelaufen. Lieber Paul, ich bin dann mal weg. So einfach, wie das beim ersten Mal war, ist das nicht mehr, denn inzwischen muss ich dich hier lassen. Das ist wohl das schwerste daran. Aber ich verspreche dir, Paulchen, ich bring dir was Schönes mit!
Lieber Moritz, 
schade, dass du dich nicht von allein auf den Weg machen wolltest. Aber ich nehme das als Kompliment, du fühlst dich offenbar wohl bei mir. Jetzt ist die Zeit leider um und spätestens heute Abend (ich hoffe doch sehr) kannst du auf meinem Bauch statt in meinem Bauch rumlümmeln. Du musst also keine Angst haben. Im Gegensatz zu deinem Bruder bist du aber auch ganz schön entspannt im Bauch. Mal sehen, ob das so bleibt. Bis heute Abend. PS. Du darfst auch schon am Nachmittag kommen.
Ujuj....

Mittwoch, 4. Januar 2012

Pauls Neujahrsvorsatz

Paul hat sich scheinbar entschieden, sich fürs neue Jahr etwas vorzunehmen und schon am Silvestertag damit angefangen: alleine einzuschlafen. Am Silvestertag hab ich ihn nach dem Mittagessen ins Bett gelegt und bin dann rausgegangen, um mir kurz eine Strategie zu überlegen, wie ich ihn wohl zum Schlafen bekomme, da er beim Stillen nicht eingeschlafen ist. Er hat sich natürlich sofort ins Bett gestellt und ein paar Mal gerufen. Aber nach dreimal Rufen und zweimal fröhlichem Kreischen war plötzlich Ruhe im Zimmer. Das ist ja cool, dachte ich. Dann ist er offenbar zufrieden (vielleicht spielt er heimlich, das ist ja nicht verboten). Nach zehn Minuten wurde mir die Stille unheimlich und Pauls Papa ging nachschauen. Und siehe da: Paul hatte sich lang hingestreckt, alle viere weit von sich und schlief schon tief und fest. Dieser Zustand hielt dann auch noch für knapp drei Stunden an. Er hat sich wohl vorgenommen, das Konzept Mittagsschlaf in jeder Hinsicht zu perfektionieren. Der Papa meinte: "Kluger Junge". Dem kann ich nur zustimmen.

Montag, 2. Januar 2012

Weihnachten mit Paul

Paul hat nun sein zweites Weihnachtsfest erlebt und weil er sich daran wohl kaum erinnern wird, wenn er groß ist, erinnere ich mich schon jetzt für ihn, was er in diesem Zusammenhang alles so erlebt hat. Die letzten Tage/Wochen waren sehr ausgefüllt mit Familie, zu ausgefüllt, als dass Zeit zur Reflektion geblieben wäre. Deswegen, lieber Paul, kommt jetzt auch nur eine kurze Zusammenfassung deiner Erlebnisse.
Als erstes ist festzuhalten, dass in diesem Jahr dein Weihnachtsmenü erstmalig nicht nur aus Milch bestand, sondern wie bei den Großen (also fast wie bei den Großen, denn du hast vorerst nur die deutsche Weihnachtskost probiert, mit Fischsuppe warten wir noch): Entenfleisch, Rotkohl und Kartoffeln. Das sah dann auf deinem Teller genau so aus:
Außer dem traditionellen Entenessen gehören bei uns zu Weihnachten natürlich auch zwei ganz wichtige Dinge: Schokolade und Mandarinen. Schokolade gab's in Form von selbstgemachten Schokobergen, gespendet von Papas buntem Teller (du hattest in diesem Jahr noch keinen) und Mandarinen gabs dauernd und immerzu zwischendurch. Die erste hast du mir aus der Hand direkt in deinen Mund gekuckt und alle darauffolgenden mit einem Freudenschrei begrüßt. 
Geschenke sind natürlich auch nicht unwesentlich zum Fest, allerdings hast du dich an uns gehalten in diesem Jahr, indem du sie zur Nebensache erklärt hast. Auspacken und Ausprobieren gehörten unter dem leuchtenden Weihnachtsbaum (der in diesem Jahr auf Grund seiner krückigen Natur nur dich beeindrucken konnte) in Anwesenheit von Mama, Papa, Oma, Opa und Musti scheinbar nicht zu deinem Hauptinteresse. Zu dem Riesenteddy von deinem Papa musst du vielleicht auch erst auf Augenhöhe wachsen. Und die beiden Bücher können wohl nicht mit deinem aktuellen Lieblingsbuch mithalten, ohne das momentan gar nichts geht: Zengő ABC. Bücher sind ok, aber Zengő ABC scheint existentiell. Es darf weder für ein anderes Buch weggelegt werden, noch verfrüht ins Regal gestellt werden. Wann das passiert, bestimmst neuerdings du. Im Moment können wir nur hoffen, dass das Buch nicht kaputt oder verloren geht und die Weihnachtsgeschenke für später aufheben. Das Giraffennachziehtier von Oma beeindruckt dich schon sehr mit seinem wackelnden Kopf. Nachziehen allerdings sollen andere machen.
Vom Weihnachtstfest 2011 verabschiedet hast du dich mit deinem ersten echten Backenzahn und einer Wunde an Ober- und Unterlippe vom Schleifen des Laufgitters mit selbigem. Jetzt sind wir alle gespannt, was 2012 so bringt im Leben mit Paul: in erster Linie hoffentlich so bald wie möglich Geschwisterchen Moritz.