Mittwoch, 27. Juni 2012

Vorbei

die schönen Zeiten, in denen der Arztbesuch Spaß macht. Na gut, so richtig Spaß hat der Besuch bei den Medizinfrauen noch nie gemacht. Aber so viel geweint wie heute wurde noch nie. Und so viel geschwitzt auch noch nie.
Moritz und Paul hatten zusammen Termin und beide wurden geimpft und vermessen. Paul hat den Braten schon gerochen, da waren wir noch im Vorraum. Ein anderes Kind weinte bitterlich im Arztzimmer und er sagte ganz mitleidig "ott-gan". Als er dann feststellte, dass er als nächstes in das Zimmer soll, in dem das andere Kind so geweint hat, wurde die Laune schon schlecht. Aber richtig schlecht wurde sie erst, als die Untersuchung begann. Früher fand Paul nur Impfen doof. Heute war alles doof. Kopfumfang messen doof, Brustumfangmessen mitteldoof, Wiegen richtig doof, in die Ohren kucken oberdoof und richtig ätzend wurde es beim in den Hals kucken, aber vielleicht nur, weil vorher schon in alle anderen Öffnungen gekuckt worden war. Als dann geimpft werden sollte, waren wir beide schon völlig verschwitzt, ich vom vielen Festhalten und Paul vom vielen Winden. Die Impfung hat ihm dann den letzten Rest gegeben. Trost? Fehlanzeige. Paul schmiss der Schwester das zum Trost rübergereichte Plastikradio, Kuscheltier und das Pappbuch wütend vor die Füße, während ich inzwischen Moritz zum Impfen auf der Matte fixierte. Moritz' Sorgen fingen erst mit dem Einstichschmerz an. Vermessen, Wiegen, Bauchtätscheln hat ihm weniger ausgemacht. Im Gegenteil, das hat er alles mit einem Lächeln quittiert. Auch den Einstichschmerz hat er schnell wieder vergessen. Paul's Vergessen ist erst eingetreten, als wir die Kammer des Schreckens wieder verlassen hatten. Bis zum nächsten Mal. Wenn das jetzt immer so abläuft, muss ich mir ein besseres Deo zulegen.

Donnerstag, 21. Juni 2012

Gar nichts oder Was man bei 30 Grad im Kinderzimmer macht

Heute Nacht zeigte das Babyphon eine neue Rekordtemperatur im Kinderzimmer: 31 Grad um 22 Uhr. Morgens kam dann die große Abkühlung auf 29 Grad, aber im Allgemeinen herrscht zur Zeit eine Innenraumtemperatur von 30 Grad Celsius. Was macht man in so einem Fall? Die Jungs leiden ein bisschen. Sie kreischen abends gemeinsam und fallen irgendwann in eine erschöpfte Ohnmacht, um sich dann in der Nacht mit nassen Köpfen im Bett rumzuwälzen.
Die Reaktionen auf die aktuelle Hitzewelle hier im Hause sind ganz unterschiedlich. Ich hab erstmal gegoogelt und wieder lustige Forumsdiskussionen gefunden. "30 Grad im Kinderzimmer? Willst du dein Baby umbringen? Das soll höchstens bei 25 Grad schlafen, schaff es woanders hin!!", war einer der hilfreichsten Hinweise. Ich habe hier in allen Räumen 30 Grad Durchschnittstemperatur, außer im Wohnzimmer, das könnte ich noch anbieten, da sind sicher (weil direkt unterm Dach) noch zwei Grad nach oben rauszuholen. Später ins Bett legen bringt auch nicht viele Punkte, denn zur Zeit kühlt es erst so gegen Mitternacht ab. Bis dahin ist bereits erwähnte Ohnmacht längst eingetreten.
Andere Hinweise wie Ventilatoren, mobile Klimageräte sind noch in der engeren Auswahl, aber ich habe eigentlich die Hoffnung, dass die Natur das bis Ende der Woche selbst regelt. Also bitte, liebe Natur!
Wie regeln die Jungs das bis dahin?
Moritz macht alle wach so gegen 5 Uhr. Dann mache ich alle Fenster und Türen auf, frische Luft kommt rein und so gegen halb acht, wenn alles gut durchgelüftet ist, legt er sich dann für ein gemütliches Morgenschläfchen wieder hin. Paul ist grantig, weil er wach gemacht wird und verlangt spätestens gegen halb acht den Auslass aus dem Ofen nach draußen, wo es aber bis zehn Uhr so heiß wird, dass es dort eigentlich auch nicht so richtig fetzt. Aber er hilft sich selbst, indem er sich den ganzen Tag mit Wasser bespritzt. Ich denke morgens um fünf würde er gern Moritz mit Wasser bespritzen, damit er still ist und schläft. Aber die Technik hat er noch nicht so ganz raus. Und was mache ich? Ich überlege, ob ich mir ein Planschbecken in die Küche stelle.

Dienstag, 12. Juni 2012

Paul első mondata - Pauls erster Satz


magyar. Úgy döntött a Paul, inkább apanyelven elkezd beszélni, még anyucival is. Hála Istennek beszélek én is egy picit magyarul, így legalább értem, amit mond. Ezt az első mondatát most egész nap mondogatja, nem mindig passzol, de ez nem zavarja nagyon. Egyébként ezen a nyelven az én első mondataim közé tartozik a Paul szép kis mondata. De nem fogom továbbra húzni az időt: Paul azt mondja, hogy "ott van". Van egy kis gondja a v-vel, azért úgy hangzik, hogy "ott-gan", de egyértelmű így is. Ha megkérdezed, németül vagy magyarul, hol van valami, erre mondja a Paul: "ott gan". Mondjuk, még elég sokszor mondja ezeket külön külön is (ott és gan) és nagyon sok "ott ott"-t és "gan gan"-t lehet hallani. Még nem teljesen tisztázódott benne a mondattan. De legalább jobban megy mint németül. Da-da-t ritkán lehet hallani, az ist-ről nem is beszélve. A magyarázat egyébként egyszerű. Paul lusta. Németül már jönne ugyanabban a mondatban a német nyelvtan egyik szépsége: a nem. Magyarul két szótaggal megvan a mondat, és mindenre jó, teljesen függetlenül ettől, hogy labdáról, babáról vagy házról van szó. 

...ist ein ungarischer. Unser Sohn hat sich also entschieden lieber zuerst in seiner Vatersprache zu sprechen, auch mit seiner Mutter. Zum Glück verstehe ich auch ein bisschen ungarisch, so verstehe ich ihn wenigstens. Diesen, seinen ersten Satz spricht er zur Zeit den ganzen Tag. Er passt nicht immer, aber das stört ihn nicht weiter. Ist im Übrigen auch einer meiner ersten Sätze in dieser Sprache. Jetzt will ich es aber nicht länger spannend machen und mit dem Satz rausrücken: Paul sagt "ott van." - "da ist...(er, sie, es)". Mit dem v freundet er sich erst noch an, deswegen sagt er zur Zeit eher "ott-gan", aber es ist eindeutig, was er meint. Fragt man ihn, auf deutsch oder ungarisch, wo etwas ist antwortet Paul mit "ott-gan." Allerdings sagt er auch sonst viel "gan" und viel "ott" und auch viel "ott-ott" und "gan-gan". So ganz sicher ist er sich seines Satzbaus also offenbar noch nicht. Aber es funktioniert immerhin besser als auf deutsch. Denn Paul ganz wenig "da-da", von "ist" ganz zu schweigen. Die Erklärung ist übrigens einfach. Paul ist faul. Auf deutsch müsste er für diesen Satz sich schon mit einer der Schönheiten der deutschen Grammatik auseinandersetzen, dem Geschlecht. Auf ungarisch ist der Satz mit zwei Silben fertig und für alles zu gebrauchen, ob Ball, Baby oder Flasche.



Montag, 11. Juni 2012

Paul und der böse Schrank

Er hat ihm einfach keine Ruhe gelassen, dieser Schrank. Schon in Budapest hat er die Schubladen gezogen und geschoben, der Paule, sodass der Schrank in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Wir räumten den Schrank als Konsequenz von Zimmer zu Zimmer, immer so, dass Paul ihn erstmal eine Weile nicht mehr erreicht. Eine Weile, da Paul sein Revier natürlich stetig erweitert und es so immer wieder zu einem Zusammentreffen von Paul und dem Schrank kam.
Vor einer Weile verbannten wir den Schrank dann hierher, in unsere neue Wohnung. Hier wird er gut stehen, dachten wir. Bis wir dort wohnen hat Paul sich das mit dem Schubladenziehen sicher abgewöhnt. 
Nun, wir wohnen hier. Und er hat es sich nicht abgewöhnt. Die letzten Tage hat er wieder gezogen und geschoben, immer wenn er an dem Teufelsschrank vorbei kam. Ohne eine Ermahnung lief es nie ab. Aber alles Mahnen war umsonst. Der Schrank fiel. Und der Junge lag drunter. Gott sei Dank nur großes Geschrei und eine dicke Beule. War ja nur ein kleiner Schrank. Logisch. Wer sich so einfach in seinen Grundfesten erschüttern lässt. Der Schrank und Paul haben den Schock schon verarbeitet. Ich bin noch dabei. Wenn mein Kind unterm Schrank liegt, das geht auch an meine Grundfesten. Da möchte man zu drastischen Maßnahmen greifen. Die Oma schlug vor: Zerhacken, das Ding. Wir haben ihn erstmal wieder verbannt, den bösen Schrank. In den Flur. Da kommt Paul erstmal nicht ran, für eine kleine Weile.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Two in one - kein Problem

Was hab ich diese Nacht herbeigesehnt und mich zugleich vor ihr gegruselt; die Nacht, in der Kind M aus dem Schlafzimmer aus- und ins Kinderzimmer einquartiert wird (in das Kinderzimmer, in dem P so wundervoll seinen 12-Stunden-Schlaf zelebriert.) Und jetzt kam sie ganz plötzlich aus der Not heraus und ich muss feststellen: Viel Lärm um nichts.

Seit vier Tagen sind wir in Deutschland und richten uns ein neues Heimchen ein. Dabei ist für M endlich ein großes Bett abgefallen, er schlief bisher immernoch in dem Mini-Beistellbett. Und siehe da: Seine Schlafstörungen haben sich in Luft aufgelöst. In der Nacht von Montag auf Dienstag und von Dienstag auf Mittwoch hat er beide Male von 19 bis 5 Uhr durchgeratzt. Alle viere von sich und dann keinen Piep mehr. Das wollte er wahrscheinlich die letzten fünf Monate auch schon machen, stieß aber immerzu an Bettgrenzen.

Was soll ich sagen, diese zwei Nächte gaben mir den Mut, Kind M endlich aus dem Schlafzimmer zu befördern und zu seinem Bruder ins Zimmer zu stecken. Wir haben die Gelegenheit unseres noch neuen Heims genutzt, so gibt es keine Probleme mit Besitzansprüchen, sondern nur brüderliches Teilen. Und so war es dann auch. Leiser brüderlicher Gesang beim Einschlafen und fröhliches brüderliches Gebrabbel beim Aufwachen und zwischendurch nur einmal gemuckst. Das Erlebnis, den zweien heute Morgen beim gemeinsamen Aufwachgebrabbel zuzuhören, kann uns jetzt keiner mehr nehmen.