Samstag, 30. August 2014

Brennen ohne sich zu verbrennen


Frage 5: In welchem Bereich machen Sie sich am meisten Sorgen um Ihre Kinder?


Diese Frage möchte ich mit einem Satz beantworten, den ich im Isabelle Allende Interview las, das kürzlich in derselben Nido (Ausgabe 07/08 2014) erschien, aus der auch die 99 Fragen stammen. Sie spricht in dem Interview über ihren zweiten Mann, der drei von vier Kindern verlor: 


"Es gibt nicht viel schlimmeres, als wenn man seinen Kindern dabei zusehen muss, wie sie sich langsam selbst töten." 

Es geht um Sucht. Um Drogensucht. Meine größte Sorge deshalb, weil ich nicht weiß, wie Kinder davor beschützt werden können. Was man als Eltern tun kann oder tun muss, damit Kinder nicht süchtig werden. 
Ich war 17 als ich das erste Mal Ecstasy nahm. An den Rausch kann ich mich bis heute erinnern. Und auch wenn es durchaus Menschen in meinem Leben gab, die die Ursachen für meine Suchtexperimente der Jugend in meiner Kindheit suchten, glaube ich, dass meine Eltern nichts hätten tun können, um dies zu verhindern, außer vielleicht, mich nicht zu bekommen.

Frühling 2000. Entstanden in (m)einer Kunsttherapiesitzung. 
Ich habe einen Hang zur Sucht. Den trage ich in mir und er gehört zu mir, wie meine großen Zehen. Ich schäme mich dafür nicht, denn ich glaube diese Eigenschaft hat es mir in der Vergangenheit, Gegenwart (und das wird es wohl auch in Zukunft) ermöglicht, immer wieder für irgendetwas zu brennen. Und das mitunter sehr stark. Erst kürzlich las ich bei Momatka (hier) von der Angst, für nichts mehr brennen zu können, nicht mehr diese Energien, dieses Interesse entwickeln zu können, das man in der Jugend für viele Dinge hat.
Auch als meine Freundin kürzlich zu Besuch war, kam dieses Thema auf. Ab einem bestimmten Alter, beziehungsweise mit bestimmten Lebensabschnitten - häufig sind es die Kinder - hört genau dieses Brennen manchmal auf und es wird sehr leicht, sich im Alltag zu verlieren. Es hat auch durchaus seinen Reiz, sich hinter den vielfältigen Aufgaben, die das Leben so bietet, zu verstecken. Es macht viele Dinge leichter, die komplexen Lebensfragen lassen sich besser verdrängen.

Ich kann nicht nicht brennen. Im Gegenteil. Ich muss dafür sorgen, dass ich immer für irgendwas brenne. Gleichzeitig aber muss ich darauf achten, dass das Feuer nicht außer Kontrolle gerät. Kontrollverluste wie in meiner Jugend kann und will ich mir nicht erlauben. Dennoch: Es ist immer da. Das Gefühl, besonders sein zu wollen. Dem Leben Bedeutung zu schenken. Sich im Hier und Jetzt zu verlieren und nicht immer über das Morgen nachzudenken. Oder sehr viel über das Morgen nachdenken und sich dann zu ängstigen. Etwas hinterlassen zu wollen. Nicht vergessen zu werden. Zu fühlen. Zu erleben. Zu sein. Zu bleiben.

Ich bin heute glücklich. So wie mein Leben ist. Ich habe mein Leben ausgefüllt mit Menschen und Aktivitäten, die mir das Gefühl geben, ich atme, ich lebe, ich spüre, ich bin. Aber was, wenn das meine Kinder nicht schaffen? Wenn ich es nicht, wenn das Leben es nicht schafft, sie mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie brauchen, um anzukommen, hier auf dieser Welt? Ganz sie selbst zu sein und doch auch für andere da zu sein. Was, wenn ich irgendwann zusehen muss, wie sie straucheln? Wenn ich sie nicht auffangen kann? Wenn ich ihnen das Feuer in die Wiege gelegt habe, aber nicht die Fähigkeit, sich nicht zu verbrennen? Das ist wohl meine größte Sorge.


Dies ist ein Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.

Mittwoch, 27. August 2014

Ich kann ziemlich gut schreien.

Wer sich gefragt hat, warum ich mit meiner Challenge in den letzten Wochen nicht voran kam, dem sei erwidert: Ich bin zur Zeit mit den Kindern im Urlaub, die beiden Jungs entdecken ihre Autonomität und Kind A entdeckt, wie es sich anfühlt tage- oder wochenlang nicht zu schlafen. Und deswegen komme ich heute aus Gründen zu Frage:

67. Wie laut können Sie schreien?

Schülern habe ich einmal einen Feedbackbogen gegeben, in dem sie auf einer Skala von 1 bis 5 ankreuzen sollten, wie geduldig ich bin (1= wenig geduldig bis 5= sehr geduldig). Viele fragten mich beim Ausfüllen, ob sie die Skala um einige Stufen jenseits der 5 erweitern dürften. Ich hab das damals als Kompliment aufgefasst und die Kritik, die darin steckte, ignoriert. So wie ich das immer mit Schülerevaluationen mache. Und auch sonst bin ich eine gute Lehrerin. Aber kommen wir zum Wesentlichen. Mit meinen eigenen Kindern, das stelle ich leider schon jetzt oft fest und ärgere mich darüber (sie sind ja noch ziemlich klein), bin ich nicht ganz so geduldig. Und deshalb ist die Antwort auf obige Frage: Ich kann ziemlich laut schreien. Aber bis auf Heiserkeit hatte das noch nie irgendwelche Effekte. 

Bei Schülern schreie ich eigentlich nie. Nicht nur eigentlich. Ich schreie nicht. Dort hat die Taktik - wenn alle laut sind, werde ich leiser - eigentlich bei mir immer funktioniert. Aber hier zu Haus? Kind P und Kind M sind seit kurzem autonom. Und zwar mit voller Wucht. Das könnte Vorteile haben: Zum Beispiel, dass sie sich alleine anziehen, alleine ausziehen und alles mögliche andere alleine machen. Es hat aber zur Zeit meistens Nachteile, weil sie zwischen den Entscheidungen des Lebens hin- und herschwanken wie ein Blatt im Wind. 
Ich will Banane, ich will keine Banane, 
ich will zu Oma, ich will nicht zu Oma, 
ich will das alleine machen, nein du sollst mir helfen, nicht HELFEN MAMAAAA!! Bitte hilf doch Mama!! Nicht helfen MAMA!!!!! Hilf doch EINFACH MAMAAAAA! Wenn ich an irgendeiner Stelle helfe oder eben nicht helfe, die Kinder zur Oma bringe oder eben nicht zur Oma bringe, dann werden die Jungs laut. 137 Mal am Tag. Und dann kann ich gar nicht umhin, als ab und zu auch mal alles rauszubrüllen. Gestern war so ein Tag. Da haben die Jungs mittags nicht geschlafen und waren dann am Nachmittag in Topform. Sie haben gebrüllt, ich habe gebrüllt, dann hat die Kleine gebrüllt und als wir alle auf einem Brülllevel waren, haben wir tief durchgeatmet, mit dem Schwachsinn aufgehört und uns zusammen mit kalter Pflaumensuppe abgekühlt. 



Gleich danach habe ich die Jungs zum Brüllen zu Oma und Opa geschickt. Die sind ein wenig schwerhörig, da fällt es nicht ganz so auf. Und heute ist eben wieder ein neuer Tag. Ein bisschen heiser bin ich schon wieder. Aber ich bessere mich. Versprochen. 

Dies ist ein Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.

Montag, 25. August 2014

Eine Stulle mehr

„Iss mal ne Stulle mehr.”

Ein Satz. Hingesagt. Mit gutem Willen. Gewürzt mit ein wenig Sorge und guter Absicht. Dennoch ein Satz, den ich genauso anmaßend finde wie den Satz „Iss doch mal weniger Kuchen!” im Zusammenhang mit Menschen, die mehr Gewicht haben als der oder die den Satz sprechende für angemessen hält. Ich sagen letzteren nie. Höre ersteren aber dauernd.

Ich bin dünn. Ich war schon immer dünn. Ich komme da nach meiner Mutter. Die musste sich früher schlimmere Sätze anhören als den mit der Stulle. Mit mir meint man es ja nur gut.
Ich hatte es etwas leichter. Denn ich bin hineingeboren in die size zero Generation und entsprach in den Augen der meisten immer dem gängigen Schönheitsideal. Groß und dünn. Aber eben auch auffällig. Außerhalb der Norm. Denn size zero ist ein krankes Ideal. Eine Absurdität. 

Diät halten gehört zum Frausein unter meinen Altersgenossinnen so sehr dazu, dass ich als junges Mädchen zeitweise mitmachte, nur um dabei sein zu können. In Wirklichkeit war ich dünn und blieb dünn, völlig unabhängig von meiner Ernährung. Woran das liegt, weiß ich nicht. Aber ich fühle mich heute damit sehr wohl. Ich bin gesund. Ich esse gesund. Manchmal esse ich auch ungesund. Und ganz oft esse ich Kuchen. Was ich aber auf jeden Fall mache ist, genug Stullen zu essen. 

Ich möchte nicht über Stullenkonsum reden, wenn ich über mein Aussehen rede, genausowenig wie ich über Kuchenkonsum rede, wenn es um Menschen geht, die laut Gesellschaft vielleicht etwas zuviel auf den Rippen haben. Und wer bestimmt dieses zuviel und dieses zuwenig? Laut BMI habe ich zur Zeit mal wieder zu wenig. Das interessiert meinen Körper aber nicht wirklich. Abgesehen davon halte ich den BMI für gequirlte ihr wisst schon. 
Den Körper einfach unabhängig vom Essen betrachten. Ginge das?

Ich gebe zu, seit ich Kinder habe erhalte ich sehr viele Komplimente für mein Aussehen. Man würde gar nicht sehen, dass ich drei Kinder bekommen hätte. Das wäre selten, dass frau nach drei Kindern so aussieht. Aber auch diese Sätze kann ich nicht als echtes Kompliment verstehen. Denn erstens finde ich, darf man durchaus sehen, dass ich drei Kinder bekommen habe. Ich schleppe die auch meistens mit mir herum. Es wäre eigenartig sie zu leugnen, auf jeden Fall aber sehr schwierig sie nicht zu sehen. Und zweitens habe ich dafür nichts geleistet. Das ist mein Körper und den finde ich schön. Manchmal auch weniger. Darüber habe ich hier schon einmal geschrieben. Aber was er auf keinen Fall ist: eine Leistung. Er ist wie er ist. Natürlich kann ich ihn sehniger, straffer, faltenfreier oder bunter gestalten. Aber ich werde ihn nicht runder machen durch mehr Stullen, genausowenig wie ich erwarte, dass andere sich für mich schmaler machen mit weniger Stullen, nur damit wir alle etwas gleicher sein können.

Eine Stulle mehr macht meinen Körper weder schöner, noch runder, noch leistungsfähiger oder attraktiver. Eine Stulle mehr bringt mich auch nie dazu, wirklich eine Stulle oder von irgendwas anderem mehr zu essen. Eine Stulle mehr gibt mir einzig und allein das Gefühl, ich passte nicht in die Norm und müsste was ändern. Dazu habe ich inzwischen nur noch eins zusagen. Ich sch.. auf die Norm. Und auf eine Stulle mehr.

Man/frau und alle anderen mögen mir den Ton und den Rest verzeihen. Aber das musste mal raus.

Donnerstag, 21. August 2014

Von Pfützen und Eingriffen in meine Erziehung

Das schlechte Wetter ist in Budapest angekommen und auf der Suche nach Regenprogramm sind wir heute in einer Regenpause beim Pfützentourismus angekommen. Ein dankbares Programm für meine Jungs. In die Gummistiefel, auf die Laufräder und ab geht's zur nächsten Pfütze. Dank mehr schlecht als rechtem Straßenbau hier in der Umgebung haben wir hier Pfützen beinahe in Schlachtenseegröße. 
Der Pfützentourismus endete heute daher auch mit einer Seenotrettung und einem für mich so typischen Vorfall, von dem ich berichten möchte. Ganz kurz, keine Sorge. 

An dieser Stelle war noch alles super. Am Straßenrand. Die Jungs fragten bei jeder Pfütze: "Kann ich da reinfahren?" oder "Ist die zu tief?" 


Ich wunderte mich schon über die Scheu und über den Respekt vor meiner Person. Irgendwie strahlte ich wohl Autorität aus. Oder so. Wenig später kamen wir allerdings am Schlachtensee der hiesigen Pfützen an und ich stand nur noch am Rand und regelte die Geschwindigkeiten ("Nicht so weit rausfahren Jungs, ihr könnt nicht schwimmen!" "Nicht so schnell, ihr habt keine Badehosen an!") 
Ich hatte nämlich keine Gummistiefel.


Auf einem der Rückwege kam Kind M dann trotz Verbots ganz zufällig natürlich, ohne es zu wollen und auch sonst ganz ohne Absicht, vom Weg ab und landete in einer Untiefe. Um genau zu sein im 50-70 cm tiefen Straßengraben.


Er rief - es war nicht anders zu erwarten - um Hilfe, womit wir auch zum Vorfall kommen. Er stand in der Pfütze, etwa bis zu den Oberschenkeln und rief "Mama, helfen!", während ich ihm Mut zusprach, "Komm, versuch's allein!" Wie immer bei uns in solchen Situationen, kam just in diesem für die Persönlichkeitsentwicklung meines Sohnes so wichtigen Moment jemand mit einem Auto vorbei und sah meinen Sohn. Und auch mich. Und griff ein. Er fuhr nah an ihn heran, machte die Autotür auf und tolpatschte da so herum mit der Autotür, während ich meinem Sohn weiter zurief, keine Angst zu haben und es bitte alleine zu versuchen. Der Mann konnte meinem Sohn nicht wirklich helfen, er fuhr vorwärts, fuhr rückwärts und rief meinem Sohn nun auf Ungarisch zu "Gyere!" (=Komm!) Und machte den Jungen völlig kirre. Ein fremder Mann. Mit Auto. Der "Komm!" ruft. Es führte ziemlich schnell dazu:

Ich musste ihn die Pfütze waten und den Jungen rausholen. Das hätte ich vielleicht auch so machen müssen und es war auch kein Problem. Es ist hier warm und ich ekle mich nicht vor Pfützen oder Schlamm. Im Grund ekle ich mich vor nahezu gar nichts mehr, seit eins meiner Kinder mir mal ins Gesicht gekackt hat. Aber ich wollte ihn dazu animieren, seine Angst zu überwinden und alleine rauszukommen, vor allem weil es nicht das erste Mal war, dass er trotz Warnung so tief im Straßengraben im Wasser stand. Dazu kam ich aber nicht, weil jemand anderes intervenierte. Der Mann wollte helfen, ich mache ihm keinen echten Vorwurf. Na vielleicht ein bisschen. Aber sauer bin ich schon. Denn ich glaube, ich hätte ihn dazu bringen können, sich aus dem Schlamassel selbst wieder zu befreien. Er wäre so stolz gewesen. So hat er zwar freudig erzählt, wie der Mann ihn aus der Pfütze gerettet hat (dabei saß er bloß in seinem Auto und rief ihm zu, weil er nicht aussteigen wollte), aber er hat viel weniger aus der Situation gelernt. Oder was meint ihr?

Dienstag, 19. August 2014

Die kleine Heike bittet um Abholung

Heute ist mal wieder ein Tag, aus dem die kleine Heike gerne abgeholt werden will. Nachdem ich noch an akutem Schlafdefizit leide aufgrund von einwöchigem Freundinnenbesuch und vielen langen Abenden mit selbiger, beschloss Kind A am Sonntag Abend zu schuben und wachte stündlich auf, um gestillt zu werden. Dabei hatte ich die gleiche Nacht doch dazu auserkoren, ordentlich Schlaf nachzuholen. Fiel dann aus. Die Montagslaune (Papa weg, Freundin weg, Mama durch drei teilen) traf mich dann gestern um 5.45 Uhr völlig unvorbereitet. Ich wusste nicht mal genau welcher Tag war und ich hatte mir deshalb natürlich auch nix überlegt, wie ich die Stimmungen auffangen könnte. Ich musste im Gegenteil noch massiv mit meiner eigenen Stimmung kämpfen und dann den Vormittag mit dem Opa in der Zahnambulanz verbringen. 

Gestern Nachmittag haben wir dann hier zu Haus verbracht und ich konnte mich um Haushalt und Kind A kümmern. Mit beidem war ich völlig ausgelastet und beide waren hinterher trotzdem immernoch in einem unbefriedigendem Zustand. 
Und so startete ich in den heutigen Tag mit immernoch chaotischer Wohnung, zwei Jungs, die um 5.20 Uhr den Tag begrüßen wollten, was ich um eine halbe Stunde verschieben konnte, indem ich sie freundlich in ihr Zimmer zurück schickte, und einem noch akuterem Schlafdefizit als gestern schon, denn heute Nacht wachte Kind A alle halbe Stunde auf und weinte oder trank. Schlaf - hatte sie vergessen, wie das geht. 
Ich half mir am Morgen mit einer Maulwurf-Dauerschleife für die Jungs. Mein frisches Müsli begrüßten die Jungs mit: „Nein!!! Kein Schüsselfrühstück!! Wir gehen nicht in den Kindergarten!!” Ich hatte kurz Panik, dass sie mir das liebevoll zubereitete gesunde Frühstück, für das ich im Kiga einen Orden bekäme um die Ohren schmeißen würden, aber wir bekamen die Kurve.
Wenig später allerdings kamen so viele Kurven in plötzlicher Abfolge, dass es uns aus einer rausschoss, als Kind P auf dem Weg zum Spielplatz nicht mit dem Laufrad anhielt als ich ihn darum bat, ich ihn deshalb damit bestrafte, dass wir umdrehten, ihn bei der Oma wieder abgaben und ich mit Kind M allein zum Spielplatz ging, er dann bei Oma mit Süßigkeiten getröstet wurde und ich vom Spielplatz früher zurück musste, weil ich nicht beide Kinder so lange dort lassen konnte. Da hatten dann endgültig alle Laune, die vorher keine hatten. 
Jetzt schlafen zwei von drei und ich hoffe auf Nachtschlaf und auf einen besseren Tag morgen. Wetter bitte mehr so wie heute, nicht wie morgen geplant.

Dienstag, 12. August 2014

12 von 12 im August

12 von 12. 12 Fotos an jedem 12. eines Monats. Die Anleitung: Hier entlang.
Zu meinen 12 Fotos bitte scrollen.

Heute war ein zauberhafter Urlaubstag in Budapest.
Er begann auf dem Spielplatz. Gespielt habe ich. Die Kinder durften zuschauen. Die Oma, die mein Bild photobombt, kenne ich nicht.


Kurzzeitig habe ich die Kinder mitspielen lassen.  Damit die Laune gut bleibt.


Rückweg dauerte. Blumen.



Mittag hat die Oma gekocht: krumplis tészta. Lecker.


Danach machte meine Freundin Schlafwache bei den Jungs und ich kochte Kaffee. Hier trinke ich immer so.


Eine echte Freundin bringt mir peanut butter m&ms mit. Die, die grad da ist, ist eine.


Wettercheck? Am Nachmittag sollte es ins Freibad gehen. Sah gut aus. Akku weniger. Aber den braucht man ja im Wasser nicht.



Vorher gab's noch uzsonna/ Nachmittagssnack. Kekse und Obst.


Am Abend las die Freundin vor. Sie hat das schlimmste Buch ausgesucht, das im Schrank zu finden ist. Sie sagt, die Jungs wollten das so. Ich versuche ihr zu glauben.


Am Abend habe ich die Freundin in unser Lieblingsrestaurant geführt. Da ich am Samstag gerade für den Hochzeitstag da war, begrüßt uns der Kellner mit: “Na, Mädelsabend?”
Vorher:

Mittendrin.



Ein Juwel in der Betonwüste.


Sommer in Budapest

Wir sind am Wochenende in Budapest angekommen und bleiben hier eine Weile. In den letzten Tagen haben wir schon viel erlebt. Der Mann und ich haben unseren Hochzeitstag gefeiert und einen wunderschönen Abend mit exzellentem Essen, einem ausgiebigen Spaziergang durch die Budapester Innenstadt und einem sehr intensiven Gespräch gehabt. 
Die Kinder waren schon zweimal im Freibad und gehen heute wieder. Wir haben gegessen, gespielt, die Wohnung auf den Kopf gestellt, bei 28 Grad in der Dachwohnung nur im Schlüpfi geschlafen und das lange nicht gesehene Spielzeug wieder entdeckt. 

Zu unseren Vorhaben für die nächsten Wochen gehören 
den Sommer verlängern
mit Wasser rumspritzen so oft es geht
Süßigkeiten futtern
von Oma füttern lassen
die Spielplätze der Umgebung bespielen
die Füße so schmutzig werden lassen, dass es nicht mehr lohnt, sie sauber zu machen (wir sind eigentlich schon so weit!)
morgens rumzutrödeln und abends rumzuhängen
den Grillen zu lauschen
alle Rutschen im Freibad durchzurutschen, bis die Muskeln von den Treppenstufen wehtun
alle Eissorten des Eisladens vor der Haustür durchprobieren
einander zu genießen und die Zeit ein wenig anzuhalten. 

Seit zwei Tagen klappt das ganz wunderbar. Die Großeltern kommen gut mit Kind A zurecht. Sie läuft noch nicht weg und strahlt die meiste Zeit in der Gegend rum. Und so schnappe ich mir die Jungs und mache Programm. Die können ihr Glück kaum fassen. Mama!!! Ohne Baby, ohne Bauch, ohne Arbeit, ohne Blessuren. Einfach Mama. Nur für uns! Die Zufriedenheit strahlt ihnen aus allen Öffnungen und so auch mir. Meine Freundin, die gerade hier zu Besuch ist, mit der ich den Rest der Zeit mit Quatschen verbringe und die jetzt gerade bei der Schlafwache der Jungs vermutlich eingeschlafen ist, tut ihr Übriges für mein Wohlbefinden. Sommer ohne Ende. Ich freue mich riesig über den super Start in den Budapester Sommer und werde nun in den restlichen Wochen die Liste abarbeiten. 

Donnerstag, 7. August 2014

Vom ersten Tag an

Dies ist ein Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.


42. Lieben Sie Ihren Partner?

Wir haben uns auf der Arbeit kennen gelernt. Waren unheimlich verliebt. Wir waren so verliebt, dass die Kinder, die wir in unserem Ferienkurs eigentlich betreuen sollten, (während wir uns hauptsächlich gegenseitig betreuten) irgendwann zur Begrüßung nur noch Herzen in die Luft malten und sich gegenseitig Küsse zuwarfen, wenn sie uns sahen. Wir waren Betreuer und Betreuerin und benahmen uns wie Kinder. Und das tun wir heute noch manchmal. Vielleicht ist das unser Geheimnis? Ich weiß es nicht.
Geliebt hab ich ihn vom ersten Tag an. Als Mann, als Kollege und in erster Linie als Mensch. Ob das nicht eher Verliebtheit war? Nein. Dieser Mann war einfach liebenswürdig. Und er ist es bis heute. In allen Phasen unserer Beziehung - und wir hatten einige - habe ich ihn stets geliebt. Er hat mich begeistert. Inspiriert. Zu Größerem angespornt. Er war und ist mein Vorbild. Mein Gegenpol. Mein Ruhepol. Das fehlende Puzzlestück. Er bereichert mich, verbessert mich, fordert mich und begehrt mich. 
Unsere Liebe ist gewachsen, mit allen Aufgaben, die wir uns zusammen als Paar gestellt haben und nun als Familie mit drei Kindern stellen. Manchmal geht sie im Alltag unter. Sehr oft haben wir so viel zu tun mit dem Leben, dass die Liebe nur so ganz leise unter der Oberfläche schlummert oder eben ganz direkt in einem gemeinsamen Nickerchen auf der Couch. Manchmal ist das Leben auch gerade so anstrengend, dass die Liebe hier in einem lauten Streit hereinpoltert. Aber sie ist immer da und meldet sich, wenn was nicht in Ordnung ist oder wenn es gerade sehr in Ordnung ist. 
Gestern, an unserem 8. Hochzeitstag, ist sie für mich in Form eines Briefes ins Haus geflattert. Den hab ich ungefähr 20 Mal gelesen und trage die Worte nun in meinem Herzen. 
Ach und JA. Ich liebe meinen Partner. Und wie.



Dienstag, 5. August 2014

Vor Glück weinen

Dies ist ein Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.

15. Wann haben Sie zuletzt vor Glück geweint?

Die Momente, in denen ich vor Glück geweint habe, kann ich an einer Hand abzählen. Wenn ich sehr lange nachdenke, finde ich vielleicht so viele, dass ich die zweite Hand dazu nehmen muss. Ich bin ein emotionaler Mensch und weine durchaus nicht selten. Nur eben ganz selten vor Glück. Nicht weil ich nicht glücklich genug bin oder zu wenig wahre Glücksmomente spüre, sondern weil weinen und Glück eben in der Hauptsache doch nicht für mich zusammen gehören. Ich habe es immer so empfunden, dass diese Dinge eigentlich nur aus Alternativlosigkeit zusammen kamen, denn in den meisten Momenten, in denen man so glücklich ist, dass man weint, wäre lautes Lachen unangebracht oder würde leicht hysterisch wirken. Man ist eben glücklich und man weint. Diese Dinge kommen manchmal zusammen. Das heißt für mich aber nicht, dass man in diesen Momenten glücklicher war als in anderen. Im Gegenteil. Die glücklichsten Momente meines Lebens waren rückblickend mitunter sehr ernste Momente. Da es aber bei der Frage um das Zusammenspiel geht, will ich so antworten, wie es sich gehört.

So habe ich zum Beispiel bei meiner Hochzeit vor Glück geweint. Ich war glücklich. Ich habe geweint. Geweint habe ich allerdings in Wirklichkeit, weil ich den Druck irgendwie ablassen musste, den die Aufregung in mir auslöste, den Moment zum Jasagen eventuell zu verpassen oder vielleicht nicht das richtige Wort zu finden. Ich war deswegen nicht weniger glücklich. Aber ich glaube, dass es viele Momente in meinem Leben gab - insbesondere mit meinem Mann - in denen ich ähnlich oder noch glücklicher war, aber nicht geweint hab. Dennoch hängt weinen und Glück manchmal eben doch irgendwie zusammen. 
Und so habe ich bei den Geburten meiner drei Kinder geweint und zuletzt habe ich bei der Geburt meiner Tochter im Januar geweint und war verdammt glücklich dabei. Die zweieinhalbstündige Blitzgeburt hat mich emotional völlig überrollt und ich war so wahnsinnig glücklich, meine Tochter nunmehr auf dem Bauch zu haben statt im Bauch. Und weil ich so glücklich war, sind mir weniger die Tränen in Erinnerung, die ich weinte, als es endlich soweit war, sondern vielmehr das breite Lächeln, das die Tränen begleitete und mit dem ich meine Tochter und meine Umgebung in den folgenden Stunden anstarrte.

Wer den Moment noch einmal nachlesen möchte, hier entlang.

Montag, 4. August 2014

In aller Ruhe

Dies ist ein Post meiner #99FragenfürEltern Challenge. Wenn du nicht weißt, worum es dabei geht, hier entlang.

Es geht heute weiter mit Frage 13.


13. Zu welcher Tageszeit macht Sie Ihre Familie am glücklichsten?

Ich bin eine Lerche. Ich stehe gern früh auf und gehe gern früh ins Bett. Mein Körper will das so. Leider bin ich, seit ich Kinder habe, manchmal dazu gezwungen, meinen Körper zu ignorieren und die Eule zu spielen. Nicht weil meine Kinder so lange aufbleiben, sondern weil Kinder scheinbar von Natur aus alle Lerchen sind (zumindest am Anfang, wenn sie noch ganz neu sind, dann scheint das wohl so zu sein, mit älteren Exemplaren kenne ich mich weniger aus) und ich deshalb, will ich auf ein paar Erwachsenenaktivitäten nicht verzichten, manchmal einfach länger aufbleiben muss. 
Das führt allerdings zum Problem. Denn ich kann deshalb ja nicht länger schlafen. Im Gegenteil. Seit die Kinder da sind, bin ich noch lerchiger als früher. Ich bin die Lerchen aller Lerchen. Was ich nämlich überhaupt nicht ausstehen kann, ist, wenn die Kinder vor mir wach werden. Ich bin nämlich nicht nur eine Lerche, sondern eine mit Dieselmotor. Auch wenn es manchmal so wirkt, als hätte ich einen Kickstarter, weil ich ganz plötzlich aus dem Bett springen kann, um zur Kaffeemaschine zu rennen, so ist das doch nur die Verzweiflung, die mich in diesem Moment umtreibt. Und die Hoffnung, der Kaffee würde bestimmt den Morgen retten. Was er meistens nicht mehr tut.

Seit einer Weile hat die Diesellerche in mir ein Problem: Denn seit ich drei Kinder hab, stehe ich sehr früh auf und gehe immer häufiger auch spät schlafen. Die Erklärung dafür liegt in der Antwort auf die obige Frage. Meine Familie macht mich zur Zeit am glücklichsten, wenn sie schläft. Das kann morgens sein. Das kann abends sein. Nur auf den Schlaf kommt es dabei an. Nicht weil ich meine Kinder nicht leiden kann und sie nur im Schlaf ertrage, sondern weil ich Zeit fürs Ich brauche.
Drei Kinder im Alter von dreieinhalb, zweieinhalb und sieben Monaten passen mit diesem Bedürfnis nicht immer zusammen. Alle drei haben noch Windeln (einer davon nur nachts). Alle drei ziehen sich nicht alleine an und nur nach Laune alleine aus. Alle drei lassen sich gern füttern - auf ihre ganz individuelle Art und Weise. Alle drei wollen beknutscht, bespaßt, bespielt, geliebt, geherzt, geknuddelt, gestreichelt, getragen, bekuschelt und besungen werden und eine immernoch im höchst individuellen Rhythmus gestillt werden. Und alle diese Aktivitäten und noch ein paar mehr seit ein paar Monaten von montags bis freitags nur von mir. Das fordert mich. Das verlangt mir viel ab. Das macht müde. Und es lässt wenig Raum fürs Ich.

Deswegen bin ich zur Zeit (ich bin mir sicher, dass sich das irgendwann ändern wird, aber jetzt ist es tatsächlich so) am glücklichsten in den Abend- und den frühen Morgenstunden. Wenn es ruhig ist, alle schlafen und ich in aller Ruhe einfach mal einen Haufen machen kann. Ich finde das eigentlich ganz nachvollziehbar. Habe aber doch manchmal ein schlechtes Gewissen.