Mittwoch, 30. April 2014

Uneins - eine Rohrstockverletzung sieht so ähnlich aus

Schickt man einmal den Mann zum Arzt. Verpasst man gleich alles. 
Kind M hatte Impftermin. Zurück kommt der Papa mit dem Satz: 
"Stell dir vor, der Arzt hat seiner Helferin erstmal alle Verletzungen diktiert und sie hat die fleißig im Computer dokumentiert." 
Ich so: "WAS?" 
Er so: "Ich weiß auch nicht."
Ich so: "Haben die auch irgendwas gesagt, warum sie das tun?"
Er so: "Ne. Aber er hat noch eine junge Kollegin reingeholt, ihr die eine Stelle im Gesicht gezeigt und erklärt, dass eine Rohrstockverletzung so ähnlich aussieht wie die, nur ein bisschen anders."

Jetzt sitze ich hier, hab erstmal "Kinderarzt dokumentiert Verletzungen" gegoogelt und frage mich, ob ich das gut oder schlecht finden soll, was der Arzt da macht. Und ich bin mir trotz Googelns und längeren Überlegens weiterhin uneins. Je länger ich darüber nachdenke, desto uneinser werde ich mir. Einerseits nimmt er offenbar seine Arbeit für das Wohl des Kindes ernst, weil er die Verletzungen ernst nimmt und deshalb auch anschaut. Andererseits kann der Sinn der Dokumentation ja nur darin bestehen, im Falle eines Falles Beweise gesammelt zu haben? Oder verstehe ich das jetzt falsch? Wird das dokumentiert, weil es ja nicht ganz eindeutig ist, woher die Verletzungen wirklich stammen?

Zur Erklärung: Kind M sieht echt sch.... aus zur Zeit. Er hat eine Beule auf der Stirn, einen blauen Fleck mit zwei Kratzern auf der rechten Wange und eine kreisrunde "Schnitt"-wunde oberhalb der Oberlippe. Am Wochenende ist er mit mir und Kind P zusammen die große Spiralrutsche im Indoorspielplatz runter und hat sich die Beule an der Stirn geholt. (Ich habe mir übrigens die Haut am Ellbogen verbrannt, das dokumentiert nur keiner.) Vorgestern Abend war er mit dem Papa auf dem Burgspielplatz um die Ecke und ist in einem Schilflabyrinth auf einen abgeschnittenen Schilfhalm (Da wollte jemand was Gutes tun und hat genau das Gegenteil erreicht! Eingetrocknete Schilfhalme sind scharf wie Messer!) gefallen. Und heute Morgen hat ihm Kind P mit der Grundplatte unserer Legoduplosammlung eins übergezogen.  
Die Verletzungen hören sich, wenn ich das so geschrieben vor mir sehe, ziemlich grausam an. Alles in allem sind es doch aber wohl (bis vielleicht auf diese dämliche Schilfhalmwunde, die wirklich bisl gruselig aussieht) ganz normale Verletzungen eines wild spielenden, ganz normalen Jungen oder etwa nicht? Werden die dokumentiert, weil man einfach alles dokumentiert oder steht da ein Verdacht im Raum? Wie muss ich das verstehen?

Auch durch das Schreiben dieses Posts werde ich mir wohl nicht uneinser. Kann mir mal jemand weiterhelfen?

Dienstag, 29. April 2014

Offizielle Erlaubnis zum Ekligsein

Eigentlich wollte ich unbedingt Karriere machen. In den letzten vier Jahren habe ich dann vor allem Kinder gemacht. Schließt sich das gegenseitig aus? Für mich nicht. Mit diesem Blogpost reagiere ich auf den Aufruf von  Elke Peetz zum Thema Karriere mit Kind - 100 Probleme - 100 Lösungen. Suse hat mich auf ihrem Blog (hier) darauf aufmerksam gemacht und nachdem ich mich an der Aktion beteiligt habe, will ich auch hier zu diesem Thema schreiben.

Karriere hieß für mich immer vor allem eins: Erfolgreich zu sein, in dem, was ich tue und Spaß in meinem Beruf zu haben. Deshalb habe ich mein BWL-Studium vor mittlerweile fast 15 Jahren auch sehr schnell abgebrochen. Auch wenn ich heute im Gegensatz zu damals glaube, dass nicht die Studienwahl das Entscheidende dabei ist, war ich mir immer sicher, ich wollte etwas tun, das mir vor allem Freude bereitet, denn ich war schon immer schwierig für Aufgaben zu begeistern, die mich nicht wirklich interessierten. Deswegen dämmerte mir während meiner ersten Buchführungsseminare, in denen wir T-Konten führen sollten, dass die Freude für mich woanders zu suchen war.
Die Entscheidung über meinen weiteren Berufsweg fällte dann eigentlich mein Vater. In einem Gespräch am Frühstückstisch, das einen gewissen elterlichen Druck im Sinne von "jetzt musst du dich aber mal langsam entscheiden, was du willst" nicht entbehrte, fragte er mich: "Warum wirst du eigentlich nicht Lehrerin? Eklig genug bist du ja!" Mein Berufswunsch war geboren und ich schmiss mich mit vollem Engagement ins Studium, das ich im Sommer 2007 mit dem ersten Staatsexamen abschloss. Danach war ich dann bis 2010 drei Jahre in Ungarn in Vollzeit eklig. Wer weiß, was Pädagogen in Ungarn verdienen, weiß, dass das vor allem eins gemacht hat, Freude. 

Was mir jedoch in all der Zeit fehlte, war die offizielle Erlaubnis zum Ekligsein - das zweite Staatsexamen. Ich machte in der Zwischenzeit lieber ein Baby. Und weil es so schön war, gleich noch eins. Als beide da waren, stand für mich fest: Jetzt aber schnell mit dem Referendariat, sonst wird's nix mehr mit dem Abschluss und der Karriere. Freude am Ekligsein hatte ich zwar auch ohne meinen Abschluss, aber es fühlte sich nicht richtig an, so weiterzumachen. Deshalb wagten wir im September 2012 den Umzug nach Deutschland und mein Projekt: Referendariat mit zwei Kleinkindern. 
Sucht man nach diesem "Projekt" im Internet, stößt man immer wieder auf Hinweise, dass das nicht ginge und unmöglich zu schaffen sei. Ich nahm mir das trotzdem vor und bin mir heute sicher, dass es vor allem deshalb zu schaffen war, weil es mir Freude gemacht hat.

Es macht mir Spaß zu arbeiten. Mein Beruf macht mir Freude. Kinder und Jugendliche machen mir Freude, selbst wenn sie blöde Fehler in Aufsätzen produzieren und ihre Hausaufgaben zum hundertsten Mal nicht machen. Ich hatte Spaß am Lehrproben entwerfen, hab meine Examensarbeit in einer verlängerten (dank meines wunderbaren Mannes) kinderfreien Woche auf den Punkt konzentriert fertig geschrieben und habe das genossen. Ich war froh, nach zwei Jahren zu Hause wieder intellektuell gefordert zu werden, beruflich anerkannt zu sein und Erfolg durch eigene Leistungen außerhalb der Familie zu spüren. Das alles bereitete mir Freude, die mir über das schlechte Gewissen, das ich gleichzeitig hatte, weil ich meine Kinder viel fremdbetreut sehen musste, hinweghalf. Die Freude über diese neuen Herausforderungen und die beruflichen Erfolge war so groß, dass sich ganz plötzlich noch ein drittes Kind einschlich und ich im vergangenen Herbst statt richtig beruflich durchzustarten, erstmal wieder in Mutterschutz ging.

Fühlt sich das im Nachhinein manchmal falsch an, dass ich meine Kinder so früh so viel fremdbetreuen lassen hab? Ja.
Aber es fühlt sich auch verdammt richtig an, mein zweites Examen endlich in der Tasche zu haben und jetzt auch endlich offiziell so richtig eklig sein zu dürfen. Der nächste Versuch startet im Herbst 2014. 

#dankebaby

Der Muttertag steht ins Haus und ich bin über das Muttertagsvideo von Pampers gestolpert: 



Um die Geschenkanzahl zum Muttertag zu erhöhen, sage auch ich deshalb vorfristig #dankebaby zu diesen dreien, die heute (von links nach rechts) dreieinhalb Monate, 3 Jahre und 2 Jahre alt sind.


Und hier kommen meine Lieblingsmomente:
#dankebaby, dass aus dir schon jetzt so ein toller großer Bruder geworden ist.

#dankebaby, dass du mich die wahre Tierliebe lehrst.

#dankebaby, dass du strahlst, sobald du die Augen aufmachst.

Das sollte für einen großen Blumenstrauß reichen.

P.S. Dies ist keine Windelwerbung. Unsere Kinder gingen von Anfang an auf die Toilette.

Dienstag, 15. April 2014

Bis bald, liebe L.

Heute ist mein Geburtstag. Mein Sohn denkt, ich bin heute drei Jahre alt geworden. Man darf ihm das nicht übel nehmen. Er hat sich ja nur um 20 Jahre verschätzt. Meinen Geburtstag feiere ich heute mit (meinen Kindern natürlich und) unserer liebsten L., die uns am Freitag für zwei Monate verlässt, weil sie ihre didaktischen und pädagogischen Künste an schwedischen Kindern ausprobieren will. Danach kommt sie hoffentlich wieder, denn ohne Übertreibung kann ich sagen, sie ist die...
deswegen wollen wir, liebe L. auch höchstens zwei Monate auf dich verzichten. Meine Kinder haben mir zu diesem Anlass was ins Ohr geflüstert: 
Du bist die beste, denn....
du tobst mit uns, bis wir nicht mehr können
du tröstest immer den Richtigen 
du kuschelst mit uns, auch wenn wir mal abweisend sind 
du hast immer was Leckeres oder eine andere Überraschung in der Tasche
du baust die besten Höhlen der Welt
du hast den coolsten, coolsten Freund
du baust die besten Eisenbahnstrecken und die 
zweitbesten Legohäuser
du häkelst die schicksten Mützen 
und machst die coolsten Waschhandschuhe
du machst unser Badewasser bunt (das macht der Papa nie!)
du liegst mit uns im Bett rum, bis wir eingeschlafen sind
du gehst mit uns raus, bei JEDEM Wetter

du machst die leckersten Stullen (auch wenn wir sie manchmal rumschmeißen)
du hast immer gute Laune und schaukelst auch noch unsere kleine Schwester ganz nebenbei
und du bist immer da, wenn wir dich brauchen.
Deswegen, liebe L., geben wir dir nach Schweden vor allem eines mit: den Wunsch, dass du wieder zurückkommst. Und ansonsten wünschen wir dir viel Spaß auf deiner Reise und viel Erfolg mit Michel, Madita und Co. Bis bald, liebe L.!

Freitag, 11. April 2014

Lieber M,

während deine Großtante das Gefühl hat, deine kleine Schwester käme hier im Blog ein wenig zu kurz, habe ich mir im vergangenen Jahr vor allem Sorgen um dich und dein Zukurzkommen im realen Leben gemacht und möchte dir heute sagen:
Was bin ich froh, dich wieder zu haben. Du hast mir so gefehlt. Mittelkind zu sein ist, glaubt man den Küchenpsychologen, eine echte Herausforderung. Man ist weder der Thronfolger noch das Nesthäkchen, man macht nichts zuerst und nichts als letzter. Ich kenne mich weder mit der damit zusammenhängenden Psychologie noch mit dem Gefühl richtig aus, aber ich will gerne glauben, dass das nicht die leichteste Position in einer Familie mit mehr als einem Kind ist. Aber nicht nur aus diesem Grund hat man dir in den letzten Monaten angemerkt, dass du ein bisschen leidest. 
Du hast dich mit Händen und Füßen gegen den Nacht- und Tagesschlaf gewehrt, du hast dein Spielzeug mit allen dir zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt, du hast am laufenden Band "Geh weg", "Nein" und "Papa?!?" zu mir gesagt. Du hast mit Essen geworfen, so viele Wasserbecher umgeschüttet, dass es für eine Badewanne reicht (und ein paar Kakaobecher waren auch dazwischen) und du hast dich so oft aus Protest auf den Boden geworfen, dass ich dir irgendwann nur noch eine Decke gereicht habe, damit es nicht so kalt ist, weil alle anderen Reaktionen dich nur noch wütender machten. Du warst offenbar ziemlich wütend. Und ich kann dich verstehen. 

Erst kommst du mit einem Schlüsselbeinbruch und Nackenschmerzen auf die Welt. Dann schubst dein großer Bruder dich mitsamt Kinderwagen um. Dann sprechen alle um dich herum ungarisch und als du acht Monate alt bist, hörst du plötzlich nur noch Deutsch (Bayerisch), weil du in der Krippe landest. Die Krippe ist in ihrem zweiten Arbeitsjahr und sehr chaotisch, deine Betreuerinnen sind nicht immer da, und du bist, wie das für Krippenerstlinge typisch ist, oft krank. Deine Mama muss dauernd Unterricht vorbereiten, für Prüfungen lernen, Hausarbeiten schreiben oder Lehrproben entwerfen. Dein Papa hat mindestens genausoviel Stress. Dann, mitten im Stress, du bist gerade ein Jahr und 4 Monate alt, geht es deiner Mama plötzlich schlecht. Sie hängt dauernd über der Toilette und du musst immerzu ohne sie auf den Spielplatz. Außerdem gibt es immer wieder komische Sachen zu essen, weil Mama wegen ihrer großen Übelkeit nicht kochen kann. Später, als es ihr besser geht, ist sie wieder im Prüfungsstress und ihr Bauch wird immer dicker. Als sie dann ihre erste Lehrerstelle in Deutschland antritt, ist der Bauch schon so dick, dass sie sich dauernd ausruhen muss, um die Arbeit zu schaffen. Am Ende liegt sie eigentlich nur noch rum und schickt dich auf den Spielplatz mit Papa. 
Und dann verschwindet sie plötzlich ganz und kommt nach drei Tagen mit einem Baby wieder, das erst den ganzen Tag pennt und dann immer öfter weint. Die Mama siehst du jetzt noch weniger, weil sie immer mit dem Baby zu tun hat und sie total übermüdet ist. 
Sauer bist du und ich versteh dich voll. 
Letzte Woche warst du zu Hause, eine ganze Woche. Seitdem bist du wie ausgewechselt. Gestern Abend hab ich mich zu dir gelegt, weil du mal wieder nicht alleine einschlafen wolltest, da hast du mir solange die Wange gestreichelt und immer leise "Mama" zugeflüstert, bis du eingeschlafen bist. Ich glaube, du wolltest sagen: "Schön, dass du wieder da bist, Mama."
Ab jetzt, lieber M, geht es aufwärts, versprochen. Mein Akku ist wieder aufgeladen und wir können endlich wieder alle Spielplätze und Schwimmbäder gemeinsam erobern. Deine Wut, die spielen wir einfach weg.

Mittwoch, 9. April 2014

Liebe A,

wir sind in Schwierigkeiten. Besser gesagt ich. Meine Tante, deine - das musste ich zur Sicherheit googeln - Großtante, hat Beschwerde eingereicht. Bei mir. Sie fühlt, dass du zu kurz kommst hier. Da müssen wir was unternehmen. Im wirklichen Leben kommst du zu deinem Recht, da braucht die (Groß)tante sich keine Sorgen zu machen. Aber was die Berichterstattung im Blog angeht, gehst du tatsächlich ein wenig unter. Hier also für die Tante und für uns alle ein paar Lieblingsmomente aus deinem bisherigen Leben.
.... die ersten Wochen hast du viel geweint. Hä....wie jetzt, Lieblingsmoment? Das war natürlich kein Lieblingsmoment, aber schon jetzt hat diese unsere erste gemeinsame Zeit etwas an Dramatik verloren und ich sehe romantisch verklärte Bilder von mir als Trostspenderin und dir als dankbare Empfängerin. Vor ein paar Wochen hätte ich (weil ich so müde und kaputt von den ganzen Infekten und dem ungewohnten 3-fach-Mutterdasein war) noch geschrieben du hast nur geschrien. Vielleicht habe ich deswegen lieber nichts geschrieben. Denn das entspricht natürlich nicht der Wahrheit. Niemand schreit immerzu. Aber du warst zu Beginn ziemlich unzufrieden mit der Gesamtsituation. Wahrscheinlich auch, weil ich so unzufrieden war. Dein Weinen  stand im direkten Verhältnis zu meinem Erholungszustand. Da ich nicht Heidi Klum bin, war ich nach 5 Wochen nicht bereit für den Laufsteg. Nach fünf Wochen war ich eher bereit, zurück in die Klinik zu gehen, weil ich so asche war. Richtig erholt habe ich mich erst als
....du mir mit 7 Wochen dein erstes Lächeln geschenkt hast. Endlich echte Kommunikation. So ein schöner Moment.
....seitdem hörst du gar nicht mehr auf zu strahlen, inzwischen plapperst du schon mächtig mit einem Grinsen bis über beide Ohren. 
.... seit deiner Geburt schläfst du bei uns im Schlafzimmer und den größten Teil der Nacht verbringst du in unserem Bett. Nächste Woche wirst du drei Monate alt sein, das ist der Zeitpunkt, zu dem wir sowohl Kind P als auch Kind M aus dem Schlafzimmer verbannt haben. Du bleibst. Erstens, weil du dich so am wohlsten fühlst. Zweitens, weil ich mich so am wohlsten fühle und drittens, weil du so kuschelig bist und so gut riechst. (Viertens, weil es uns allen besser geht, wenn du nicht zu den Jungs ins Zimmer musst
....du schläfst gerne im Kinderwagen auf der Terrasse. Da ist es kuschelig, die Vögel zwitschern und durch die Scheibe kannst du sehen wie die Mama durchs Wohnzimmer flitzt. 
....du bist begeistert von deinen Brüdern. Wenn sie in der Nähe sind, bist du zufrieden. Selbst wenn sie sich auf dich drauf legen, freust du dich. Manchmal kreischen sie dir ein bisschen zu laut, aber ein Küsschen und du strahlst wieder.
....du wächst nicht ganz so schnell wie deine Brüder. Zur Zeit bist du 60 cm groß und 5700 g schwer. Aber da wir nicht in Ungarn sind und du nicht mein erstes Kind bist, interessiert sich für diese Zahlen eigentlich keiner. Hauptsache, du bist gesund und munter und das bist du.
....du bist weit entfernt vom Durchschlafen, wachst alle drei, vier Stunden auf und verlangst Milch. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir uns im Bett gegenseitig den Platz wegnehmen. Aber da du nicht unzufrieden wirkst und die Nächte trotz alledem erholsam sind, lassen wir das so.

und ich....?
.....ich schaue dir in die Augen und freue mich schon jetzt auf viele weitere Mutter-Tochter-Momente. Ich freue mich, dass du gesund bist, dass ich zu Hause sein darf und so viel Zeit mit dir verbringen kann. Ich bin froh, dass du dich eingelebt hast in unserer kleinen Welt und dass ich inzwischen weiß, wie ich dich glücklich machen kann. Ich hoffe, das bleibt lange so. 




Müsliriegel die Zweite

Heute hab ich ein neues Müsliriegelrezept ausprobiert. Geschmacklich ist es sehr zurückhaltend, was die Süße angeht (umständlicher hätt ich das jetzt auch nicht formulieren können), also angeblich genau richtig für Kleinkinder. Mir hat die erste Kostprobe gemundet, aber ich bin nicht der richtige Gradmesser, was das angeht. Das ist Kind M. Wenn es nicht süß genug ist, verzieht er das Gesicht, sagt "Danke, Mama" und reicht mir die Speise zurück. Sollte es dazu kommen, müssen Kind P und  ich eine Menge Müsliriegel in wenigen Tagen futtern, denn diese Variante ist nicht so lange haltbar. 

Zutaten:
1 TL Kokosfett
1 Banane (zerquetscht)
1/2 Tasse Milch
2 EL Honig
2 Tassen Haferflocken (kernig)
1 Tasse Haferfleks
1 Tasse Erdbeeren (zerkleinert)

Milch, Honig und Kokosfett in einer großen Schüssel verrühren. Dann die Haferflocken/Haferfleks-Mischung dazugeben und solange vermischen, bis alles bedeckt ist. Die Masse auf ein Backblech  (mit Backpapier ausgelegt) geben und festdrücken. Bei 150 Grad 15-18 Minuten backen. Herausnehmen und abkühlen lassen. Nach dem Abkühlen in Riegel schneiden und im Kühlschrank aufbewahren. 



Die Riegel sind wenig knusprig, das muss man nicht mögen. Wenn man sie knusprig will, könnte ich mir vorstellen sie lieber mit einer karamellisierten Honig-Zucker-Mischung zuzubereiten, so wie in dem Rezept hier. Das versuch ich mal noch irgendwann. Denn die Erdbeer-Bananen-Kombi sagt mir zu. Mal sehen, was die Bengels sagen.

(Das Originalrezept hab ich von hier.)


Freitag, 4. April 2014

Ritter oder Prinzessin sein - Gendergerechte Spielplatzgestaltung

Meine Jungs sind drei und zwei Jahre alt und meine Tochter wird nächste Woche drei Monate alt. Ich kenne mich also gut aus mit Kindern. Spielplätze sind mein Fachgebiet und wenn es zum Thema gender kommt, das habe ich quasi studiert. Und deswegen freue ich mich über die Einladung von berlinfreckles an dieser Stelle, von meinen Spielplatzerfahrungen zu berichten. Besonders hat mich in diesem Zusammenhang die gendergerechte Spielplatzgestaltung angesprochen.

Wie wir alle wissen, spielen Mädchen anders (nämlich mit Barbies). Jungs auch (mit Autos). Genau aus dem Grund ist es wichtig, Spielräume zu schaffen, die beiden entgegen kommen und noch viel wichtiger ist es dabei, immer schön Gleiches von Anderem zu trennen. Deshalb sollen, auf Initiative der Münchner SPD, geschlechtsspezifische Kriterien bei der Spielplatzgestaltung stärker berücksichtigt werden. (sh. Artikel SZ hier). Ich finde das wichtig.

Bei meinen Kindern handelt es sich, wie bereits erwähnt, um zwei Jungen und ein Mädchen. Allerdings verhalten sie sich schon jetzt wenig geschlechtsspezifisch. 
Kind P ist ein Junge. Aber er liebt pink. Der Papa versucht ihm das manchmal auszureden, aber es hilft nichts. Der Junge mag rosa. Kind A ist ein Mädchen und weiß nicht, dass es sich für ein Mädchen einfach nicht gehört, so in der Gegend rumzupupsen, wie sie es zur Zeit tut. Ich sehe noch Hoffnung, ihr das abzugewöhnen, aber was, wenn der Versuch misslingt? Kind M ist ein Junge. Er liebt Autos (was für ein Glück - er ist normal!). Allerdings ist er so wahnsinnig hysterisch manchmal. Das sagt man doch den Frauen nach? Wir könnten Glück haben, vielleicht ist es nur eine Phase und aus ihm wird noch ein richtiger Junge. Einer der Bolzplätze braucht, und Tischtennisplatten (sh. Artikel SZ). Und aus Kind A ein ordentliches Mädchen, eines das Rückzugsorte braucht zum Ratschen und Ausruhen (und um ordentlich einen fahren zu lassen!) Wenn nicht, werde ich mich persönlich dafür einsetzen, lieber P, lieber M und liebe A, dass ihr bekommt, was ihr braucht. Gendergerechte Spielplätze. 

Aber vorher ziehe ich noch einen Trennstrich in der Mitte des Kinderzimmers, streiche die eine Wandhälfte rosa, die andere blau, klebe auf die rosa Hälfte ganz viele Prinzessinnen und auf die blaue ganz viele Ritter und verteile die Betten auf beiden Seiten gleichmäßig (bei drei Betten nicht so ganz einfach!). Und dann bin ich mal gespannt, wer sich wo hinlegt. Nur dass das ein für alle Mal klar ist. Man kann nur Ritter oder Prinzessin sein. Beides geht nur bei Facebook und in Australien.



Mein Bauch ist kein Erziehungsratgeber

Immer wieder lese ich, wenn es um Erziehung geht (zuletzt in der aktuellen Ausgabe der Nido), von diesem ominösem Bauchgefühl, das man dabei haben soll und das einem hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn das Kind sich im Supermarkt mal wieder auf den Boden wirft oder es mal wieder heißt "MAMA - Maus und Elefant????????"
An vielen Stellen heißt es, man solle sich als Eltern auf seine Intuition verlassen, früher hätte es ja auch nicht so viele Ratgeber gegeben und man wisse eben "aus dem Bauch heraus", was man tun müsse und was das Beste für das Kind sei. Dieser Bauch wäre der beste und zudem der billigste Ratgeber.
Zu diesem Thema möchte ich mal eins klar stellen. Mein Bauch ist, was das angeht, ne ziemlich schweigsame Pappnase. Er sendet mir weder Signale noch sagt er mir, was ich tun soll, auch nicht, wenn ich "genauer auf ihn höre" und erst recht nicht, wenn ich ihn um Rat frage und deshalb auf einen Hinweis warte. Mein Bauch verdaut. Er beherbergt ab und zu Kinder. Er ist mal kleiner und mal größer und er ist mal mehr und mal weniger trainiert. Aber mit Erziehung kennt er sich nicht aus, der Heini. Und ich möchte jetzt auch an dieser Stelle einfach behaupten, dass sich das mit der Mehrheit der Mutterbäuche so verhält. Denn das, was da so gern als Bauchgefühl verkauft wird, hat auch früher nicht existiert. Die Ratgeber von damals hatten allerdings im Gegensatz zu den heutigen, die ja in erster Linie in Bücherregalen stehen, tatsächlich Bäuche, denn sie waren Menschen, die Oma, der Opa, die Tanten, die Onkels, die Nachbarn, die Lehrer und Lehrerinnen. Und die haben sich nicht in die Erziehung deines Kindes eingemischt, sondern sie waren ein ganz natürlicher Teil davon.
Für die Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf, so ein afrikanisches Sprichwort. Genau auf dieser Annahme basierte auch dieses komische Bauchgefühl, nämlich, dass es gesellschaftliche Normen zur Erziehung gibt und deshalb Menschen gibt, die genau die gleichen Ziele bei der Erziehung meines Kindes haben. Das ist ja heute verpönt. Die einzige Norm, die heute zu herrschen scheint, ist dass Normen doof sind und deswegen hat jeder bei der Erziehung in erster Linie die Aufgabe, seine eigenen Normen zu basteln und zwar am besten vorne weg, sonst ist man nachher doch wieder auf den Bauch angewiesen, weil man so schnell handeln muss und sich ja nichts überlegt hat. Manchmal kommt es so außerdem zu Normenkollisionen, zum Beispiel bei besagtem Kind auf dem Supermarktboden, das ich liegen lasse und ignoriere, bis es fertig gebockt hat und ein anderer dann plötzlich anfängt zu bemitleiden, was meiner Normendurchsetzung nicht gerade zuträglich ist.
Zurück zu meinem Bauch. Mein Bauch sagt mir zum Beispiel, Kuchen isst man nicht zum Abendessen. Und trotzdem hab ich meinen Kindern gestern warmen Zupfkuchen zum Nachtisch serviert. Woher kam diese Idee, wenn nicht aus dem Bauch? Bestimmt aus einem dieser blöden Ratgeberbücher.

Mittwoch, 2. April 2014

Der macht sich über mich lustig

Zur Zeit üben wir mit allen, die sich anbieten, die Gegensätze: groß, klein, viel, wenig, schmal, breit, kalt und heiß. Es ist nur manchmal nicht eindeutig, wer eigentlich mit wem übt.
Heute Morgen wieder Gespräch mit Kind P beim Frühstück. Sieht meinen Kaffee und

er so:   kalt?
ich so: heiß.

er fasst kurz die Tasse an, stellt fest, dass die Tasse heiß ist und dann

er so:   kalt?
ich so: heiß!
er so: kalt? (Übersetzung: sicher, Mama?)
ich so: heiß!

grinsend über beide Ohren mich lobend

er so: SUPER MAMA!!!!

(der macht sich doch tatsächlich jetzt schon über mich lustig!)

Dienstag, 1. April 2014

Loko-mo-na-tive

Heute Morgen das Kalenderblatt am Maulwurfkalender umgedreht und folgendes Gespräch mit Kind P geführt:

P:   Lokonative!
M:  Loko-mo-tive!
P:  Loko-mo-na-tive.
M: Loko-mo-tive!!
P: Loko-no-tive!
M: MO!
P: Loko-mo-MO-tive.
M: Loko-MO-tive!!!
P: Loko-mo-na-MO-tive. 
M: LOKO-MO-TIVE!!!!!!
P: Eisenbahn!
M: ok.