Samstag, 28. April 2012

Eine lustige Truppe

Fahren eigentlich alle Kinder so auf die kleine Wanze ab oder bloß meine? Moritz hat vor ein paar Tagen angefangen laut zu lachen. Manchmal klingt es noch wie kurz vor dem Weinen, er übt noch. Aber ich bin schon voller Begeisterung. So habe ich es zu meinem neuen Hobby gemacht, ihn zum Lachen zu bringen. Und siehe da, das ist gar nicht so kompliziert. Während Paul mit seinem feinen Humor bis heute seltener laut lacht, scheint Moritz neuerdings das ganze Leben witzig zu finden. Er hat nun seine anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten vollständig überwunden (ganz schön viel geweint in den ersten drei Monaten, ujujuj) und grinst nun dauernd vor sich hin. Er grinst alle an, die Bedarf haben und rumstehen und wenn man sich mit ihm beschäftigt ist er nun auch großzügig mit Lachern. 
Vor zwei Tagen hab ich dann, auf Anraten des Papas, ausprobiert, was bei Paul wunderbar funktioniert hat: Ich hab "Auf der Mauer, auf der Lauer" gesungen. Genau wie Paul, hat auch Moritz sich königlich amüsiert über den W-Laut der Wanze in der letzten Strophe, sodass ich das Lied mal wieder erweitert habe um einige Laute, die gar nicht ins Lied gehören, nur um noch ein paar Lachsalven zu produzieren. Mit Erfolg. Aber das scheint auch wirklich leicht zu sein, den kleinen Wolfgang zu amüsieren. Paul schafft das auch schon regelmäßig ohne Probleme: Er klettert über Moritz rüber, er knutscht ihn ab, er spielt mit seiner Hand rum, er fängt seine Sabberfäden ein und schenkt sie mir, er zerrt an seinen Sachen, er stützt sich auf ihm ab, all dieses findet Moritz lustig und freut sich. Das wiederum finde ich lustig. Und so sind wir zusammengeschmissen neuerdings eine ganz schön lustige Truppe hier.

Donnerstag, 26. April 2012

Milchmonopol - das etwas andere Geschenk

Lieber Moritz, 
Paul und ich, wir machen dir noch ein Geschenk zu deinem heutigen 16-Wochen-Geburtstag, der in genau einer Stunde wirklich beginnt: Du bekommst das Milchmonopol. Vorgeschlagen unter diesem Titel von einer Freundin, angeraten (leider nicht um deinetwillen, sondern nur wegen Paul) von hunderten Bekannten und Fremden an allen Ecken und Enden, ist jetzt Schluss mit Stillen. Keine Angst. Nur Paul ist davon betroffen und wie es scheint, ist er mit dieser Entscheidung mehr als zufrieden. Vor zwei Tagen habe ich aufgehört ihn morgens zu stillen. Abends wollte ich zwar noch eine Weile weiterstillen, aber Paul hat das abgelehnt. Das Geschenk heute kommt also eher von ihm als von mir. Was lange währte, hat nun ein Ende. 17 Monate und eine Woche hab ich Paul gestillt. 15 Wochen euch beide. Paul hat beschlossen, von jetzt an ein großer Junge zu sein, für dich und für mich. Also genieß das Geschenk deines großen Bruders. 
Ich werde es tun.

Lieblingsmomente mit Moritz

Da heute dein 16-Wochen-Ehrentag ist, lieber Moritz, und ich mit dir nicht feiern kann, weil du heute bisher nichts anderes machst als schlafen, fasse ich sie mal zusammen, die Lieblingsmomente mit dir:
- wenn du mich anlächelst (gefühlte hundertmal am Tag)
- wenn du deinen Bruder anlächelst, obwohl er dir mal wieder ein Spielzeug klaut
- wenn du in der großen Badewanne planschst und dich immer wieder von einem zum anderen Ende strampelst
- neben dir einschlafen (in dieser Hinsicht bist du priviligiert mein Lieber. Paul war zu diesem Zeitpunkt schon ausquartiert und zwar nicht nur aus dem Elternbett, sondern aus dem ganzen Zimmer)
- deinen Schlafgeräuschen übers Babyphon lauschen
- wenn du beim Wickeln wie ein Wilder strampelst und am Ende nie so liegst wie am Anfang
- die Tatsache, dass du auf dem Wickeltisch immer strahlst, egal wie sehr du vorher gebrüllt hast
- deine ersten Greifversuche in Rücken- und Bauchlage, mit denen du in dieser Woche angefangen hast
- wie du erzählst und gurrst, wenn man dir was erzählt
- wie du dich freust, wenn du ein Küsschen von deinem Bruder bekommst
- und selbst dein lautes Rufen, wenn ich mal nicht da bin
und viele viele mehr.

Moritzens Ehrentag

Moritz ist heute genau 16 Wochen alt. Die Zeit rast. Da er noch keinen Kuchen isst, schenke ich ihm einen Blogeintrag. Er hat die Tage ein paar entscheidende Schritte gemacht, die in seinem weiteren Leben sehr wichtig sein werden. Zum einen lacht er seit kurzem laut. Zum anderen hat er sein Geburtsgewicht fast verdoppelt (und das will was heißen bei seinem Geburtsgewicht von 4300 g), es fehlen nur noch paar Grämmchen. Das zeigt, dass er in seinem kurzen Leben zwei der wichtigsten Fähigkeiten für ein gesundes und langes Leben schon professionalisiert hat (Lachen und Essen). Ich bin stolz auf dich mein Junge. Und ich wünsche dir alles Gute zu deinem 16-Wochen-Geburtstag. Wie wärs mit einem Schluck Milch zu deinem Ehrentag?

Dienstag, 24. April 2012

Ein teures Schrankfach

Es gibt ja manche sinnlose Erfindungen in der Welt des Babyzubehörs, aber nirgendwo toben sich die Hersteller so aus wie bei Trinkflaschen fürs Baby. Und nirgendwo habe auch ich mich so ausgetobt wie beim Kaufen, Testen und in den Schrank (gaaaaaanz weit nach hinten) stellen von selbigen. Der neueste Fall ist erst anderthalb Wochen her, also noch taufrisch. In diesem Fall geht es um eine Flasche für Paul. Moritz trinkt immernoch ausschließlich aus, und jetzt überlege ich nicht lange wegen einer lustigen Formulierung, sondern sage es einfach frei heraus, er trinkt aus Brüsten. Was anderes wurde mit Moritz noch nicht ausprobiert. Auf Grund der bisherigen Erfahrungen habe ich es bei ihm erst gar nicht versucht. Ob er dadurch bevor- oder benachteiligt ist, soll er später selbst entscheiden, allerdings nur unter der Prämisse bitteschön, dass ich stets das Beste im Sinn hatte. Wie jede Mutter. So und jetzt zurück zum Thema.
Paul trank bevor wir nach Deutschland fuhren aus einer Trinkflasche mit No-Spill-Effekt. Genauer gesagt, die hier. Die hat einen harten Schnabel und tropft nicht. Und hier haben wir schon die zwei Hauptmerkmale einer Trinkflasche, die bisher immer darüber entschieden haben, wohin die Flasche kommt, in den Schrank (gaaaaaanz weit nach hinten) oder auf den Tisch: der Sauger oder Schnabel und die Fließgeschwindigkeit. Gehen wir mal zum Anfang. Ich wollte Paul am Anfang gerne abgepumpte Milch aus der Flasche geben, falls ich mal nicht da bin (also in dem Fall dann nicht ich, sondern jemand anders, ist klar). Mit diesem Anfang hab ich aber 2 Monate gewartet, weil ich gelesen hab, dass man eine stabile Stillbeziehung haben soll, bevor man diese mit Plastiksaugern in Flaschen- oder Nuckelvarianten belastet. Nun ja, was soll ich sagen, unsere Stillbeziehung war nach zwei Monaten so stabil, dass Paul alle Eindringlinge von außen glatt verjagt hat. Und ich war wirklich geduldig. Ich hab ihm immer wieder neue vorgestellt, interessante, schillernde, auch mitunter sehr praktische Partner, auch Nuckelpartner aus Latex und Silikon, sowie Brusthütchen aus Silikon aus gegebenem Anlass. Aber Paul blieb stur: "Bleib mir weg mit dem Plastikkram", hat er gesagt. Ich hätte jetzt ordinärer formulieren können, aber ich nehme mal an, dass mein Sohn sowas nicht sagen würde. Abgelehnt hat er trotzdem alles. Ganz brutal. Am Anfang hatte ich eine Flasche, die nicht tropft und aus der auch nichts fließt, sondern man muss die Milch auf so einen Löffelaufsatz drücken und dann trinkt das Baby wie aus einem Becher, damit es nicht zu einer sogenannten Saugverwirrung kommt. Oh...so weit nach hinten wie diese Flasche hat es keine andere im Schrank geschafft. Zu einer Saugverwirrung kam es nicht. Aber meine Verwirrung muss groß gewesen sein beim Kaufen dieses Geräts. Danach hatte ich eine konventionelle Nuckelflasche mit Silikonsauger. Darauf wurde nur herumgekaut. Dann hatte ich eine mit Latexsauger, auch die wurde als Kaugummi missbraucht. Dann habe ich eine Zeitlang aufgegeben, denn zusammen mit den Nuckeln war mein Schrankfach zu diesem Zeitpunkt schon an die 80 Euro wert. 
Irgendwann kam die Zeit der Trinklernflaschen. Und auch hier hab ich zwei Modelle mit Silikonsaugern besorgt. Sie sollten ja nicht tropfen und auch nicht zu schnell fließen. Sie taten weder das eine noch das andere, sondern landeten im Schrank. Dann fand ich die o.g. Trinklernflasche und damit konnte Paul schön allein trinken. Was hab ich mich gefreut. Bis sie nach ca. 2 Monaten Gebrauch (das ist absoluter Rekord) anfing zu tropfen - nicht aus dem Schnabel, sondern überall. Diese Flasche steht jetzt nicht im Schrank, sondern liegt seit zwei Wochen auf dem Müll. In Bayern. In Ermangelung einer Trinkflasche hab ich noch an Ort und Stelle meinem Sohn ein neues Modell vorgestellt (das bewährte Modell war nicht verfügbar), einen Trinklernbecher. Der tropft nicht. Aber das Anti-Tropf-System ist hier so professionell ausgebaut, dass mein Sohn manchmal unheimlich aktiv Trinklerntraining betreibt, nur eben die Flüssigkeit den Becher nicht verlässt. Langsam hab ich die Nase voll von Trinklernflaschen. Soll er sich doch nass machen beim Trinken, der Junge. Wäsche trocknen ist schließlich kostenlos.
Lieber Moritz, sei nicht traurig, dass du bisher noch keine dieser Instrumente kennen gelernt hast. Ich könnte dir die Modelle vorstellen, sie stehen ja schließlich alle noch im Schrank. Aber ich glaube sie würden dir nicht gefallen. Wir warten einfach noch ein bisschen und dann stelle ich dir gleich das Modell vor, aus dem Paul jetzt auch trinkt. Es ist rund, aus Porzellan und hat einen Henkel. Nennt sich Tasse. Tropft bisschen und kann auch kaputt gehen. Aber da passen wir dann einfach auf.

Freitag, 20. April 2012

Vigyázat! Harapós gyerek

Paul harap. Már megint. De most nem a mellembe, erről rég leszoktattam. Most az összes többi testrészembe. Nem akartam erről egyáltalán írni, mert eléggé ciki. Harapós a fiam. Ez kinek tetszik. Örülök, hogy végre van 16 fogja és tudja használni is. De miért kell őket rajtam kipróbálni és nem a kekszen meg a körtén amit adok neki, ezt nem értem. És csak azért merek írni róla mert közbe a nagypapa is panaszkodottt hogy belé haraptak. Harapott. A fiam. Paul. Panaszkodni nem a jó szó rá ám. Örömmel elmesélte hogy pontosan melyik testrészekbe beleharapott az unokája, miután ő megpuszilgatta. Biztos vagyok benne egyébként, hogy a nagypapa vihogott hozzá és megharapta a saját nyelvét, hogy tűrje mint egy igazi férfi. A nagypapák ilyenek.
Én nem. Én nem vagyok ilyen. Sem tűrni akarom mint egy férfi, sem megharapni a saját nyelvemet, hogy ott is fájjon. Én a puszilgatós fiamat akarom. Ezt a fiat, aki csupasz testrészeket látva rögtön nekiindul egy puszi támadásnak és közbe vigyorog. Ezt a fiát, akivel jókedvűen lehet ütcsörögni a kanapén rövidújjú pólóban, mert állandóan puszit fogsz kapni. Ahelyett hordok vastag pulóvereket, a szöszös fajtát, hogy minél kellemetlenebb legyen a szájában. És ha még is nekiindul a puszi vagy a harapásnak - nem nagyon lehet tudni előre mi lesz belőle - akkor elhúzom a szöszös karomat és figyelmeztetem előre "Ne harapj!"
Kedves Paul. Léci, léci térjél vissza a puszilgatáshoz. Harapj bele a kenyérbe. Sütibe. Kolbászba. De ne a testembe. És a nagypapába sem. Csak úgy tesz, mintha tetszene. Inkább puszit kérne ő is.

Donnerstag, 19. April 2012

Vorsicht bissiges Kind

Paul beißt. Schon wieder. Und diesmal nicht in die Brust, das hab ich ihm vor langer, langer Zeit abgewöhnt. Diesmal in alle anderen Körperteile. Eigentlich wollte ich darüber nicht schreiben, weil es mir unangenehm ist. Mein Sohn ist bissig. Wer will das schon. Ich freu mich ja, dass er endlich 16 Zähne hat und sie auch zu benutzen weiß. Aber warum er sie an mir ausprobiert, und nicht an Birnen und Keksen, da steig ich einfach nicht dahinter. Und ich schreibe auch nur darüber, weil sich inzwischen auch der Opa beschwert hat, dass er gebissen wurde. Naja...beschwert ist vielleicht nicht das richtige Wort. Er hat beinahe freudig von allen Körperstellen berichtet, in die sein Enkel ihn gebissen hat, nachdem er ihn geknuddelt hat. Ich bin mir sicher, Opa hat vor Freude gekichert und auf die Zunge gebissen und den Schmerz wie ein Mann getragen.  Opas sind so.
Ich nicht. Ich bin anders. Ich will den Schmerz weder wie ein Mann tragen noch auf die Zunge beißen. Ich will meinen Küsschen gebenden Sohn wieder. Den Sohn, der beim Anblick von nackter Haut sofort einen Kussangriff startet und sich danach eins grinst. Den Sohn, mit dem man aus diesem Grund mit kurzärmeligem T-shirt freudig zusammen auf dem Sofa sitzen kann, weil man dann dauernd Küsschen kriegt. Stattdessen hab ich jetzt dicke Pullover an, mit fusseligen Fasern, damit es unangenehm im Mund ist. Und wenn er trotzdem zum Angriff startet, Kuss- oder Beißattacke, wer weiß das schon vorher so genau, dann zieh ich meinen fusseligen Arm weg und ermahne schon vorbeugend "Nicht beißen." 
Lieber Paul. Bitte, bitte hol wieder die Küsschen raus. Beiß ins Brot. In Kuchen, in Leberwurststullen. Aber nicht in meine Körperteile. Und auch nicht in Opas. Der tut nur so als wenn ihm das gefällt. Er würde auch lieber Küsschen kriegen.

Mittwoch, 18. April 2012

Wieder zu Hause

Nach drei abenteuerlichen Wochen in unserer zweiten Heimat sind wir nun wieder zu Hause und haben einiges erlebt. Vor allem Paul. Moritz' Erlebnisse beschränkten sich darauf, dass er seine Milchmahlzeiten in anderen Sesseln und Betten eingenommen hat und zum ersten Mal die Rossmann-Eigenmarke-Windeln vollgemacht hat, weil es in dem bayerischen Dorf, in dem wir waren (das eigentlich als Stadt gilt, aber kaum als solche ernst genommen werden kann), nur eine Rossmann Drogerie gab. Ansonsten hat Moritz viel auf dem Bauch rumgelegen und in die Gegend rumgekuckt, er hat angefangen laut zu lachen und erzählt am laufenden Band, wenn ihm jemand zuhört. Wenn nicht, dann erzählt er auch, nur etwas lauter.
Paul hat seine Tage im Gasthof damit verbracht, regelmäßig das Wasser in der Toilette auf seine Temperatur hin zu überprüfen, die Minibar im Kühlschrank auszuräumen und in die Duschwanne zu klettern, um mit der Tür zu spielen. Bei den Internetgroßeltern zu Besuch hat er im Grunde außer essen, schlafen und trinken nur letzteres gemacht, mit Türen gespielt. Seit wir wieder zu Hause sind steht er in dieser Hinsicht vor einem mittelschweren Problem. Der Papa hat die Türklinken alle hochgestellt und dem Türenspiel ein Ende gesetzt. Armer Paul.
Mit Moritz war ich heute beim Kinderarzt und es heißt er entwickelt sich prächtig. Aber er ist nun schon fast vier Monate alt und sollte dann bald mal die ersten Haushaltskekse kriegen. Wird gemacht, Frau Schutzfrau. Aber heut nicht mehr. Armer Moritz. Nicht mal Kekse gönn ich ihm.