Mittwoch, 29. Februar 2012

Töpfchentraining und Ordnungsfanatismus

Gestern hab ich mal wieder gegoogelt. Und zwar zum Thema Töpfchentraining. Da ist mir aufgefallen, dass schon das Stichwort brisant ist, denn man nennt das ja in Fachkreisen Sauberkeitserziehung. Töpfchentraining hat offenbar viel mit seelischer Grausamkeit zu tun. Sauberkeitserziehung hingegen, ist wie das Wort schon andeutet, sauber, will sagen läuft ohne Traumata ab. 
Ich habe schon ein paar Mal zu diesem Thema die Suchmaschine bedient, weil nach früheren Standards mein Paul ja schon längst traumatisiert, ähhh trainiert sein könnte, ich mich also damit beschäftigen muss/will. Gestern hab ich dann wieder einen interessanten Zusammenhang entdeckt. Töpfchentraining und Ordnungsfanatismus. Frühes Töpfchentraining ruft angeblich Ordnungsfanatismus hervor. (siehe hier) Bei mir hat das ja leider nicht geklappt. Und bei Paul hab ich den Zug auch schon verpasst, er wird demnach wohl eher einer von der unordentlichen Sorte werden. Damit er aber kein totaler Messie wird, dachte ich mir, fange ich mal an mit der sauberen Erziehung zur Sauberkeit.
Jedes Töpfchentraining beginnt mit dem Kauf eines geeigneten Töpfchens, wenn man sein Kind nicht in den Suppentopf machen lassen will. Und so stand ich da gestern im Laden vor einer Auswahl von mindestens 20 Töpfchen und stellte fest, man kann nicht einfach so spontan ein Töpfchen kaufen. Ich kannte mich ja in den Kategorien gar nicht aus. Die Frage, ob mein Sohn ein Jungs- oder Mädchentöpfchen braucht, konnte ich gerade noch so beantworten, aber ob mit Deckel oder ohne Deckel, mit Musik oder ohne Musik, mitwachsend oder nicht oder etwa mit extra Behälter zum getrennten Ausleeren, da verließen sie mich. Da ich so hilflos war, ertappte ich mich dabei so ein schickes Designertöpfchen auszusuchen, das farblich zu unseren Badfliesen passt. Zum Glück stand kein Preis drauf, das hinderte mich daran, zur Kasse zu marschieren und brachte mich dazu, die Kategorien nochmal zu überdenken. Da ich ja wie gesagt trotz Töpfchentrainings nicht sehr ordnungsfanatisch bin, wäre ein selbstausleerendes Töpfchen für mich in Frage gekommen. Das gab es aber nicht. So nahm ich dann einfach eins der preiswerteren Jungsklos und schleppte es nach Hause. 
Abends wurde es ausprobiert. Und siehe da: Mein Sohn ist ein Naturtalent. Er hat gleich reingetroffen. Und vor lauter Aufregung hab ich ganz vergessen, frenetisch zu applaudieren, damit das nicht bloß ein Zufallstreffer bleibt. Das holen wir dann beim nächsten Mal nach.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Moritz muss bald eingezäunt werden

Es sieht so aus, als wenn ich Moritz schneller aus dem Familienbett schmeißen muss als mir lieb ist. Ich hab ja sowieso nie geplant Babys mit in mein Bett zu nehmen. Aber manchmal bleiben die da nach dem Stillen einfach so liegen, weil keiner sie wegräumt. Und aus diesem manchmal ist bei Moritz ein immer geworden. Und jetzt hab ich den Salat. Er fängt schon an sich zu bewegen. Ist ja eigentlich toll, aber jede Mutter weiß, dass die Phase, wo sie nur so rumliegen und da liegen bleiben, wo man sie hingelegt hat, auch ihre Vorzüge hat. Moritz scheint diese Phase nun beenden zu wollen. Er hat sich gestern mehrfach vom Rücken auf die Seite gedreht und vom Bauch auf den Rücken. Wenn das kein Zufall war, dann muss ich mir schnell was überlegen, denn mein Bett hat ja so wenig Gitterstäbe.
Eigentlich sollte Moritz ja auch in seinem Bett schlafen. Aber dazu müsste ich im Sitzen stillen. Darauf hatte ich bisher keine Lust, weil dabei keiner von uns beiden schlafen kann und wer will außerdem schon alle zwei Stunden aufstehen. Seit ein paar Tagen schläft er so wunderbar, dass ich es jetzt wohl mal versuchen werde: Er schläft von sieben bis eins und dann wieder bis 6. Das ist einfach großartig. Aber auch noch ziemlich neu. Und wie das mit neuen Dingen ist, man ist immer erstmal vorsichtig im Umgang mit ihnen. In diesem Fall genieße ich erstmal vorsichtig meinen und seinen Schlaf.
Trotz allem, lieber Moritz. Ich schätze wir werden es jetzt langsam angehen müssen. Bei deinem Bewegungsdrang hab ich nicht den Eindruck, dass ich dich noch lange uneingezäunt irgendwo liegen lassen kann.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Spazierengehen zu dritt- das etwas andere Fitnesstraining

Spazieren gehen ist eine schöne Abwechslung, wenn man ein Kind hat. Wenn man zwei Kinder hat und einen ABC Zoom, dann ist es eher Fitnesstraining für Fortgeschrittene. Und damit meine ich nicht nur den eigentlichen Gehprozess, sondern auch die Vor- und Nachbereitung. 
So ein Spaziergangs-workout beginnt bei mir, wie bei normalen Leuten, mit einem ganz harmlosen Gedanken: "Och, die Sonne scheint ja so schön." Zu diesem Impuls kommt dann noch die Bedingungscheckliste von Mama: Moritz muss satt sein. (Ich stille nicht gern im Gehen). Paul muss satt sein (Ich mag keine Krümel im Kinderwagen). Mama muss satt sein (hungrig geht das aber mal gar nicht). Moritz muss schlafen wollen/können (in die Gegend kuckt er noch nicht so viel, dann schreit er bloß, und Paul wundert sich dann die ganze Zeit über die Nebengeräusche).
Wenn diese Bedingungen halbwegs erfüllt sind, kanns losgehen. 
1. Paul ins Kinderzimmer stecken, damit er keinen Unfug macht, während ich Moritz anziehe oder damit sein Unfug örtlich begrenzt ist.
2. Moritz anziehen. Jacke, Hose, Socken geht ganz gut, spätestens beim Schneeanzug schreit er. Früher wurde ich da nervös. Heute stecke ich mir einfach imaginär Ohrenstöpsel rein und singe ein Kinderlied.
3. Moritz in die Tragewanne legen. 
4. Tragewanne (mit Moritz) in den Flur stellen, Tür aufmachen, damit er sich nicht völlig nass schwitzt. Moritz ist wenig dankbar an dieser Stelle. Schreit weiter. (ich hör das aber nicht, ich hab ja die Ohrenstöpsel)
5. Paul anziehen. Paul schreit dabei nicht. Aber er krabbelt manchmal weg, weil er sich während des Ankleideprozesses anfängt zu langweilen. Dagegen helfen Ohrenstöpsel wenig.
6. Paul ins Kinderzimmer zum Warten abstellen. Begeisterung auf seiner Seite gleich null.
7. Zurück zum schreienden Moritz in den Flur. Jetzt schimpft auch Paul, denn er versteht nicht, warum ich ihn fürs Kinderzimmer so schrecklich warm angezogen hab. Ne kurze Erklärung hinwerfen, dann selbst anziehen und die Tragewanne mit Moritz die Treppe runterbringen zum Kinderwagengestell. In der zweiten Hand den Sitz von Paul mit Fußsack runterbringen. Oder zweimal gehen. Beides im Sinne der Fitness effektiv.
8. Gestell ausklappen, Tragewanne aufsetzen, Sportsitz aufsetzen, Treppe wieder hoch.
9. Paul schnappen, Treppe runter. Paul anschallen. Was vergessen. Treppe wieder hoch. Holen. Treppe runter. Beide ungehalten. Die einzige, die in diesem Moment noch spazieren will, bin ich und ich bin mir auch nicht mehr so sicher.
10. Los gehts. 
Paul: 12 kg. Moritz: 6 kg. Kinderwagen: 19 kg. Macht zusammen: Knapp 40 kg mit Klamotten. Und die lassen sich auf Grund der Leichtgängigkeit der Räder nur dann wie in der Werbung durch die Gegend schieben, wenn kein Schnee liegt und der Untergrund glatt ist. Bordsteinkanten werden zur Herausforderung für Wagen und Mutter, denn das 12kg-Kind muss man anheben (das sitzt vorn) oder den Wagen umdrehen (wenn man genug Platz hat für ne Drehung) und rückwärts hochziehen um dann wieder zu drehen. Wenn einem bei so viel Drehung nicht schlecht wird, ist das die bessere Alternative. Meine Lösung: Ich vermeide Bordsteinkanten und alle sonstigen Hindernisse und gehe strammen Schrittes auf gerader Strecke. Das kann auch schön sein. Und ich bin jedesmal dankbar, dass Pest keine Berge hat und die gerade Strecke auch in dieser Hinsicht gerade ist.
Zurück vom Spaziergang läuft das Programm von vorhin rückwärts ab. Die Kinder sind zufriedener, Moritz pennt, Paul hat rote Wangen und plappert. Nur ich bin fertig. Vom Schieben und vom Ein- und Auspacken. Härter als jeder Zumba-Workout.

Dienstag, 21. Februar 2012

Neue Fähigkeiten

In der letzten Woche gab es hier im Hause wieder ein paar Premieren. Moritz hat einen neuen Weg gefunden seinen Eltern eine Freude zu machen: er lächelt jetzt. Und Paul hat wieder einen Schritt auf dem Weg in die Selbstständigkeit gemacht: er macht die ersten Schritte ohne sich festzuhalten. Am Freitag hab ich das das erste Mal beobachtet, wie lässig er auf einmal von Möbelstück zu Möbelstück schreitet. Dann haben wir mal probiert ob er zwischen dem Opa und mir auch ein paar freie Schritte wagt. Er war so aufgeregt und durchgeschwitzt am Ende der Übung, dass er sich heute noch davon ausruht und sich erstmal wieder festhält, wenn auch nur mit einer Hand. Moritz dagegen muss sich von seiner neuen Fähigkeit nicht so sehr erholen. Er lächelt fleißig jeden Tag. Wenn er nicht gerade weint oder anderweitig beschäftigt ist.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Zahlenspiele

Man soll ja nicht vergleichen. Aber ich hab schon immer gern gemacht, was man nicht soll. Hier also der aktuelle gemeine Brüdervergleich in einem kleinen Zahlenspiel.
15: so viele Monate ist Paul morgen alt.
6: so viele Wochen ist Moritz heute alt
1,5: so viele Stunden Mittagesschlaf hat Paul gestern gemacht
4: so viele Stunden hat Moritz gestern gebraucht um den Arztbesuch zu verdauen
87,5: so viele cm ist Paul heute lang
5750: so viele Gramm wog Moritz gestern
4780: so viele Gramm wog Paul etwa zur gleichen Zeit
61: so viele cm ist Moritz heute lang
92: ist die Klamottengröße, die Paul jetzt Zeit trägt
12: so viele Stunden schläft Paul in der Nacht (danke, lieber Paul, ich hoffe es ist für dich auch so schön!)
6: so viele Stunden hat Moritz bisher höchstens am Stück geschlafen
20: so viele Sekunden hat es gestern nach dem Einsteigen ins Auto gedauert, bis Moritz geschlafen hat
2: so viele Legosteine kann Paul bisher zusammenstecken
10: so viele Legosteine kann Paul auseinanderreißen, danach wird es langweilig
3: so viele Stunden kann Moritz zur Zeit hintereinander wach sein
30: so viele Minuten hat Paul gestern mit dem Opa geübt den Deckel auf die Wasserflasche zu schrauben. Jetzt kann er's.
7: so viele Minuten kann Moritz auf dem Bauch liegen ohne schlechte Laune zu kriegen
20: so viele Minuten kann Paul mit einem Schlüsselbund spielen ohne dabei nach Unterhaltung zu verlangen
x: so viele Gramm isst Moritz bei einer Mahlzeit (ich weiß es nicht und darauf bin ich stolz)
10+x: so viele Haare isst Paul mir vom Kopf

und damit ich später auch mal weiß, was ich in meinem Babyurlaub so getan hab:
8: so viele Windelwechsel gibt es hier im Hause (ich bin also nicht dauernd mit Wickeln beschäftigt, auch wenn ich zwei Wickelkinder habe)
5: so viele Mahlzeiten muss ich für Paul jeden Tag zubereiten
30: so viele Minuten bin ich mit Stillen von Paul beschäftigt
200. so viele Minuten bin ich mit den Mahlzeiten von Moritz beschäftigt
75: so viele Minuten bin ich mit Füttern von Paul beschäftigt
60: so viele Minuten dauert das Zubereiten der Mahlzeiten von Paul
60: Minuten müsste ich eigentlich jeden Tag mit beiden an die Luft (daran arbeiten wir noch)
30: Minuten bin ich mit Kinderwäsche waschen, aufhängen, abnehmen, bügeln und wegräumen beschäftigt
0: Minuten lausche ich am Babyfon, um zu hören, ob eins von den Kindern noch atmet.
50+: Minuten wasche ich am Tag ab. Würg. 
2×20: Minuten versuche ich mit Paul was Schönes zu spielen
2×15: Minuten bin ich mit dem Baden der Jungs beschäftigt
10: Minuten lese ich Paul abends was vor.
Den Rest der Zeit macht ich Ordnung, sauber oder spiele mir an den Fingern, aber so viel ist da glaube ich gar nicht mehr übrig. Mal fix zusammengerechnet: das sind so ca. 600 Minuten, wenn man für die Windelwechsel noch 20 Minuten drauf rechnet. 10 Stunden also. Na da sind ja locker noch 14 Stunden am Tag übrig. Kein Wunder, dass ich so viel Zeit hab für Vergleiche und Zahlenspiele.

Moritz ist ok.

Gestern war ich mit Moritz bei seinen Medizinfrauen. Er wurde gewogen, vermessen, beschaut und befühlt. Und das Ergebnis: Er ist ok. Seine ganzen 5750 g Körpergewicht, 61 cm Körperlänge und 40 cm Kopfumfang. Das ganze Kind. So wie es ist, einfach ok. Kein zu großer Kopf. Kein zu schnelles Wachstum. Kein zu kleiner Kopf, kein zu geringes Wachstum. Einfach alles ok. Ich wusste gar nicht, was ich damit anfangen sollte. Da hat man ja gar nichts zum Aufregen. Wie soll ich aus sowas einen Blogeintrag basteln. Wen interessiert das, außer mich? Liebe Medizinfrauen, strengt euch mal bisschen mehr an.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Mein Ich gegen dein Ich

Heute Morgen hab ich nach Spielen für Paul gesucht, also nix zum Kaufen oder so, sondern einfach eine Idee, was ich mit ihm machen kann, was mir nicht selbst schon eingefallen ist. Da bin ich wieder über einen schönen Hinweis gestolpert. Der Hinweis auf der Webseite Babycenter bezieht sich auf die Phase des Nein-Sagens, in die Kleinkinder kommen, direkt nach dem ersten Geburtstag. So steht da, dass Kinder mit 15 Monaten besonders viel Nein sagen, weil sie so ihr eigenes Ich behaupten und ein Bewusstsein dafür entwickeln. Als ich das gelesen habe, dachte ich gleich: 'Zum Glück wächst Paul zweisprachig auf und sagt deshalb bisher weder Nein noch Nem. Seine Augen sagen diese Worte aber durchaus schon, und außer denen noch seine stampfenden Füße und seine patschenden Hände. Aber kommen wir zum Hinweis, der da lautet, man solle selbst nicht so oft Nein sagen, dann würde das eigene Kind auch nicht dazu verleitet. Stattdessen solle man zu Alternativformulierungen greifen, Zitat: Statt
"'Nein, fass das nicht an.', lieber 'Komm, lass uns hier drüben spielen.'" 
Na das versuch ich jetzt mal mit Paul.
Ich setze mich den ganzen Tag auf seinen Spieleteppich in der Küche und warte, dass er sein Ich behauptet. Das macht er ja auf verschiedene Weisen: Er versucht auf die heiße Herdplatte zu fassen, denn sein Ich lässt sich das mit Nein nicht so einfach verbieten. Er holt alles vom Tisch runter, was nicht angenagelt ist, denn sein Ich hat einen festen Anspruch darauf, diese Dinge zu inspizieren. Er greift immernoch manchmal in Steckdosen, denn Nein muss ja nicht immer Nein bedeuten. Er macht das Tiefkühlfach auf, denn sein Ich muss auch dessen Inhalt genauestens untersuchen dürfen. Er verstellt die Uhr am Herd, denn seinem Ich ist es egal, wie spät es ist, es findet nur das Piepen so schön. Und sein Ich würde auch das Wasser in der Toilette mal einem Greiftest unterziehen, wenn es da nicht ein Nein hören würde.
Aber jetzt wird alles anders. Ab jetzt wartet mein Ich einfach auf dem Teppich mit einem spannenden Spiel und wenn Pauls Ich sich mal wieder behauptet, indem seine Augen sagen, 'Nein, ich will jetzt aber mit dem Messer hier spielen', dann sag ich einfach: 'Komm lass uns hier drüben spielen. Und bring das Messer mit.' Mal sehen, wessen Ich sich durchsetzt.

Dienstag, 14. Februar 2012

MEINS!

Paul verzichtet gern. Nur nicht auf sein Spielzeug. 
Wenn Moritz gestillt wird schleicht Paul immer um den Sessel rum bis die Mahlzeit beendet ist und patscht ihm auch ein paar Mal auf den Kopf. Aber Moritz bekommt parallel auch regelmäßig Küsschen auf das Köpfchen. Immer abwechselnd, ein Küsschen, ein Schlägchen. Aber was das Stillen angeht, ist Paul großzügig. Denn erstens darf er ja auch noch zweimal am Tag trinken, also kein Grund für Eifersucht, und zweitens sind andere Dinge ja inzwischen viel spannender. Auf seine Mama kann er so schon ab und zu verzichten.
Worauf Paul aber nicht verzichten kann ist seine Babywippe. Es gab Zeiten, da war dieses Gerät ganz und gar uninteressant. Aber wie das so ist bei Kindern, wenn es einen anderen Interessenten für das eigene Spielzeug gibt, dann beansprucht selbst die Dreijährige ihren alten Beißring wieder für sich. So ähnlich ist das auch bei Paulchen. Seit Moritz in seiner Wippe liegt, will Paul da auch wieder rein. Er passt natürlich nicht mehr rein, aber was nicht passt, wird passend gemacht: Und so klettert er seit ein paar Wochen selbstständig in die Wippe, legt sich da so schief irgendwie rein, sodass die Füße raushängen und, und das ist der wichtigste Punkt an der ganzen Sache, fordert umstehende Erwachsene forsch dazu auf, das Ding in gleichmäßige Bewegungen zu versetzen. Und da hier fast immer ein Opa oder eine Oma zur Verfügung steht, findet sich häufig ein begeisterter Schaukelsklave.Wenn die Wippe sich dann bewegt, bedankt sich Paul bei seinen Großeltern mit einem zufriedenen Lächeln und erheiterndem Gesang.
Nur manchmal steht die Wippe im Laufgitter und Moritz liegt drin. Dann schleicht Paul ums Laufgitter wie der Löwe um seine Beute und man hat das Gefühl, es ist schon ganz gut so, dass die Wippe eingezäunt ist. Denn seine Augen sprechen die Sprache der Möwen aus dem Film Nemo, als es um die Krabbe geht: MEINS!

Montag, 13. Februar 2012

Jetzt ist aber Schluss mit Lustig Herr Häwelmann

Bevor es lang wird, mache ich es kurz. Paul hat ein Bett mit Rollen und Paul rollt gern sein Bett. Von innen und von außen. Von außen war dies immer ganz leicht, da er das Bett einfach als Laufwagen benutzt und im Raum hin und herschiebt, während er sich an den wunderbar griffigen Gitterstäben festhält. 
Wenn er allerdings drin liegt, dann ist das schon komplizierter. Da muss er schon entweder jemanden finden, der ihn hin- und herrollt (diese Zeiten sind aber vorbei, denn er will nicht mehr in den Schlaf gerollt werden und auch sonst nicht) oder er muss vor allem Schwung aufbringen. Er steht im Bett, hält sich am Gitter fest und schubst das Bett mit Schwung aus dem Bauch heraus immer ein Stück weiter. Seit einer ganzen Weile hat er diesen Trick raus, aber dieses Wochenende hat er ihn offenbar so professionalisiert, dass er das Bett bis vor die Tür manövriert hat, um dann heftig an der Türklinke zu rütteln. Der kleine Häwelmann will fahren, aus dem Zimmer raus offenbar. Und dafür braucht er weder Mama noch Papa, Mond noch Sonne. Er fährt einfach zur Tür, drückt die Klinke runter und muss sich jetzt nur noch irgendwas ausdenken, wie er das Türgitter öffnen kann, damit er mit seinem Bett in die Küche rollen kann. Allerdings war uns das Türklinkenrütteln schon Grund genug, den nachmittäglichen Bettausflügen ein Ende zu setzen und die Rollen festzustellen. Wer macht schon Mittagsschlaf, wenn er mit seinem Bett Ausflüge machen kann. Jetzt ist aber Schluss mit Lustig Herr Häwelmann.

Donnerstag, 9. Februar 2012

4300+1300=5600

Moritz ist heute 5 Wochen alt und wog gestern Abend knapp 5600g. Das ist ein Plus von 1300g seit Geburt. Und das Plus sieht man ihm auch an, überall kleine Falten zwischen dem Fleisch, süß. Ich bin gespannt, was meine Medizinfrauen dazu nächste Woche sagen. Mal sehen, bei dem Appetit, den Moritz hat, schafft er vielleicht bis nächste Woche die 6kg-Marke. Ich bin mir sicher, dass man auch wegen seiner Fütterungsmethoden (Stillen nach Bedarf) ermahnt wird, wenn das Baby statistisch gesehen nach oben ausschlägt. Otto-Normal-Baby oder in unserem Fall eher István-Normal-Baby ist ja auch zu langweilig. Dann hat man ja nichts festzustellen oder zu wundern.

Aufregende Premieren

Moritz hat heute Nacht sechs Stunden durchgeschlafen, in seinem eigenen Bett. Das kam so überraschend, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sich das so bald wiederholt. Deswegen muss ich das jetzt hier festhalten. Denn gleichzeitig war gestern der Tag, an dem er das erste Mal einen halben Liegestütz gemacht hat. Ein großer Tag also für Moritz und eine groß(artige) Nacht für die Mama (für ihn sicher auch). 
Ich hab gedacht, ich kuck nicht richtig, als ich Moritz gestern früh auf den Bauch gelegt hab und er den Kopf gar nicht ablegte, sondern frech in die Gegend nach links und rechts kuckte. Damit hab ich genauso wenig gerechnet wie mit dem nächtlichen Schlafwunder.
Jetzt mache ich mir Sorgen. Ich hatte damit gerechnet, dass er schön lange nur so in der Gegend rumliegt. Aber ich glaube, er wird mir wohl schneller vom Tisch hopsen als Paul, der Kleine. Und dann hopsen hier zwei. Na wenn er zusätzlich zum frühen Hopsen das Schlafmuster von gestern zur Gewohnheit werden lässt, dann werde ich die Hüpfer wohl unter Kontrolle kriegen.

Donnerstag, 2. Februar 2012

Da fällt mir noch was ein...

im Zusammenhang mit Schlafmangel und Haushalt und Betriebsferien und Kindererziehung. Im Krankenhaus hab ich ein Gespräch zwischen zwei Frauen mitbekommen, bei dem es um Schwiegermütter und Mütter ging. Da erzählte die eine, ihre Schwiegermutter sei nicht bereit sie bei ihren Kindern zu unterstützen, denn sie "musste ja früher auch alles allein machen" und sie versteht auch nicht "wo das große Problem ist", denn sie hat damals "früh um 5 ihr Kind bekommen und mittags um 12 stand die Suppe auf dem Tisch." höhö. Ich hab gut gelacht und mich gefreut, dass ich weder so eine Schwiegermutter noch Mutter habe.  
Aber was mir doch auffällt, ist, wenn man sich als Mama von heute über sein schweres Los ein bisschen beklagen möchte, ist es doch besser, man tut das bei gleichaltrigen Müttern. Da kommt man einfach besser weg. Auch wenn einem das eigene Los immer am schwersten zu sein scheint, so hatten es doch Mütter 60+ viel schwerer. Ich muss zugeben, dass...
...ich keine Windeln wasche, weder Windelhosen, noch Windeleinlagen, noch Windelauflagen, ich wasche nur ein paar Windeln, die vollgespuckt werden und die wäscht auch eine richtige Maschine und keine WM66 und wenn ich wöllte, dann könnte ich sie auch in den Trockner schmeißen (dazu müsste ich nur noch einen kaufen)
... ich in den meisten Fällen doch Feuchttücher für die Kinderpopos benutze und keine zu waschenden Waschlappen, was ja auch ne Menge Arbeit erspart
...ich keine Öfen zu heizen habe und demzufolge keine Kohlen zu schleppen brauche, weder mit Kind und Einkauf noch ohne
...mein Mann abends kein Essen auf dem Tisch verlangt (weil er nicht da ist und weil Männer das seit den neunzigern nicht mehr dürfen)
... ich nicht zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen gehen muss
...ich 24h lang einkaufen kann
und so weiter und so fort
Wenn man älteren Müttern mal sein Leid klagt, sind das manchmal die Dinge, die da in Gesprächen auftauchen, wenn es darum geht, der "Klägerin" etwas Trost zu spenden. "Also, wir damals....wir mussten ja noch....". Und das Coole an diesen Müttern von früher ist, das zusätzlich zu den vielen Dingen, die im Haushalt früher so viel komplizierter, aufwändiger und anstrengender waren als heute ("Wir hatten ja nichts. und schon gar keinen Geschirrspülautomaten!") die Babys auch alle viel braver und unkomplizierter waren.
Denn die Babys dieser Mütter 
....haben von Geburt an durchgeschlafen
....haben selten oder eigentlich nie geschrien
...hatten keine Drei-Monats-Koliken
...brauchten mit 10 Monaten keine Windeln mehr
...bekamen keinen Karies, auch wenn nicht "ab dem ersten Zahn" geputzt wurde
...haben beim Breiessen nie geschmaddert
und das ist beinahe das Wichtigste: haben stundenlang selbstständig pädagogisch wertvoll gespielt.

SO. Das wollte ich mal noch loswerden. Und jetzt Ferien.

Wegen Schlafmangel Betriebsferien

Also dieser neue Erdenbürger in meinem Schlafzimmer schläft nicht so gern wie am Anfang vermutet. Zur Zeit hat er einen sehr interessanten Schlafrhythmus: Eine Nacht schläft er und eine Nacht schläft er nicht. Das ist zwar auch irgendwie ein verlässlicher Ryhthmus, aber einer, auf den ich mich grad schlecht einstellen kann. Moritz' Wechselnächteprogramm ist nämlich nur realisierbar, weil er genau das gleiche auch am Tag durchzieht. Einen Tag schläft er durch, nur zum Futtern wacht er kurz auf, und den nächsten Tag ist er wach. Das kann ich aber ja leider schlecht mitmachen. Bei allem Schlafmangel.
In drei Tagen ist er einen Monat alt. Theoretisch noch zwei Monate, dann ist er aus dem gröbsten Schlafdilemma raus. Das macht insgesamt ca. 30 Nächte mit und 30 Nächte ohne Schlaf. Ujuj. Ich bin ja dafür, dass wir das irgendwie anders verteilen, aber Moritz ist da im Moment stur. Wachhalten ist auch nicht das Richtige. Wenn er schlafen will, schläft er quasi im Stehen oder mit dem Kopf nach unten hängend (nicht, dass ich das ausprobiert hätte). Das Problem ist auch gar nicht, dass mir der Schlaf so sehr fehlt. Darauf kann man sich ja einstellen. Ist ja nicht das erste Mal, dass mir einer in den Schlaf pfuscht. Aber wenn hier gepennt wird, dann muss ich die Zeit nutzen, um was Produktives zu tun. Schlaf steht ganz hinten auf der "Produktivliste" und Blog steht relativ weit vorn, aber nach Essen und unvermeidbaren Haushaltstätigkeiten (diese Liste wird auch immer kürzer).
Deswegen erkläre ich hiermit Blogbetriebsferien. Ab: heute. Bis: open end. Kann sein, dass die nicht lange dauern und ich die Liste der Haushaltstätigkeiten lieber noch verkürze. Aber dann darf mich bitte niemand mehr besuchen kommen. Wird dann vielleicht auch freiwillig keiner mehr tun.