Donnerstag, 29. Januar 2015

Wieder Kind sein

Es gibt Momente, da wünsche ich mir, wieder Kind sein zu dürfen. Und das sind nicht die Momente, in denen ich in den Spiegel schaue und die grauen Haare zähle. Es sind auch nicht die Momente, in denen meine Lendenwirbelsäule schmerzt und ich mich frage, ob das schon dieses Alter ist, von dem alle reden (immerhin dachte ich wie wahrscheinlich wir alle mit 15, dass ich mit 30 entweder schon tot, zumindest aber steinalt bin). Genausowenig wären es die Momente, in denen meine Kinder mich im Memory schlagen (im Konjunktiv, weil sie das nicht tun und auch nie tun werden, so wahr mir mein Gedächtnis helfe). 
Es sind die Momente, in denen ich Aufgaben zu bewältigen habe, bei denen ich am liebsten meine Mama oder meinen Papa anrufen würde, um ihnen zu sagen: "Mach mal!"

Einige dieser Momente in aktuellen Einzelworten.
- Krankenkassenwechsel 
- Umzugsangebotsvergleiche
- Umzugsorganisation 
- Kündigungsfristen 
- Indexmiete
- Zeitvertrag
- Steuerfreibetrag
- Kinderfreibetrag
- Einkommenssteuererklärung
- Umzugsversicherung
- Schimmelbeseitigung
- Vorsorge, Nachsorge, Altersvorsorge und alle anderen Sorgen dieser Welt.

Ihr entschuldigt mich. Ich muss mal kurz telefonieren.

Montag, 19. Januar 2015

Selber schuld

Erinnert ihr euch noch an Sätze aus der Kindheit? Einen davon hab ich neulich wieder auf dem Spielplatz gehört. Man hört ihn auch häufiger in der Erwachsenenwelt. 

Selber schuld!

Selber schuld! Wenn du so viele Kinder bekommen hast.
Selber schuld! Was gibst du den Kindern auch dauernd Süßigkeiten!
Selber schuld! Du musst ja nicht arbeiten!
Selber schuld! Du isst halt zuviel und machst zu wenig Sport!
Selber schuld! Du tust nicht genug für dein Immunsystem, du musst mehr Wechselduschen machen!
Selber schuld! Warum schreibst du auch alles immer ins Internet!
Selber schuld! Um Freunde muss man sich halt kümmern!
Selber schuld! Du hättest halt schon längst abstillen sollen!
Selber schuld! Wenn du mit deinen Kindern nie rausgehst.
Selber schuld! Du hättest diese tolle Arbeitsstelle damals halt nicht aufgeben dürfen!
Selber schuld! Wer immer nur jammert!
Selber schuld! Was ist er auch immer so depressiv drauf!
Selber schuld! Er hätte ja was anderes studieren können!
Selber schuld! Sie hat sich halt nicht genug um ihn gekümmert. Da muss er ja...
Selber schuld! Wenn die immer nur streiten...
Selber schuld! Ein bisschen Schminke oder ein schönes Kleid! Kann doch nicht so schwer sein!
Selber schuld! Was frisst die auch immer so viel!
Selber schuld! Der arbeitet ja immerzu. Kein Wunder, wenn die Frau....
Selber schuld! Hätteste halt den Antrag früher stellen müssen!
Selber schuld! Hätteste dich halt früher kümmern müssen!
Selber schuld! Hätte sie sich halt mal im Internet informieren sollen!
Selber schuld! Haste halt die falsche Fächerkombination!
Selber schuld! Was starrt er auch immerzu auf sein Handy!

Selber schuld ist ein Satz, der in etwa so nützlich ist wie ein hartnäckiger Fußpilz. Dennoch taucht er immer mal wieder in der Kommunikation auf, völlig fern jeglicher Spielplätze. Dieser Schlingel.




Donnerstag, 15. Januar 2015

Kinderbetreuung, wie ich sie gern hätte

Gestern twitterte ich das hier:



Was ich gerne hätte
- Krippe und Kindergarten in einer Einrichtung (macht einfach sofort Sinn bei mehr als einem Kind)
- flexible Buchubgszeiten, die ich an meinen Bedarf anpassen kann und wenn sich der Bedarf ändert, anpassen kann, ohne negative vertragliche Konsequenzen
- die Möglichkeit der Zubuchung, falls es mal länger dauert (wenn ich zum Beispiel auf einer Konferenz bleiben muss, sollte es die Möglichkeit geben, dass die Kinder länger bleiben)
- eine frühe Öffnung und späte Schließung
- ich bin ein Fan von festen Gruppen: vom offenen Konzept halte ich gar nichts. Oder zumindest nicht viel.
- einen Garten mit Spielgelegenheiten, aber in erster Linie erwarte ich, dass die Kinder rausgehen. Wohin, da möchte ich mich gar nicht unbedingt festlegen. Sie sollen nur nicht im ewig gleichen Mief rumhängen.
- ein kindgerechtes Mittagessen für Krippen- und Kindergartenkinder
- einen Schlafraum/ Ruhetaum, in dem die Kinder schlafen können, die wollen.
- Wickelgelegenheiten auch im Kindergarten
- einen ebenerdigen Zugang: Erreichbarkeit mit Kinderwagen
- Parkplatzmöglichkeiten

Was ich habe
- drei Kinder in zwei Einrichtungen
- eine Krippe im Souterrain mit einem Treppenzugang, den ich meine Nichtläufer hinuntertragen musste und meine Läuferanfänger hoch- und runterstolperten und der spätestens mit zwei Kindern Probleme macht.
- einen Krippenplatz mit einer festen Betreuungspauschale für 5 Tage (egal wie häufig ich das Kind bringe, ich zahle immer für 5 Tage und immer dieselbe Zeitspanne, für die ich mich entschieden habe)
- eine Krippe mit einer festen Schlafzeit für Babys ab sechs Monate: Meine Tochter schläft deshalb, seit sie 8 Monate alt ist, in der Krippe nur eine bis anderthalb Stunden am Tag. Manchmal wurde mir stolz berichtet, dass sie auf dem Teppich noch 5 Minuten gedöst hat. 
- eine Krippe mit Essen aus einer Fleischerei, das für die kleinsten auf Wunsch püriert wird (so sind mir unter anderem verkohlte Bratkartoffeln mit Ei in pürierter Form für mein acht Monate altes Baby angeboten worden und so wusste meine Tochter schon sehr früh, wie Fischstäbchen mit Kartoffelecken schmecken.)
- einen Kindergarten, der nicht in der Lage ist, in irgendeiner Form digital zu kommunizieren und mir regelmäßig Rügen erteilt, weil ich auf Aushänge nicht reagiere
- ein Kindergartenkind, das regelmäßig mitten auf dem Flur nackig gemacht wird, um zu schauen, ob er was in der Hose hat und um ihn dann mit heruntergelassener Hose in den Waschraum zu schieben, wo er dann im Stehen gewickelt wird.
- einen Betreuungsbeitrag von 900 Euro für drei Kinder (Es geht viel teurer - ich hatte auch schon 1100 Euro. Aber günstig finde ich das dennoch nicht.)
- einen Kindergarten, in dem immer wieder Probleme entstehen wegen vergessener Feuchttücher oder Windeln. 

Was ich nun gefunden habe
- eine kombinierte Einrichtung für alle drei Kinder
- das dritte Kind ist kostenfrei, in unserem Fall eine Kostenersparnis von 600 Euro. 
- für die Windeln wird eine Pauschale verlangt, ich müsste mich also weder um Windeln, Feuchttücher noch sonst irgendwas kümmern
- es gibt Bedarfsöffnungszeiten, das heißt zwischen 6-20 Uhr ist der Laden bei Bedarf auf.
- es gibt zwei Preislisten: eine nur mit Weihnachtsferien und den Rest des Jahres geöffneter Kita und eine mit zusätzlich zwei Wochen Sommerschließzeit. Den Rest des Jahres ist die Kita offen. Immer. Nach Bedarf. Es gibt auch keine Konzeptionstage oder ähnliches.

Die Haken:
- ich müsste ans andere Ende der Stadt und ich müsste immer mit dem Auto fahren. Morgens kein Problem, wenn ich um 6 Uhr losfahre. Nachmittags heißt es Stau. Morgens auch, wenn ich später als 7 Uhr losfahre.
- die Kita ist in einem Gewerbegebiet. Ja genau. Gewerbegebiet. Innen also alles hui. Außen eher so Beton, es gibt einen Garten, aber der ist klein und in der Umgebung sind Shoppingcenter und Autovermietungen.

Alles genau so wie ich es mir wünsche. Aber dann eben doch nicht so richtig. Ist doch schade, oder? Es könnte alles so einfach sein. Und jetzt muss ich mich nur noch entscheiden.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Erster progress report #50bookchallenge

Vor zwei Tagen habe ich mit der #50bookchallenge begonnen und ich bin mir darüber sehr im Klaren, dass ich nichts anderes getan habe, als ein Buch zu lesen und dass ich mich damit nicht wichtiger nehmen sollte, als ich bin. Aber zum Glück ist das ja hier meine Spielwiese und deshalb möchte ich dennoch berichten über:

Buchauswahl
Ich bin ein großer Fan von Young Adult Fiction. Vielleicht, weil ich in meiner Jugend hängen geblieben bin (Blödsinn!). Vielleicht, weil es so einfach zu lesen ist. Vielleicht, weil ich gerne Bücher mit Unterrichtspotential lese. Mein erstes Buch der challenge habe ich deswegen so gefunden.
1. google Suche: Young Adult Fiction 2014
2. erster Hit: good reads Readers' Choice Award Young Adult Fiction 2014
3. We were liars dort auf Platz 1 gefunden.
4. Rezensionen auf Amazon durchforstet
5. Buch im ibooks store gesucht/gefunden
6. Buch digital erworben.

Leseprozess
Ich habe eine hohe Anfangsmotivation. Bei allen Dingen. Vielleicht hält sie 50 Bücher durch. Vielleicht werde ich aber auch Phasen in diesem Jahr haben (ganz sicher!!!), in denen ich weder was lesen noch was hören möchte. Deshalb muss ich Vorlauf schaffen, wenn ich 50 schaffen will. 

Zeit
Ich habe im Moment (bis 22.2.) noch viel Zeit zum Lesen. Die Kinder sind in der Kita und ich arbeite nicht. Weil ich momentan noch sehr motiviert bin, mich mehr zum Lesen zu zwingen, habe ich das erste Buch gestern einfach verschlungen, während meine Kinder betreut waren. 

Auswirkungen der challenge
Ich habe gestern definitiv mehr gelesen, als ich es ohne getan hätte. 
Ich habe Seiten gezählt, die noch übrig sind und Seiten, die ich noch lesen muss, bevor ich mir einen Kaffee kochen gehen darf
Ich habe schneller gelesen und dadurch die Geschichte und Figuren viel besser aufgenommen
Ich habe mich sehr lange auf das Ende des Buches gefreut und mich dann im letzten Drittel vor dem Ende gegraut.
Aber vor allem habe ich mich viel besser aufs Lesen konzentriert, denn das fällt mir schon seit einer Weile ziemlich schwer.

Das Buch
Auch wenn die zarten Liebesbande zwischen Gat und Cady, die die Geschichte zum großen Teil ausmachen, mir mitunter sprachlich etwas zu vereinfacht dargestellt werden, so gefiel mir doch dieses Bild aus dem Buch mit am besten:

"Better than chocolate, being with you last night.
Silly me, I thought that nothing was better than chocolate.
In a profound, symbolic gesture, I am giving you this bar 
of Vosges I got when we all went to Edgartown. You can 
eat it, or just sit next to it and feel superior.
(E. Lockhart. We were liars. chapter 11.)

Silly me. I'm really enjoying the challenge. Als nächstes kommt: Liane Moriarty. Little Lies.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Falls Sie sich gefragt haben, wer ich eigentlich bin

Ich bin die, die ihre Kinder einfach bekommen hat, bevor sie den Plan fertig hatte.
Ich bin die, die erst beim dritten Kind verstanden hat, dass Schokoladenkuchen vor dem ersten Geburtstag niemandem weh tut, schon gar nicht dem Kind.
Ich bin die, die manchmal mehr Essen unter dem Tisch als auf dem Tisch hat.
Ich bin die, deren Stapel ungelesener Bücher parallel mit dem schlechten Gewissen wächst.
Ich bin die, die mal BWL studiert hat, weil sie was machen wollte, was Zukunft hat und dann im Buchführungsseminar immerzu über den Sinn des Lebens nachdenken musste.
Ich bin die, die kein schlechtes Gewissen hat, wenn ihre Kinder bei den Großeltern sind, damit sie eine Runde schwimmen gehen kann.
Ich bin die, die in der Studenten-WG immer heimlich den Kaffee der anderen ausgetrunken hat.
Ich bin die, die in immer kürzeren Zeiten eine saubere Wohnung vortäuschen kann.
Ich bin die, die manchmal, ganz manchmal Sehnsucht nach einer Zigarette hat, aber selbst diese Sehnsuchtszigarette seit 6 Jahren nicht mehr raucht.
Ich bin die, die seit Jahren lange Haare hat, weil man damit am einfachsten eine Frisur vortäuschen kann.
Ich bin die, die ihren Wochenendeinkauf am liebsten samstags früh um sieben macht, damit sie allein im Supermarkt ist.
Ich bin die, die einen Arm voll Klamotten wieder ablegt, wenn sie an der Kasse zu lange warten muss. 
Ich bin die, die das mit dem Papierkalender völlig aufgegeben hat.
Ich bin die, die auch wegen 140 Euro vor Gericht geht, wenn sie weiß, dass sie im Recht ist.
Ich bin die, deren Lehrer_innen, als sie erfahren haben, dass sie Lehrerin wird, zu ihr gesagt haben: "Ich dachte, aus dir wird was Vernünftiges!, und die, die in diesem Moment dachte: 'Vernünftiger geht es wohl kaum.'
Ich bin die, die auch dann nicht ausschlafen kann, wenn die Kinder gar nicht da sind.
Ich bin die, die beim Grillen immer lieber Bratwürste als Salat isst.
Ich bin die, die bald wieder anfängt zu arbeiten und sich wahnsinnig darauf freut, während sie mindestens genauso wahnsinnig Angst hat vor dem Langstreckenschwimmwettbewerb, der dann wieder beginnt, um es mit journelles Worten zu beschreiben.
Ich bin die, die diesen Text gestern Abend im Auto auf dem Handy getippt hat und ihn jetzt veröffentlicht hat, damit diejenigen ihn lesen, die sich hier so zahlreich neu eingefunden haben, um vielleicht zu bleiben.

Dienstag, 6. Januar 2015

50 Bücher in einem Jahr

Challenges kann ich nicht leiden. Die verursachen mir Druck. Druck verursacht mir körperliches Unwohlsein und wer braucht denn sowas? Ihrer Faszination kann ich mich dennoch nicht immer entziehen, und zwar nicht erst seit das Wort überhaupt so inflationär im Netz verwendet wird. 
Eine der challenges, der ich mich jedoch gerne zum ersten Mal stelle, ist die #50bookchallenge, eine challenge, in der es darum geht, in einem Jahr 50 Bücher zu lesen. Denn lesen muss ich bei meiner Fächerkombination sowieso immer mehr als ich es eigentlich tue.  

Auf den ersten Blick dachte ich, ist ja ein Kinderspiel. 50 Bücher! Was ist das schon. Wenn ich mir mein Bücherregal (digital und analog) anschaue, dann kommt mir diese Menge unsagbar klein vor. Wenn ich dann überlege, wie viele Bücher ich in meinem Leben schon gelesen habe, auch da kommt mir die Zahl 50 jetzt nicht so besonders groß vor. Aber wenn ich mir dann die Zahl genauer anschaue - ein Buch pro Woche nämlich - dann komme ich ins Grübeln. Schaffe ich das? Habe ich in den letzten Jahren auch nur ansatzweise so viele Bücher gelesen? 

Die Wahrheit ist: Keine Ahnung. Ich notiere mir weder, welche Bücher ich lese, noch wann oder wo und wie lange ich dafür brauche. Ich dokumentiere nichts. Meine bevorzugte Buchform ist immernoch die analoge. Allerdings nur noch aus romantischen Gründen. Wenn ich ein Buch gelesen habe, kommt es runter vom Stapel ungelesener Bücher und rauf ins Regal, das alphabetisch sortiert in englischer, deutscher und zu einem kleinen Teil in ungarischer Sprache in zwei Haushalten herumsteht. Das ist ein wunderbares Gefühl, auf das ich einfach nicht verzichten mag. Ich gebe zu, der Stapel ungelesener Bücher wird seit ein paar Jahren immer größer, jedoch nicht mehr nur im Regal. Inzwischen habe ich durchaus eine ansehnliche Zahl Bücher, die mir auf dem kindle und auf dem iphone (ich lese manchmal mit der ibooks app auf dem Rechner und auf dem Telefon) einstauben. 

Hinzu kommt, dass ich immer mehr Schwierigkeiten habe, analog zu lesen. Aus Praktikabilitätsgründen (entschuldigen Sie das Wortungetüm). Zum Spielplatz, im Auto, ins Café - ich habe so viele Dinge mitzuschleppen als Mutter. Bücher werden mir langsam aber sicher zu schwer. Und deswegen habe ich sie selten dabei. Auch deshalb lese ich sicher weniger als früher. 
Ein weiterer Grund ist sicher meine überhaupt zur Verfügung stehende freie Zeit. Die meiste nutze ich für Sport, fürs Internet und sicher auch fürs Bloggen. Da fällt also nur was ab, wenn ich mir auch wirklich was abzwacke. 

Genau deswegen gefällt mir diese challenge. Sie verpflichtet mich dazu, mir Zeit fürs Bücherlesen abzuzwacken. Ob es für 50 Bücher 2015 reichen wird, das kann ich nicht einschätzen. Wenn ich nicht wieder schwanger werde, könnte es vielleicht klappen.

Heute fange ich an mit Buch 1: We were liars - E. Lockhart.

Samstag, 3. Januar 2015

Mein Baby schläft durch - ihr könnt das auch!

Als dreifache Mutter werde ich häufiger gefragt, wie ich das mache oder gemacht habe, dass meine Babys durchschlafen. Erst kürzlich kam die Frage wieder auf einer Party und da ich Pädagogin bin - meine Weisheit also unendlich - möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, um eine kleine Tippsammlung in die Runde zu schmeißen, die ich so über die Jahre angesammelt habe. Mein aktuelles Forschungsobjekt ist derzeit 11 Monate und ein paar zerquetschte Wochen und schläft seit ein paar Wochen von 19.30 Uhr bis 5.30 Uhr durch. Das ist natürlich einzig und allein mein Verdienst als Mutter/Pädagogin/Erzieherin/Babyversteherin und professionelle Nuckelreicherin.

Forschungsobjekt im Wachzustand

Kommen wir zu meinen Lieblingstipps:

- Lass das Baby einfach schlafen. Wie soll es denn schlafen, wenn du es die ganze Zeit herumträgst?
- Still nicht so viel. Du bist doch kein Nuckel.
- Warum stillst du nicht im Bett? Ist doch viel einfacher!
- Gebt ihm/ihr doch Wasser oder Tee statt Milch. Wenn ich dir nachts bei jedem Aufwachen Pudding anböte, würdest du doch auch so schnell wie möglich wieder aufwachen, oder?
- Leg das Baby in ein anderes Zimmer. Es kann dich immerzu spüren, das muss doch nerven.
- Leg das Baby in dein Zimmer. Deine Nähe fehlt ihm/ihr.
- Leg das Baby auf den Bauch, dann erstickt es nicht, wenn es ein Bäuerchen macht.
- Leg das Baby auf den Rücken, in allen anderen Positionen erstickt es. 
- Leg das Baby auf die Seite, sonst kriegt es einen schiefen Kopf. Und erstickt.
- Gibst du dem Baby keinen Nuckel? Kannst es doch nicht die ganze Zeit an dir rumnuckeln lassen.
- Wenn ich dir eins raten kann, dann lasst das mit dem Nuckel. Da könnt ihr nachts zehnmal aufstehen, um den Nuckel anzureichen. Horror!
- Entferne alles aus dem Babybett, was zu Erstickung führt. Das heißt alles außer der teuren Warnanlage.
- Du musst es dem Baby kuscheliger machen. Das fühlt sich doch in dem Bett verloren. Ist doch kein Wunder, wenn es weint.
- Bau dem Baby ein Nestchen. Da fühlt es sich wie im Bauch der Mama.
- Ein Baby braucht kein eigenes Bett, macht ein Familienbett. Dann brauchst du nie aufzustehen! 
- Lasst das Baby bloß nicht bei euch im Bett schlafen, dann gewöhnt es sich daran und schläft bis zum Abitur bei euch. Wenn es nicht vorher erstickt.
- Legt das Baby in eine Wiege, es will Enge und Bewegung spüren. 
- Schaukelt das Baby zum Einschlafen. Es wurde schon im Bauch geschaukelt.
- Bloß nicht Schaukeln! Das verlangen diese Monster nachher immer!
- Am besten ist Musik, eine kleine Spieluhr. 
- Fangt bloß nicht mit der Musik an. Geht nachher nicht mehr ohne. Außerdem muss so ein Baby auch lernen, Stille zu ertragen!
- Am besten ist ein Babyphon. Dann hört ihr es immer und könnt gleich reagieren, so lernt das Baby Vertrauen. 
- Schafft euch um Himmels Willen kein Babyphon an, da wacht ihr bei jedem Pieps auf und kommt überhaupt nicht mehr zum Schlafen. 

Die Liste kann sicher noch ergänzt werden, (vielleicht hat jemand Lust dazu?), aber aus meinem reichen Erfahrungsschatz kann ich nur empfehlen, einfach der Reihe nach alle Ratschläge zu befolgen. Nach 10-36 Monaten sollten sich erste Erfolge einstellen. Hier ist es nun soweit. Auch das dritte Baby schläft in diesem Hause durch. Ihr könnt das auch!