Mittwoch, 25. Februar 2015

Back to work

Ich war nun schon so lange nicht mehr hier, dass es beinahe anfängt zu müffeln. Riecht ihr das auch? Aber ich habe eine echte Entschuldigung. Ich arbeite jetzt. Das dient eigentlich als Entschuldigung für alles. Aber in erster Linie eben für alles, das nicht funktioniert. 

Was in den letzten Tagen nicht funktioniert hat

- der mittlere Sohn ist auf Zwangswindelentzug und ich nehme seit Donnerstag jeden Tag einen Beutel schmutzige Wechselwäsche aus dem Kindergarten mit. Gestern und heute hab ich nicht. Man könnte denken, vielleicht gab es keinen, aber da denkt man eben falsch. Der hängt einfach nur immer noch da. Insofern riecht es also nun nicht nur hier auf dem Blog.
- die Kinder haben mit der Umstellung mächtig zu tun. In dem neuen Kindergarten dürfen sie nicht schlafen. Die Begründung lautet übrigens wie folgt: Die Kinder bis 15 Uhr dürfen nicht, die Kinder bis 16.30 Uhr dürfen. Und was ihr jetzt dürft, sag ich euch: Mir die Logik dahinter erklären. Ich profitiere allerdings durchaus davon. Um 19 Uhr war hier heute Ruhe.
- Morgens um 5.00 Uhr stehen manche von den Kindern hier auf. Da ich um diese Zeit schon eine Weile wach bin, weil in meinem Kopf abends nur noch Brei ist und ich morgens besser arbeiten kann, kam es durchaus vor, dass ich die Arbeit zu früher morgendlicher Stunde erstmal für eine Runde gepflegten Eisenbahnbau unterbrach.
- Wegen des Schulschlüssels, der übrigens mit einem smiley versehen ist, (so putzig!) musste ich durchaus schon einmal mit dem Auto vom Kiga zurückfahren und bekam dabei Schweißausbrüche.
- Brotdosen. Ich las schon oft - an anderer Stelle - von der meditativen Wirkung der Brotdosenbefüllung. (Wer mag, der google Bento-Zen und berlinmittemom). Mich macht das irre, ich sag's euch. Jetzt muss ich auch für die Kleine ne Brotdose füllen und es sind damit durchschnittlich vier, manchmal fünf (wenn der Mann hier doch mal ausnahmsweise abends auftaucht) Schächtelchen mit Schnittchen, Obst, Gemüschen und was mir sonst gerade noch in die Finger kommt. Und dann ist das auch noch jeden Tag echt aufgefuttert.
- Zahnbürsten wurden verwechselt
- Portemonnaies wurden vergessen und 
- ich hab einfach nicht genug geschlafen. Ich weiß gar nicht warum.

Aber wisst ihr, was bei alledem so richtig gut funktioniert hat? Mein verflixter Unterricht. Ich staune immer wieder, wie das geht und was für einen schönen Beruf ich da eigentlich hab. Diese Spezies Schüler ist so putzig und wenn es nicht so wahnsinnig viele von ihnen gäbe, dann müsste man sich eigentlich ein paar von ihnen mit nach Hause nehmen. (Die könnten doch gut babysitten hier.) 
Was meine Schüler denken, keine Ahnung. Aber ich hab mich an meinen ersten drei Arbeitstagen zumindest im Unterricht herrlich amüsiert. Möge das immer so bleiben. Und möge der Rest sich so schnell wie möglich einspielen.

Samstag, 7. Februar 2015

Wir ziehen um!

Vor ganz genau zehn Tagen hatte ich einen Besichtigungstermin für ein Haus auf dem Land, eine gute Viertelstunde mit dem Auto von meiner neuen Schule entfernt. Und in genau sieben Tagen werden wir dort eingezogen sein. Falls sich jemand also fragt, warum ich im Moment nicht blogge: Es hat ein wenig damit zu tun, dass zwischen der Idee Umzug und ihrer Realisierung nur zwei Wochen liegen. Ich will kurz berichten.

Wie das alles kam? In den Wochen seit meinem definitiven erneuten Bescheid steckte ich mal wieder fest. Ich bin mit 75% fest an der Schule eingeplant, das ist nicht Vollzeit, aber das, was ich mindestens arbeiten muss/will. Leider sollte ich dazu aber jeden Tag 150 km (zur und von der Arbeit nach Hause) fahren. Alles innerhalb einer Betreuungszeit, die um 7 Uhr beginnt und um 16.30 Uhr zu Ende ist. Danach und davor wäre ich allein gewesen, es sei denn, ich hätte zusätzlich zu den ca. 1000 Euro Kita-Gebühren nochmal ins Portemonnaie gegriffen. 
Da ich hier die Kinder in zwei Einrichtungen habe und beide erst um 7.00 Uhr öffnen, dauert es, wenn ich den Hetzmodus einschalte bis mindestens 7.20 Uhr, bevor ich loskomme. Dann habe ich aber die Kinder im Grunde den Erzieherinnen aus dem Auto zugeworfen und noch schnell gerufen: "Passen Sie ja gut auf sie auf." Für mehr wäre nämlich keine Zeit. 

Also sah ich mich nach Alternativen um und fand eine sehr günstige Kita, die von 6-20 Uhr betreut. Haken: Geplante Eröffnung voraussichtlich Mai. Vielleicht Juni. Wer weiß, könnte auch Juli werden. Da wäre das zweite Halbjahr zu Ende gewesen. 

Nächste Alternative: Kinderfrau. Ich suchte bei eBay Kleinanzeigen, klingelte bei verschiedenen Behörden an und bezahlte am Ende 30 Euro für eine Mitgliedschaft bei betreut.de, um auf deren Datenbank zurückgreifen zu können. Ich lud Menschen in mein Haus ein, die mir gern mit der Kinderbetreuung helfen wollten, aber leider erst ab 17.00 Uhr abends und denen es auch ganz lieb wäre, wenn die Kinder schliefen. Ich stellte fest, dass mein "Job", den ich potentiellen Kinderfrauen zu bieten hatte, einfach zu schlechte Bedingungen bietet. Warum nämlich, sollte jemand drei Kinder gleichzeitig betreuen (dann auch noch alle unter 4), wenn er/sie in der gleichen Zeit auch nur eins betreuen könnte. Warum wache Kinder, wenn es Angebote mit schlafenden Kindern gibt? Warum morgens, wenn auch abends geht? Warum drei vom Kindergarten abholen müssen, wenn ich auch zu Hause mit einem Kind auf dem Sofa abhängen kann. Mein Jobangebot wollte niemand. Eine Mutter aus dem Kindergarten bot an, die Kinder mitzunehmen. Sie hat selbst drei Kinder unter fünf und würde meine einfach mitnehmen. Liebes Angebot. Aber das war nix für mich. Diese Unsicherheit! Eine Tagesmutter meinte, sie hätte schon ein Kind, das um acht käme und müsste daher sowieso schon um fünf aufstehen: Keine Zeit für meine also. Die Liste der Absagen ist lang und irgendwann war es vier Wochen vor Schulbeginn und ich hatte immer noch keine Lösung. Dazu kam, dass ich immer wieder den Druck spürte, zur ersten Stunde dort sein zu müssen. Was ich belastend finde, aber auch verständlich. 

Und da erinnerte ich mich an den Makler, der mir im Herbst zwar kein Haus vermitteln konnte, aber drei Kita-Plätze in einer Einrichtung besorgt hatte. Und ich erinnerte mich an ein Haus, das ich in dem gleichen Ort schon einmal anschauen wollte, dann aber nicht angeschaut habe, weil ich erst einen sicheren Versetzungsbescheid in der Hand haben wollte. Ich rief die Kita an, fragte nach den Plätzen. Ja, sie hätten drei Plätze von 7-15 Uhr. Nicht ideal - 16 Uhr wäre besser. Aber drei Plätze in einer Einrichtung für 300 Euro all inclusive. Und wenn später Plätze frei werden, besteht die Möglichkeit, alle bis 16.30 Uhr dort zu lassen. Ich legte auf und schaute, ob das Haus noch da ist. Ich rief die Maklerin an und machte einen Termin. Ich telefonierte mit dem Arbeitgeber und stellte fest, dass mir Umzugskostenvergütung zusteht. Ich erfuhr, dass der Mietausfall übernommen würde. Ich brachte außerdem in Erfahrung, dass auch die Maklergebühren übernommen würden. Jedes Telefonat, dass ich an diesem Montag, den 26.1. führte, führte mir klarer und klarer vor Augen, dass ein Umzug JETZT, zu diesem Zeitpunkt, mit diesem Angebot - ein befristeter Mietvertrag für ein Haus bis Mitte 2017 und drei Kitaplätzen zu einem wahnsinnig günstigen Preis - die beste aller bisherigen Lösungen war. Zwei Tage später schaute ich mir das Haus und die Kita an und drei Tage später unterschrieb ich alles. 

Nun ist es noch genau eine Woche bis zum Umzug. Diese Woche war meine Freundin da und half mir beim Einpacken der ersten Kisten. Die Kinder trauern. Es fließen Tränen und auch die Hosen werden wieder nass. Wir alle nehmen auf unsere Art Abschied. Ich verabschiede mich mit Glückshormonen. Ich bin wahnsinnig froh über diese Entscheidung und über das Verschwinden so vieler Unsicherheitsfaktoren. Das gibt mir hoffentlich die Kraft, diesen Spontanumzug so zu überstehen, dass ich am 23.2. noch ein wenig Energie übrig hab, um in das zweite Schulhalbjahr zu starten, beziehungsweise endlich mit book 6 meiner #50bookchallenge weiterzumachen.

Ein Umzugsunternehmen ist für Freitag, den 13. bestellt. So wie sich das gehört. Und das nächste Wochenende verbringen wir in unserem neuen Heim. Und soll ich euch sagen, worüber ich mich am meisten freue: Unser neues Heim hat eine S-C-H-L-E-U-S-E!