Sonntag, 30. Dezember 2012

Weihnachten 2012 in Bildern




Unseren Weihnachtsbaum haben wir erst am 23.12. in Budapest besorgt, am 24.12. mittags aufgestellt und nach dem Mittagessen geschmückt. An der Spitze eher dünn, ähnelte der Baum unten einem Busch. Was den Weihnachtsschmuck angeht, haben wir uns in diesem Jahr nicht verbessert. Sieht immernoch bisl kahl aus.



 Während in Bayern zu Heilig Abend bis zu 20 Grad waren, fiel in Budapest Schnee. Leider nicht genug zum Schlittenfahren.

 Zwei Weihnachtswichtel im Paket von der Oma. Weihnachtsdeko stand bei uns bis 24.12. in der Kiste auf dem Budapester Dachboden, und wurde erst dann schnell in der Wohnung verteilt: Weihnachtsstimmung aus dem Karton. Die Wichtel halfen ein wenig.
Weihnachtsferien waren Kletterferien. Moritz überall hinein, Paul überall hinaus. 
Moritz auf seinem Weihnachtsgeschenk. Hätt ich mir auch nie träumen lassen, dass bei mir mal rote Gummipferde rumstehen.
Paul öffnet inzwischen alle Türen, auch die mit hochgestellten Klinken, sowie die, für die man einen Schlüssel braucht. Er weiß auch, welcher Schlüssel in welches Schloss passt. Um zu verhindern, dass er einfach losgeht, wie es ihm gerade in den Kram passt, muss man die Tür abschließen und den Schlüssel weit weg legen. 
Die Ente hat in diesem Jahr der Papa gemacht - und wie auf dem Bild zu sehen, sogar gleich zwei. Leider ist sie nicht so geworden, wie erhofft. Aber er darf im nächsten Jahr trotzdem gerne wieder ran. Ich bin da nicht so.
Trinken war nicht so wichtig beim Weihnachtsmahl. Anstoßen schon. Prost! Egészségedre!

Heute spielen wir Mittagsschlaf


Seit wir in Budapest sind und die Jungs wegen der schlechteren Abdunkelungsmöglichkeiten mittags Probleme haben, einzuschlafen, ist die Organisation und Durchsetzung der Mittagsruhe in unserer Familie ein Schauspiel, zu dem wir getrost Gäste einladen könnten. Während ich das schreibe, höre ich Paul aus seinem Bett laut erzählen und hoffe dabei sehr, dass sich die Vorstellung von gestern nicht wiederholt:
29.12., Samstag
12.30 Uhr: Beide Jungs werden in ihr jeweiliges Bett gelegt, Paul im Schlafanzug mit Decke und Moritz im Schlafsack ohne Decke. Beide haben jeweils eine Wasserflasche und zwei bis drei Kuscheltiere im Bett.
12.31 Uhr: Die Tür schließt sich. Kurzes Beschweren, dann gefühltes Aufatmen bei den Kindern ("Endlich sind sie raus!") und gefühlte Hoffnung ("Endlich Ruhe!") bei uns. Wir legen uns im Schlafzimmer nieder, in der Hoffnung auf eigene Mittagsruhe.
12.45 Uhr: Paul und Moritz unterhalten sich lautstark miteinander. Da-da aus dem einen Bett, Na-Na aus dem anderen. Ein erster Verdacht kommt auf, dass die Jungs vielleicht Probleme mit dem Einschlafen haben werden.
12.50 Uhr: Ein krachendes Geräusch kommt aus dem Kinderzimmer. Dann noch ein zweites gleich hinterher. 
12.51 Uhr: Ich zum Papa: "Geh mal rein! Mach mal Ordnung da drin!" Der Papa daraufhin: "Geh du lieber, ich kann doch da nicht ernst bleiben." Daraufhin schicke ich ihn mit einem "Das schaffst du schon!" doch hinein. 
12.52 Uhr: Papa schafft es nicht. Mein Mann öffnet die Kinderzimmertür und fängt sofort mit Kichern an (diese unterdrückte Variante, wo man das versucht runterzuschlucken und am Ende meistens irgendwie losprustet). Nach kurzer Zeit steigen die Jungs mit ein und alle lachen feste. Paul hatte alles aus seinem Bett hinausbefördert, was er für überflüssig befand (Decke, Kuscheltiere, Kissen) und gegen 5 Bücher getauscht, die er sich vom Regal gehangelt hatte, um dann in aller Ruhe die Schutzumschläge zu entfernen. Gekracht hatte die Wasserflasche auf dem Parkettboden. Moritz hatte ebenso alle lästigen Kuscheltiere aus dem Bett entfernt und stand am Bettrand, um eben das Fensterbrett leer zu räumen. 
12.55 Uhr: Papa ist fertig, kommt raus. Kichert weiter. Erzählt alles kichernd und schaltet das Babyphon aus: 'Jetzt werden sie schon schlafen', denkt er, sagt er und irrt er.
13.15 Uhr: Immernoch laute Gespräche, Gekreische und Gekicher aus dem Kinderzimmer, ab und zu ein komisches Geräusch. Keine schlafenden Kinder in Sicht.
13.30 Uhr: Babyphon an oder aus, die Kinder hört man im Nachbarhaus. "Wo gehst du hin?", fragt mein Mann. "Jetzt mach ich da Ordnung. Du kannst das ja nicht." Also, ich ganz ernst, streng und pflichtbewusst. Aber dann stand ich im Zimmer: Paul hatte seine Pyjamahose und einen Socken ausgezogen und eine Kiste mit Autos vom Regal geangelt und versuchte die Autos vom Boden ins Bett zu befördern. Moritz hatte es geschafft seinen Schlafsack loszuwerden, saß in Body und Socken und versuchte eben Sonnenstrahlen mit der Hand einzufangen. Alle beide hatten wunderbare Laune und waren hocherfreut, dass ich zum Spielen gekommen war.
13.31 Uhr: Ich wieder raus, zum Papa. "Komm mit. Wir zeigen denen jetzt wie das geht." - "Hä, was?". - "Ja, komm, wir legen uns zu ihnen ins Zimmer und machen da unseren Mittagsschlaf, dann sehen die das und schlafen auch." Schöne Idee.
13.32 Uhr: Plan wird umgesetzt. Mama und Papa legen sich auf den Teppich im Kinderzimmer mit Decke, Kissen und aus den Kinderbetten geflogenen Kuscheltieren. Paul und Moritz kucken kurz doof, spielen dann aber einfach weiter.
13.40 Uhr: Paul versucht dem Papa die Decke wegzuziehen und amüsiert sich königlich. Moritz fängt weiter Sonnenstrahlen. 
13.50 Uhr: Papa gibt sich wirklich Mühe, den Schlaf zu demonstrieren, unter anderem deshalb, weil er echt Mittagsschlaf will. Paul unterhält sich mit Moritz über seine bekloppten Eltern. Moritz fängt an sich die Socken auszuziehen. Paul feuert ihn an. 
14.00 Uhr: Die Vorstellung endet, indem Mama den Mittagsschlaf für beendet erklärt: "Genug geschlafen! Raus hier, alle!"
Während dieses Blogeintrages ist im Kinderzimmer Ruhe eingekehrt. Ob die Kinder schlafen oder Sonnenstrahlen fangen, das weiß ich allerdings nicht.

Dienstag, 25. Dezember 2012

Ich seh ihn! - Ich auch!

Wer auch immer da gekommen ist, gesehen hat ihn keiner. Aber er hat einiges dagelassen, was schön eingepackt war. Deswegen standen die Jungs gestern Nachmittag hier so neugierig am Treppengitter rum. Von den Geschenken waren sie allerdings beide überfordert. Moritz packte gar nicht aus, sondern räumte nur den Weihnachtsbaum von unten leer, und Paul hat zwei Geschenke ausgepackt und dann ist er lieber zum bunten Teller, um sich Lebkuchen und Kekse zu schnappen - der für ihn greifbarste Teil von Weihnachten.

Montag, 24. Dezember 2012

Weihnachtsmann oder Jesuschka

Es gibt Dinge, die muss man einfach vor der Hochzeit klären, das macht das Leben später viel leichter. Und damit meine ich jetzt nicht, wer den Abwasch macht und den Müll rausbringt, denn da findet sich schon wer, sondern die wichtigen Dinge des Lebens, z.B. wer am Weihnachtsabend die Geschenke bringt. In dieser Familie war das nie ein Problem, weil Pauls Geschenke letztes Jahr plötzlich einfach da waren und vorher nur Erwachsene Teil dieser Familie waren, die über die Herkunft der Geschenke bestens informiert waren, weil sie Bankauszüge lesen können. 
Gestern kam es hier allerdings zu Diskussionen. Wer bringt denn nun eigentlich die Geschenke? "Na der Weihnachtsmann", hab ich gesagt und stieß auf Gelächter. "Natürlich nicht", sagt mein Mann, sondern "das Christkind". Gegen Ende des Frühstücks drohte ich mit Scheidung und mein Mann erwiderte, der Scheidungsrichter würde mir wohl kaum die Kinder zusprechen, weil er nicht an den dicken, rot bekleideten Mann glauben will, der sich gerne Kinder auf den Schoß setzt. Christkind heißt auch nicht Christkind in Ungarn, sondern Jezuska (ausgesprochen: Jesuschka, bedeutet: kleiner Jesus), aber das hilft mir bei meiner Argumentation mit dem dicken Mann leider nicht. Und auch nicht bei meinem eigenen. Ich bin gespannt, wie die Geschichte ausgeht. Heute Abend kommt er, der eine oder andere.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Kinderkrankheiten Folge 5

Eigentlich hab ich gar keine Lust mehr zu posten. Ist ja doch immer dasselbe. Ob nun diese Viren oder jene Bakterien, wen interessiert der Quatsch schon. Keiner will Jammerposts lesen. Aber ich muss das auch mal rauslassen, damit ich wieder Energie schöpfe.
Was so harmlos mit verschnupften Augen der Kinder am Samstag anfing (der einzige Harm an der Sache war eigentlich, dass die Kinder damit nicht in die Krippe dürfen, denn krank fühlten sie sich nicht), ging am Sonntag mit richtig verklebten Augen weiter, die nicht zu reagieren schienen auf Omas und Homö's Hausmittel (ja, ich weiß, über Nacht heilt kein Mensch sowas, aber ich wollte schleimfreie Augen am Montag). Nun, wir sind dann am Wochenende nochmal zum Bereitschaftsdienst, beiden Jungs wurden Augentropfen verschrieben, nebenbei hat der Arzt dort Moritz abgehört, der Junge machte rasselnde Geräusche beim Atmen und schwups, auch ganz nebenbei hat er ihm eine obstruktive Bronchitis diagnostiziert und auch dafür Tropfen verschrieben. Am Abend feierten wir hier dann ein Tropfenfestival. Paul hatte noch am wenigsten davon, aber Moritz bekam Tropfen in nahezu alle Körperöffnungen. 
Auf unserem Nachmittagsspaziergang später war mir dann schon komisch, mein Hals tat plötzlich weh, innen wie außen und ich ahnte schon, wie's diesmal weitergeht: Schüttelfrost, Fieber, Schluckbeschwerden und noch vieles mehr kam dann später in der Nacht. Was meine Kinder so nebenbei bearbeiteten und was ihnen die Fröhlichkeit und Ausgelassenheit nicht nahm, haute mir die Füße völlig weg. Und so fand ich mich dann Montag früh fiebrig zu Hause, unfähig, das Bett oder die Couch zu verlassen, mit der Aussicht auf 12 Stunden Kinderprogramm. Ich weiß nicht, wie andere das machen, für mich war das Überlebenstraining. Ich hab unsere Rendevous-Babysitterin angerufen und irgendwie die Tage rumgekriegt, indem ich bis um 11 den Kindern von der Couch aus beim Spielen zugeschaut habe, um mich dann, als sie kam, ins Bett zu schleppen. 16 Uhr dann wieder auf die Couch und hoffen, dass der Papa bald kommt. Von der Oma hör ich immer die Geschichte, wie sie einmal, da war der Opa bei der Armee, eine Mandelentzündung hatte, mit hohem Fieber, und allein mit uns war, und nicht weiß, wie sie das überlebt hat. Und ich kann ihr diese Frage gar nicht beantworten. Am liebsten hätte ich den Jungs vom Sofa ein Brötchen hingeworfen zum Mittagessen, nur bitte, bitte nicht aufstehen müssen. 
Seit gestern sind die beiden jetzt augenschleimfrei wieder in der Krippe und ich arbeite an der Regeneration. Ich muss mich beeilen. Wer weiß, wann das nächste Scheiß-Virus oder -Bakterium kommt.  

Samstag, 15. Dezember 2012

Kinderkrankheiten für Krippengänger - Folge 4

Nüscht mehr los hier, ey. Bis auf ab und zu ne Folge aus der Serie Kinderkrankheiten für Krippengänger. Heute: Folge 4 (gefühlt 57), nach den Sendungen Magen-Darm, Atemwegsinfektion und Mandelentzündung nun Bindehautentzündung. Eben haben wir versucht zum Arzt zu gehen. Ist ja mal wieder Wochenende. Und weil Kinder gerne nachmittags und abends krank werden, war die kinderärztliche Sprechstunde sowas von rappelvoll, dass wir bei einem erstmaligen Anmelden um 16.45 Uhr sicher erst nach 20 Uhr rangekommen wären. Es kam mir vor, als wäre der halbe Weihnachtsmarkt in die Kinderklinik verlegt worden. Also sind wir erstmal wieder los und in die Apotheke. Da haben wir dann Augentropfen mitbekommen. "Homöopathische?" fragt mein Mann. "Was soll das denn?" 
Nun warten wir erstmal ab, hören auf zu googeln, denn da haben wir schon entdeckt, dass die Omas früher alles falsch gemacht haben und wir demzufolge jetzt auch. Mal kucken, wie's morgen früh aussieht. Die schlimmere Frage ist, wie sieht's am Montag aus. Denn wenn man da immernoch sieht, was los ist, nehmen sie mir Paul nicht ab, in der Krippe. Dass er den Quatsch von dort hat und die Viren eh schon alle verteilt sind, interessiert die dabei herzlich wenig. Also, liebe Homöopathie, zeig dich von deiner besten Seite.

Montag, 3. Dezember 2012

Paul explodiert

In der Sprachentwicklung von Kleinkindern gibt es einen Moment, an der es zu einer sogenannten Wortexplosion kommt und die Kinder bis zu neun neue Wörter am Tag lernen. Während der aktive Wortschatz vorher nur langsam wächst, geht es dann plötzlich los und die Wörter werden scheinbar mühelos nachgeplappert. Dieser Punkt ist bei Otto-Normal-Kindern wohl so zwischen einem Jahr und 18 Monaten. Bei uns hat die Explosion ein bisschen länger auf sich warten lassen. 
Jetzt allerdings scheint es soweit zu sein. Paul hat sein Schweigen gebrochen und macht endlich den Mund auf. Und wir dürfen raten, was er wohl meint, wenn eins der Wörter aus ihm rausexplodiert. So wie er bei mir ga-ko für Giraffe sagt und beim Papa das gleiche Wort für Traktor verwendet. Und wir nicht gleich verstanden, als er "oh-da" sagte, und das ungarische "ott a" (dort ist eine/ein) meinte. In unseren Sprachen herrscht aber auch so wenig Übereinkunft. Nicht mal das Geräusch des Feuerwehrautos ist sich ähnlich. Paul hat nun einfach beide gelernt, tatü-tata und nino-nino, bevorzugt allerdings deutlich die ungarische Version.
Jeden Tag hören wir zur Zeit eins, zwei neue Wörter von ihm. Meistens aber nur einmal. Dann freuen wir uns so sehr darüber, dass wir es nochmal hören wollen und fordern ihn zur Wiederholung auf. Aber da schweigt er dann meistens wieder, der explodierende Paul. Ist eben selbst beim Explodieren zurückhaltend, der Kleine.